Wie findest Du Deine Lebensziele?

Ich habe zum Lebensthema und den Big Five for Life einige Coaching Sessions und Workshops zum Thema gehabt. Dabei hat sich herausgestellt, dass es leichter ist mit den Lebenszielen anzufangen und im zweiten Schritt auf das übergeordnete Lebensthema zu schließen.

Deswegen bekommt Ihr heute viele Inspirationen von mir wie Ihr Eure Lebensziele finden könnt. Ich gebe Euch Ideen mit, die nicht im Artikel über das Lebensthema und die Big Five enthalten sind. Am Ende des Artikels findet Ihr einen Arbeitsbogen zum Weiterarbeiten mit 10 hilfreichen Fragen.

A. Erfahrungen aus dem Coaching zu Lebenszielen

Bei vielen Klienten gab es Aha-Erlebnisse als ihnen klar wurde:

  • Sie haben eines ihrer Lebensziele vor kurzem realisiert: Z. B. Anfangen zu rudern
  • Sie haben ein Lebensziel völlig aus den Augen verloren: Z. B. den Sehnsuchtsort Wüste besuchen

1. Es gibt sehr herausfordernde Lebensthemen

Ich habe vor Jahren eine Frau getroffen, deren Lebensthema war: Den Würfel in einen Kreis pressen. Sie versuchte immer wieder das Unmögliche. Sie hat sich gewundert warum sie immer wieder gegen Wände rennt und warum sie ihre Ziele so selten  erreicht. Ihr könnt Euch vorstellen wie erleichtert sie war als ihr klar wurde, dass sie als Entdeckerin in Sachen Unmöglichkeit unterwegs war.

An diesem Beispiel könnt Ihr sehen wie entlastend Erkenntnisse über Lebensthema und Lebensziele sein können.

2. Ableitung von wichtigen Erkenntnissen aus den Lebenszielen

Bei einer Liste mit wundervollen Lebenszielen fiel mir auf, dass kein einziges mit der momentanen beruflichen Wirkungsstätte des Autors zu tun hatte. Wenn das bei Euch auch so ist, schaut bitte noch einmal genau hin. Gibt es noch etwas in der jetzigen Wirkungsstätte, das zu Euren Zielen passt?

Wenn gar nichts passt, ist damit zu rechnen, dass Ihr Euch in absehbarer Zeit aus Eurem Job kickt, weil er nicht mehr zur Zielerreichung taugt.

Als ich mit meinem Klienten darüber sprach sagte er: Ich habe alles erreicht, was ich beruflich erreichen wollte. Genau das meinte ich. Ich habe ihn mit der Anregung nach Hause geschickt darüber nachzudenken was er tun würde falls er seinen Job nicht mehr hätte.

B. Wie findest Du Deine Lebensziele?

 Ich habe 5 Themenbereiche zusammengestellt:

1. Gönne Dir den Blick von Außen:

  • Was steht in Deinem Lebenslauf?
  • Frage Freunde und Familie nach ihrem Eindruck von Deinen Lebenszielen. So kannst Du einige wertvolle Inspirationen einsammeln.

2. Nutz die Idee von John Strelecky und stell Dir das Leben als Museum vor: Jeder Deiner Tage ist dort ausgestellt.

  • Was siehst Du jetzt?
  • Wovon willst Du weniger?
  • Was möchtest Du mehr in Deinem Leben haben?

3. Erstelle eine Aktivitäten-Liste

Sammele Deine Aktivitäten aus einem längeren Zeitraum unter folgender Fragestellung:

  • Was tust Du oft?
  • Zu welchem Ziel gehören sie?
  • Was taucht in Deinem Kalender auf und was nicht?

Nutze Deinen Kalender als Informationsquelle

Ich habe in diesem Jahr angefangen mir in meinem Kalender auch die kleinen Aktivitäten aufzuschreiben. Ende letzten Jahres habe ich gestaunt, was ich aus meinem nicht sehr ausführlich geführten Kalender an Informationen herausholen konnte. Das war sehr gut für mein Selbstbewusstsein.

Wichtig ist nicht das Besondere sondern das Häufige

Was bei mir nicht im Kalender steht: Meine fünfköpfige Familie nimmt viel Raum ein. Das sind ganz banale Aufgaben von Einkaufen und Waschen über Kochen und Sauber machen bis hin zu Hausaufgabenhilfe.

Das entspricht meinem Lebensziel Familie und erdet mich. Dieser Familienalltag sorgt dafür, dass ich nicht abhebe sondern pragmatisch und bodenständig bleibe. So bin ich nicht gefährdet irgendwann auf esoterischen Wolken davon zu schweben.

Wenn Du mit dieser Liste fertig bist, lass sie eine Weile liegen. Schreibe dann hinter die einzelnen Aktivitäten wie gerne Du sie ausführst (auf einer Skala von 0 bis 10) und überlege warum Du sie tust.

So könnte Deine Aktivitäten-Liste aussehen

Aktivität (zu Ziel…) Wie gerne von 0 bis 10 Warum?
Aufräumen (Ziel Familie) 2 Im Chaos kann ich nicht denken
Blogartikel schreiben (Ziele Neues Lernen, beste Heilerin werden) 8 Es macht Spaß sich in interessante Themen zu vertiefen und ist wichtig für meine Sichtbarkeit.
     
     

4. Das Vision Board

Eine sehr schöne Möglichkeit Ziele zu visualisieren und zusammenzustellen ist ein Vision Board. Hier könnt Ihr nachlesen was zu einem Vision Board gehört und wie man es erstellt.

Katharina Vision Board

Meine 15-jährige Tochter hat ein wunderschönes Vision Board erstellt, das ich hier zeigen darf. Man kann sehr schön ihre Lebensziele erkennen.

Ich habe auch schon versucht eine solche Zielcollage zu erstellen. Leider bekomme schon beim Gedanken daran aus Zeitschriften etwas auszuschneiden kleine grüne Stacheln. Ein Vision Board ist also nichts für mich. Dabei finde ich diese Boards toll.

Ein Vision Board hängt gut sichtbar an der Wand und dient damit dem Unterbewusstsein als Erinnerung und erleichtert damit die Zielerreichung. Das geht mit einer Zieleliste natürlich genauso gut.

Ich halte meine Ziele regelmäßig in einem Notizbuch fest und visualisiere sie in meinen Meditationen.

Egal ob Du mit einem Vision Board arbeitest oder nicht. Mach das was Dir leicht fällt.

 5. Vorbilder suchen

Kennst Du Menschen, die ein glückliches erfülltes Leben führen? Sprich mit Ihnen, schau Dir an, was sie tun und wie sie es tun und lass Dich von ihnen inspirieren

darts-Ziel kipalapala

C. Jeder in seinem Tempo

Es gibt Menschen die sind schnell bei der Umsetzung ihrer Lebensziele. Ich nicht.

Ich bin langsam. Ich teste das Wasser, in das ich steigen will erst vorsichtig mit dem großen Zeh bevor ich mich ganz hineintraue. Ich bin dabei das immer mehr zu akzeptieren.

  • So habe ich 10 Jahre gebraucht bis ich mich vor eine fremde Gruppe stellen und erzählen konnte: Ich bin Expertin für Unsichtbares.
  • Ich habe mit meinem Blog The Fairy Tale Dimension erst ein halbes Jahr geübt bevor ich mich an das Thema Persönlichkeitsentwicklung und an meinen deutschen Blog gewagt habe.

Wichtig ist die Balance zu wahren: Überfordert euch nicht, lasst aber auch keine Ausreden gelten.

1. Ausreden als solche identifizieren

Auch mein innerer Monolog arbeitet immer fleißig daran, mich auf alten Wegen zu halten. Ich höre ihm zwar zu aber nicht auf ihn.

Vor kurzem bat mich ein amerikanischer Freund um eine Kooperation für ein Fairy Tale Dimension Oracle Kartenset, also ein Kartenset, dass meine Erkenntnisse aus der Märchendimension nutzt. Schon ging es los. Mein innerer Monolog lief zu Höchstform auf: „Ich habe keine Ahnung von Kartendecks. Das wird sowieso nichts. Ich kann nicht zeichnen…“

Ich evaluierte meine Gefühle und hinterfragte meine automatischen Reaktionen. Da machte es Klick: Die Anfrage war die Antwort auf meine Suche nach einem neuen kreativen Zugang zur Märchendimension und einer Verbindung zu meinem Thema Persönlichkeitsentwicklung. Wir haben das Projekt gestartet und es entwickelt sich erstaunlich gut.

2. Tu etwas: Sieh Deine Zielesuche als spannende Entdeckungsreise

  • Denken allein hilft nicht. Um weiterzukommen brauchst Du kleine Aktivitäten
  • Probiere Neues aus oder lerne Dinge, die mit Deinen Lebenszielen zu tun haben
  • Widme Deinem Lebensthema und Deinen Lebenszielen jeden Tag ein wenig Zeit, denn Du erschaffst mehr von dem, dem Du Aufmerksamkeit gibst

Du lernst auf Deiner Entdeckungsreise etwas über Dich selbst, forderst Dich heraus und erweiterst Deinen Horizont. Es gilt nicht großartige Ziele aufzuschreiben, sondern jeden Tag dazu zu nutzen das zu tun, wofür Du hier bist. Das steigert Deine Lebensqualität und Deine Zufriedenheit.

Wenn wir unser Lebensziele kennen, können wir unseren eigenen Rückenwind generieren und verbrauchen im Gegenwind nicht so viel Energie.

C.  Arbeitsbogen zum Arbeiten an Deinen Lebenszielen

Mein Lebensthema und Lebensziele      

Name:

Lebensthema  
Aktuelle Ziele Indizien und Aktivitäten
1.  
2.  
3.  
4.  
5.  

10 hilfreiche Fragen für die Suche nach Deinen Lebenszielen

  1. Wo, wann und bei was bin ich zufrieden?
  1. Was ist einfach für mich?
  1. Was tue ich gerne und warum mache ich es?
  1. Was möchtest ich auf jeden Fall in meinem Leben haben / erleben?
  1. Meine Träume sind
  1. Meine Träume waren:  Was davon ist noch heute relevant?
  1. Was mache ich , was mir Spaß macht und mir ein Lächeln aufs Gesicht zaubert?
  1. Wofür arbeite ich momentan?
  1. Wann und wo bin ich unzufrieden?
  1. Inwieweit entsprechen das was mich zufrieden macht meinen Zielen?

Manchmal hilft ein Perspektivwechsel: Love it, leave it or change it.

road-ziel free-photos

D. Zum Schluss das Allerwichtigste

Vergiss den Spaß nicht. Nutze Deine Spiel- und Entdeckerfreude!

Ja, Deine Lebensziele sind wichtig. Das heißt aber nicht, dass Du damit bierernst umgehen musst. Je lockerer Du bist, umso mehr Möglichkeiten wirst Du sehen und desto mehr kreative Ideen bekommst Du.

Ich wünsche Dir viel Spaß auf Deiner persönlichen Entdeckungstour.

Wenn Du Unterstützung und Inspirationen beim Erarbeiten Deiner Lebensziele brauchst, kontaktiere mich gerne für ein unverbindliches halbstündiges Gespräch.

 

Literatur:

John Strelecky: Das Café am Rande der Welt und  The Big Five for Life

Bilder: Pixabay und privat

© Inge Schumacher

 

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Dein Lebensthema und Deine Big Five for Life

1. Was ist Dein Lebensthema?

Wir alle brauchen Orientierung in unserem Leben, ein Warum. John Strelecky nennt das in seinem Bestseller The Big Five for Life „Zweck der Existenz“. Ich nenne es das Lebensthema. Es ist ein grober Kompass, der unserem Leben eine Richtung gibt.

Dein Lebensthema zieht sich durch Dein gesamtes Leben, ob Du Dir dessen bewusst bist oder nicht. Um Dein Lebensthema herauszufinden schau Dir Dein Leben gründlich an und stelle fest was immer wieder darin vorkommt. Es kann auch hilfreich sein, den eigenen Lebenslauf daraufhin zu studieren und sich zu fragen womit Du Deine Zeit verbringst.

knitting-roter Faden

Was sich wie ein roter Faden durch Dein Leben zieht ist Dein Lebensthema.

Einige Beispiele für Lebensthemen:

  • Regeln verstehen und untersuchen
  • Das Ungewöhnliche erforschen
  • Unterschiede und Gegensätze erkunden und vergleichen
  • Gruppen zusammenbringen und formen
  • Schönheit
  • Kreativität und schöpferischer Ausdruck
  • Erforschen von Intensität durch Dramen
  • Spiritualität im täglichen Leben
  • Balance

Manche Lebensthemen lassen sich in einem Wort ausdrücken. Andere brauchen einen oder mehrere Sätze. Menschen mit ähnlichen Lebensthemen führen grundverschiedene Leben, denn wir sind unendlich kreativ was die Umsetzung unseres Lebensthemas angeht.

Hier ein Beispiel für die verschiedenen Umsetzungsmöglichkeiten eines Lebensthemas:

Das Lebensthema Mobilität kann auf vielen Gebieten ausgedrückt werden und zwar im Positiven wie im Negativen.

Mobilität

  • Geistige Geschwindigkeit: Kreativität, Intelligenz oder auch Langsamkeit
  • Körperliche Ebene: Sportlichkeit, Rennen fahren oder sich Ausbremsen durch einen Unfall
  • Häufiger Job- oder Wohnungswechsel
  • Reisen
  • Starre Gewohnheiten leben oder diese aufbrechen

Von ge-wusst zu be-wusst

Wir werden unzufrieden und krank, wenn wir unserem Lebensthema nicht genug Raum geben. Deswegen beschäftige ich mich gemeinsam mit meinen Klienten auch immer wieder mit ihren Lebensthemen.

Mein Lebensthema besteht aus einem Wort: Lichtbringer

Mein Lebensthema zu kennen ist eine große Hilfe für mich. Seit ich es kenne, seit ungefähr 10 Jahren, verstehe ich meine Motivationen, meine Impulse und die Sachen, die mir Spaß machen viel besser.

Indizien, die mir geholfen haben mein Lebensthema zu finden:

  • Meine grundsätzlich positive Lebenseinstellung, aufgewachsen bin ich in einer eher pessimistischen Familie.
  • Ich verteile schon immer gerne Wertschätzung und Anerkennung.
  • Ich liebe Teamwork: Als Teenager kam ich in die Volleyballmannschaft, nicht wegen meiner sportlichen Fähigkeiten, sondern weil ich gut fürs Team war.
  • Ich hatte eine Depression und verbrachte dadurch eine Zeit in tiefer Dunkelheit: Ich habe da den gegensätzlichen Aspekt des Lichtbringers gelebt.
  • Ich wollte schon immer Menschen helfen, wusste aber nicht wie und warum. Deswegen habe ich BWL studiert und früher im Controlling und in der Unternehmensberatung gearbeitet.
  • Mein Lebensweg hat mich zur Energiearbeit geführt.

Leben mit dem Bewusstsein des Lebensthemas

Ich teile also natürlicherweise gerne „Licht“. Licht interpretiere ich als Klarheit, Unterstützung und Zusammengehörigkeit. Das ist die Basis für meine Arbeit als Heilerin. Ich teile aber auch gerne Erkenntnisse: In meiner Umgebung, in meiner Praxis und in meinen Blogs und biete damit Hilfe zur Selbsthilfe. Ich arbeite auch daran in mein eigenes Leben genügend Licht zu bringen.

Ich hätte auch ein Leben in Dauerdepression mit vielen Schicksalsschlägen wählen können und damit die dunklen Seiten meines Lebensthemas ausgelotet.

Unser Lebensthema will gelebt werden und wird uns immer wieder in diese Richtung führen, egal was unser Verstand und unsere Umgebung dazu sagen. Mit dem Bewusstsein wohin es uns natürlicherweise zieht, fällt es uns leichter ein erfülltes Leben führen. Dafür ist auch das Wissen um unsere Lebensziele, unsere Big Five for Life, wichtig.

Titel the big five for life

2. Die Big Five for Life sind Deine Lebensziele

Deine Lebensziele leiten sich aus Deinem Lebensthema ab. Deine Big Five sind Ziele, die Du auf jeden Fall im Leben erreichen möchtest. Wenn Du sie erreichst macht Dich das erfüllt und zufrieden. Im Gegensatz zum Lebensthema können sich diese Ziele im Laufe der Zeit verändern weil wir uns immer weiter entwickeln. Neue kommen hinzu und alte lassen wir hinter uns.

Hier sind meine aktuellen Lebensziele:

Mein Lebensthema Lichtbringer
Aktuelle Ziele
1. Die beste Heilerin sein, um Menschen auf ihrem Weg zu unterstützen und zu inspirieren
2. Familie und Freunde
3. Neues lernen und mich selbst inspirieren
4. Die Umwälzungen des Klimawandels positiv gestalten
5. Immer wieder Zeit in Island verbringen

Was steht nicht auf meiner Liste?

Meinem Mann und mir ist aufgefallen, dass Geld und Sicherheit nicht auf unserer Liste stehen. Für uns sind sie eher Mittel zur Zielerreichung.

Was war früher einmal darauf?

Alte Lebensziele:

  • 3 Kinder reichen; ich brauche keine mehr zu bekommen
  • Eine Weltreise habe ich nach meinem Studium gemacht

Was tust Du für Deine Big Five for Life?

Es ist egal ob 3 oder 7 Punkte auf der Liste Deiner Lebensziele stehen. Es ist gut, Dich ihrer bewusst zu sein und Dir immer wieder die Frage zu stellen:

Da wo ich jetzt im Leben bin, inwieweit entspricht das

  1. Meinem Lebensthema und
  2. Was trage ich zur Erreichung meiner Lebensziele bei?

Wenn wir einen zu großen Anteil unsere Zeit mit Dingen verbringen, die uns unseren Zielen nicht näherbringen werden wir unzufrieden.

Was ich für die Erreichung meiner Ziele tue

Ziel 1 Beste Heilerin und Unterstützerin sein

Ich arbeite jeden Tag daran: Ich unterstütze die verschiedensten Menschen in schwierigen Situationen, auch unentgeltlich, und lerne viel dabei. Ich bilde mich ständig weiter. Ich arbeite daran sichtbarer zu werden und damit mehr Menschen die Möglichkeit haben auf mich zuzukommen.

Ziel 2 Familie und Freunde

Familienarbeit macht einen großen Teil meiner Zeit aus. Als mir noch nicht bewusst war wie wichtig es mir ist, gut für meine Familie zu sorgen, habe ich oft mit den lästigen Alltagspflichten gehadert und mich als Opfer gefühlt. Jetzt weiß ich: Das ist ein Lebensziel von mir und es liegt an mir es zu gestalten. Seit mir das klar ist fühle ich mehr Dankbarkeit für meine Familie und das überträgt sich auch auf andere Lebensbereiche.

Freunde erweitern meinen Horizont. Ich bekomme Details aus ihrem Leben mit und sie begleiten mich in meinem. Das macht mich glücklich.

Ziel 3 Lernen und mich selbst inspirieren

Lernen ist ein Grundbedürfnis von mir. Ich fühle mich am wohlsten wenn ich mich ständig weiter entwickele und dafür auch kräftig mein Gehirn benutze:

  • Ich lese Bücher und informiere mich in Podcasts
  • Ich interessiere mich für Zeitgeschehen und Geschichte
  • Ich gehe auf Konferenzen und Netzwerkveranstaltungen. Gerade mache ich einen Onlinekurs bei der Ich-Rede-Akademie von Isabel Garcia

Als meine zwei älteren Kinder klein waren, habe ich mein Lern-Bedürfnis stark vernachlässigt. Es ging mir gar nicht gut damit, denn ohne ausreichend Input verkümmere ich. Das war mir damals nicht klar.

Ziel 4 Umwälzungen des Klimawandels positiv gestalten

Dieses Ziel ist relativ neu auf meiner Liste und ich weiß noch nicht wie ich es mit Leben füllen werde. Ich verstehe immer mehr, dass alles zusammenhängt und vernetze mich international mit Gleichgesinnten. Ich versuche unser tägliches Leben so klimafreundlich wie möglich zu gestalten und dabei pragmatisch zu bleiben.

Isländische Bücher

Ziel 5 Immer wieder Zeit in Island verbringen.

Island ist mein Sehnsuchtsort. Ich lerne seit 4 Jahren Isländisch, bin in diversen Facebookgruppen und halte Kontakte zu isländischen Freunden. Auf Twitter bin ich als @Islandfrauen unterwegs. Außerdem bin ich Mitglied in der Gesellschaft der Freunde Islands. Ich sende also ständig Energie aus, die mich wieder dorthin bringt.

Einige meiner Aktivitäten dienen mehreren Zielen

  • Das Blogschreiben: Vielleicht bin ich deswegen seit 2 Jahren dabei geblieben obwohl es so zeitaufwändig ist.
  • Beschäftigung mit der englischen Sprache: Ich lese englische Bücher, höre Podcasts und schreibe einen englischen Blog. Das vereinfacht meine internationale Vernetzung, die mir sehr viel Spaß macht.
  • Meine monatlichen Workshops: Hier teile ich Gelerntes, unterstütze Menschen und werde selbst inspiriert.

Mein Aha-Erlebnis

Bevor ich den Teil oben geschrieben hatte, war mir nicht bewusst, wie gut viele Dinge in meinem Leben zu meinen Lebenszielen passen. Kein Wunder, dass ich ziemlich zufrieden bin!

Das zeigt, dass wir, auch ohne uns dessen bewusst zu sein, nur indem wir auf uns hören, unserem Lebensthema und den Lebenszielen folgen.

Macht Euer Lebensthema und die Big Five so konkret wie möglich

Ich hoffe, ich konnte Euch hier einige Anregungen geben, wie Ihr mehr über Euer Lebensthema und Eure Lebensziele herausfindet.

Ich empfehle Euch, Euer Lebensthema und Eure Ziele aufzuschreiben und Eure Aktivitäten diesen Zielen zuzuordnen. Dieses Aufschreiben macht alles viel greifbarer und hat mir wertvolle neue Erkenntnisse gebracht.

Sprich darüber!

Als ich diesen Artikel geplant und geschrieben habe, habe ich mich mit etlichen Freunden ausgetauscht. Es war spannend zu hören, welche Lebensthemen und Ziele sie haben und wie sie diese erreichen wollen.

Weil ich das Thema so wichtig finde und ich Euch gerne unterstützen möchte, mache ich Euch folgendes Angebot:

3. Ich lade Euch ein, mit mir gemeinsam an Eurem Lebensthema und Euren Big Five for Life zu arbeiten

Den ersten 5 Lesern, die sich über das Kontaktformular meiner Praxis bei mir melden, schenke ich 1 Stunde in der wir uns – über Skype oder in meiner Praxis – mit Eurem Lebensthema und Euren Zielen befassen. Ich verspreche Euch, Ihr werdet jede Menge Inspirationen bekommen.

Die Aktion ist beendet. Vielen Dank an alle, die mitgemacht haben!

Wenn Ihr Euch Eure Lebenszielen erarbeiten wollt: Im Artikel: Wie findest Du Deine Lebensziele gibt es viele Anregungen und ein Arbeitsblatt dazu.

Links

Fotos: Roter Faden: Pixabay, Rest: Privat

© Inge Schumacher

 

Balance: Was wir von Stehaufmännchen lernen können

Ich habe eine wunderbaren Beruf: Mit meiner Energiearbeit unterstütze ich Klienten auf ihrem individuellen Weg. In letzter Zeit ist in meinen Behandlungen und energetischen Hausreinigungen immer wieder das Thema Balance aufgetaucht. Grund genug es gründlich unter die Lupe zu nehmen.

In diesem Artikel zeige ich warum wir uns manchmal ausbremsen um wieder ins Gleichgewicht zu kommen. Ich teile meine Stehaufmännchen-Strategien und erzähle warum bei mir manchmal wegen Umbau geschlossen ist.

Balance bezeichnet ein dynamisches Gleichgewicht. Niemand ist dauernd in Balance: Unser Leben besteht aus Herausforderungen, denen wir uns stellen. Jeder von uns hat Dutzende von Rollen, die es zu vereinbaren gilt. Wir müssen immer wieder ein neues Gleichgewicht finden.

Manchmal geraten wir aus der Balance und es haut uns um. Dann werden wir krank oder erschaffen andere Umstände um uns zum Innehalten zu zwingen. Ich habe festgestellt, dass ich viel effizienter und glücklicher bin, wenn ich bewusst daran arbeite öfter in Balance zu sein.

Um wieder ins Gleichgewicht zu kommen müssen wir zuerst wahrnehmen, dass wir aus der Balance geraten sind.

Nach großen Entwicklungsschritten mache ich meine Klienten darauf aufmerksam, dass sie eine Konsolidierungsphase brauchen könnten. Ich ernte dann oft Unverständnis, denn es fällt schwer, das bei sich selbst festzustellen. Da bin ich keine Ausnahme.

Warum soll ich innehalten wenn es gerade richtig Spaß macht?

Eine liebe Klientin rannte glücklich los nachdem wir entscheidende Begrenzungen beiseite geräumt hatten. Als wir einen Monat nach ihrer Behandlung miteinander telefonierten merkte ich, dass sie dabei war sich zu überfordern. Sie konnte nicht nachvollziehen was ich meinte mit: Pass auf Dich auf, Du bist aus der Balance. Es tat sich doch so viel Positives!

Meine begeisterte Klientin segelte kurz nach unserem Gespräch die Treppe hinunter und verletzte sich dabei zum Glück nur leicht. Nach der erzwungenen Pause hat sie verstanden, was ich meinte: Sie hatte im wahrsten Sinne des Wortes die Balance verloren.

Energie erzeugt eine entsprechende Gegenenergie

Einen Waldbrand bekämpft die Feuerwehr mit Gegenbränden oder sogar mit Sprengungen: Dem Brand wird also eine ähnlich starke Energie entgegengesetzt. Je größer die Extreme sind, die wir erschaffen umso drastischer werden die Gegenmaßnahmen, mit denen wir uns zu stoppen.

Nicht umsonst landen manche Menschen im Burnout, dem totalen Stillstand. Sie waren deutlich aus der Balance.

Frühzeitige Wahrnehmung

Wir haben alle Frühwarnsysteme. Leider haben wir verlernt deren Signale rechtzeitig zu erkennen und auf sie zu reagieren, so dass wir immer schwerere Geschütze auffahren.

Mein Beispiel

Früher habe ich Müdigkeit oft überschrieben und einfach weitergemacht mit dem Ergebnis dass ich mir z. B. eine Erkältung eingehandelt habe. Wenn ich zu lange außer Balance war, dann passierte etwas, was mich zu einer längeren Pause zwang. Irgendwann nervte mich das und mir wurde klar, dass ich etwas dagegen tun konnte:

Eindeutige Früherkennungs-Zeichen etablieren

Ich habe meinen Körper um eindeutige Zeichen gebeten, wenn ich aus der Balance gerate. Ich bekomme jetzt Halskratzen und weiß: Ich bin gerade am Rand meiner Möglichkeiten. Dann kann ich mich bewusst dafür entscheiden, entweder für mich zu sorgen und runter vom Gas zu gehen oder weiterzumachen.

Trotzdem: Aus der Balance sein macht Spaß!

Manche Menschen sind natürlicherweise ausgeglichen. Für mich ist das auf Dauer zu langweilig. Ich mag Zeiten, in denen viel passiert und ich schnell vorankomme. Die sind

  • Spannend
  • Kreativ
  • Aufregend

Andere Menschen brauchen deutlich mehr Extreme als ich und besteigen z. B. 8.000er. Gerade Extremsportler wissen aber um die Wichtigkeit von Balance. Denn dauernde Extreme machen uns krank und wir kippen aus den Latschen. Unser Körper setzt dann Selbstschutzmechanismen ein, die uns ausbremsen.

Stehaufmann

Einfach wieder in die Balance: Sei wie ein Stehaufmännchen

Ein Stehaufmännchen hat einen niedrigen Schwerpunkt und eine runde Basis. Wenn man es antippt wackelt es hin und her und steht dann schnell wieder aufrecht. Bei heftigem Anstoßen dauert es länger bis es wieder im Gleichgewicht ist. Es fällt aber nie um.

Ich bin dabei innerliche Stehauf-Mechanismen zu etablieren, die mir helfen wieder ins Gleichgewicht zu kommen bevor ich umkippe. Dazu brauche ich Werkzeuge, die mir helfen, die Stöße des Lebens auszugleichen. Diese sehen für jeden von uns anders aus. Hier ein paar Ideen:

Wie kommen wir zurück in die Balance?

A. Wir brauchen zuerst verlässliche Informationen über unseren Istzustand

  • Glaube Deinem inneren Monolog nicht! Entscheidend ist was Du tust und nicht was Du denkst!
  • Beobachte Dich und Dein Energieniveau.
  • Reagierst Du in alltäglichen Situationen über?
  • Nutze andere Menschen als Spiegel: Familie und Kollegen merken oft eher als Du, wenn Du aus der Balance bist.
  • Frühwarnzeichen wahrnehmen: Höre auf Deinen Körper.

B. Stehaufmännchen-Strategien um in die Balance zu kommen

  • Arbeite an Deiner Selbstakzeptanz: Wenn Du Dich in Deiner Haut wohl fühlst, siehst Du Vieles gelassener -> Selbstakzeptanz verschiebt Deinen Schwerpunkt deutlich nach unten.
  • Regelmäßig Zeit für Dich einplanen z. B. für Meditation. Gerade in herausfordernden Phasen brauche ich diese Verabredungen mit mir selbst. Das stelle ich immer dann fest, wenn ich es mal wieder vergessen habe.
  • Eine Playlist mit Lieblingsmusik für den Notfall
  • Einen Entspannungszettel führen: Was bringt Dich zum Innehalten und fördert Deine Regeneration? Wenn ich so richtig aus dem Gleichgewicht bin fällt mir so schnell nichts ein.
    • Wo findest Du Ausgleich? Hobbies, Familie, Sport und Bewegung, in der Natur
  • Prioritäten setzen: Was ist  wirklich wichtig und was meinst Du tun zu müssen? Wir müssen viel weniger als wir denken!

Aus der Balance: Manchmal sind längere Ruhephasen angesagt

Es gibt Zeiten, da bin ich müde und antriebsarm ohne dass ich den Grund dafür kenne. Dann findet in meinem Inneren ein Umbau statt: Ich bin dabei für nachhaltige Balance zu sorgen.

Einige meiner Klienten erleben das auch. Sie nutzen den Schwung unserer gemeinsamen Arbeit für eine grundsätzliche Renovierung. Sie verstehen dann nicht warum sie plötzlich müde sind. Das ist ungewohnt und besorgniserregend. Ich erkläre jedem Klienten, dass das nach einer Behandlung passieren kann und dass sie sich dann bei mir melden sollen.

Haus in Kanada

Um zu verdeutlichen, was wir innerlich tun nutze ich gerne das Lebens-Haus als Bild.

Da wir uns ständig verändern und wachsen passen wir unser Haus unserer Entwicklung an. So wird es mit der Zeit immer größer und schöner. Ab und zu müssen wir auch das Fundament anpassen, damit unser Bauwerk nicht umkippt.

Während ich am Fundament meines Hauses arbeite bin ich müde und aus der Balance.

Ich tausche dann Steine des Fundaments z. B. grundsätzliche Glaubenssätze und Angewohnheiten aus: Ich gehe ans Eingemachte und verändere sogar meine Persönlichkeit.

Das geschieht unbewusst. Warum?

Das ist vergleichbar mit einer großen Operation. Wer würde eine Operation am offenen Herzen bewusst miterleben wollen?

Unsere grundlegenden Umbauprozesse können tiefgreifend sein und wir sorgen dafür, dass wir dann still halten. So ist unser Haus stabil während wir an tragenden Teilen arbeiten und wir bleiben handlungsfähig. Am Ende des Umbauprozesses stehen wir auf einer breiteren Basis und das ermöglicht uns weitere Entwicklungen.

Hau Dich nicht in die Pfanne!

Spätestens nach 2 Wochen auf einem niedrigeren Energielevel wegen akuten Umbaus werde ich ungeduldig.

Mein innerer Monolog, manche nennen das Ego, macht dann Überstunden. Die ganze Palette des sich selber Runterziehens wird aufgefahren: Du bist faul und kriegst nichts gebacken. Du musst endlich in die Puschen kommen…

Mir fällt das Vertrauen in mich selbst, dass mein Körper entsprechende Ruhephasen einfordert, wenn sie nötig sind immer noch schwer. Früher bekam ich Angst und fühlte mich als Opfer. Verantwortung für mein inneres Wachstum zu übernehmen und liebevoll mit mir umzugehen ist immer noch ungewohnt.

Ich erinnere mich dann daran, dass genau das passiert, was ich möchte: Ich entwickele mich weiter und dazu muss ich eben auch mal stillhalten.

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Habe Vertrauen in Dich selbst

Wir müssen lernen darauf zu vertrauen, dass wir uns selbst nicht im Stich lassen sondern das tun, was gut für uns ist. Das ist eine große Herausforderung bei innerlichen Prozessen, deren Ergebnisse wir, wenn überhaupt, erst lange nach dem Umbau erkennen können.

Beispiel: Persönlichkeitsentwicklung mit Nebenwirkungen

An meinem Flow-Testtag (Hier geht es zum Blogartikel Im Flow) habe ich mein Ziel klar formuliert: Ich möchte künftig mehr im Flow und leichter durch den Alltag kommen. Das hatte Folgen: Danach war ich müde und das länger als 3 Wochen lang. Etliche Altlasten habe ich da wohl losgelassen, die hinderlich für die von mir angestrebte Flexibilität waren.

Wenn Du länger schlapp bist

solltest Du Dich vertrauensvoll an Deinen Arzt wenden, um eine Erkrankung auszuschließen. Burnout und Depressionen sind ernst zu nehmen.

Work-Life Balance: Familie und Beruf

Dieses Schlagwort kennen wir alle. Ich bin mit vielen tollen Frauen vernetzt, die sowohl Mutter als auch berufstätig sind. Für viele von uns steht die Familie an erster Stelle. Wir lieben aber auch unseren Beruf. Da treffen zwei Welten aufeinander, die oft schwierig auszubalancieren sind. Und dann sollen wir auch noch dafür sorgen, dass es uns gut geht? Wie soll das gehen?

Balance ist Eigenverantwortung und deswegen können nur wir selbst dafür sorgen.

Die Theorie ist einfach: Wir sollten immer an erster Stelle stehen. Das in die Praxis umzusetzen ist aber nicht so leicht, das weiß ich aus eigener Erfahrung. Ich bin gerne für meine Familie, Freunde und Klienten da und vergesse darüber dann mich selbst und gerate dann aus dem Gleichgewicht.

Mini-Auszeiten

Ich habe festgestellt, dass mir ab und zu eine kleine Familien- und Job-Auszeit gut tut. Letzten April habe ich mir für 3 Tage ein kleines Apartment an der Ostsee gemietet. Ich war erstaunt wie lange ich gebraucht habe, um runterzukommen. Mir war zwar bewusst, dass ich eine Auszeit nötig hatte, aber nicht wie angespannt ich war.

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Warum ist Balance für uns alle so wichtig?

Es tut uns und unserem Umfeld gut, wenn wir dafür sorgen schnell wieder ins Gleichgewicht zu kommen. Denn wir sind alle Vorbilder. Meine Familie spiegelt mir wider wie sehr sie es genießt, dass ich mehr in mir ruhe. In anstrengenden Zeiten wackele ich zwar hin und her, kippe aber kaum noch um und raste aus.

Wenn wir unsere Stehaufmännchen-Strategien kennen, dann können wir in Ausnahmesituationen schnell auf sie zurückgreifen. Wenn wir sie dann erst suchen müssen geht zu viel wertvolle Energie verloren.

Wachstum durch Nichtstun ist OK!

Wenn Ihr das nächste Mal unerklärlicherweise müde seid und keine Lust auf eine längere von eurem Körper diktierte Zwangspause habt: Kämpft nicht dagegen an sondern reflektiert, woran das liegen könnte. Schaltet lieber noch einen Gang herunter, auch wenn sich das ungewohnt anfühlt. Je eher wir alle auf die Signale des Körpers reagieren, umso besser.

Wir brauchen mehr Menschen in Balance

Wir brauchen viel mehr Stehaufmännchen! Menschen, die schnell wieder in Balance kommen bleiben handlungsfähig und behalten einen klaren Kopf. Sie lassen sich nicht so sehr von ihren Ängsten leiten und laufen auch nicht davon, wenn es schwierig wird.

Wir stehen mit dem Klimawandel vor großen Herausforderungen, vielleicht vor den größten, die die Menschheit jemals meistern musste. Da hilft keine Panikmache, sondern nur möglichst viele Menschen, die einen kühlen Kopf bewahren weil sie immer wieder ihre Balance finden.

Was hilft Dir Deine Balance wiederzufinden? Teile Deine Tipps mit uns!

 

  • Bilder Stehaufmännchen: Wikipedia, Quellen in der Beschreibung
  • Andere Bilder: Pixabay und Privat

© Inge Schumacher

 

 

Warum ich Blogs schreibe

Mit diesem Beitrag zur Blogparade Schreiben über das Schreiben von Stephanie Müller lade ich Euch ein einen Blick hinter die Kulissen meines Blogschreiber-Daseins zu werfen.

Wie meine Bloggerkarriere anfing

In der Schule habe ich gerne Aufsätze geschrieben. Später im Job habe ich Reden für Vorstände und Beiträge für Geschäftsberichte verfasst und als Unternehmensberaterin u.a. Schulungen entwickelt und durchgeführt.

2014 habe ich ein paar Gastbeiträge geschrieben, um herauszufinden ob ich überhaupt Blogartikel schreiben kann. Ich konnte, es war aber schwieriger als ich mir das vorgestellt hatte.

Seit Mitte 2017 schreibe ich 2 eigene Blogs, einen englischen und einen deutschen. Da ich guten Content liefere, sind meine Blogbeiträge zeitaufwändig. Ich schätze am Blogformat, dass ich meine persönlichen Interessen teilen kann und schreiben kann wie ich rede.

inge1

Mein englischer Blog über die Märchendimension heißt The Fairy Tale Dimension

Mit diesem Blog habe ich vor 2 Jahren angefangen. Damit lebe ich meine Verbundenheit zur Märchendimension und meine Fantasie aus. Ich habe hier wichtige erste Erfahrungen im Artikel schreiben und im Strukturieren gesammelt. Ich schreibe auf Englisch, da ich so eine größere Lesergruppe erreiche. Letztens habe ich sogar von einer professionellen Autorin positives Feedback bekommen! Ich schreibe für diesen Blog im Moment einen Artikel im Monat.

Inhalt von The Fairy Tale Dimension

Ich beleuchte die Hintergründe von Märchen. Die Märchendimension ist so real wie unsere. Viele von uns sind eng mit ihr verbunden, denn wir besuchen sie regelmäßig in unseren Träumen. Wenn Du Dich über fantasievolle Träume wunderst, dann warst Du bestimmt auf einem Besuch in der Märchendimension!

Ich recherchiere die Geschichte von Märchen und zeige meinen Lesern wie ein Märchenland in der Märchendimension aussehen kann. Es ist spannend, was ich alles herausfinde und sehr lustig. Ein gutes Beispiel dafür ist mein Artikel über Jonas im Bauch des Wals, wo ich zusammengetragen habe, in welchen Märchen Leute in den Bäuchen von Meeressäugern landen.

Parallel zum Blog habe ich eine Facebookgruppe The Fairy Tale Dimension, in der sich Menschen aus aller Welt über ihre Fairy Tale Momente austauschen.

Halbmond Praxis

Mein Blog über Persönlichkeitsentwicklung und meine Energiearbeit heißt Physio-Energie.

Hier schreibe ich über meine Arbeit, meine Erkenntnisse und Erfahrungen aus der Persönlichkeitsentwicklung. Ich veröffentliche 2 Artikel pro Monat. Sinn dieses Blogs ist, dass mich meine Klienten besser kennenlernen. Warum ist das für mich wichtig?

Ich bin Expertin für Unsichtbares

Ich erkläre auf meiner Webseite meine Energiearbeit. Durch meinem Blog habe ich die Möglichkeit das noch viel ausführlicher und genauer zu machen.

Beispiel: Energetische Hausreinigung

Wie funktioniert eine energetische Hausreinigung und was bewirkt sie? Die theoretische Basis und meine Erfahrungen und Arbeitsweisen erkläre ich in diesem Blogartikel ausführlich. Ich habe aufgrund dieser Informationen viele Leser inspiriert sich selber zu helfen und schon etliche Aufträge bekommen.

Meine Arbeit basiert auf Vertrauen

Weil ich zusammen mit meinen Klienten an sehr persönlichen Themen arbeite brauchen sie Vertrauen zu mir. Informationen, besonders über mich persönlich, helfen dieses aufzubauen.

Warum ich über Persönlichkeitsentwicklung schreibe

Seit über 12 Jahren mache ich jetzt Energiearbeit. Ich stellte fest, dass einige Klienten nach ein paar Monaten mit ähnlichen Problemen wieder zu mir kamen. Sie hatten die Energien wieder kreiert, die wir gemeinsam schon bearbeitet hatten.

Das kommt daher, dass wir alle viel Zeit im Automatikmodus verbringen und uns dann nicht bewusst sind wohin wir steuern. Das ist oft sehr praktisch aber dann nicht hilfreich, wenn wir etwas in unserem Leben verändern wollen. Dazu müssen wir uns bewusst sein, was wir da eigentlich tun sonst machen wir weiter wie bisher und erschaffen damit die gleiche Realität wie vorher. Genau da setzt mein Blog an:

Ich möchte Menschen langfristig dabei unterstützen, die Realität zu erschaffen, die sie sich wünschen. Mir liegt daran, meinen Lesern wirklich weiter zu helfen und das kommt an.

Viele Artikel basieren auf eigenen Erfahrungen

Ich teile viele Beispiele aus meinem Leben und aus meiner Praxis. Dadurch werden die einzelnen Themen greifbar und verständlich. Klarheit ist mir sehr wichtig. Ich habe gelernt, dass eine klare Sprache, das Weglassen von Füllwörtern und Adjektiven viel Klarheit in meine Artikel bringt.

Es hat eine Zeitlang gedauert bis ich mich getraut habe mehr von mir selbst zu zeigen. Z.B. habe ich mit einer Bloggerkollegin gemeinsam einen sehr persönlichen Artikel über Depressionen geschrieben. Ich schätze sehr den persönlichen Austausch und die Kommentare, die ich dadurch bekomme. Interessanterweise sind die persönlichsten Artikel die, die am besten ankommen.

Ich probiere selbst auch viel aus und berichte dann darüber. Wie z.B. bei Flow 2.0 oder Meditation. Meine Leser merken: Ich habe zwar die Theorie drauf, das bedeutet aber noch lange nicht, dass ich schlauer bin oder alles umsetzen kann: Ich habe dieselben Probleme wie alle anderen auch.

Auch merken meine Leser, dass ich ein pragmatischer Mensch bin und mit beiden Beinen auf dem Boden stehe. Auch wenn Energiearbeit meine Berufung ist, schwebe ich nicht abgehoben über den Dingen.

Wo ich meine Blogs schreibe

Ich schreibe meist im Wohnzimmer am großen Esstisch. Meine bevorzugte Schreibzeit ist morgens wenn es ruhig ist. Wenn meine drei Kinder aus der Schule kommen bin ich für sie ansprechbar auch wenn ich am Computer sitze.

Handwerkszeug

Anfangs habe ich meine Artikel handschriftlich entworfen und dann in Word bearbeitet. Heute schreibe ich direkt am Computer und drucke einen Artikel nur noch aus wenn ich nicht weiterkomme oder mir der rote Faden fehlt. Es hilft mir dann eine Hardcopy in der Hand zu haben.

Zur Strukturierung umfangreicherer Themen nutze ich Mindmaps und zum Content-Management Evernote.

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Bücher zum Thema Partnerschaft

Was mir das Bloggen persönlich bringt

Wenn ich ein Thema in einem Blogbeitrag untersuche, dann tue ich das sehr gründlich. Ich recherchiere ausführlich, lese Bücher und spreche mit Experten. Dadurch lerne ich sehr viel und das macht mir großen Spaß. So kann ich ein Thema so praxisnah wie möglich erklären, genauso wie ich es mit meinen Klienten in der Praxis tue.

Das mache ich mit viel Humor und klarer Sprache. Hier ein Beispiel: Was Island mit Loslassen zu tun hat.

Feedback

Letzte Woche bekam ich eine E-Mail von einer Klientin, die mir berichtete wie sie sich durch unsere gemeinsame Arbeit, die Informationen aus meinen Blog und zusätzlichen Input weiterentwickelt hat und wie zufrieden sie das macht. Das war eine wunderbare Bestätigung meiner Arbeit.

Was ich über das Bloggen lerne

Meine Lernkurve ist immer noch steil. Am meisten habe ich durch „Einfach machen“ gelernt.

Wie so Vieles im Leben basiert das Bloggen auf Handwerk und Übung. Talent ist hilfreich und ohne Spaß an der Sache braucht man gar nicht anzufangen.

Nicht missen möchte ich den Austausch mit den vielen Kollegen und Kolleginnen mit denen ich über Facebook verbunden bin.

Empfehlungen für Blog Unterstützung aus meiner Facebook Community

Ich empfehle die Facebookgruppen Blog, Business und Text von Anna Koschinski und Rock your Blog frischer Wind für Deinen Blog von Elke Schwan-Köhr und die Facebookseite von Simone Maader. Das sind nur einige Beispiele aus einer aktiven bunten Community.

Ich mag die wertschätzende Atmosphäre dort sehr. Wir unterstützen uns gegenseitig und tauschen uns über Technik, die ständigen Änderungen im Social Media Bereich und unsere persönlichen Herausforderungen aus.

Blog Schreiben als Marketingmaßnahme?

Ich verdiene mit meinen Blogs kein Geld. Ich mache keine Werbung, außer unbezahlter, wenn ich z.B. Bücher oder Kollegen aus meinem Netzwerk empfehle.

Zu mir passt kein aggressives Social Media Marketing. Ich teste gerade passende Wege für mich sichtbarer zu werden wie z.B. Workshops und Live-Videos. Demnächst plane ich Webinare.

Mein Return on Investment durch das Bloggen

  • Klare Einordnung meiner Arbeit
  • und mir als Expertin für Themen aus der Persönlichkeitsentwicklung
  • Contenterstellung für die Sozialen Medien
  • Ich lerne viel und das macht großen Spaß

Ich glaube, dass ich durch meine Arbeit die Welt im Großen wirksam verändern kann. Veränderung fängt bei jedem Einzelnen von uns an und wir haben Einfluss auf unsere Umgebung und damit das große Ganze.

Wir können alle voneinander lernen wenn wir offen dafür sind. Das stelle ich immer wieder in meinem Meetups fest, wo wir uns auf Augenhöhe mit Themen beschäftigen, die uns wirklich weiterbringen.

Wo bin ich in den sozialen Medien unterwegs?

Ich habe eine professionelle Facebookseite und bin auf Instagram. Auf Twitter findet Ihr mich unter @Islandfrauen.

Viele meiner Klienten sind nicht auf Facebook. Deshalb sind Webseite und Blog wichtige Kommunikationsmittel für mich. Mittlerweile finden mich immer mehr potenzielle Kunden im Internet. Ein großer Teil meiner Klienten kommt über persönliche Empfehlungen.

Mein Herzensthema ist: Du erschaffst Deine eigene Realität

Ich schreibe darüber auch Artikel in LinkedIn, in der Onlinezeitschrift Pure und Positive und immer wieder im Nova Lebensraum, einer tollen Plattform für Hochsensible. Ich mache Facebook lives, gebe Workshops zum Thema und halte Reden.

Dazu bilde ich mich kontinuierlich fort: Ich mache gerade den Online Kurs der Ich Rede Akademie und Besuche Seminare bei Isabel García, um mich als Speakerin fitter zu machen.

Das Bloggen steht für meine nachhaltige Entwicklung

Zu schnell wachsen ist nichts für mich. Momentan kann ich meine Berufung mit meiner Familienarbeit gut vereinbaren. Es bleibt noch Zeit für Freunde, Hobbies und für meine Freiwilligentätigkeit in der Flüchtlingshilfe.

Meine Blogs sind mittlerweile ein fester Teil meiner Arbeit. In ein paar Jahren, wenn ich mehr Themen gesammelt habe, plane ich ein Sachbuch über Persönlichkeitsentwicklung.

Buch Lemsahl Hilft

Geübt habe ich dieses Jahr als ich federführend ein kleines internes Buch über die Erfahrungen unserer Freiwilligen in der Flüchtlingshilfe in meinem Stadtteil Hamburgs geschrieben habe.

Bilder: Privat

© Inge Schumacher

 

Im Flow 2.0

Vor genau 4 Jahren schrieb ich meinen ersten Gastbeitrag (bei Minimal ist Muss von Nic Pinguet) zu im Flow sein.

Seither habe ich in meinen eigenen Blogs viele spannende Themen aus der Persönlichkeitsentwicklung untersucht. Das im Flow sein hat mich die ganze Zeit über begleitet.

Was bedeutet im Flow sein?

Im Flow werden wir eins mit unserer Tätigkeit und sind jenseits von Raum und Zeit. Es ist ein Zustand voller Energie und Produktivität. Im Flow sind wir hoch motiviert und konzentriert. Das macht Spaß und ist sehr effizient.

Danach sind wir glücklich und zufrieden: Wir erkennen, wie viel wir geleistet haben und wie mühelos das war.

Woher kommt der Begriff Flow?

Der Glückforscher Mihaly Csiksentmihalyi (hier sein TED Talk) schrieb in den 70er Jahren seine Dissertation über dieses Thema. Er interviewte Künstler und stellte fest, dass sie bei ihrer Arbeit in eine Art Trance gerieten. Sie vergaßen alles um sich herum und gingen ganz in ihrer Aufgabe auf. Sie waren erfüllt und glücklich.

Später interviewte er Unternehmer, z.B. bei Sony, die festgestellt hatten dass ihre Mitarbeiter, z.B. Ingenieure, viel effizienter waren, wenn sie an ihrem Arbeitsplatz ihren Spaß und ihre Freude am Umgang mit Technik ausleben konnten.

Voraussetzungen um in den Flow zu kommen

Wir können den Flow nicht erzwingen, aber wir können die Voraussetzungen dafür schaffen. Mir fällt es z.B. relativ leicht mich zu konzentrieren.

Neben Konzentration gibt es noch andere wichtige Voraussetzungen:

  1. Wir brauchen ein klares Ziel: Z.B einen Blogartikel schreiben
  2. Es muss eine machbare Herausforderung Wir brauchen Vorkenntnisse und Erfahrungen dafür: Wir kommen nicht in den Flow beim Inlinern wenn wir noch nie auf Rollen gestanden haben.
  3. Die innere Motivation: Der innere Schweinehund muss überwunden sein. Wenn wir keine Lust haben hat es keinen Sinn.
  4. Präsent sein und bleiben: Die Arbeitsumgebung sollte möglichst frei von Störungsquellen sein.
  5. Loslassen. Kontrolle passt nicht zu diesem fließenden Zustand. Wir tauchen tief ein in unser Tun. Bin ich beim Bloggen im Flow dann bin ich kreativ. Die Ideen und Gedanken sprudeln und danach bin ich oft überrascht vom Ergebnis.

Das ist keine vollständige Liste. Manche Menschen brauchen auch Druck, z.B. den Druck eines Abgabetermins, um in einen Flow zu kommen.

Was funktioniert gut bei Dir?

Beispiele für im Flow sein

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Im Flow in Bewegung

Als ich letztens an der Ostsee war, habe ich meine Inliner mitgenommen. Es war Vorsaison und noch kalt, da hatte ich die Strandpromenade ganz für mich. Es war ein tolles Gefühl dahinzugleiten. Meine Bewegungen waren weich und effizient.

Im Flow im Team

Auch in Gruppen habe ich im Flow sein erlebt. Wenn ich mit meinen Kindern gemeinsam kochen oder backe fließen wir oft gemeinsam mit unseren Aufgaben.

Mit meinen Klienten bin ich regelmäßig im Flow. Wir gehen dann gemeinsam auf eine spannende Entdeckungsreise. Ich bin sehr präsent und alle meine Sinne sind online. Gemeinsam erforschen wir die Wirklichkeit meiner Klienten und sehen nach wo und warum es hakt und arbeiten daran.

Was genau ist Flow 2.0?

Unter Flow 2.0 verstehe ich einen ganzen Tag und nicht nur eine Aufgabe lang im Flow zu sein. Ich habe das Ziel, möglichst leicht durch mein Leben zu fließen.

Vor ein paar Wochen machte ich einen Selbstversuch: Ich wollte versuchen einen ganzen Tag bewusst im Flow zu verbringen. Ist das überhaupt möglich?

Ein Tag im Flow: Der Selbstversuch

An einem schönen Samstag war ich richtig gut drauf. Die Familie schlief noch. Ich hatte keine festen Termine, aber jede Menge Dinge, die ich erledigen wollte.

Ich beschloss diesen Tag zu meinem Flow-Testtag zu machen. Wer mich und meinen Blog kennt, weiß, dass mir solche Experimente viel Spaß machen. Ich hole dann meinen „Indiana Jones“ der Persönlichkeitsentwicklung heraus und bin gespannt welche Schätze ich finde.

Ich dockte den ganzen Tag lang immer wieder bei mir an und folgte meinen Impulsen

Zuerst beendete ich einen Blogartikel für meinen englischen Blog. Dann wollte mein Sohn American Pancakes zum Frühstück. Wir einigten uns auf Waffeln, die wir gemeinsam zubereiteten, was die restliche Familie klasse fand.

Danach recherchierte und schrieb ich noch eine Stunde an einem deutschen Blogartikel und las anschließend ein Fachbuch auf der Terrasse fertig. Mein Mann war für das Mittagessen zuständig, wie schön!

Was jetzt? Eine Freundin zog 2 Tage später um und ich hatte ihr versprochen, einige Möbel für meine Flüchtlingsmentee Evelyn abzuholen. Wir verabredeten uns per WhatsApp und packten die Möbel in mein Flugzeugmutterschiff. So nenne ich unseren Ford S-Max, der einen schier unerschöpflichen Kofferraum hat.

Ich versuchte Evelyn zu erreichen, um zu klären wann ich ihr die Möbel vorbeibringe. Ich erwischte sie nicht und ich war mir auch nicht sicher, ob das in meinen Flowtag passte also ließ ich das los.

Gemeinsam mit meiner Tochter verbrachte ich 2 ruhige Stunden auf der sonnigen Terrasse. Dann meldete sich Evelyn, dass ich die Möbel vorbeibringen konnte. Ich entschloss mich zu fahren. Mein Sohn wollte mit. Prima, der Beifahrersitz war noch frei. Er spielt gerne mit Evelyns einjähriger Tochter.

Wir fuhren los. Meine gewohnte Strecke war gesperrt. Erst war ich genervt, dann erinnerte ich mich an meinen Flowtag und fand eine Alternativroute unter Bäumen. Hamburgs Alleen sind besonders im Frühling wunderschön.

Evelyn sucht eine Wohnung. Das ist nicht einfach. Sie spricht zwar Englisch aber noch kaum Deutsch. Deswegen unterstütze ich sie bei der Wohnungssuche. Als wir uns trafen sagte ich ihr: „Ich habe ein gutes Gefühl, dass Du eine finden wirst ohne dass ich Dir sagen kann, wo das herkommt.“

Meine Umzugs-Freundin hatte ich mit ihrer Familie am nächsten Tag zum Mittagessen eingeladen. Spontan wollte ihre Schwester mit Tochter dazu kommen. Als hätte ich das geahnt hatte ich am Tag vorher 500g Hackfleisch zu viel für das Chilli con Carne gekauft. So würde es auch für 10 Leute reichen.

Als wir zurück waren, war es sieben Uhr abends. Ich rührte im Chili, das mein Mann vorbereitet hatte, als das Telefon klingelte. Es war die Vermieterin einer Sozialwohnung für Evelyn. Wir hatten vor einer Woche ein sehr nettes Telefongespräch geführt. Sie bot uns für morgen einen Besichtigungstermin an, denn jemand war abgesprungen. Super! Ich überbrachte Evelyn die gute Nachricht.

Was für ein Tag!

Die kleinen Aufgaben in Haushalt und Garten fügten sich nahtlos in meinen Flow-Tag ein. Ich hatte nicht das Gefühl, dass der Tag knallvoll war, habe aber viel erledigt.

Am Abend hüpfte ich vor Freude durch die Wohnung. Ich war durch den Tag geflossen und meine Familie und Freunde mit mir. Der Tag war einfach, effizient und überraschend verlaufen.

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Fazit des Selbstversuchs Flow 2.0:

Der Selbstversuch ist gelungen. Ich war den ganzen Tag sehr präsent und lauschte auf meine Impulse.  Es war gerade deswegen anstrengend, denn ich lief selten im Autopiloten: Ich war sehr aufmerksam und habe genau beobachtet wie meine Energie floss.

Mache ich das nochmal?

Dieser Tag war keineswegs Alltag für mich. Er hatte keine Fixpunkte, also Dinge, die zu einem bestimmten Zeitpunkt passieren mussten. Deswegen hat er sich so gut für mein Experiment geeignet.

Da es für mich ungewohnt war, den ganzen Tag im Fluss zu bleiben und ich viel Energie in das Präsent sein gesteckt habe, war ich am nächsten Tag müde. Es hat mir trotzdem viel Spaß gemacht und ich habe wertvolle Erfahrungen auf Impulse zu hören und danach zu handeln gesammelt.

Ich hoffe ich kann nun öfter durch Teile meines Tages schwimmen und sich vieles ergeben lassen. Das fühlt sich für mich aber noch nicht natürlich an und ich muss mich bewusst daran erinnern, Druck rauszunehmen.

Wie übertrage ich Flow 2.0 in den Alltag?

Da ich selbstständig bin, habe ich viele Freiheiten. Ich arbeite daran, sie auch zu nutzen und mit meinen Aufgaben immer lockerer durch meinen Alltag zu fließen.

Was könnt Ihr tun, wenn Ihr angestellt und nicht in einer Arbeitsumgebung seid, in der Ihr leicht in euren Flow kommt?

Sei es im Großraumbüro oder ganz ohne festen Arbeitsraum, wichtig ist zu wissen, was Euch gut tut und wann Ihr Euch wohl fühlt. Wie viel Struktur braucht Ihr, wie frei möchtet Ihr arbeiten? Es gibt oft mehr Möglichkeiten als wir denken, unseren Arbeitsalltag zu gestalten. Im Zuge von New Work sind einige Vorgesetzte bestimmt eher für Experimente zu begeistern als früher.

Im Flow sind wir effizient und fühlen uns wohl. Das ergibt ein Win win: Für Euch und den Arbeitgeber.

Ein wichtiger Hinweis, den ich immer wieder gebe, wenn es um präsent sein geht und darum unsere Realität bewusst zu gestalten ist:

Folge Deinen Impulsen

Impulse sind die kleinen Stupser, die man spüren kann, wenn man aufmerksam im Jetzt ist. Ich übe schon lange, sie wahrzunehmen, überhöre sie im Alltag aber auch noch manchmal. Vielleicht kennt Ihr das:  Euch fällt auf: Genau diesen Impuls hatte ich gestern schon, warum bin ich ihm nicht gefolgt?

Impulse helfen uns, den optimalen Weg für uns zu finden. Wenn wir offen sind, können wir auf diese Weise jede Menge Anregungen und Ideen einsammeln. Impulse helfen uns, unseren natürlichen Flow zu finden und damit effizienter unseren Weg zu gehen.

Wie kommt Ihr in den Flow?

Was macht euch daran am meisten Freude?

 

Links

Wikipedia zu Flow (Psychologie)

Buch von Mihaly Csiksentmihalyi, des „Flow Erfinders“: Das Geheimnis des Glücks . Sein TED Talk (in Englisch) und eine unterhaltsame animierte Version in einfachem Englisch.

Bilder: Privat

© Inge Schumacher

Die Metta Meditation und die Brücke der Sympathie

Anknüpfend an meine Artikel über Partnerschaft und Meditation stelle ich hier Möglichkeiten vor, schwierige zwischenmenschliche Situationen zu entspannen.

Wenn wir auf jemanden nicht gut zu sprechen sind, dann schicken wir ihm alles andere als positive Energie. Wir können gar nicht anders: Wir sind verletzt, schlagen um uns und verteilen Schuldzuweisungen und Vorwürfe.

Auch wenn unser Gegenüber am anderen Ende der Welt ist wird er darauf reagieren und ähnlich negative Energie zurückschicken. Das kann sich ewig so fortsetzen.

Wir sind aber nicht unsere Gefühle, wir haben sie nur. Sie sind nicht in Stein gemeißelt, denn wir haben die Möglichkeit sie jederzeit zu verändern.

Ich zeige hier, wie wir auch ohne dass unser Gegenüber mitarbeitet, mit schwierigen zwischenmenschlichen Situationen umgehen können. Wie das geht? Mit Akzeptanz und Wertschätzung, also mit positiver Energie.

1. Die Brücke der Sympathie

In einer angespannten Situation konzentrieren wir uns bewusst auf die Seiten, die wir an unserem Gegenüber schätzen und drücken diese Wertschätzung in Gedanken aus. Für ein Gespräch ist die Situation oft viel zu verfahren. So durchbrechen wir den Automatismus der gegenseitigen Vorwürfe und die Situation kann sich verändern. Wir bauen eine Brücke der Sympathie.

a. Die Brücke der Sympathie in der Partnerschaft

Eine Klientin rief mich aufgeregt wegen eines Konfliktes an: Ihr Mann hatte gedroht, sie zu verlassen, weil er eifersüchtig war. Sie hatte sich nichts vorzuwerfen, hatte aber große Angst und machte sich und ihrem Mann Vorwürfe.

Ich habe sie unterstützt, in dem ich ihr geraten habe, ihren Mann wüten zu lassen und nicht darauf einzusteigen. Seine Eifersucht ist zuallererst sein Thema. Ich riet ihr sich auf das zu konzentrieren, was sie an ihm schätzt und das bewusst auszustrahlen. Ich wusste, dass sie dazu in der Lage ist. Wenn sie wieder ruhiger war, konnte sie sich ihren Anteil an dem Drama ansehen.

Es hat geklappt. Sie ist aus dem Teufelskreis der gegenseitigen Beschuldigungen ausgestiegen und hat damit der Situation die Brisanz genommen und die Stimmung hat sich wieder beruhigt. Sie war in der Lage eine Brücke der Sympathie zu bauen.

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b. Die Brücke der Sympathie im Büro

Vor Jahren hatte eine Freundin von mir Probleme mit einer objektiv doofen Chefin. Sie hat jeden Tag ausgestrahlt wie unmöglich sie diese Frau fand. Die Chefin reagierte darauf mit Mikromanagement: Sie kontrollierte sie minutiös. Meine Freundin wollte nicht ihren Job wechseln, aber ihre Freiheit zurück haben.

Ich rat ihr zu folgendem: Sie sollte ich etwas suchen, dass sie an dieser Frau wirklich gut fand und das täglich ausstrahlen. Es hat funktioniert. Sie musste das zwar täglich wiederholen und das Mikromanagement hörte auf. Die beiden kamen die eineinhalb Jahre, die sie noch zusammen gearbeitet haben gut miteinander aus.

Ich habe damit Klienten auch schon sehr erfolgreich bei Gehaltsverhandlungen unterstützt.

2. Die Metta Meditation

Metta kommt aus dem Sanskrit und bedeutet Freundlichkeit, Güte, aktives Interesse an Anderen, Liebe, Freundschaft und Sympathie. Mit der Metta Meditation transportieren wir positive akzeptierende Gefühle.

Akzeptanz  ausdrücken

Metta bedeutet bedingungsloses Wohlwollen. Die Bedingungslosigkeit hat dabei eine zentrale Bedeutung. Solange wir Mitmenschen nur annehmen, wenn sie bestimmte Bedingungen erfüllen ist Metta als innere Haltung nicht möglich.

Wir üben mit dieser Meditation uns selbst und andere Menschen mit ihren Fehlern, Unzulänglichkeiten und Schwächen anzunehmen.

Die Metta Meditation fängt bei der Wertschätzung von uns selber an.

Denn erst wenn wir uns wertschätzen können, haben wir die Voraussetzungen dafür anderen auch offen zu begegnen. Es ist deswegen sehr wichtig zuerst uns selber genügend Zeit in dieser Meditation zu widmen.

Dann können wir den Kreis erweitern und uns über Familienmitglieder und neutrale Personen bis zu Gegnern vorarbeiten.

Die 5 Schritte der klassischen Metta Meditation

Eine klassische Metta Meditation ist in fünf Schritte gegliedert. Am Anfang empfehle ich nur den ersten Schritt praktizieren, der bringt Euch in die eigene Mitte. Auf ihm baut dann alles andere auf.

Vorbereitung

Zunächst sucht Euch einen entspannten Platz an einem ruhigen Ort, an dem Ihr es über einen längeren Zeitraum bequem habt. Macht es Euch wirklich gemütlich. Es ist egal, ob Ihr liegt oder sitzt oder Euch bewegt. Wie wollt Ihr positive Gedanken denken, wenn es Euch nicht gutgeht?

Atmet einige Male tief ein und aus und konzentriert Euch auf Euren Atem. Um ruhig zu werden, könnet Ihr z.B. die Worte „einatmen“ und „ausatmen“ denken und auf diese Weise verhindern, dass die Gedanken abschweifen. Behaltet das bei bis ihr eine körperliche Entspannung fühlt. Setzt Euch nicht unter Druck. Bleibt einfach beim ruhigen Atmen.

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1. Schritt: Die Arbeit mit uns selbst

Zu Beginn geht es darum Wohlwollen und Freundlichkeit gegenüber uns selbst zu spüren. Das kann sich ungewohnt anfühlen, gehen wir doch mit uns oft nicht sehr liebevoll um. Erinnert Euch an Situationen, in denen Ihr entspannt und glücklich wart und wiederholt folgende Sätze.

Ich schicke mir Frieden und Akzeptanz:

  • Es möge mir gut gehen.
  • Ich möge glücklich sein.
  • Ich schätze mich selbst.
  • Gesund möge ich sein und frei von Ärger.
  • Zufrieden und entspannt möge ich sein.

Ob Ihr einen dieser Sätze mehrmals wiederholt oder sie der Reihe nach sagt, ist egal. Sie können auch abgewandelt und ergänzt werden. Ihr findet schnell heraus welche Satzkombinationen am besten passen.

2. Schritt: Die Arbeit mit Euch nahestehenden Menschen

Stellt Euch nun jemanden vor, der Euch sehr nah ist: Das kann ein Freund oder ein Familienmitglied sein. Visualisiert den Menschen so genau wie möglich vor. Jetzt schickt Ihr dieser Person Wohlwollen, Freundlichkeit und Liebe:

  • Es möge Dir gut gehen und Du mögest gesund sein.
  • Du mögest glücklich und frei von Ärger sein.
  • Du mögest entspannt und zufrieden sein.

Schickt dieser Person außer diesen guten Wünschen und vielleicht auch etwas, was sie gerade besonders braucht. Auch diese Sätze können abgewandelt werden.

3. Schritt: Die Arbeit mit neutralen Personen

Denkt nun an eine Person, zu der Ihr ein neutrales Verhältnis habt. Ihr empfindet weder Abneigung noch Zuneigung für diesen Menschen. Welche Gemeinsamkeiten gibt es? Stellt über einen gemeinsamen Anknüpfungspunkt mit dieser Person eine Verbindung her. Auch ihr schickt Ihr Freundlichkeit und Wohlwollen.

  • Es möge Dir gut gehen.
  • Du mögest dich entspannen und zufrieden sein.
  • Mögest Du gesund sein.

Im 3. Schritt der Meditation könnt Ihr die Liebe und Freundlichkeit vielleicht schon tiefer spüren. Dieser Teil der Meditation kann Euch helfen, die Personen aus unserem Umfeld genauer wahrzunehmen.

Schritt 4: Die Arbeit mit einer Person, mit der Ihr Probleme habt

Das ist eine Herausforderung. Nachdem wir Wohlwollen gegenüber uns selbst, einem nahestehenden Menschen und einer neutralen Person geübt haben, versuchen wir jetzt mit unserem Ärger und unserer Wut umzugehen.

Wenn Ihr diese Person visualisiert, versucht Eure negativen Gefühle außen vor zu lassen. Lasst sie ziehen. Versucht stattdessen eine Verbindung aus einem neuen Blickwinkel herzustellen:

Sucht Euch ein Umfeld aus, das es Euch ermöglicht diesen Menschen möglichst neutral zu betrachten. Seht diese Person als Mensch mit Sehnsüchten, Ängsten und Problemen, genau wie Euch.

Ihr könnt Euch auch etwas vorstellen, was ihr an dieser Person aufrichtig schätzt, dann werden die automatischen negativen Gefühle ausgebremst.

Durch diesen neuen Blickwinkel können die Konflikte in den Hintergrund treten. Weil wir unsere innere Haltung verändern, werden wir dieser Person vielleicht auch im realen Leben bald entspannter gegenüber treten können.

Ihr sendet nun diesem Menschen Wohlwollen:

  • Mögest Du Ruhe und inneren Frieden finden.
  • Mögest Du entspannt und zufrieden sein.
  • Mögest Du gesund und kraftvoll sein.
  • Möge es Dir gut gehen.

Schritt 5: Alle bisherigen Personen einschließen

Jetzt habt Ihr Euch so auf positive Gefühle eingeschossen, dass Ihr Eure liebevollen Gedanken und Gefühle über alle Personen hinweg strömen lassen könnt. Lasst Euch dabei von Eurer Vorstellungskraft leiten. Jede Person, die in Eure Gedanken tritt, bekommt wohlwollende Freundlichkeit mit auf den Weg. Jedem Wesen begegnen wir beispielsweise mit den Sätzen:

  • Möge es dir gut gehen
  • Schön, dass Du da bist

Bleibt während der gesamten Meditation in dem ruhigen, gleichmäßigen Atemrhythmus. Mit jeder Einatmung nehmt Ihr neue Lebensenergie auf und mit jeder Ausatmung könnt Ihr etwas loslassen, das Ihr nicht mehr braucht.

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Ergänzung zur Metta Meditation: Einbeziehen von allem was ist

Vielleicht wollt Ihr den Bogen zum Abschluss noch weiter spannen und Euer Herz ganz weit machen. Ihr könnt Eure Meditation auf die gesamte Erde und das gesamte Universum ausdehnen.

  • Möge es allen gut gehen und mögen alle Zufriedenheit empfinden.
  • Möget Ihr gesund sein und inneren Frieden finden.
  • Ich wünsche Euch allen Glück und Erfüllung.

Beendet die Meditation, wenn Ihr das Gefühl habt zur Ruhe gekommen zu sein und all das gesagt zu haben was Euch wichtig war. Atmet dazu noch einige Male tief ein und aus und kommt langsam wieder zurück.

3. Es gibt mehr Wege zum Ziel

Wenn Euch eine feste Struktur zu sehr einschränkt, dann sucht Euch einen anderen Weg, positive Gedanken für Euch und Eure Mitmenschen auszudrücken. (Z.B. Fürbitten.)

Egal, wie es passiert, eine Veränderung Eurer Energie wird Eure Realität verändern! Ich staune immer wieder darüber, wie machtvoll die Energie, die wir aussenden ist und wie viel Positives  und Negatives wir damit bewirken können.

Wichtig in akuten Krisensituationen ist, die positive Energie immer wieder loszuschicken. Das tun wir ja auch, wenn wir uns aufregen. Dabei kommt es nicht auf die Zeitdauer an, sondern darauf, dass die positiven Gefühle, die von Euch ausgehen, echt sind und aus tiefstem Herzen kommen.

 

Bücher

 

Bilder: Pixabay und Privat

© Inge Schumacher

 

Meditation wozu?

Warum schreibe ich über Meditation?

In diesem Artikel erzähle ich, wie ich mehr Ruhe und Ausgeglichenheit in mein Leben geholt habe.

Ich möchte Euch motivieren, Euren eigenen Weg zu mehr innerer Ruhe zu suchen. Es gibt dafür viele Möglichkeiten. Ihr braucht dazu nur ein wenig Neugier und Experimentierfreude.

Bei dem Gedanken an Meditation ging ich früher sofort in Abwehrhaltung. Regelmäßig still herumsitzen und erleuchtet tun? Das war nichts für mich. Gegen rigide und starre Übungen hatte ich sowieso eine eingebaute Sperre.

Auf der Überholspur

Es fing damit an, dass mein Coach mir empfahl, mehr zur Ruhe zu kommen. Ich fing mit einer halbstündigen Mittagspause an. Was er meinte war aber, dass ich den ganzen Tag über entspannter sein sollte.

Ich konnte nicht verstehen, wie das gehen könnte. Eine lahme Ente sein und schlapp rumhängen? Das war ich nicht. Ja, ich hatte die Tendenz durch meinen Tag zu galoppieren. Wie könnte ein entspannter Alltag, in dem ich mich wohlfühle, aussehen? Ich konnte es mir nicht vorstellen.

Heute weiß ich, dass ich abhängig war vom Adrenalin. Ich lief den ganzen Tag auf Hochtouren und das bedeutete Stress, denn ich stand die ganze Zeit unter Spannung. Das merkte ich aber nicht. Ich konnte mir ein anderes Dasein nicht vorstellen und verstand daher auch nicht, worauf mein Coach hinaus wollte.

Wie ich innerlich ruhiger wurde

Zu der Zeit befasste ich mich mit dem Thema Präsenz. Mir wurde bewusst, dass ich im Alltag entweder in der Zukunft oder in der Vergangenheit war: Während ich die Wäsche sortierte war ich schon bei den nächsten 3 Dingen, die zu tun waren. Ich war selten im Hier und Jetzt.

Über meinen Weg zu mehr Präsenz und Achtsamkeit habe ich hier geschrieben. Die zentrale Frage für mich in diesem Prozess war: Was tut mir jetzt gut? Damit war ich sofort im Hier und Jetzt und lernte aufmerksamer zu werden und zu merken was ich brauchte. Ich fing an mir selbst als Einheit zuzuhören und dabei auch meinen Körper einzubeziehen.

Ich war und bin immer noch stolz auf meine Fähigkeit mehrere Dinge parallel zu tun, die mir oft gute Dienste leistet. Ich merkte durch meine Präsenzfrage aber schneller, wann es mir gut tat, einen Gang herunterzuschalten. Wenn ich müde und gestresst wurde, dann legte ich eher eine Pause ein und hinterfragte ob manche Sachen wirklich sein mussten.

Ich habe angefangen alle paar Tage bewusst eine kleine Auszeit zu nehmen und diese zu nutzen: Um die Verspannungen in meinem Schulter- und Nackenbereich wegzuatmen und um meiner Intuition freien Lauf zu lassen.

Am Anfang fühlte ich mich unwohl und komisch, aber schon bald fing ich an, diese kleinen Auszeiten zu genießen.

Meine Kinder fragten: Mama was tust Du da? Zuerst habe ich geantwortet: Ich lege eine Pause ein und dann wurde mir klar: Ich habe angefangen zu meditieren. Seither heißt es bei uns zu Hause: Mama meditiert.

Und siehe da, ich muss nicht starr und heilig herumsitzen. Ich kann meditieren, so wie es zu mir passt. Dazu gehört für mich beim Meditieren mal zu sitzen und mal zu liegen. Hauptsache es ist angenehm. In letzter Zeit legt sich meine Große manchmal dazu weil ich eine Ruhe ausstrahle, die ihr gut tut.

Meditation

Es geht bei Meditation um Bewusstsein, Achtsamkeit und Präsenz. Dafür brauche ich Ruhe, Zeit und einen passenden Ort.

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Mein Rückzugsort

Ich habe den Luxus von zu Hause arbeiten zu können, weil wir genug Platz für meinen Praxisraum haben. Vor 2 Jahren haben wir diesen Raum renoviert. Mein Mann und ich haben gemeinsam Parkett gelegt und ich habe gestrichen. Dadurch ist der Raum noch schöner geworden, noch lichtdurchfluteter und klarer. Er ist seitdem mein bevorzugter Meditationsort.

Es gibt auch einen Meditationsort in mir

Ich bin für meine Meditation aber nicht auf einen festen Platz angewiesen. Meinen inneren Meditationsort kann ich überall mitnehmen. Er hat nichts mit Quadratmetern zu tun. Den habe ich dabei, wenn ich am Meer sitze oder auf einer Bank im Garten ganz bei mir bin. An diesem Ort werde ich ruhig und finde mich selbst.

Wie lang sind meine Auszeiten?

Angefangen habe ich ohne Musik oder Zeitlimits. Meinen ersten Timer habe ich auf 19,59 Minuten gestellt, das fühlte sich nicht so lang an. Dann habe ich mir eine kostenlose Meditations-App heruntergeladen, die auch Musik anbietet. Mein Ziel war, dreimal die Woche zu meditieren; ohne Druck und ohne Erwartung.

Nach einem Jahr habe ich die Zeit auf 29,59 Minuten gesteigert, wobei ich das flexibel handhabe, je nach Zeit und Bedarf. Ich habe keine festen Tageszeiten. Meist versuche ich es vor dem Mittagessen, das bei uns meist am Nachmuttag ab 15.00 Uhr ist, da die Kinder spät aus der Schule kommen.

Was an dem ganzen Prozess am längsten gedauert hat war, mich von dem starren Bild von Meditation zu lösen, das ich in meinem Kopf hatte.

In der Gruppe meditieren

Ich bin ein sehr sozialer Mensch und suche, da ich zu Hause alleine arbeite immer wieder den Austausch mit Anderen. Zum Glück gibt es die unterschiedlichsten Angebote auch Achtsamkeit und Meditation in Gruppen zu praktizieren.

Seit 1,5 Jahren nehme ich einmal im Monat an einem Frauenkreis in Ahrensburg teil. Das ist ein sehr geschätzter Fixpunkt in meinem Leben geworden. Liebevoll geführt von Hanna Krohn geht es um Präsent sein und Achtsamkeit, Meditation, Körperbewusstsein, Rituale und Bewegung im Kreis von Frauen. Wir sprechen in den 2 Stunden nicht miteinander, sondern tauschen uns auf andere Art und Weise aus. Die tiefe Akzeptanz die wir so unterschiedlichen Frauen uns gegenseitig schenken, ist eine große Kraftquelle für mich.

Mantras sind Mini-Meditationen

Mit Mantras gibst Du Deinem Geist etwas zu tun und lenkst ihn ab, wenn er irgendwo hinwill, wo es Dir nicht gut tut:

Du kannst sie z. B. nutzen wenn Du in Angstschleifen abdriftest. Vor ungefähr 5 Jahren hatten wir finanzielle Sorgen. Ich musste lernen, wie ich aus den automatischen Angstspiralen wieder herauskomme. Heute weiß ich: Da war ich nicht präsent und hing in einer vermeintlich schrecklichen Zukunft herum, die nie eingetreten ist.

Ungeplant habe ich angefangen, immer wenn ich Auto fuhr, zu denken: „Alles wird gut“. Ich habe das ständig wiederholt. Das kam ganz natürlich und hat mich sehr beruhigt. Ich konnte mich daran wie an einem Treppengeländer festhalten. Das habe ich mehr als ein halbes Jahr gebraucht. Erst später fiel mir auf, dass das ein Mantra war.

Für Mantras brauchen wir noch nicht einmal einen bestimmten Ort, wir können sie überall nutzen: Im Auto, im Büro, im Supermarkt.

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Ist das was ich tue wirklich Meditation?

Meine Meditationspraxis hat vermutlich wenig mit der im Buddhismus gelehrten zu tun. Davon habe ich keine Ahnung. Für mich sind diese Ruhezeiten eine wohltuende Achtsamkeits- und Wellnessübung.

Katrin Jonas, eine Meditationsexpertin mit der ich auf Facebook in Kontakt stehe, plädiert in ihrem Buch „Der Weg des Wassers“  dafür, dass Frauen die traditionellen Meditationsformen aufbrechen und an sich anpassen. Meditation ist individuell, schreibt sie und gibt viele Beispiele. Das entspricht genau meiner Erfahrung. Ich wünschte ich hätte das Buch früher gelesen!

Was sich durch Meditation verändert hat

Meine regelmäßigen Atempausen helfen mir präsenter zu werden. Ich weiß öfter was genau ich gerade tue, was für eine Energie ich aussende und was für Folgen das hat. Ich entscheide mich z.B. bewusst für einen Tag auf der Überholspur und gebe dann auch keinem anderen die Schuld, wenn ich am Abend platt bin.

Weil ich präsenter bin und öfter bei mir andocke, merke ich eher was mir schwer und was mir leicht fällt, wo ich mich überfordere und wann ich in den Stressmodus schalte. Ich bin mir bewusster wohin ich steuere.

Körperliche Auswirkungen meiner Meditation

Meine durch Adrenalin verursachte Grundanspannung hat sich deutlich verringert. Ich bin im Alltag ruhiger und entspannter. Ich versuche jetzt, auch dann wenn es hoch hergeht, kleine Ruhepausen einzulegen. Das gelingt mir nicht immer. Aber immer öfter.

Ich habe deutlich weniger Verspannungen im Schulter- und Nackenbereich. Das waren typische Symptome meiner kopfgesteuerten Lebensweise. Meine Familie spiegelt mir in letzter Zeit wider, wie angenehm es für sie ist, dass ich mehr in mir ruhe und weniger hektisch bin.

Ich habe einen besseren Kontakt zu meinem Körper und merke eher was er braucht. Der Kontakt zu meinem Körper hat mir früher gefehlt. Er bekam von mir nur dann Aufmerksamkeit, wenn er nicht funktioniert hat. Ich begreife immer mehr, dass ich viel mehr als mein Denken bin. Hier steht noch einiges an Arbeit für mich an. Ich versuche mich jetzt mehr bei meinen Körper zu bedanken, der mir so gut dient.

Ich bin öfter im Flow

Unter Flow verstehe ich das Fließen um Hindernisse und Überraschungen. Wie ein Bach, der sich seinen Weg einfach um Steine herum bahnt. Ich habe festgestellt, dass im Flow sein sehr effizient ist.

Ich mache deutlich weniger Brimborium um Entscheidungen weil ich mehr auf meine Intuition und meine Impulse höre. Mein Leben ist dadurch einfacher geworden, weil ich viel Zeit und Energie spare.

Manchmal ist mein Leben trotzdem schwergängig. Warum ist das so?

Zwischen den angenehmen Flowphasen kommen bei mir immer wieder Zeiten, in denen ich mich schwer tue.  Dann steht meist eine Veränderung an, die mich aus dem Tritt bringt oder alte Glaubenssätze machen auf sich aufmerksam.

Dann kommen Ängste hoch oder mein innerer Kritiker macht Überstunden. Ich brauche das Gefühl des Blockiertseins anscheinend immer noch, um mich zu motivieren aus meiner Komfortzone herauszugehen und etwas zu verändern.

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Gönnt Euch regelmäßige Auszeiten!

Ziel ist es Euch besser wahrzunehmen und Eure körperlichen und geistigen Bedürfnisse richtig einzuschätzen. Die Zeit, die Ihr dafür aufwendet, bekommt Ihr, nach meiner Erfahrung, mehrfach zurück. Jogging und Spazierengehen können genauso wirkungsvoll sein, wie Yoga und Meditation. Es ist egal was andere Leute dazu sagen. Es kommt darauf an, dass es Euch gut geht damit.

Auch wenn ich anfangs nicht verstanden habe, was innere Ruhe ist, habe ich einen Weg zu mehr Entspannung in meinem Alltag gefunden und experimentiere weiter.

Der Wunsch dazu und der Wille erste kleine Schritte zu testen reichen. Ihr werdet Euch damit in den Weg der für Euch passenden Inspirationen stellen.

 

Wie kommt Ihr innerlich zur Ruhe? Was sind Eure Tipps?

 

 Bücher

  • Der Weg des Wassers – Frauen meditieren anders von Katrin Jonas
  • Der Diamantschneider Geshe Michael Roach
  • Karmic Management Geshe Michael Roach
  • Meditation: An 8 Point Program by Eknath Easwaran

Inspirationen für Morgen- und Abendmeditationen bei Laura Seiler

In diesem Artikel erkläre ich die Metta Meditation und die Brücke der Sympathie.

Bilder: Privat

© Inge Schumacher