Im Flow 2.0

Vor genau 4 Jahren schrieb ich meinen ersten Gastbeitrag (bei Minimal ist Muss von Nic Pinguet) zu im Flow sein.

Seither habe ich in meinen eigenen Blogs viele spannende Themen aus der Persönlichkeitsentwicklung untersucht. Das im Flow sein hat mich die ganze Zeit über begleitet.

Was bedeutet im Flow sein?

Im Flow werden wir eins mit unserer Tätigkeit und sind jenseits von Raum und Zeit. Es ist ein Zustand voller Energie und Produktivität. Im Flow sind wir hoch motiviert und konzentriert. Das macht Spaß und ist sehr effizient.

Danach sind wir glücklich und zufrieden: Wir erkennen, wie viel wir geleistet haben und wie mühelos das war.

Woher kommt der Begriff Flow?

Der Glückforscher Mihaly Csiksentmihalyi (hier sein TED Talk) schrieb in den 70er Jahren seine Dissertation über dieses Thema. Er interviewte Künstler und stellte fest, dass sie bei ihrer Arbeit in eine Art Trance gerieten. Sie vergaßen alles um sich herum und gingen ganz in ihrer Aufgabe auf. Sie waren erfüllt und glücklich.

Später interviewte er Unternehmer, z.B. bei Sony, die festgestellt hatten dass ihre Mitarbeiter, z.B. Ingenieure, viel effizienter waren, wenn sie an ihrem Arbeitsplatz ihren Spaß und ihre Freude am Umgang mit Technik ausleben konnten.

Voraussetzungen um in den Flow zu kommen

Wir können den Flow nicht erzwingen, aber wir können die Voraussetzungen dafür schaffen. Mir fällt es z.B. relativ leicht mich zu konzentrieren.

Neben Konzentration gibt es noch andere wichtige Voraussetzungen:

  1. Wir brauchen ein klares Ziel: Z.B einen Blogartikel schreiben
  2. Es muss eine machbare Herausforderung Wir brauchen Vorkenntnisse und Erfahrungen dafür: Wir kommen nicht in den Flow beim Inlinern wenn wir noch nie auf Rollen gestanden haben.
  3. Die innere Motivation: Der innere Schweinehund muss überwunden sein. Wenn wir keine Lust haben hat es keinen Sinn.
  4. Präsent sein und bleiben: Die Arbeitsumgebung sollte möglichst frei von Störungsquellen sein.
  5. Loslassen. Kontrolle passt nicht zu diesem fließenden Zustand. Wir tauchen tief ein in unser Tun. Bin ich beim Bloggen im Flow dann bin ich kreativ. Die Ideen und Gedanken sprudeln und danach bin ich oft überrascht vom Ergebnis.

Das ist keine vollständige Liste. Manche Menschen brauchen auch Druck, z.B. den Druck eines Abgabetermins, um in einen Flow zu kommen.

Was funktioniert gut bei Dir?

Beispiele für im Flow sein

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Im Flow in Bewegung

Als ich letztens an der Ostsee war, habe ich meine Inliner mitgenommen. Es war Vorsaison und noch kalt, da hatte ich die Strandpromenade ganz für mich. Es war ein tolles Gefühl dahinzugleiten. Meine Bewegungen waren weich und effizient.

Im Flow im Team

Auch in Gruppen habe ich im Flow sein erlebt. Wenn ich mit meinen Kindern gemeinsam kochen oder backe fließen wir oft gemeinsam mit unseren Aufgaben.

Mit meinen Klienten bin ich regelmäßig im Flow. Wir gehen dann gemeinsam auf eine spannende Entdeckungsreise. Ich bin sehr präsent und alle meine Sinne sind online. Gemeinsam erforschen wir die Wirklichkeit meiner Klienten und sehen nach wo und warum es hakt und arbeiten daran.

Was genau ist Flow 2.0?

Unter Flow 2.0 verstehe ich einen ganzen Tag und nicht nur eine Aufgabe lang im Flow zu sein. Ich habe das Ziel, möglichst leicht durch mein Leben zu fließen.

Vor ein paar Wochen machte ich einen Selbstversuch: Ich wollte versuchen einen ganzen Tag bewusst im Flow zu verbringen. Ist das überhaupt möglich?

Ein Tag im Flow: Der Selbstversuch

An einem schönen Samstag war ich richtig gut drauf. Die Familie schlief noch. Ich hatte keine festen Termine, aber jede Menge Dinge, die ich erledigen wollte.

Ich beschloss diesen Tag zu meinem Flow-Testtag zu machen. Wer mich und meinen Blog kennt, weiß, dass mir solche Experimente viel Spaß machen. Ich hole dann meinen „Indiana Jones“ der Persönlichkeitsentwicklung heraus und bin gespannt welche Schätze ich finde.

Ich dockte den ganzen Tag lang immer wieder bei mir an und folgte meinen Impulsen

Zuerst beendete ich einen Blogartikel für meinen englischen Blog. Dann wollte mein Sohn American Pancakes zum Frühstück. Wir einigten uns auf Waffeln, die wir gemeinsam zubereiteten, was die restliche Familie klasse fand.

Danach recherchierte und schrieb ich noch eine Stunde an einem deutschen Blogartikel und las anschließend ein Fachbuch auf der Terrasse fertig. Mein Mann war für das Mittagessen zuständig, wie schön!

Was jetzt? Eine Freundin zog 2 Tage später um und ich hatte ihr versprochen, einige Möbel für meine Flüchtlingsmentee Evelyn abzuholen. Wir verabredeten uns per WhatsApp und packten die Möbel in mein Flugzeugmutterschiff. So nenne ich unseren Ford S-Max, der einen schier unerschöpflichen Kofferraum hat.

Ich versuchte Evelyn zu erreichen, um zu klären wann ich ihr die Möbel vorbeibringe. Ich erwischte sie nicht und ich war mir auch nicht sicher, ob das in meinen Flowtag passte also ließ ich das los.

Gemeinsam mit meiner Tochter verbrachte ich 2 ruhige Stunden auf der sonnigen Terrasse. Dann meldete sich Evelyn, dass ich die Möbel vorbeibringen konnte. Ich entschloss mich zu fahren. Mein Sohn wollte mit. Prima, der Beifahrersitz war noch frei. Er spielt gerne mit Evelyns einjähriger Tochter.

Wir fuhren los. Meine gewohnte Strecke war gesperrt. Erst war ich genervt, dann erinnerte ich mich an meinen Flowtag und fand eine Alternativroute unter Bäumen. Hamburgs Alleen sind besonders im Frühling wunderschön.

Evelyn sucht eine Wohnung. Das ist nicht einfach. Sie spricht zwar Englisch aber noch kaum Deutsch. Deswegen unterstütze ich sie bei der Wohnungssuche. Als wir uns trafen sagte ich ihr: „Ich habe ein gutes Gefühl, dass Du eine finden wirst ohne dass ich Dir sagen kann, wo das herkommt.“

Meine Umzugs-Freundin hatte ich mit ihrer Familie am nächsten Tag zum Mittagessen eingeladen. Spontan wollte ihre Schwester mit Tochter dazu kommen. Als hätte ich das geahnt hatte ich am Tag vorher 500g Hackfleisch zu viel für das Chilli con Carne gekauft. So würde es auch für 10 Leute reichen.

Als wir zurück waren, war es sieben Uhr abends. Ich rührte im Chili, das mein Mann vorbereitet hatte, als das Telefon klingelte. Es war die Vermieterin einer Sozialwohnung für Evelyn. Wir hatten vor einer Woche ein sehr nettes Telefongespräch geführt. Sie bot uns für morgen einen Besichtigungstermin an, denn jemand war abgesprungen. Super! Ich überbrachte Evelyn die gute Nachricht.

Was für ein Tag!

Die kleinen Aufgaben in Haushalt und Garten fügten sich nahtlos in meinen Flow-Tag ein. Ich hatte nicht das Gefühl, dass der Tag knallvoll war, habe aber viel erledigt.

Am Abend hüpfte ich vor Freude durch die Wohnung. Ich war durch den Tag geflossen und meine Familie und Freunde mit mir. Der Tag war einfach, effizient und überraschend verlaufen.

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Fazit des Selbstversuchs Flow 2.0:

Der Selbstversuch ist gelungen. Ich war den ganzen Tag sehr präsent und lauschte auf meine Impulse.  Es war gerade deswegen anstrengend, denn ich lief selten im Autopiloten: Ich war sehr aufmerksam und habe genau beobachtet wie meine Energie floss.

Mache ich das nochmal?

Dieser Tag war keineswegs Alltag für mich. Er hatte keine Fixpunkte, also Dinge, die zu einem bestimmten Zeitpunkt passieren mussten. Deswegen hat er sich so gut für mein Experiment geeignet.

Da es für mich ungewohnt war, den ganzen Tag im Fluss zu bleiben und ich viel Energie in das Präsent sein gesteckt habe, war ich am nächsten Tag müde. Es hat mir trotzdem viel Spaß gemacht und ich habe wertvolle Erfahrungen auf Impulse zu hören und danach zu handeln gesammelt.

Ich hoffe ich kann nun öfter durch Teile meines Tages schwimmen und sich vieles ergeben lassen. Das fühlt sich für mich aber noch nicht natürlich an und ich muss mich bewusst daran erinnern, Druck rauszunehmen.

Wie übertrage ich Flow 2.0 in den Alltag?

Da ich selbstständig bin, habe ich viele Freiheiten. Ich arbeite daran, sie auch zu nutzen und mit meinen Aufgaben immer lockerer durch meinen Alltag zu fließen.

Was könnt Ihr tun, wenn Ihr angestellt und nicht in einer Arbeitsumgebung seid, in der Ihr leicht in euren Flow kommt?

Sei es im Großraumbüro oder ganz ohne festen Arbeitsraum, wichtig ist zu wissen, was Euch gut tut und wann Ihr Euch wohl fühlt. Wie viel Struktur braucht Ihr, wie frei möchtet Ihr arbeiten? Es gibt oft mehr Möglichkeiten als wir denken, unseren Arbeitsalltag zu gestalten. Im Zuge von New Work sind einige Vorgesetzte bestimmt eher für Experimente zu begeistern als früher.

Im Flow sind wir effizient und fühlen uns wohl. Das ergibt ein Win win: Für Euch und den Arbeitgeber.

Ein wichtiger Hinweis, den ich immer wieder gebe, wenn es um präsent sein geht und darum unsere Realität bewusst zu gestalten ist:

Folge Deinen Impulsen

Impulse sind die kleinen Stupser, die man spüren kann, wenn man aufmerksam im Jetzt ist. Ich übe schon lange, sie wahrzunehmen, überhöre sie im Alltag aber auch noch manchmal. Vielleicht kennt Ihr das:  Euch fällt auf: Genau diesen Impuls hatte ich gestern schon, warum bin ich ihm nicht gefolgt?

Impulse helfen uns, den optimalen Weg für uns zu finden. Wenn wir offen sind, können wir auf diese Weise jede Menge Anregungen und Ideen einsammeln. Impulse helfen uns, unseren natürlichen Flow zu finden und damit effizienter unseren Weg zu gehen.

Wie kommt Ihr in den Flow?

Was macht euch daran am meisten Freude?

 

Links

Wikipedia zu Flow (Psychologie)

Buch von Mihaly Csiksentmihalyi, des „Flow Erfinders“: Das Geheimnis des Glücks . Sein TED Talk (in Englisch) und eine unterhaltsame animierte Version in einfachem Englisch.

Bilder: Privat

© Inge Schumacher

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Die Metta Meditation und die Brücke der Sympathie

Anknüpfend an meine Artikel über Partnerschaft und Meditation stelle ich hier Möglichkeiten vor, schwierige zwischenmenschliche Situationen zu entspannen.

Wenn wir auf jemanden nicht gut zu sprechen sind, dann schicken wir ihm alles andere als positive Energie. Wir können gar nicht anders: Wir sind verletzt, schlagen um uns und verteilen Schuldzuweisungen und Vorwürfe.

Auch wenn unser Gegenüber am anderen Ende der Welt ist wird er darauf reagieren und ähnlich negative Energie zurückschicken. Das kann sich ewig so fortsetzen.

Wir sind aber nicht unsere Gefühle, wir haben sie nur. Sie sind nicht in Stein gemeißelt, denn wir haben die Möglichkeit sie jederzeit zu verändern.

Ich zeige hier, wie wir auch ohne dass unser Gegenüber mitarbeitet, mit schwierigen zwischenmenschlichen Situationen umgehen können. Wie das geht? Mit Akzeptanz und Wertschätzung, also mit positiver Energie.

1. Die Brücke der Sympathie

In einer angespannten Situation konzentrieren wir uns bewusst auf die Seiten, die wir an unserem Gegenüber schätzen und drücken diese Wertschätzung in Gedanken aus. Für ein Gespräch ist die Situation oft viel zu verfahren. So durchbrechen wir den Automatismus der gegenseitigen Vorwürfe und die Situation kann sich verändern. Wir bauen eine Brücke der Sympathie.

a. Die Brücke der Sympathie in der Partnerschaft

Eine Klientin rief mich aufgeregt wegen eines Konfliktes an: Ihr Mann hatte gedroht, sie zu verlassen, weil er eifersüchtig war. Sie hatte sich nichts vorzuwerfen, hatte aber große Angst und machte sich und ihrem Mann Vorwürfe.

Ich habe sie unterstützt, in dem ich ihr geraten habe, ihren Mann wüten zu lassen und nicht darauf einzusteigen. Seine Eifersucht ist zuallererst sein Thema. Ich riet ihr sich auf das zu konzentrieren, was sie an ihm schätzt und das bewusst auszustrahlen. Ich wusste, dass sie dazu in der Lage ist. Wenn sie wieder ruhiger war, konnte sie sich ihren Anteil an dem Drama ansehen.

Es hat geklappt. Sie ist aus dem Teufelskreis der gegenseitigen Beschuldigungen ausgestiegen und hat damit der Situation die Brisanz genommen und die Stimmung hat sich wieder beruhigt. Sie war in der Lage eine Brücke der Sympathie zu bauen.

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b. Die Brücke der Sympathie im Büro

Vor Jahren hatte eine Freundin von mir Probleme mit einer objektiv doofen Chefin. Sie hat jeden Tag ausgestrahlt wie unmöglich sie diese Frau fand. Die Chefin reagierte darauf mit Mikromanagement: Sie kontrollierte sie minutiös. Meine Freundin wollte nicht ihren Job wechseln, aber ihre Freiheit zurück haben.

Ich rat ihr zu folgendem: Sie sollte ich etwas suchen, dass sie an dieser Frau wirklich gut fand und das täglich ausstrahlen. Es hat funktioniert. Sie musste das zwar täglich wiederholen und das Mikromanagement hörte auf. Die beiden kamen die eineinhalb Jahre, die sie noch zusammen gearbeitet haben gut miteinander aus.

Ich habe damit Klienten auch schon sehr erfolgreich bei Gehaltsverhandlungen unterstützt.

2. Die Metta Meditation

Metta kommt aus dem Sanskrit und bedeutet Freundlichkeit, Güte, aktives Interesse an Anderen, Liebe, Freundschaft und Sympathie. Mit der Metta Meditation transportieren wir positive akzeptierende Gefühle.

Akzeptanz  ausdrücken

Metta bedeutet bedingungsloses Wohlwollen. Die Bedingungslosigkeit hat dabei eine zentrale Bedeutung. Solange wir Mitmenschen nur annehmen, wenn sie bestimmte Bedingungen erfüllen ist Metta als innere Haltung nicht möglich.

Wir üben mit dieser Meditation uns selbst und andere Menschen mit ihren Fehlern, Unzulänglichkeiten und Schwächen anzunehmen.

Die Metta Meditation fängt bei der Wertschätzung von uns selber an.

Denn erst wenn wir uns wertschätzen können, haben wir die Voraussetzungen dafür anderen auch offen zu begegnen. Es ist deswegen sehr wichtig zuerst uns selber genügend Zeit in dieser Meditation zu widmen.

Dann können wir den Kreis erweitern und uns über Familienmitglieder und neutrale Personen bis zu Gegnern vorarbeiten.

Die 5 Schritte der klassischen Metta Meditation

Eine klassische Metta Meditation ist in fünf Schritte gegliedert. Am Anfang empfehle ich nur den ersten Schritt praktizieren, der bringt Euch in die eigene Mitte. Auf ihm baut dann alles andere auf.

Vorbereitung

Zunächst sucht Euch einen entspannten Platz an einem ruhigen Ort, an dem Ihr es über einen längeren Zeitraum bequem habt. Macht es Euch wirklich gemütlich. Es ist egal, ob Ihr liegt oder sitzt oder Euch bewegt. Wie wollt Ihr positive Gedanken denken, wenn es Euch nicht gutgeht?

Atmet einige Male tief ein und aus und konzentriert Euch auf Euren Atem. Um ruhig zu werden, könnet Ihr z.B. die Worte „einatmen“ und „ausatmen“ denken und auf diese Weise verhindern, dass die Gedanken abschweifen. Behaltet das bei bis ihr eine körperliche Entspannung fühlt. Setzt Euch nicht unter Druck. Bleibt einfach beim ruhigen Atmen.

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1. Schritt: Die Arbeit mit uns selbst

Zu Beginn geht es darum Wohlwollen und Freundlichkeit gegenüber uns selbst zu spüren. Das kann sich ungewohnt anfühlen, gehen wir doch mit uns oft nicht sehr liebevoll um. Erinnert Euch an Situationen, in denen Ihr entspannt und glücklich wart und wiederholt folgende Sätze.

Ich schicke mir Frieden und Akzeptanz:

  • Es möge mir gut gehen.
  • Ich möge glücklich sein.
  • Ich schätze mich selbst.
  • Gesund möge ich sein und frei von Ärger.
  • Zufrieden und entspannt möge ich sein.

Ob Ihr einen dieser Sätze mehrmals wiederholt oder sie der Reihe nach sagt, ist egal. Sie können auch abgewandelt und ergänzt werden. Ihr findet schnell heraus welche Satzkombinationen am besten passen.

2. Schritt: Die Arbeit mit Euch nahestehenden Menschen

Stellt Euch nun jemanden vor, der Euch sehr nah ist: Das kann ein Freund oder ein Familienmitglied sein. Visualisiert den Menschen so genau wie möglich vor. Jetzt schickt Ihr dieser Person Wohlwollen, Freundlichkeit und Liebe:

  • Es möge Dir gut gehen und Du mögest gesund sein.
  • Du mögest glücklich und frei von Ärger sein.
  • Du mögest entspannt und zufrieden sein.

Schickt dieser Person außer diesen guten Wünschen und vielleicht auch etwas, was sie gerade besonders braucht. Auch diese Sätze können abgewandelt werden.

3. Schritt: Die Arbeit mit neutralen Personen

Denkt nun an eine Person, zu der Ihr ein neutrales Verhältnis habt. Ihr empfindet weder Abneigung noch Zuneigung für diesen Menschen. Welche Gemeinsamkeiten gibt es? Stellt über einen gemeinsamen Anknüpfungspunkt mit dieser Person eine Verbindung her. Auch ihr schickt Ihr Freundlichkeit und Wohlwollen.

  • Es möge Dir gut gehen.
  • Du mögest dich entspannen und zufrieden sein.
  • Mögest Du gesund sein.

Im 3. Schritt der Meditation könnt Ihr die Liebe und Freundlichkeit vielleicht schon tiefer spüren. Dieser Teil der Meditation kann Euch helfen, die Personen aus unserem Umfeld genauer wahrzunehmen.

Schritt 4: Die Arbeit mit einer Person, mit der Ihr Probleme habt

Das ist eine Herausforderung. Nachdem wir Wohlwollen gegenüber uns selbst, einem nahestehenden Menschen und einer neutralen Person geübt haben, versuchen wir jetzt mit unserem Ärger und unserer Wut umzugehen.

Wenn Ihr diese Person visualisiert, versucht Eure negativen Gefühle außen vor zu lassen. Lasst sie ziehen. Versucht stattdessen eine Verbindung aus einem neuen Blickwinkel herzustellen:

Sucht Euch ein Umfeld aus, das es Euch ermöglicht diesen Menschen möglichst neutral zu betrachten. Seht diese Person als Mensch mit Sehnsüchten, Ängsten und Problemen, genau wie Euch.

Ihr könnt Euch auch etwas vorstellen, was ihr an dieser Person aufrichtig schätzt, dann werden die automatischen negativen Gefühle ausgebremst.

Durch diesen neuen Blickwinkel können die Konflikte in den Hintergrund treten. Weil wir unsere innere Haltung verändern, werden wir dieser Person vielleicht auch im realen Leben bald entspannter gegenüber treten können.

Ihr sendet nun diesem Menschen Wohlwollen:

  • Mögest Du Ruhe und inneren Frieden finden.
  • Mögest Du entspannt und zufrieden sein.
  • Mögest Du gesund und kraftvoll sein.
  • Möge es Dir gut gehen.

Schritt 5: Alle bisherigen Personen einschließen

Jetzt habt Ihr Euch so auf positive Gefühle eingeschossen, dass Ihr Eure liebevollen Gedanken und Gefühle über alle Personen hinweg strömen lassen könnt. Lasst Euch dabei von Eurer Vorstellungskraft leiten. Jede Person, die in Eure Gedanken tritt, bekommt wohlwollende Freundlichkeit mit auf den Weg. Jedem Wesen begegnen wir beispielsweise mit den Sätzen:

  • Möge es dir gut gehen
  • Schön, dass Du da bist

Bleibt während der gesamten Meditation in dem ruhigen, gleichmäßigen Atemrhythmus. Mit jeder Einatmung nehmt Ihr neue Lebensenergie auf und mit jeder Ausatmung könnt Ihr etwas loslassen, das Ihr nicht mehr braucht.

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Ergänzung zur Metta Meditation: Einbeziehen von allem was ist

Vielleicht wollt Ihr den Bogen zum Abschluss noch weiter spannen und Euer Herz ganz weit machen. Ihr könnt Eure Meditation auf die gesamte Erde und das gesamte Universum ausdehnen.

  • Möge es allen gut gehen und mögen alle Zufriedenheit empfinden.
  • Möget Ihr gesund sein und inneren Frieden finden.
  • Ich wünsche Euch allen Glück und Erfüllung.

Beendet die Meditation, wenn Ihr das Gefühl habt zur Ruhe gekommen zu sein und all das gesagt zu haben was Euch wichtig war. Atmet dazu noch einige Male tief ein und aus und kommt langsam wieder zurück.

3. Es gibt mehr Wege zum Ziel

Wenn Euch eine feste Struktur zu sehr einschränkt, dann sucht Euch einen anderen Weg, positive Gedanken für Euch und Eure Mitmenschen auszudrücken. (Z.B. Fürbitten.)

Egal, wie es passiert, eine Veränderung Eurer Energie wird Eure Realität verändern! Ich staune immer wieder darüber, wie machtvoll die Energie, die wir aussenden ist und wie viel Positives  und Negatives wir damit bewirken können.

Wichtig in akuten Krisensituationen ist, die positive Energie immer wieder loszuschicken. Das tun wir ja auch, wenn wir uns aufregen. Dabei kommt es nicht auf die Zeitdauer an, sondern darauf, dass die positiven Gefühle, die von Euch ausgehen, echt sind und aus tiefstem Herzen kommen.

 

Bücher

 

Bilder: Pixabay und Privat

© Inge Schumacher

 

Das Geheimnis einer wundervollen Partnerschaft II

Partnerschaften sind die großen Herausforderungen unseres Lebens. Wir haben durch sie die Chance gemeinsam den Weg zu uns zu finden.

Dies ist die Fortsetzung des letzten Blogartikels. Ihr lest hier was passiert, wenn wir uns auf die Stärken des Anderen konzentrieren und warum Vergebung so wichtig ist. Außerdem schauen wir uns an warum Trennung eine Chance ist und wie verfahrene Partner-Situationen entspannt werden können.

1. Das Geheimnis der Anziehung

Wir fühlen uns beim Kennenlernen oft angezogen von Eigenschaften, die wir selbst brauchen.

Interessanterweise sind das oft genau die Eigenschaften, die uns später beim Anderen stören. Warum? Weil sie uns immer noch fehlen. Leider ist uns das meist nicht bewusst. Wir merken nur, dass uns etwas fehlt und machen dann unseren Partner dafür verantwortlich. Schaut Euch die Punkte an, die Euch bei Eurem Partner echt nerven und dann überlegt in welcher Form Euch eine Prise davon gut täte!

Beispiel

Ich werfe meinem Mann immer noch ab und zu seine Abgrenzungsfähigkeit vor; seine Leichtigkeit, den eigenen Weg zu verfolgen. Dann fühle ich mich als Opfer, weil ich gerade den ganzen Kleinkram organisiere und die Familie am Laufen halte, aber viel lieber etwas Anderes täte. Eine meiner Lernaufgaben war das bewusste Wahrnehmen dieser Bedürfnisse. Jetzt bitte ich frühzeitig um Hilfe, damit ich die nötige Zeit bekomme für die Dinge, die mir wichtig sind.

2. Ich kenne meine Werte

und damit auch meine Bedürfnisse. Ich lebe meine Werte: Meine Familie ist mir wichtig. Ich schätze es, die Kleinigkeiten des Alltags mit ihr zu teilen.

Außerdem liebe ich es in meiner Praxis Menschen auf Ihrem Weg zu unterstützen. Ich brauche Ansprechpartner außerhalb der Familie und bekomme dadurch wertvollen Input: Dazulernen macht mir viel Freude. Ich engagiere mich als Mentorin, weil ich ein Zeichen für Integration setzen möchte. Das alles balanciere ich aus, indem ich so bewusst und achtsam wie möglich durch meinen Alltag gehe.

Partnerschaft ist keine Einbahnstraße

Mein Mann unterstützt mich sehr auf meinen eigenen Weg. Für ihn ist das selbstverständlich. Als ich das endlich verstanden hatte, war ich überrascht. Ich hatte lange den Glaubenssatz, dass ich es nicht wert bin unterstützt zu werden. Ohne einander wären wir beide heute nicht da wo wir sind.

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3. Die Stärken des Anderen wahrnehmen

Ich hatte viel höhere Ansprüche an meinen Mann als an andere Menschen. Er machte mich vor langer Zeit darauf aufmerksam. Das war mir bis dahin nicht bewusst. Das kam daher, dass er mir so nahe war und daher bitte auch perfekt zu sein hatte. Schwächen waren nicht erlaubt.

Meine Stärke

Ich kann mir unendlich viele Kleinigkeiten merken. Das scheint eine Folge meiner Hochsensibilität zu sein. Für meine Arbeit ist das ein großes Plus. Meine Klienten staunen oft, was ich nach Jahren noch alles an Details weiß.

Ich ging leider davon aus, dass mein Mann das auch kann. Ich wurde früher sehr ungeduldig, wenn ich dasselbe mehrmals erzählen musste, weil ich sein Desinteresse  dafür verantwortlich machte. Seine vermeintliche Schwäche hat sich also als meine Stärke entpuppt.

Seine Stärke

Mittlerweile habe ich von meinem Mann viel über das Abgrenzen gelernt. Er ist auf seine Art zugänglich für unsere Kinder. Er kann z.B. viel besser mit extremen Emotionen wie Heulkrämpfen und Wutausbrüchen umgehen als ich. Das ist eine Stärke von ihm, die mich entlastet.

Ich schicke ihn oft zu Lehrergesprächen, denn er hat ein sehr feines Gefühl für Menschen entwickelt und kann gut schwierige Situationen klären.

Beispiel Lernentwicklungsgespräch:

Die Klassenlehrerin meiner Großen hat sie sehr ungerecht behandelt. Sie bekam viel schlechtere Noten für die gleichen Leistungen als ihre Mitschüler. Meine Tochter entwickelte einen Hass auf diese Frau.

Mein Mann kam von diesem Lernentwicklungsgespräch mit einer interessanten Erkenntnis nach Hause. Er meinte, dass die Lehrerin meine Tochter sehr schätzte. Ihr großer Gerechtigkeitssinn machte leider Überstunden und sie beurteilte sie deswegen deutlich schlechter als andere Schüler, um sie ja nicht zu bevorzugen. Der Lehrerin war das sicher nicht bewusst. Meine Tochter konnte aufgrund dieser Info viel besser mit der Lehrerin umgehen und gab nicht mehr so viel Kontra, so dass sich ihre Noten besserten.

Überraschung: Ich entdecke immer mehr Stärken

Seit ich mich mehr auf die Stärken meines Partners konzentriere entdecke ich immer mehr davon. Das hat natürlich mit meiner Wahrnehmung zu tun. Ich finde, wir brauchen alle eine „Stärken-Brille“ im Umgang miteinander, dann fällt uns das Zusammenleben viel leichter.

4. Lernaufgabe: Mit Gefühlen umgehen

Ich war früher ein unberechenbarer Vulkan. Wenn ich explodierte verletzte ich mich auch selbst, was ich lange nicht verstanden habe. Ich musste lernen zu fühlen was ausgedrückt werden wollte; und das bitte sozialverträglich.

Für mich war das vor 30 Jahren unmöglich. Ich hatte so viel von mir verbuddelt, dass ich außer dem Gefühl: Das tut so weh, das will ich nicht! keine Ahnung hatte was wirklich mit mir los war, wenn es aus mir herausbrach.

Der Lernprozess hat lange gedauert. Zuerst habe ich gelernt, dass es sich lohnt hinzusehen, wenn ich explodiere. Meist ging es um Kleinigkeiten, die sich langsam anstauten und der äußere Anlass rechtfertigte dann die heftige Reaktion nicht. Ich lernte hinzusehen, was wirklich dahinter steckte und fand viele alte Verletzungen und Glaubenssätze über die ich immer wieder stolperte bis ich sie endlich wahrnahm.

Mein Mann sagt, er hat durch mich gelernt seine Gefühle deutlich eher auszudrücken und leichter loszulassen.

5. Klar kommunizieren: Was brauche ich von Dir?

Partner reden durchschnittlich 10 Minuten pro Tag miteinander. Diese 10 Minuten sind meist mit Organisatorischem gefüllt: Einkauf , Essen, Termine. Das reicht nicht für die Beziehungspflege. Sie braucht einen ehrlichen offenen Austausch und der kostet Zeit. Hier gilt es Prioritäten zu setzen.

Früher glaubte ich: Du bist doch mein Partner. Du musst das doch wissen! Wissenstransfer per Telepathie funktionierte leider nicht.

Meine Prioritäten sind oft andere als die meines Mannes. Erst wenn ich ihm mitteile, was mir wichtig ist, gebe ich ihm die Möglichkeit zu reagieren und mich zu unterstützen.

Butter bei die Fische: Was will ich?

Klare Ansagen zu machen ist immer noch eine Herausforderung für mich. Erstens muss ich mir klar darüber werden was genau ich brauche und zweitens macht mich das verwundbar: Meine Bitte könnte abgelehnt werden.

Heute bitte ich viel schneller um Unterstützung und beziehe auch die Kinder mit ein. Ein Indikator für mich ist, wenn ich anfange mich gestresst zu fühlen. Dann erkläre ich die Situation und bitte um Ideen. Ich habe gelernt, dass ich ernst genommen werde und wir oft kreative Lösungsmöglichkeiten finden, die allen Spaß machen.

6. Vergebung

In jeder Partnerschaft gibt es Machtkämpfe, Verurteilungen und Schmerz. Im Laufe der Zeit kann sich so ein großer Berg von Verletzungen ansammeln. Ohne Vergebung verstellt dieser Müllberg irgendwann den Blick auf einander. Dann hat die Beziehung keine Zukunft mehr.

Muss das sein?

Leider scheinen wir eine masochistische Ader zu haben und alten Schmerz immer wieder gerne hervorzuholen, um in diesen starken miesen Gefühlen zu baden. Wir haben ein Recht auf unseren Zorn, aber haben wir wirklich Lust dazu, uns immer wieder schlecht zu fühlen? Wir haben auch das Recht uns nicht mehr mit der Vergangenheit zu quälen.

Schmerz, den wir dauerhaft empfinden macht uns krank

Wir finden ihn dann in unseren Körpern wieder: Z.B. als Stresssymptome wie Rückenschmerzen oder Schlaflosigkeit. Durch Vergebung können wir uns heilen. Das bedeutet nichts anderes als Loslassen und das ist manchmal leichter gesagt als getan:

  1. Trauer: Emotionale Schmerzen müssen erst einmal wahrgenommen und angemessen betrauert werden. Verdrängung ist nicht gut, dann gären die Verletzungen im Untergrund weiter.
  2. Vergeben braucht einen Wechsel des Standpunkts: Wir bleiben nicht im Außen beim Anderen, sondern schauen auf uns und räumen bei uns auf: Wir sind dann keine Opfer mehr.

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Echte Vergebung hat nichts mit Großzügigkeit oder hoher Moral zu tun. Es ist eine großangelegte Entrümpelungsaktion in unseren Herzen, die sich für alle Beteiligten lohnt.

7. Trennung

Eine Freundin von mir hat sich vor kurzem nach über 20 Ehejahren getrennt. Ihr Mann hatte die Beziehungspflege ihr alleine überlassen und irgendwann war das Ungleichgewicht so groß, dass es nicht mehr passte. Die Beiden sind im Guten auseinander gegangen, auch weil meine Freundin ihn nie schlecht gemacht hat und dankbar für die gemeinsame Zeit sein kann.

Eine Trennung ist eine große Lern-Chance

Wir tun plötzlich Dinge, die wir uns vorher nicht erlaubt haben und entwickeln uns so weiter. Auch haben wir mehr Raum und Zeit für unsere eigene Heilung. Die Trennung sorgt eine Zeitlang dafür, dass wir bekommen, was uns fehlte bevor uns das Leben unsere Themen wieder vorsetzt.

Viele Trennungen kosten unendlich viel Energie

weil bis aufs Messer gekämpft wird. Es ist dann wegen des Schmerzes fast unmöglich den eigenen inneren Frieden wiederzufinden und dem Ex-Partner zu vergeben.

Wir sind dann in einem Teufelskreis gefangen: Der Ex-Partner verhält sich rücksichtslos. Unser Schmerz wächst und wir verurteilen und verachten ihn immer mehr. Wir können ihn aber nicht ändern. Das macht es schwer, die Chance der Trennung zu nutzen und die eigenen Unzulänglichkeiten, die uns der Partner spiegelt, lieben zu lernen.

Das Problem ist, dass wir etwas von dem wir uns lösen wollen zuerst annehmen müssen. Nur, wenn wir nichts mehr von unserem Ex-Partner brauchen sind wir frei für neue Beziehungen.

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8. Wie wir blockierte Partner-Situationen entspannen können

Als Expertin für Unsichtbares empfehle ich in festgefahrenen Situationen die Energie zu verändern, um den Teufelskreis zu unterbrechen. Das Geniale daran ist, dass wir dazu nur uns selbst brauchen.

Es geht darum unser Herz sprechen zu lassen, denn das setzt große positive Kräfte frei. Wir erreichen auf diese Weise uns und andere Menschen über die Energieebene und allen Beteiligten geht es danach besser. Das ist dasselbe Prinzip wie bei der Brücke der Sympathie.

Übung: Metta Meditation

Eine gute Möglichkeit für die Entspannung von zwischenmenschlichen Situationen ist die bekannte Metta Meditation. Hier habe ich die Metta Meditation genau erklärt.

  • Mögest Du glücklich sein.
  • Mögest Du Dich sicher und geborgen fühlen.
  • Mögest Du gesund sein.
  • Mögest Du unbeschwert leben.

Schicke täglich zuerst für Dir und dann Deinem (Ex)Partner diese guten Wünsche. Halte das 3 Wochen lang durch. Schicke Dir und dem Anderen so aus tiefstem Herzen positive Energie. Beobachte, wie gut Dir selbst diese Fürsorge tut. Statt Schmerz und Vorwürfen sendest Du nun Akzeptanz und Frieden in die Welt. Das wirkt auch beim Anderen Wunder!

Übung: Fürbitten

Die Fürbitten, die in vielen Gottesdiensten ihren festen Platz haben, wirken genauso kraftvoll, wenn sie von Herzen kommen. Ich ermutige meine Klienten oft dazu für andere zu bitten, wenn sie sich in schwierigen zwischenmenschlichen Situationen machtlos fühlen.

9. Unsere Partnerschaften brauchen dringend Entlastung!

Sie können nicht für unser gesamtes persönliches Glück verantwortlich sein. Das ist nicht ihre Aufgabe. Sie können aber der Dünger für unsere eigene Entwicklung sein.

Arbeit an uns selbst heilt auch die Partnerschaft

Zum Glück haben mein Mann und ich uns von Anfang an mit unserer persönlichen Entwicklung beschäftigt. Ich weiß noch, wie mein Mann 1992 sagte: Dieses Seminar sollten wir gemeinsam besuchen, damit wir auf dem gleichen Stand sind.

Wir haben uns in den 30 Jahren sehr verändert und damit auch unsere Partnerschaft: Wir arbeiten mittlerweile in anderen Berufen und sind beide selbstständig. Wir haben etliche Schwierigkeiten gemeistert und uns eint immer noch der Wille, gemeinsam durch das Leben zu gehen.

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Unser Picknick im Februar 2016 an der Ostsee

Wir brauchen die Freiheit uns immer wieder neu füreinander zu entscheiden.

10. Balance in der Partnerschaft

Leider können wir uns nicht auf unseren Lorbeeren ausruhen, denn eine Partnerschaft  verändert sich genauso wie die daran Beteiligten. Funktionierende Strategien müssen deshalb ständig angepasst werden.

Du brauchst nicht alles für mich zu sein

In einer erfüllten Beziehung machen wir uns sehr verletzlich, aber wir geben uns damit auch die einzigartige Chance zu uns zu finden und eine wundervolle Partnerschaft aufzubauen.

 

Literatur:

  • „Halt mich fest“ von Susan M. Johnson: Bindung als integraler Bestandteil unseres Lebens
  • Eva-Maria Zurhorst: Liebe dich selbst und es ist egal, wen du heiratest
  • Chuck Spezzano hat viele gute Bücher über Partnerschaft geschrieben. Ich lese gerade Partnerschaft und spirituelles Leben.

 

Links

Geheimnis der idealen Beziehung: You tube Interview von Veit Linau und seiner Frau, in dem sie über Probleme sprechen.

Anleitung zur Metta Meditation

 

Bilder: Privat

© Inge Schumacher

 

Das Geheimnis einer wundervollen Partnerschaft

Partnerschaft ist für uns alle ein wichtiges Thema. Wir kennen die damit verbundenen Höhen und Tiefen. Es ist ein spannendes Abenteuer.

ist die Arbeit an uns selbst.

Mein eigener Weg, meine 30-jährige Beziehungserfahrung und intensives Literaturstudium kommen zu diesem Schluss. Ihr könnt jetzt also aufhören zu lesen.

Wer weiter liest, bekommt fundierte Anregungen zum Nachdenken über sich und seine Beziehungserfahrungen – praktische Beispiele inklusive.

1. Tiefe emotionale Bindungen sind wichtige  Grundlagen unseres Lebens

Wir alle sind mit wenigen Menschen eng verbunden. Der Drang enge emotionale Bindungen herzustellen ist in unseren Genen verankert. Genauso wie Babys und Kinder brauchen auch wir Erwachsene mindestens eine gute Bindung um uns wohlzufühlen. Die sichere Verbundenheit in einer gesunden Partnerschaft kann eine große Kraftquelle für beide Partner sein.

Eine gute Partnerschaft hält gesund

Menschen in einer guten Paarbeziehung haben weniger Herzinfarkte, niedrigeren Blutdruck und weniger Stresshormone im Blut. Ihre Immun- und Hormonsysteme funktionieren besser und sie sind ausgeglichener als andere. Es lohnt sich also in vieler Hinsicht in seine Partnerschaft zu investieren.

Unser Partner ist unsere Zuflucht. Wenn wir keinen emotionalen Zugang zu ihm bekommen, fühlen wir uns einsam und hilflos. Wir können sogar existenzielle Angst bekommen, wenn dieses Sicherheitsgefühl wegfällt. Das erklärt auch, warum Krisen und Konflikte so starke Emotionen bei uns hervorrufen. Das ist eine ganz normale Reaktion. Seit mir das klar ist, kann ich viel besser damit umgehen.

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1992 im Yosemite Nationalpark

2. Meine persönliche Paar-Geschichte

Ich kenne meinen Mann seit 30 Jahren. Ich war 23 und er 25 als wir uns kennenlernten. Ich wusste weder wer ich war noch, was ich vom Leben wollte. Ich kannte weder meine Stärken noch den Sinn meines Lebens. Ich hatte kaum über mich selbst nachgedacht. Im Gegensatz zu ihm. Er hatte schon deutlich mehr über sich reflektiert und das faszinierte mich.

Wir sind sehr verschieden: Mein Mann ist eher introvertiert, ich extrovertiert. Ich interessiere mich für alles um mich herum. Er ist fokussiert auf weniger Interessen. Struktur ist mein 2. Vorname; seiner ist Otto-Heinz (wirklich!). Unsere Basis sind unsere Wertvorstellungen.

Der gemeinsame Weg war und ist nicht einfach. Wir haben 3 Kinder und schon etliche brenzlige Situationen überstanden. Wie haben wir es bis heute miteinander ausgehalten? Wir haben uns nach und nach ein Instrumentarium zur Pflege unserer Partnerschaft erarbeitet. Es war hilfreich, dass jeder von uns an sich selbst arbeitet.

3. Das Märchen vom idealen Partner

In den Medien, in Romanen und Filmen wird uns vorgegaukelt, dass der ideale Lebenspartner das ewige Glück auf Wolke 7 bedeutet. Der ideale Partner ist der tollste Mensch: Er sieht aus wie ein Model, ist hochintelligent und wohlhabend. Er gibt einem alles, was einem fehlt.

Wir fühlen uns beim Kennenlernen oft angezogen von Eigenschaften, die wir gerne hätten und deswegen bewundern.

Nach der Verliebtheit

wird es spannend. Die Masken fallen und da wo Annahme und Heilung stattfinden könnte beginnt leider oft eine wortlose Leere. Wir bemerken, dass wir nicht bekommen was wir wollen und verstummen dann enttäuscht.

Wir haben nur dann Liebe und Akzeptanz für den Anderen wenn er genau das tut, was wir brauchen. Sonst fühlen wir uns als arme Opfer.

Was für eine verrückte Idee!

Weil wir unsere eigenen Verletzungen nicht erkennen geben wir unserem Partner die Schuld an einem Defizit, das nur wir selbst beseitigen können: Wir geben dem Anderen die Verantwortung dafür unsere Mängel zu beseitigen.

4. Wir bringen alle Verletzungen mit

Wir alle gehen auf irgendeine Art und Weise traumatisiert in eine Partnerschaft. Das Leben hat uns kleine und große Verletzungen mitgegeben. Viele von uns schleppen Traumata aufgrund von Ablehnung mit sich herum. Das sind unsere wunden Punkte, auf die wir sehr sensibel reagieren.

Beispiel: Mein automatischer Rückzug

Wenn es mir emotional sehr schlecht ging, habe ich total zugemacht. Das habe ich als Überlebensstrategie aus meiner Ursprungsfamilie mitgenommen: Ich habe gelernt, mich nicht verletzlich zu zeigen, wenn ich schwach war. Denn dann wurde ich noch mehr verletzt.

Es dauerte lange bis ich verstanden hatte, was für einen Mechanismus ich da etabliert hatte und warum. Mein Mann hat mich zwar immer wieder darauf aufmerksam gemacht aber ich habe es nicht verstanden. In meiner Wirklichkeit habe ich ihn vor mir geschützt. Ihm tat es weh, wenn ich ihn ausschloss. Meine Reaktion trennte uns und wir waren dann beide einsam.

Erst als mir wirklich bewusst war, was ich tat und warum, konnte ich dieses Verhalten ändern. Ich habe so langsam gelernt, dass ich bei ihm sicher bin.

Besonders schwierig haben es Menschen, die sich von Anfang an nicht gewollt fühlen, weil sie schlimmstenfalls bereits im Mutterleib einen Abtreibungsversuch überlebt haben. Wachsen sie dann noch nicht geliebt und nicht beschützt auf, haben sie es besonders schwer:

 

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Diese Menschen mussten ihre Identität aufgegeben um möglichst unauffällig zu sein. Sie waren gewohnt alle Gefühle bei sich zu behalten. Sie hatten keine Möglichkeit zu lernen wie man mit Gefühlen umgeht, außer sie auf keinen Fall rauszulassen, um nicht verlassen zu werden.

Diese Menschen brauchen viel Resilienz, um solche schwierigen Familienverhältnisse zu überstehen. Sie bringen denkbar schwierige Voraussetzungen dafür mit eine erfüllende Partnerschaft aufzubauen.

5. Partnerschaft ist kein Tauschhandel

Viele Partnerschaften starten mit Tauschhandel, meine auch. Ich erwartete, meine Bedürfnisse von meinem Partner erfüllt zu bekommen. Das Problem ist: Wenn beide etwas brauchen und es nicht bekommen, dann fühlen sich beide betrogen und enttäuscht.

Ich hatte die Erwartung, das Liebesdefizit aus meiner Kindheit von meinem Partner ausgeglichen zu bekommen und mich dann nicht mehr so einsam zu fühlen. Es war ein langer Lernprozess bis ich begriffen habe, dass dafür nicht mein Mann, sondern ich selbst zuständig bin.

Die Theorie ist einfach: Wie kann ich erwarten, dass ein Anderer mich versteht und liebt, wenn ich es selbst nicht tue?

Was in unseren Beziehungen vor sich geht ist Ausdruck unserer Beziehung zu uns selbst.

Leider gibt es niemanden auf der Welt außer uns selbst, der uns Zufriedenheit geben und uns von unserem Schmerz befreien kann.  Eine liebevolle Beziehung gibt den Rückhalt für diese wichtige Arbeit an uns selbst.

Eine schwierige Lernaufgabe:

Der Schmerz, den wir in der Partnerschaft spüren ist die Einladung an uns genau hinzusehen. So lange ein Thema nicht von uns bearbeitet ist, erinnert uns unsere Umgebung immer wieder daran. So lange bis wir etwas tun.

Sei Du das von dem Du im Leben mehr haben möchtest. Möchtest Du mehr Liebe, Freiheit und Vertrauen, dann gehe in Vorlage, denn Mangeldenken erzeugt mehr Mangel.

6. Der ideale Partner

unterstützt Dich auf Deinem Weg zu Dir selbst: Er bringt Dich aus Deiner Komfortzone, indem er Dich auffordert zu wachsen. Er ist Dein Spiegel. Nutze ihn! Der ideale Partner

  • Sieht Dich und Dein Potential
  • Bringt Dich dazu hinzuschauen
  • Fordert Dich auf zu wachsen
  • Triggert Dich da wo Du an Dir zweifelst und Heilung brauchst
  • Macht Dich auf alte Muster aufmerksam
  • Will, dass du du selbst bist

Das bedeutet nicht, dass Dein Partner Dein Coach ist. Im Gegenteil, Du musst Dein eigener Coach sein. Du hast immer allein die Verantwortung für Dich. Das bedeutet nicht, dass Du den Weg immer alleine gehen musst. Sich Hilfe holen ist erwünscht. Das war ein großer Teil meiner persönlichen Lernaufgabe.

Kinder sind Bonus-Spiegel

Die Erfahrung mit meinen Kindern ist, dass auch sie mir gerne einen Spiegel vorhalten. Meine Kinder pieken oft genau dahin wo meine wunden Punkte sind. Wenn es bei mir Aua macht, denke ich: Bingo: Voll ins Schwarze getroffen! Und ja, natürlich verdrehe ich dabei manchmal die Augen!

7. Der Weg zu uns selbst ist auch der Weg zum Partner

Bedeutet das, dass ich nicht fähig bin, eine gute Beziehung zu haben, wenn ich noch nicht bei mir angekommen bin?

Nein! Ich bin ein gutes Beispiel dafür, den langen Weg zu sich selbst in einer Partnerschaft zu gehen.

Wenn wir unser Beziehungsglück finden wollen brauchen wir den Willen

  • uns selbst besser kennenzulernen
  • uns zu öffnen für Entwicklung und Erweiterung
  • uns unsere Schmerzen anzusehen
  • die Einsamkeit zu ertragen, die mit innerem Wachstum verbunden sein kann

Denn: Dein wichtigster Lebenspartner bist Du selbst. Das ist die engste Beziehung in Deinem Leben. Pflege sie. Es lohnt sich!

Ziel Deiner persönlichen Entwicklung sollte sein

  • Dich selber zu spüren
  • Immer wieder Kontakt zu Dir aufzunehmen
  • Deinen Körper zu fühlen und mit ihm eins zu werden
  • Eigene Gefühle zuzulassen
  • Gesunde Autonomie aufzubauen

Keine Garantien

Es gibt leider keine Garantien, ob eine Partnerschaft klappt. Die gibt es auch nicht, wenn ich an mir und für sie arbeite. Es war sehr befreiend für mich, das Bild vom „Es muss ewig halten“ loszulassen.

Jeder muss seine eigene Wurzeln bilden, die ihm Halt geben und ihn mit Nährstoffen versorgen.

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8. Konflikte in Partnerschaften

Zwischenmenschliche Begegnungen sind immer auch energetische Prozesse. Wir hören etwas und reagieren auf die dahinterliegenden Botschaften, also die Art und Weise wie etwas gesagt wird. Da wir uns als Partner nahe sind, entwickeln wir sehr feine Antennen füreinander.

Ein vorwurfsvoller Tonfall treibt den Partner z. B. schnell in eine Verteidigungshaltung und kann einen Streit provozieren:

Wenn sich zwei verwundete Kinder streiten, die beide Recht haben wollen, dann können Konflikte nicht zu Lösungen führen. Wir drehen uns dann in einem Teufelskreis aus Vorwürfen und Entgegnungen, Angriff und Rückzug und fügen uns gegenseitig Verletzungen zu.

Ein Beispiel für kreative Konfliktlösung: Mein 21. Hochzeitstag

Ein halbes Jahr vor unserem 20. Hochzeitstag fragte ich meinen Mann, ob wir etwas Schönes zu zweit unternehmen wollten. Ich bekam einsilbige Antworten. An anderen Jahrestagen sind wir essen gegangen oder haben gar nichts gemacht und das war OK. Nach 3 Monaten gab ich genervt auf und er hat den Hochzeitstag dann auch tatsächlich vergessen. Ich war tief verletzt.

Ich war so verletzt, dass ich ihn erst Monate später in einem ruhigen Moment fragen konnte, was bei ihm los war. Er erklärte mir, dass er es hasst, etwas tun zu müssen nur weil das von ihm erwartet wird. Das weiß ich natürlich. Er hat sich so sehr über die Erwartung geärgert, den 20. Hochzeitstag besonders zu begehen, dass er erst recht keine Lust hatte. Leider hat er versäumt, das zu kommunizieren.

Mein Experiment: Ich feierte allein

Für mich war klar: Das möchte ich nicht noch einmal erleben. So habe ich beschlossen, den nächsten Hochzeitstag von jeglicher Erwartung meinerseits zu befreien. Ich habe ihn sehr bewusst von der ersten bis zur letzten Minute begangen – alleine. Den ganzen Tag habe ich die Zeit mit meinem Liebsten Revue passieren lassen und es kamen sehr viele positive Gefühle hoch. Das Experiment war ein voller Erfolg, was mich sehr überrascht hat.

Was ist passiert?

Ich habe eine Win-Win Situation geschaffen. Ich habe mich befreit von den Erwartungen an meinen Mann. Ich war dadurch kein Opfer mehr, sondern Erschafferin. Mein Mann hat auch profitiert, denn er bekam von mir nur positives Feedback.

Mein Glaubenssatz besagte bis dahin, dass man einen Hochzeitstag nur zu zweit feiern kann. Wie falsch das war habe ich mir bewiesen. Diese Erfahrung hat mich darin bestärkt, weiter kreative Problemlösungen zu suchen und auszuprobieren.

9. Kommunikation ist das Allerwichtigste

Egal was passiert, wenn wir offene Kommunikationskanäle haben, dann finden wir immer wieder zueinander. Wichtig ist, dass beide Partner im Konfliktfall ihr Gesicht wahren können.

Unterschiedliche Streitkulturen

Ich war von zu Hause das Herumschreien bei Konflikten gewöhnt. Wirkliche Konfliktlösung, die zu mir passt, habe ich nicht gelernt.

Früher wurde ich in Konflikten laut und mein Mann verstummte – oft für etliche Tage oder sogar Wochen. Diese Reaktion hatte er aus seiner Ursprungsfamilie mitgebracht. Unsere unausgegorene Streitkultur hat es uns in der Anfangszeit unserer Beziehung schwer gemacht.

Beziehungs-Meetings

Mit der Zeit haben wir eine akzeptierende Gesprächskultur entwickelt. Wenn wir richtig große Probleme bearbeiten vereinbaren wir einmal die Woche einen Termin von einer Stunde. Wir reden auf Augenhöhe und jeder darf ausreden.

Ohne die jahrelange Arbeit an uns selbst hätten wir es nicht bis hierhin gebracht. Dafür sind wir beide dankbar.

Habt Ihr Tipps, die sich in Eurer Beziehung bewährt haben? Bitte in die Kommentare, denn wir können alle voneinander lernen.

Im nächsten Blogartikel könnt Ihr mehr über die Geheimnisse einer wunderbaren Partnerschaft lesen.

Literatur:

  • „Halt mich fest“ von Susan M. Johnson: Bindung als integraler Bestandteil unseres Lebens
  • Eva-Maria Zurhorst: Liebe dich selbst und es ist egal, wen du heiratest
  • Marshall B. Rosenberg: Gewaltfreie Kommunikation
  • Franz Ruppert: Wir in einer traumatisierten Gesellschaft

 

Bilder: Privat

© Inge Schumacher