Ich wünsche Dir viel Glück

Wir alle streben nach Glück: In der amerikanischen Verfassung ist das Streben nach Glück = „the pursuit of happiness“ sogar als Grundrecht festgeschrieben.

Es ist dein Geburtsrecht glücklich zu sein. Yogi Bhajan

Wir haben alle das Grundgerüst um glücklich zu sein. Was Du für Dein Glück tun kannst davon handelt dieser Artikel.

Glück ist dynamisch

Glück ist, wie alle Gefühle, auf der Durchreise: Es kommt und geht. Dafür hat die Evolution gesorgt. Wenn wir richtig glücklich sind, schweben wir auf Wolke 7 und achten nicht auf den potenziellen Säbelzahntiger hinter uns. Das hat dazu geführt, dass wir schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurückkommen.

Wir haben nur ein Gefühl auf einmal 

Das nutzen unsere Kinder aus, wenn sie Mist gebaut haben und dann an unseren Humor appellieren: Wenn wir lachen, können wir nicht länger wütend auf sie sein.

Wir können unsere Gefühle bewusst steuern

Wir sind keine Opfer unseres Gefühlslebens. Deswegen stehe ich morgens mit Dankbarkeit auf. Ich mache mir bewusst für was ich alles dankbar bin und dann ist weniger Platz für negative Gefühle.

Unser Glücksempfinden ist unterschiedlich

Wenn wir glücklich sind, verwöhnt uns unser Körper mit einem Hormoncocktail:

  • Serotonin = Glückshormon, Depressive haben davon zu wenig
  • Oxytocin = erzeugt Bindung
  • Dopamin = Antriebssteigerung und Motivation

Wie diese körpereigenen Hormone in unserem Köprer wirken ist verschieden.

1. Gene

Das Gen, das für den Serotonintransport zuständig ist, hat großen Einfluss auf unser Glücksempfinden. Deswegen neigen manche Menschen eher zu Depressionen als andere: Der Serotoninhaushalt gerät bei ihnen leichter aus dem Gleichgewicht.

Aber unsere Gene sind nicht in Stein gemeißelt. Die Epigenetik beschäftigt sich damit, dass sie sich im Laufe des Lebens verändern.

Beispiel: Meine Depression

In meiner Familie gibt es eine Neigung zu Depressionen: Meine beiden Omas hatten depressive Episoden. Nach meiner Depression habe ich angefangen in meinem Leben aufzuräumen und mich besser kennenzulernen und sorge so aktiv für meine psychische Gesundheit.

2. Unsere Umwelt

Ein anderer Faktor für das Glücksempfinden ist die Sozialisation: Was habe ich zu Hause vorgelebt bekommen? Meine Eltern gehören zu der im Krieg geborenen Generation. Sie haben einiges an Leid mitbekommen.

Meine Mutter ist, vielleicht deswegen, eine Schwarzseherin. Wenn ich als Kind glücklich angerannt kam, gab es ein Ja, aber… von ihr. Damit wollte sie mich vor Enttäuschungen schützen, weiß ich heute.

3. Grundlegende persönliche Eigenschaften

Keine Ahnung ob mein Optimismus den Genen oder der Umwelt geschuldet ist. Er gehört zu mir und ich kann ihn heute leben. Ich empfinde das als großes Glück weil er mein Leben einfacher macht.

„Unser Glück wird davon bestimmt, wie wir das was geschieht interpretieren, wahrnehmen und in unseren Gemütszustand integrieren.“ Kübler-Ross, Kessler S. 235

Wir Deutschen sind ziemlich glücklich

Im internationalen Vergleich liegt Deutschland unter den ersten 10 auf der Liste der glücklichen Länder. Spitzenreiter sind Australien und Kanada.

Dies zeigt die aktuelle Global Happiness Study des Meinungsforschungsinstituts Ipsos: 78 Prozent der Befragten bezeichnen sich als glücklich. Das sind zehn Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr.

Smiley Schoko

Es geht uns gut

Das liegt sicher daran, dass unsere Grundbedürfnisse befriedigt sind. Wir haben außerdem die Freiheit uns selbst zu verwirklichen und das sind gute Voraussetzungen für das Streben nach Glück. Wenn ich um das Überleben kämpfe, habe ich andere Prioritäten.

Viele Menschen wissen, dass sie unglücklich sind. Aber noch mehr Menschen wissen nicht, dass sie glücklich sind. Albert Schweitzer

Zufallsglück existiert für mich nicht

Oft werden zwei Arten von Glück unterschieden.

  1. Als Zufallsglück wird das bezeichnet was nicht beeinflussbar scheint. Es kommt plötzlich und unerwartet wie z.B. ein 6er im Lotto.
  2. Das Lebensglück gestalte ich selbst z.B. durch Familie, Liebe, Beruf und Freizeit.

Wir erschaffen ständig unserer Realität und alles was wir aussenden wird reflektiert durch das, was wir erleben. Nichts im Leben passiert meiner Meinung nach zufällig. Manches kann sehr überraschend sein und wird dann als glücklicher Zufall interpretiert.

Glück ist nicht materiell

Darin sind sich viele von uns einig. Ab einem durchschnittlichen Einkommen steigt das Glücksgefühl nicht mehr.

Das Schicksal von Lottomillionären beweist das. Die veränderten Umstände scheinen auf sie wie jede andere große Herausforderung zu wirken. Manche kommen damit zurecht und andere nicht. Wenn wir hoffen, dass wir dann glücklich werden, wenn wir endlich mehr Geld auf dem Konto haben dann machen wir uns etwas vor.

Unsere Welt ist keine Insel der Glückseligen

Leider leben wir in der Dualität und nicht in Utopia: Es gibt zu allem eine Kehrseite: Liebe und Hass, Gesundheit und Krankheit. Diese Dualität ist die Basis unserer Realität.

Wenn Du viele Herausforderungen im Leben hast bedeutet das, dass Du nicht glücklich sein kannst?

Etwa 80 Prozent von uns, das wissen wir aus Studien, können ein oder mehrere schwere Traumata gut verarbeiten. Auch wenn das Leben danach nicht so unbeschwert ist, wie es vorher war, finden wir eine neue Balance. Wir nutzen dabei einen natürlichen Überlebensmechanismus, unsere Resilienz.

Wir sind hier um zu lernen

Wir sind alle Bewusstsein und haben gewählt hier zu sein, weil wir Erfahrungen machen wollen, die wir nur mit einem physischen Körper machen können. Diese Erfahrungen nehmen wir mit dahin zurück wo wir herkommen.

Wir sind keine Opfer sondern Gestalter. Inge

Glück jetzt und nicht später

Unser Glück sollten wir nicht in die Zukunft verschieben, auf dann wenn wir endlich ein wichtiges Ziel erreicht haben: Ein Examen oder den neuen Job. Wir dürfen hier und jetzt glücklich sein.

Elisabeth Kübler-Ross hat viele Jahre lang Sterbende begleitet. Was Sterbende uns mit auf den Weg geben ist, dass wir unser Leben nutzen sollen um das zu tun was uns am Herzen liegt und um glücklich zu sein. Viele bedauern, dass sie das Glücklich sein auf später verschoben haben.

Frau Kübler-Ross hat festgestellt, dass sich viele dieser Menschen mit ihrer begrenzten Zeit eher erlauben das zu tun, was für sie wirklich zählt und das macht sie manchmal glücklicher als sie es vorher waren.

„Glück ist unser natürlicher Zustand, aber wir haben verlernt wie man glücklich ist, weil wir uns in Vorstellungen verstrickt haben wie Dinge sein sollten.“ Kübler-Ross, Kessler S. 235

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Was steht Deinem Glück im Weg?

1. Angst

Angst ist eine Emotion, die wir alle gut kennen. Sie gehört zu unserem emotionellen Grundgerüst dazu. Wie wir mit Ängsten umgehen ist wichtig für unser Glücksempfinden. Denn wir brauchen ein gewisses Maß an innerer Sicherheit um Glückmomente wahrnehmen zu können.

Unbefriedigende Lebenssituationen werden oft aus Angst aufrecht erhalten anstatt das Risiko von Veränderung einzugehen. Das ist das Status Quo Paradox.

Das einzige, was wir tun können um mit unseren Ängsten klarzukommen ist tiefe Wurzeln zu bilden, die uns festhalten wenn die Winde der Veränderung wehen.

2. Kontrolle

Aus Angst vor unliebsamen Überraschungen versuchen wir unser Leben durch Kontrolle sicherer zu machen. Was nicht funktioniert, denn das Leben besteht aus ständiger Veränderung und starke Kontrolle schränkt uns nur ein. Wir erschaffen unsere Realität dann optimal, wenn wir die Zügel lockerer lassen.

Trau Dich, stückweise Kontrolle abzugeben. Setze den Kurs und bleibe im Flow. Das bedeutet nicht, dass Du weniger determiniert bist ein Ziel zu erreichen. Die Art und Weise wie Du dorthin kommst ist nur eine andere.

Je mehr Du Dir vertraust, dass Du nicht an der nächsten Klippe zerschellst, umso sicherer fühlst Du Dich und umso besser kannst Du locker lassen. Inge

3. Perfektionismus

Mein Perfektionismus ist eine wunderbare Ausrede fürs Nicht-Tun. Er hindert mich daran anzufangen, denn ich bin ja noch nicht gut genug. Diese und andere Ausreden zu entlarven ist wichtig um glücklich zu werden.

4. Vergangenheit und Schuldgefühle

Viele von uns verurteilen sich für Dinge, die sie in der Vergangenheit getan oder nicht getan haben oder die wir erleiden mussten. Wenn wir uns mit unserer Vergangenheit nicht versöhnen holen wir diese negativen Gefühle immer wieder zurück. Dann ist kein Platz mehr übrig für das Glück.

5. Begrenzende Glaubenssätze

  • Glück ist rar
  • Glück ist schwer zu finden
  • Ich verdiene kein Glück

Manche Menschen fühlen sich schuldig, wenn es ihnen gut geht. Es fällt Ihnen schwer Glück anzunehmen. Sie glauben, dass Glück für andere bestimmt ist.

„Die gute Nachricht ist: Wir haben alles mitbekommen, was wir brauchen, um glücklich zu sein. Die schlechte ist, dass wir es nicht zu nutzen wissen.“ Kübler-Ross, Kessler S. 232

Schranke auf

Was Du für Dein Glück tun kannst

Ich habe viel gelesen und mit Menschen gesprochen. Diese Liste ist dabei herausgekommen. Ich hoffe, sie hilft Dir dabei mehr Glücksmomente zu erschaffen.

  • Gesundheit: Sorge für
    • genug Schlaf
    • gutes Essen
    • Alkohol in Maßen
  • Soziale Kontakte
    • Umgib dich mit Menschen, die Dir gut tun
    • Freunde suchen wir uns aus
  • Lerne Dich selbst gut kennen
    • Arbeite daran die eigenen Gefühle zu verstehen
    • Nutze Deine Resilienz: Wie kannst Du Dich selbst unterstützen?
  • Selbstwirksamkeit: Erlebe Dich als Gestalter Deines Lebens und nicht als Opfer

„Wenn Du Dich mit Deinem Geschenk für diese Welt verbindest, findest Du Erfüllung in Dir und verstehst wie wichtig es ist, dass Du da bist“. Laura Marina Seiler S. 227

  • Mache Sinn-volles
    • Es macht glücklich, den Sinn Deines Handelns zu sehen
    • Nicht die Menge, sondern die Qualität Deines Tuns ist entscheidend
  • Sei aktiv bis ins hohe Alter
    • Körperlich und geistig fit sein macht Spaß
    • Was Du nutzt bleibt erhalten
  • Sprich über das Positive in Deinem Leben
    • Das macht es Dir bewusster
    • Es verbreitet positive Energie
  • Akzeptanz
    • Wut und Ärger sind auch nur Gefühle, die vorbei gehen. Lass sie ziehen.
    • Gib dem Negativen weniger Raum. Es ist da und gehört zum Leben dazu.
  • Humor
    • Sei ein Mensch, der über sich lachen kann. Das nimmt dem Leben viel Härte.
    • Nimm Dich nicht so wichtig: Auch die anderen kreieren ihre Realität. Nicht jede abfällige Bemerkung ist auf dich gemünzt.
  • Flexibilität
    • Wenn Du leicht die Perspektive wechseln kannst hast Du mehr Möglichkeiten zu reagieren.
    • Lerne dazu, das schafft mehr Optionen um glücklich zu sein.
  • Sei neugierig

    • Strebe nach Weiterentwicklung.
    • Normale Bildungswege sind zweitrangig zum Glücklich sein. Das Abitur allein macht nicht glücklich. Vielleicht hilft es aber etwas zu erreichen, das glücklich macht.

„Glück kommt nicht daher, dass wir Techniken erlernen und Seminare besuchen. Glück kommt daher, dass wir glückliche Augenblicke erleben. Hoffentlich immer mehr.“ Kübler-Ross, Kessler S. 236.

Ich wünsche Dir alles Glück dieser Welt

Das meine ich ernst. Wünsche sind sehr effiziente Energietransporter und ich verschicke mit diesem Artikel den Wunsch:

Mögest Du tausende von glücklichen Momenten erschaffen und erleben!

Sehr gut drückt das neue Lied von Sarah Connor meinen Wunsch aus. „Zufälligerweise“ hörte ich es mehrfach im Radio als ich diesen Artikel schrieb.

Hier findest Du das Video auf You Tube: Ich wünsche Dir all das Glück dieser Welt. Besonders gefällt mir die Zeile: …“Ich wünsch Dir Mut und Vertrauen in Dich selbst“…

Was ist für Dich Glück und was tust Du dafür?

Du willst mehr von mir zum Thema Glück lesen? Hier gehts zum Artikel über Glück und Zufriedenheit.

Links

Bücher

  • Elisabeth Kübler-Ross und David Kessler 2003: Geborgen im Leben
  • Francois Lelord 2008: Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück
  • Laura Marina Seiler 2017: Mögest Du glücklich sein
  • Marius Kursawe 2019: Berge versetzen für Anfänger

Bilder: privat

© Inge Schumacher

 

 

 

Autor: Inge Schumacher

Ich heiße Inge und bin Heilpraktikerin. I blog in English (The Fairy Tale Dimension - a behind the scenes look) und Deutsch (Gesundheit und Persönlichkeitsentwicklung). My website (www.physio-energie.com) is bilingual.

7 Kommentare zu „Ich wünsche Dir viel Glück“

  1. Ein wunderbarer und umfassender Artikel! Was mir jedoch zu kurz gekommen ist, ist der Aspekt von Dankbarkeit. Sich jeden Abend bewusst zu machen, welche schönen Dinge, egal wie klein sie sind, passiert sind, ist ein enormer Serotonin-Dopamin-Schub.
    Ein schönes Wochenende und ich freue mich schon auf den nächsten Post!

    Gefällt 1 Person

  2. Liebe Inge,

    was für ein wunderbarer Text. Vielen Dank, dass Du Deine Gedanken immer hier im Blog teilst. Ich kommentiere das viel zu selten, liebe aber Deine Artikel. 🙂 Was Du zum Thema Glück schreibst, finde ich ganz großartig. Wir können selbst so unendlich viel dafür tun, glücklich zu sein. Das ständige Streben nach Aufmerksamkeit und materiellen Dingen lenkt leider sehr von dem ab, was wirklich wichtig ist …

    Herzliche Grüße
    Simone

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  3. Liebe Inge,
    das ist ein superschöner Artikel, danke dafür! Ich würde mir wünschen, dass sich viele das mit dem „das eigene Glück erschaffen“ zu Herzen nehmen und aktiv daran arbeiten, glücklich zu sein. Und dass sie das Glück auch wahrnehmen. So oft habe ich den Eindruck, manche Menschen sind nur glücklich, wenn sie unglücklich sind. Klingt das verrückt? Wahrscheinlich im ersten Moment schon, aber ich denke, du weißt, was ich meine.
    Jetzt geh ich ne Runde die Mieze knuddeln und genieße das Glück, ein schnurrendes Kätzchen auf dem Arm zu haben!

    Liebe Grüße
    Elke

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