Dein Alter ist eine Zahl

Egal wie alt Du gerade bist. Bist Du Dir bewusst wie Du Dir Dein Alter vorstellst? Wie sehen die Bilder in Deinem Kopf aus?

Ich bin 1966 geboren. Ja, das Bild oben zeigt mich. Viele meiner gleichaltrigen Freunde und Bekannte denken schon an die Rente oder fangen an ihre Wehwehchen zu zählen.

Mir wird dann immer wieder klar: Wir programmieren uns auf das Altern mit allen negativen Begleiterscheinungen. Das geschieht unbewusst. Wir setzen einfach eine jahrtausendelange Tradition fort.

Mit diesem Artikel möchte ich zum Nachdenken anregen: Wie wir altern ist nicht in Stein gemeißelt, sondern wir haben großen Einfluss darauf. Dazu brauchen wir aber das Bewusstsein, wie wir in Bezug auf unser Alter denken und welche Erwartungen wir haben. Erst dann können wir etwas verändern.

Bewusst das Alter gestalten ist für Fortgeschrittene

Warum? Weil am Altern soooo viele Glaubenssätze hängen. Deswegen ist es schwer diesen Automatismus zu stoppen. Wir müssen erst mühsam aus einem reißenden Fluss von tradierten und von uns akzeptierten Glaubensüberzeugungen ausbrechen. Das braucht Energie und Entschlossenheit.

Die gute Nachricht ist: Je mehr Menschen ihre Glaubenssätze in Bezug auf ihr Alter verändern umso einfacher wird es für alle: Dem Fluss wird die Energie entzogen.

Wie programmieren wir uns aufs Alter?

Wir erschaffen mit unseren Gedanken unsere Wirklichkeit, also auch unseren Körper. Unser innerer Monolog spiegelt unsere Überzeugungen wider und spielt sie in einer Endlosschleife. Je bewusster wir uns sind, was wir glauben umso genauer verstehen wir was für eine Realität wir erschaffen.

Wenn wir etwas ständig wiederholen, dann wird es Realität

Beispiel:

Mein Vater (82) hat Polyneuropathie in den Beinen. Warum bei ihm die sensiblen Nerven geschädigt werden ist unklar. Er hat weder Diabetes noch ist er alkoholkrank. Er ist Arzt und weiß daher viel zu gut Bescheid. Er erzählt uns seit vielen Jahren, dass diese Polyneuropathie sehr schmerzhaft werden wird.

Ich konnte ihm das Konzept, dass er Einfluss auf seine Krankheit hat nicht vermitteln. Das war zu fremd für ihn. Die Frage, die ich mir nun stelle ist: Hätte er heute weniger Schmerzen, wenn er die Energie, die er in seine Programmierung gesteckt hat, in einen anderen Krankheitsverlauf investiert hätte?

Das ist reine Spekulation. Aber warum sollen wir nicht versuchen bewusst Einfluss auf unseren Körper und das Altern zu nehmen?

Taufe Inge Oma und Opa
Meine Mutter ist bei meiner Taufe 26 und ihre Mutter 56 Jahre alt.

Das Alter  verändert sich

Wir sehen heute viel jünger als noch vor zwei Generationen: Meine Großmütter sahen mit Mitte 50  so aus:

Oma Paula und Inge

Meine Omas haben zwei Kriege erlebt. Beide haben ein Kind durch Krankheit verloren. Besonders meiner Oma mütterlicherseits (unten) sieht alt aus. Sie wurde nur 66 Jahre alt. Die andere 77 Jahre.

Oma und ich

Die allgemeine Lebenserwartung steigt. Meine Mutter sieht mit fast 80 Jahren so aus wie die Generation davor mit Mitte 60. Auch ihre Ausstrahlung ist anders als ich sie von der Oma-Generation in Erinnerung habe.

Wir können noch fitter und jünger sein als die Generationen vor uns. Von diesem langen Leben haben wir mehr, wenn wir möglichst gesund sind.

Glaubensüberzeugungen zum Alter, die ich um mich herum höre

  • Alles geht langsamer
  • Der Körper ist verbraucht
  • Falten gehören dazu
  • Die Sinne lassen nach
  • Chronische Krankheiten sind normal
  • Degeneration zeigt sich überall: Von Gliedersteifigkeit bis Haarausfall

Wie kommen wir raus aus dieser Programmierung?

1. Innere Begrenzungen aufdecken

Glaubenssätze erschaffen innere Grenzen, die uns in einen unsichtbaren Käfig sperren. Wie vertrackt das ist, habe ich erst begriffen als mir meine eigenen aufgefallen sind.

Beispiel:

Mein Mann fragte mich kurz vor meinem 50. Geburtstag, was ich am liebsten tun würde. Am Meer picknicken, antwortete ich. Im selben Moment sagte meine innere Stimme: Das geht nicht. Im Februar ist es viel zu kalt an der Ostsee.

Wer sagt denn, dass das nicht geht? Nur ich. Ich war auf eine total überflüssige innere Begrenzung gestoßen. Ich war erschrocken darüber, dass ich mich immer noch ständig selbst begrenze, obwohl ich schon so lange daran arbeite bewusster zu werden.

Ostsee
Unser Picknick im Februar 2016 an der Ostsee

Frage Deinen inneren Monolog, was Du über das Altern denkst und reflektiere das:

Manche von uns ekeln sich regelrecht vor alten Menschen. Sie lehnen das Altwerden ab und packen damit umso mehr Energie in den traditionellen Weg des Alterns.

2. Ein unterstützender Freundeskreis

Ich habe Freunde und Bekannte aus allen Altersgruppen. Ich bekomme dadurch mit, was sie bewegt und bleibe flexibler. Mein Horizont erweitert sich und ich schaue über den eigenen Tellerrand. Damit banne ich die Gefahr zu sehr in meinem eigenen Saft zu schmoren.

Einsamkeit ist eine wichtige Ursache vieler Krankheiten, besonders im Alter. Ein unterstützender Freundeskreis ist für unsere Lebensqualität sehr wichtig. Deswegen investiere ich darin Zeit und Energie.

3. Regeneration

Statt dem ausgetretenen Pfad der Degeneration zu folgen und sich darauf zu konzentrieren was alles verloren geht stecke ich meine Energie lieber in Regeneration.

Regeneration ist natürlich: Wir erneuern unsere Hautzellen alle 7 Tage und alle 7 Jahre haben wir uns fast vollständig runderneuert.

Setze eine Intention zur Regeneration:

Unser Körper kennt den Zustand der Ganzheit aus der Kindheit. Wir können ihn als Ankerpunkt für unsere Intention zur Regeneration nutzen, die zum Beispiel heißen kann: Orientiere Dich am Ursprungszustand.

Worauf konzentrierst Du Dich?

Du erschaffst automatisch mehr von dem auf das wir uns konzentrieren.

Beispiel:

Einer meiner Glaubensüberzeugungen ist, dass Falten zum Altwerden dazu gehören. Ich habe seit meiner Jungend daran gearbeitet, dass ich wenn ich schon Falten bekomme, es wenigstens Lachfalten sind. Das hat geklappt. Jetzt versuche ich mich nicht auf die Falten zu konzentrieren, sondern auf die glatte Haut.

Ich konzentriere mich so nicht auf den Mangel sondern auf die Fülle und erschaffe davon mehr.

Such Dir einen Regenerations-Buddy

Mein Mann und ich bilden ein Regenerations-Team. Wir motivieren uns gegenseitig dranzubleiben.

Inge Elphi
September 2019

Was ich bisher an Regeneration erreicht habe ist gemischt:

  • Ich wollte keine Alterssichtigkeitsbrille und habe folgendes erschaffen: Das eine Auge sieht gut in der Weite und das andere in der Nähe. Gegen Ermüdungserscheinungen trage ich bei langen Autofahrten und wenn ich viel lese eine Brille.
  • In meinem Unterkiefer habe ich die Zahnstellung verändert. Ein Zahn war gefährlich aus der Reihe getanzt.
  • Mein Haar ist noch fast dunkel.
  • Ich bin gesund.
  • Ich habe „normale“ Falten im Gesicht.

4. Durchhalten

Wenn ich mit Regeneration arbeite, nutze ich das Unterbewusstsein. Ich setze eine Intention und lasse meinen Körper machen. Denn ich kann nicht kontrollieren welche Zellen was tun sollen.

Es gibt leider keine objektive Anzeige, die den Erfolg meiner Regenerations-Bemühungen dokumentiert. Deswegen ist es so einfach sich entmutigen zu lassen und zu schnell aufzugeben.

Ich mache mir immer wieder klar: Ich habe nichts zu verlieren und viel zu gewinnen.

5. Ich achte (auf) mich

Was ist mit Cremes und Co? Den vielen Ernährungsratschlägen: Kein Zucker, kein Mehl, kein Fleisch?

Alles Quatsch?

Um im Alter gesund zu bleiben sollten wir das tun, was zu uns passt und nicht das, was uns Medien und Konzerne suggerieren. Auch hier ist das Sich-selbst-kennen das Allerwichtigste und unsere Richtschnur.

Allem was schwarz-weiß dargestellt wird stehe ich skeptisch gegenüber. Strikte Regeln sind nicht mein Ding. Wenn Dir Regeln helfen, nutze sie!

Alles was uns unterstützt und nicht arm macht ist erlaubt.

So achte ich auf mich:

  • Ich gehe bewusst mit Ernährung um und versuche meinem Körper zu achten. Alte Automatismen, wie Frust mit Schokolade zu bekämpfen, kommen immer wieder durch. Ich werde mir aber bewusster, warum ich etwas tue.
  • Ich meditiere.
  • Ich habe mich gegen einen Sportverein und für das Isländisch lernen entschieden weil ich nicht mehr als einen festen Termin die Woche haben will.
  • Ich bin Optimistin. Optimisten leben länger und bleiben gesünder. Zum Glück ist Optimismus erlernbar.

Stress hat Auswirkungen

Zum Beispiel auf die Knochendichte und die Hautelastizität: Wir sehen es Menschen an, wenn sie ein hartes Leben haben.

Wie sieht es bei Dir aus mit:

  • Lebenseinstellung
  • Ernährung
  • Lebensstil
  • Was findest Du schwierig und könntest Du vereinfachen?

6. Mein Alter ist dynamisch

Ich sehe nicht immer gleich jung aus. Das hängt mit meiner Ausstrahlung zusammen, die jeden Tag anders ist.

  • Als meine Augenärztin feststellte, dass wir fast gleich alt sind, hat sie die Augen  aufgerissen vor Staunen. Da hatte ich wohl einen jungen Tag.
  • Manchmal schaue ich in den Spiegel und denke: Oh je, meine Regenerations-Experimente bringen gar nichts.

Ist unser Ich zeitlos?

Meinen Eltern sagen sie fühlen sich innerlich wie mit 16. Das kann ich nicht bestätigen. Ich fühle mich zwar nicht wie 53 – keine Ahnung wie man sich da fühlen soll – aber viel weniger unsicher als vor 30 Jahren. Ich fühle mich auch wohler in meiner Haut und schätze das Leben mehr.

Alter als Ausrede

Viele von uns benutzen das Alter als Ausrede dafür sich nicht mehr ändern zu müssen.

Als ob es dafür eine klare Grenze gibt: Ab hier kann ich nichts mehr ändern

Dass alte Menschen nicht in der Lage sind sich zu ändern habe ich lange geglaubt. Bis meine Schwiegermutter mir das Gegenteil bewiesen hat: Mit Mitte 70 hat sie erfolgreich grundsätzliche Lebenseinstellungen geändert.

Viele meiner älteren Klienten denken auch, sie wären zu alt für Veränderungen. Wenn sie dafür offen sind, spiegele ich ihnen dass es sich hierbei um einen Glaubenssatz und nicht um eine Tatsache handelt.

Wir sind nie zu alt um etwas zu ändern

Beispiel:

Marius Kursawe interviewt in seinem Buch: Berge versetzen für Anfänger (S. 68ff) eine 70-jährige, die im Rentenalter angefangen hat Klavier zu spielen. Sie erzählt, durch wie viele Glaubensüberzeugungen sie sich kämpfen musste bis sie sich getraut hat an der Tür der Klavierlehrerin zu klingeln.

Unsere Zeit ist begrenzt

Wir sterben alle. Zeit ist integraler Bestandteil unserer Realität. Sie ist begrenzt und wir sind auf der Durchreise. Die einzige Konstante der Zeit ist die Veränderung. Lasst uns das nutzen und das Beste aus unserem Leben zu machen.

Das Alter ist eine Zahl

Das Alter steht in unserem Pass. Es gibt die Zeitspanne an, die wir hier sind. Es diktiert aber nicht wie wir uns fühlen und wie wir leben sollen. Du bist nicht Dein Alter. Du bleibst Du, Dein ganzes Leben lang.

Es gibt keine allgemeingültigen Vorschriften fürs Alter

Wir können uns nur an uns selbst orientieren. Wir gehen aber keine großen Risiken ein, wenn wir unsere Glaubenssätze ab und zu gründlich ausmisten.

Füllt Euer Leben mit den Dingen, die Euch wichtig sind.

Wenn ich als weise alte Frau im Schaukelstuhl sitze, möchte ich mich nicht mit meinen Zipperlein, sondern mit meinem erfüllten Leben beschäftigen.

Ich wollte mit diesem Artikel unser Denken über das Altern etwas durchschütteln. Ich hoffe, das ist mir gelungen. Danke, dass Ihr mit mir hinterfragt habt, was wir über das Altern glauben.

Du möchtest mehr über Deine tiefsitzenden Glaubenssätze herausfinden? Kontaktiere mich für eine Energiearbeits-Sitzung.

Links:

Bücher:

  • Marius Kursawe: Berge versetzen für Anfänger
  • Lynne Mc Taggert: Intention
  • Lissa Rankin: Warum Gedanken stärker sind als Medizin
  • Dr. Joe Dispensa: Werde ÜbernatürlichRüdiger
  • Rüdiger Dahlke: Krankheit als Weg
  • Martin Seligman: Learned Optimism

Bilder: Privat

© Inge Schumacher

Über Glück und Zufriedenheit

Im 2. Artikel zum Thema Glück untersuche ich was Glück mit Neid und Empathie zu tun hat und ob sich aus unserem Glück Verantwortung für andere ableitet. Außerdem könnt Ihr zwei Glückslisten bewundern und mit mir über Zufriedenheit nachdenken.

Wir haben eine Glücks-Kultur

Wie wichtig Glück uns ist zeigt die Glücksforschung. Die längste Studie startete 1937 und läuft immer noch. George Vaillant, Psychiatrieprofessor aus Harvard, leitet sie seit 42 Jahren.

Vaillant fand heraus: Das Wichtigste sind Beziehungen. Glückliche Menschen essen gesund, rauchen nicht, trinken Alkohol in Maßen, leben bis zur Lebensmitte in einer stabilen Beziehung und sind auch im Ruhestand aktiv.

Glück, das ist eine gute Gesundheit und ein schlechtes Gedächtnis. Ernest Hemingway

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Wir wünschen einander Glück zum Geburtstag, zu Prüfungen oder für eine sichere Reise. Das ist fester Bestandteil unserer Kultur. Wir verschenken deswegen auch gerne Glückssymbole:

Vierblättriges Kleeblatt: Eines zu finden bedeutet Glück, da sie selten sind. Früher wurde es in die Kleidung eingenäht um Reisende zu beschützen.

Schwein: Das Schwein symbolisiert seit hunderten von Jahren Stärke, Fruchtbarkeit und Wohlstand. Wer im Mittelalter ein Schwein besaß war reich. Wir sagen heute noch: „Du hast Schwein“, wenn jemand Glück hat.

Hufeisen: Die Römer haben das Hufeisen zum Schutz der Pferde erfunden. Eisen war kostbar und deswegen brachte es Glück eines zu finden. Es wurde oft über dem Haus- oder Stalleingang befestigt, als Schutz vor dem Teufel und bösen Geistern.

Glück als Verkaufsmethode

Marketingexperten nutzen diese Glückskultur um uns Produkte mit einem Glücksversprechen zu verkaufen: Das Titelbild zeigt den Deckel eines Marmeladenglases, im Bild unten wird Balsamico Essig angeboten, eine populäre Zeitschrift hat den Namen Happiness.

Glück Produkt
Gesehen im Supermarkt, keine bezahlte Werbung

Einiges im Zusammenhang mit Glück macht mich nachdenklich. Folgende Fragen habe ich mir gestellt und ich bin gespannt auf Eure Meinung.

  1. Sollen wir unser Glück teilen?
  2. Werden wir glücklich, wenn wir andere glücklich machen?
  3. Bedeutet persönliches Glück Verantwortung?

Der Neidfaktor

Geteiltes Glück ist doppeltes Glück. Erzählen wir anderen von Dingen, die uns glücklich machen, teilen wir ein gutes Gefühl. Schön ist, wenn sich unser Gegenüber auch darüber freuen kann. Es besteht aber die Gefahr, dass er sich ausgeschlossen fühlt.

Ich bekomme im Freundeskreis manchmal mit, dass glückliche Ereignisse nicht geteilt werden. Der Grund dafür ist die Angst Neid hervorzurufen.

Der Grad zwischen Glück mit-teilen und prahlen kann schmal sein

Mein Neidmuskel ist glücklicherweise unterentwickelt. Ich freue mir gerne ein Loch in den Bauch für andere. Das macht mich glücklich und vereinfacht die Arbeit mit meinen Klienten.

Empathie hilft

Mit ein wenig Empathie gewürzt solltest Du Dein Glück teilen, finde ich. Lass Dein Glück ansteckend sein! Dazu sollte Dir bewusst sein was beim Teilen mitschwingt.

Kommunikation von Glück auf Augenhöhe

Bei mir regt sich sofort Widerstand, wenn jemand angibt, predigt oder missioniert. Das kommt bei mir an als: Ich weiß es besser und Das was Du tust ist falsch. Ich fühle mich dann klein.

Angebote machen und von sich erzählen ist okay. So versuche ich das in meinen Blogartikeln und in meiner Praxis. Denn keiner von uns ist mehr wert als ein anderer.

Letztens staunte ein Teilnehmer meines Workshops: Ich hätte nicht gedacht, dass Du mit Selbstakzeptanz Probleme hast.

Wir sind alle Experten in verschiedensten Bereichen. Das bedeutet nicht, dass wir überall gleich gut sind. Deswegen bin ich skeptisch gegenüber Gurus und Menschen, die meinen auf alles eine Antwort zu haben.

Ich höre mich manchmal sicher schlau an, ich habe aber auch noch einiges zu lernen, wie wir alle.

Erwischt!

Wenn, ich merke, dass ich negativ reagiere, wenn jemand sein Glück teilt, habe ich die Aufgabe hinzusehen. Da lohnt es sich nachzuforschen anstatt automatisch auf Abwehr zu gehen. Was genau hat mich getriggert und warum? Wo habe ich einen Mangel, den es zu beheben gilt?

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Anderen helfen um glücklich zu werden?

Ich bin damit nicht einverstanden

Anderen zu dienen wird von vielen Religionen zum Ideal erklärt. Ich kenne das aus meiner katholischen Jugend. Jahrhundertelang wurde das Dienen dazu benutzt um Menschen klein zu halten und auf eine Belohnung nach dem Tod zu vertrösten.

Momentan lese ich immer wieder im Rahmen von Tipps zur Persönlichkeitsentwicklung, dass man andere glücklich machen soll, um glücklich zu werden. Z.B.:

„Mache jeden Tag einen Menschen glücklich“. Laura Seiler, S. 29

Was mich daran stört, ist die manipulative Komponente. Sich opfern hilft keinem. Generationen von Frauen haben sich hintangestellt und sind für die Familie und für andere da gewesen. Diese Zeit geht zwar langsam zu Ende, aber wir Frauen schultern immer noch viel zu viel. Und wenn Bedürfnisse dauerhaft ignoriert werden, dann macht das krank.

Wir können erst dann unsere Energie verschenken und anderen helfen, wenn wir genug davon haben. Inge

Zuerst muss es mir gut gehen bevor ich andere unterstütze

Das habe ich mühsam gelernt als meine Kinder klein waren und ich regelmäßig über meine Grenzen gegangen und auf die Nase gefallen bin. In meiner Verantwortung liegt es, sich zuerst um mich zu kümmern. Erst dann kann ich Energie sammeln, die ich dann mit anderen teilen kann.

Seit die Kinder größer sind tue ich das. Ich habe mir als Selbstständige und Nichtalleinverdiener die Voraussetzungen dafür geschaffen. Außerdem ist einer meiner grundlegenden Werte, andere zu unterstützen.

Ich begleite mit meinem Mann zusammen immer wieder Menschen in schwierigen Situationen. Wir evaluieren dabei, wo die Grenze unserer Kraft liegt, damit wir nachher nicht denen, denen wir geholfen haben vorwerfen, sie hätten uns ausgenutzt.

Weg mit dem schlechten Gewissen. Du kommst zuerst. Inge

Du bist kein schlechter Mensch, wenn Du Dich um Dich selbst kümmerst. Im Gegenteil. Dadurch schaffst Du erst die Basis, Dich irgendwann auch um andere kümmern zu können.

Anderen zu helfen macht nur glücklich, wenn wir dabei auf uns selber achten.

inge herz

 3. Bedeutet persönliches Glück Verantwortung?

Wir können anderen mehr geben wenn wir glücklich sind. Glückliche Menschen sind weniger mit sich selbst beschäftigt. Sie sind freundlicher und hilfsbereiter.

Eine moralische Verpflichtung kann ich daraus nicht ableiten.

Auch wenn wir das im Alltag nicht sehen können: Wir sind mit allem um uns herum verbunden und deswegen macht das was wir tun oder nicht tun einen Unterschied.

Jede noch so kleine Handlung des Mitgefühls verleiht dem Leben Sinn und Bedeutung. Dalai Lama, S. 36

Ich übernehme grundsätzlich gerne Verantwortung. Das fällt mir leicht weil ich extravertiert und neugierig bin. Es macht mir Spaß und erfüllt mich mit Zufriedenheit.

  • Ich habe ein Wahllokal geleitet
  • War Schöffe
  • Engagiere mich in der Flüchtlingsarbeit
  • Bin Elternvertreterin

Das bedeutet nicht, dass Du das auch tun musst. Dir fallen andere Dinge leicht und die kannst Du einbringen, wenn Du möchtest.

Es muss nichts Großes sein

Ich bin mit vielen sehr unterschiedlichen Frauen vernetzt, die alle auf ihre Art und Weise ihren Beitrag leisten.  Wir müssen keine Riesenaufgaben stemmen. Ich möchte an dieser Stelle besonders die vielen unsichtbaren Leistungen für die Allgemeinheit würdigen, die von uns allen jeden Tag erbracht werden.

Beispiel:

Jeder Mensch, der in diesen schwierigen Zeiten Kinder nach bestem Wissen und Gewissen großzieht tut sehr viel für die Allgemeinheit.

Mehr Mitgefühl, Güte, Freundlichkeit und Toleranz bringen uns mehr Frieden. Dalai Lama S. 65

Was ich für mein Glück tue: Ich strebe nach Zufriedenheit

Glück ist auf der Durchreise, wie alle anderen Gefühle auch. Kaum ist es da ist es wieder weg. Hinterherhecheln ist anstrengend. Ich versuche daher Glücksmomente anzuziehen indem ich für Zufriedenheit sorge.

Zu-frieden-heit ist ein tolles Wort, weil es das Wort Frieden beinhaltet.

Unzufriedenheit als Frühwarnsystem

Um zufriedener zu werden brauche ich die Unzufriedenheit. Sie zeigt mir, wo es nicht rund läuft und wo ich etwas ändern muss. Ich arbeite daran, meine Unzufriedenheit rechtzeitig zu erkennen damit Situationen nicht eskalieren und ich anfange zu kämpfen.

Wir kämpfen zu viel

Viele von uns befinden sich in einem ständigen Krieg; mit sich oder mit den äußeren Umständen. Sie sind von Stresshormonen überflutet, die sie langfristig krank machen.

Beispiel:

Eine Klientin von mir hatte mehrere Autoimmunerkrankungen und  forschte nach den Ursachen dafür. Sie suchte sich Hilfe und war fast alle Autoimmunkrankheiten los als sie zu mir kam.

Wir haben herausgefunden, dass ihr Kampfautomatismus besonders stark ausgeprägt war. Warum kämpfte sie ständig? Sie war ein allein überlebender Drilling und musste schon im Mutterleib ums Überleben kämpfen. Das ging im Elternhaus weiter: Ihre Kindheit war sehr schwierig. Kämpfen war ihre Überlebensstrategie und sie hat gut funktioniert.

Als Erwachsene hatte sie das Kämpfen nicht mehr nötig, aber sie kannte nichts anderes. Diesen tief verwurzelten Automatismus abzustellen darum ging es in unserer gemeinsamen Arbeit. Das zu ändern klappt nur, wenn man sich dessen bewusst wird und dann aktiv gegensteuern kann.

Kämpfen ist für Ausnahmesituationen reserviert, die meine gesamte Kraft brauchen. Langfristig ist meine Energie besser auf meinem Zufriedenheitskonto angelegt: Eines meiner Lebensziele ist: Als alte Frau weise und zufrieden strickend in einem Schaukelstuhl zu sitzen.

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Eine Glücksliste als Beitrag zu mehr Zufriedenheit

Bei akutem Glücksbedürfnis kann uns eine Glücksliste zeigen was uns hilft. Hier zwei Beispiele:

Die Blogexpertin Anna Koschinski hat eine Glücksliste in ihrem Blogartikel Was wirklich wichtig ist veröffentlicht, die ich teilen darf.

1. Annas Glücksliste

Das kann ich ganz alleine herstellen:

  • Einen richtig guten Kaffee trinken (gehen).
  • Frühstücken gehen (zuhause ist es auch schön, aber ein Frühstücksbuffet ist noch mal besser).
  • Spazieren gehen (am liebsten durch den Wald, aber Park tut´s auch).
  • Musik hören (laut) und
  • dazu tanzen (egal ob in der Disko oder in der Küche) und
  • dazu singen (das dann doch lieber nicht in der Disko).
  • Eis essen (in der Eisdiele ist schon mega – aber zur Not geht auch eins auf die Hand).
  • In der Sonne sitzen.
  • Joggen gehen.
  • Einen Sonnenuntergang anschauen.
  • Etwas schreiben (am besten per Hand).
  • Malen.
  • Ein neues Buch kaufen.

Dafür brauche ich andere Menschen:

  • Gute Gespräche.
  • Rumtoben mit meinem Sohn.
  • Filme schauen (ich weiß, dass das auch alleine geht, macht aber nicht so glücklich).
  • In einer Bar an der Theke sitzen und ein Glas Wein trinken (geht auch alleine, ist dann aber eher uncool).

2. Inges Glücksliste

Glück, in das ich viel Zeit investiere

  • Lachen und Humor
  • Mit der Familie sein
  • Die Arbeit mit meinen Klienten
  • Ein Blogartikel schreiben und veröffentlichen
  • Ehrliche Gespräche und Austausch
  • Alles was mit Island zu tun hat

Schnelles Glück

  • Eis und Schokolade
  • Gutes Essen
  • Blühendes und Essbares in unserem Garten
  • Bücher und Antiquariate
  • Ein Ausflug ans Meer oder den Hamburger Hafen
  • Eine warme Dusche
  • Überraschende Begegnungen

Was steht auf Deiner Glücksliste?

Wir können ganz viel für unser Glück tun. Und, wenn unsere Energie reicht, auch für andere. Ich wünsche Euch langfristig Zufriedenheit und ganz viele Glücksmomente.

 

Links

Apps fürs Smartphone

Ich habe damit keinerlei Erfahrung. Nutzt jemand von Euch eine derartige App?

Bücher

Bücher Glück

  • Dalai Lama: Der Weg zum Glück
  • Laura Malina Seiler: Schön, dass es Dich gibt
  • Lynne Mc Taggert: Die Kraft der Acht
  • Marshall B. Rosenberg: Gewaltfreie Kommunikation

Bilder: Privat und Pixabay

© Inge Schumacher

 

 

 

Dein Lebensthema und Deine Big Five for Life

1. Was ist Dein Lebensthema?

Wir alle brauchen Orientierung in unserem Leben, ein Warum. John Strelecky nennt das in seinem Bestseller The Big Five for Life „Zweck der Existenz“. Ich nenne es das Lebensthema. Es ist ein grober Kompass, der unserem Leben eine Richtung gibt.

Dein Lebensthema zieht sich durch Dein gesamtes Leben, ob Du Dir dessen bewusst bist oder nicht. Um Dein Lebensthema herauszufinden schau Dir Dein Leben gründlich an und stelle fest was immer wieder darin vorkommt. Es kann auch hilfreich sein, den eigenen Lebenslauf daraufhin zu studieren und sich zu fragen womit Du Deine Zeit verbringst.

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Was sich wie ein roter Faden durch Dein Leben zieht ist Dein Lebensthema.

Einige Beispiele für Lebensthemen:

  • Regeln verstehen und untersuchen
  • Das Ungewöhnliche erforschen
  • Unterschiede und Gegensätze erkunden und vergleichen
  • Gruppen zusammenbringen und formen
  • Schönheit
  • Kreativität und schöpferischer Ausdruck
  • Erforschen von Intensität durch Dramen
  • Spiritualität im täglichen Leben
  • Balance

Manche Lebensthemen lassen sich in einem Wort ausdrücken. Andere brauchen einen oder mehrere Sätze. Menschen mit ähnlichen Lebensthemen führen grundverschiedene Leben, denn wir sind unendlich kreativ was die Umsetzung unseres Lebensthemas angeht.

Hier ein Beispiel für die verschiedenen Umsetzungsmöglichkeiten eines Lebensthemas:

Das Lebensthema Mobilität kann auf vielen Gebieten ausgedrückt werden und zwar im Positiven wie im Negativen.

Mobilität

  • Geistige Geschwindigkeit: Kreativität, Intelligenz oder auch Langsamkeit
  • Körperliche Ebene: Sportlichkeit, Rennen fahren oder sich Ausbremsen durch einen Unfall
  • Häufiger Job- oder Wohnungswechsel
  • Reisen
  • Starre Gewohnheiten leben oder diese aufbrechen

Von ge-wusst zu be-wusst

Wir werden unzufrieden und krank, wenn wir unserem Lebensthema nicht genug Raum geben. Deswegen beschäftige ich mich gemeinsam mit meinen Klienten auch immer wieder mit ihren Lebensthemen.

Mein Lebensthema besteht aus einem Wort: Lichtbringer

Mein Lebensthema zu kennen ist eine große Hilfe für mich. Seit ich es kenne, seit ungefähr 10 Jahren, verstehe ich meine Motivationen, meine Impulse und die Sachen, die mir Spaß machen viel besser.

Indizien, die mir geholfen haben mein Lebensthema zu finden:

  • Meine grundsätzlich positive Lebenseinstellung, aufgewachsen bin ich in einer eher pessimistischen Familie.
  • Ich verteile schon immer gerne Wertschätzung und Anerkennung.
  • Ich liebe Teamwork: Als Teenager kam ich in die Volleyballmannschaft, nicht wegen meiner sportlichen Fähigkeiten, sondern weil ich gut fürs Team war.
  • Ich hatte eine Depression und verbrachte dadurch eine Zeit in tiefer Dunkelheit: Ich habe da den gegensätzlichen Aspekt des Lichtbringers gelebt.
  • Ich wollte schon immer Menschen helfen, wusste aber nicht wie und warum. Deswegen habe ich BWL studiert und früher im Controlling und in der Unternehmensberatung gearbeitet.
  • Mein Lebensweg hat mich zur Energiearbeit geführt.

Leben mit dem Bewusstsein des Lebensthemas

Ich teile also natürlicherweise gerne „Licht“. Licht interpretiere ich als Klarheit, Unterstützung und Zusammengehörigkeit. Das ist die Basis für meine Arbeit als Heilerin. Ich teile aber auch gerne Erkenntnisse: In meiner Umgebung, in meiner Praxis und in meinen Blogs und biete damit Hilfe zur Selbsthilfe. Ich arbeite auch daran in mein eigenes Leben genügend Licht zu bringen.

Ich hätte auch ein Leben in Dauerdepression mit vielen Schicksalsschlägen wählen können und damit die dunklen Seiten meines Lebensthemas ausgelotet.

Unser Lebensthema will gelebt werden und wird uns immer wieder in diese Richtung führen, egal was unser Verstand und unsere Umgebung dazu sagen. Mit dem Bewusstsein wohin es uns natürlicherweise zieht, fällt es uns leichter ein erfülltes Leben führen. Dafür ist auch das Wissen um unsere Lebensziele, unsere Big Five for Life, wichtig.

Titel the big five for life

2. Die Big Five for Life sind Deine Lebensziele

Deine Lebensziele leiten sich aus Deinem Lebensthema ab. Deine Big Five sind Ziele, die Du auf jeden Fall im Leben erreichen möchtest. Wenn Du sie erreichst macht Dich das erfüllt und zufrieden. Im Gegensatz zum Lebensthema können sich diese Ziele im Laufe der Zeit verändern weil wir uns immer weiter entwickeln. Neue kommen hinzu und alte lassen wir hinter uns.

Hier sind meine aktuellen Lebensziele:

Mein Lebensthema Lichtbringer
Aktuelle Ziele
1. ç
2. Familie und Freunde
3. Neues lernen und mich selbst inspirieren
4. Die Umwälzungen des Klimawandels positiv gestalten
5. Immer wieder Zeit in Island verbringen

Was steht nicht auf meiner Liste?

Meinem Mann und mir ist aufgefallen, dass Geld und Sicherheit nicht auf unserer Liste stehen. Für uns sind sie eher Mittel zur Zielerreichung.

Was war früher einmal darauf?

Alte Lebensziele:

  • 3 Kinder reichen; ich brauche keine mehr zu bekommen
  • Eine Weltreise habe ich nach meinem Studium gemacht

Was tust Du für Deine Big Five for Life?

Es ist egal ob 3 oder 7 Punkte auf der Liste Deiner Lebensziele stehen. Es ist gut, Dich ihrer bewusst zu sein und Dir immer wieder die Frage zu stellen:

Da wo ich jetzt im Leben bin, inwieweit entspricht das

  1. Meinem Lebensthema und
  2. Was trage ich zur Erreichung meiner Lebensziele bei?

Wenn wir einen zu großen Anteil unsere Zeit mit Dingen verbringen, die uns unseren Zielen nicht näherbringen werden wir unzufrieden.

Was ich für die Erreichung meiner Ziele tue

Ziel 1 Beste Heilerin und Unterstützerin sein

Ich arbeite jeden Tag daran: Ich unterstütze die verschiedensten Menschen in schwierigen Situationen, auch unentgeltlich, und lerne viel dabei. Ich bilde mich ständig weiter. Ich arbeite daran sichtbarer zu werden und damit mehr Menschen die Möglichkeit haben auf mich zuzukommen.

Ziel 2 Familie und Freunde

Familienarbeit macht einen großen Teil meiner Zeit aus. Als mir noch nicht bewusst war wie wichtig es mir ist, gut für meine Familie zu sorgen, habe ich oft mit den lästigen Alltagspflichten gehadert und mich als Opfer gefühlt. Jetzt weiß ich: Das ist ein Lebensziel von mir und es liegt an mir es zu gestalten. Seit mir das klar ist fühle ich mehr Dankbarkeit für meine Familie und das überträgt sich auch auf andere Lebensbereiche.

Freunde erweitern meinen Horizont. Ich bekomme Details aus ihrem Leben mit und sie begleiten mich in meinem. Das macht mich glücklich.

Ziel 3 Lernen und mich selbst inspirieren

Lernen ist ein Grundbedürfnis von mir. Ich fühle mich am wohlsten wenn ich mich ständig weiter entwickele und dafür auch kräftig mein Gehirn benutze:

  • Ich lese Bücher und informiere mich in Podcasts
  • Ich interessiere mich für Zeitgeschehen und Geschichte
  • Ich gehe auf Konferenzen und Netzwerkveranstaltungen. Gerade mache ich einen Onlinekurs bei der Ich-Rede-Akademie von Isabel Garcia

Als meine zwei älteren Kinder klein waren, habe ich mein Lern-Bedürfnis stark vernachlässigt. Es ging mir gar nicht gut damit, denn ohne ausreichend Input verkümmere ich. Das war mir damals nicht klar.

Ziel 4 Umwälzungen des Klimawandels positiv gestalten

Dieses Ziel ist relativ neu auf meiner Liste und ich weiß noch nicht wie ich es mit Leben füllen werde. Ich verstehe immer mehr, dass alles zusammenhängt und vernetze mich international mit Gleichgesinnten. Ich versuche unser tägliches Leben so klimafreundlich wie möglich zu gestalten und dabei pragmatisch zu bleiben.

Isländische Bücher

Ziel 5 Immer wieder Zeit in Island verbringen.

Island ist mein Sehnsuchtsort. Ich lerne seit 4 Jahren Isländisch, bin in diversen Facebookgruppen und halte Kontakte zu isländischen Freunden. Auf Twitter bin ich als @Islandfrauen unterwegs. Außerdem bin ich Mitglied in der Gesellschaft der Freunde Islands. Ich sende also ständig Energie aus, die mich wieder dorthin bringt.

Einige meiner Aktivitäten dienen mehreren Zielen

  • Das Blogschreiben: Vielleicht bin ich deswegen seit 2 Jahren dabei geblieben obwohl es so zeitaufwändig ist.
  • Beschäftigung mit der englischen Sprache: Ich lese englische Bücher, höre Podcasts und schreibe einen englischen Blog. Das vereinfacht meine internationale Vernetzung, die mir sehr viel Spaß macht.
  • Meine monatlichen Workshops: Hier teile ich Gelerntes, unterstütze Menschen und werde selbst inspiriert.

Mein Aha-Erlebnis

Bevor ich den Teil oben geschrieben hatte, war mir nicht bewusst, wie gut viele Dinge in meinem Leben zu meinen Lebenszielen passen. Kein Wunder, dass ich ziemlich zufrieden bin!

Das zeigt, dass wir, auch ohne uns dessen bewusst zu sein, nur indem wir auf uns hören, unserem Lebensthema und den Lebenszielen folgen.

Macht Euer Lebensthema und die Big Five so konkret wie möglich

Ich hoffe, ich konnte Euch hier einige Anregungen geben, wie Ihr mehr über Euer Lebensthema und Eure Lebensziele herausfindet.

Ich empfehle Euch, Euer Lebensthema und Eure Ziele aufzuschreiben und Eure Aktivitäten diesen Zielen zuzuordnen. Dieses Aufschreiben macht alles viel greifbarer und hat mir wertvolle neue Erkenntnisse gebracht.

Sprich darüber!

Als ich diesen Artikel geplant und geschrieben habe, habe ich mich mit etlichen Freunden ausgetauscht. Es war spannend zu hören, welche Lebensthemen und Ziele sie haben und wie sie diese erreichen wollen.

Weil ich das Thema so wichtig finde und ich Euch gerne unterstützen möchte, mache ich Euch folgendes Angebot:

3. Ich lade Euch ein, mit mir gemeinsam an Eurem Lebensthema und Euren Big Five for Life zu arbeiten

Den ersten 5 Lesern, die sich über das Kontaktformular meiner Praxis bei mir melden, schenke ich 1 Stunde in der wir uns – über Skype oder in meiner Praxis – mit Eurem Lebensthema und Euren Zielen befassen. Ich verspreche Euch, Ihr werdet jede Menge Inspirationen bekommen.

Die Aktion ist beendet. Vielen Dank an alle, die mitgemacht haben!

Wenn Ihr Euch Eure Lebenszielen erarbeiten wollt: Im Artikel: Wie findest Du Deine Lebensziele gibt es viele Anregungen und ein Arbeitsblatt dazu.

Links

Fotos: Roter Faden: Pixabay, Rest: Privat

© Inge Schumacher

 

Im Flow 2.0

Vor genau 4 Jahren schrieb ich meinen ersten Gastbeitrag (bei Minimal ist Muss von Nic Pinguet) zu im Flow sein.

Seither habe ich in meinen eigenen Blogs viele spannende Themen aus der Persönlichkeitsentwicklung untersucht. Das im Flow sein hat mich die ganze Zeit über begleitet.

Was bedeutet im Flow sein?

Im Flow werden wir eins mit unserer Tätigkeit und sind jenseits von Raum und Zeit. Es ist ein Zustand voller Energie und Produktivität. Im Flow sind wir hoch motiviert und konzentriert. Das macht Spaß und ist sehr effizient.

Danach sind wir glücklich und zufrieden: Wir erkennen, wie viel wir geleistet haben und wie mühelos das war.

Woher kommt der Begriff Flow?

Der Glückforscher Mihaly Csiksentmihalyi (hier sein TED Talk) schrieb in den 70er Jahren seine Dissertation über dieses Thema. Er interviewte Künstler und stellte fest, dass sie bei ihrer Arbeit in eine Art Trance gerieten. Sie vergaßen alles um sich herum und gingen ganz in ihrer Aufgabe auf. Sie waren erfüllt und glücklich.

Später interviewte er Unternehmer, z.B. bei Sony, die festgestellt hatten dass ihre Mitarbeiter, z.B. Ingenieure, viel effizienter waren, wenn sie an ihrem Arbeitsplatz ihren Spaß und ihre Freude am Umgang mit Technik ausleben konnten.

Voraussetzungen um in den Flow zu kommen

Wir können den Flow nicht erzwingen, aber wir können die Voraussetzungen dafür schaffen. Mir fällt es z.B. relativ leicht mich zu konzentrieren.

Neben Konzentration gibt es noch andere wichtige Voraussetzungen:

  1. Wir brauchen ein klares Ziel: Z.B einen Blogartikel schreiben
  2. Es muss eine machbare Herausforderung Wir brauchen Vorkenntnisse und Erfahrungen dafür: Wir kommen nicht in den Flow beim Inlinern wenn wir noch nie auf Rollen gestanden haben.
  3. Die innere Motivation: Der innere Schweinehund muss überwunden sein. Wenn wir keine Lust haben hat es keinen Sinn.
  4. Präsent sein und bleiben: Die Arbeitsumgebung sollte möglichst frei von Störungsquellen sein.
  5. Loslassen. Kontrolle passt nicht zu diesem fließenden Zustand. Wir tauchen tief ein in unser Tun. Bin ich beim Bloggen im Flow dann bin ich kreativ. Die Ideen und Gedanken sprudeln und danach bin ich oft überrascht vom Ergebnis.

Das ist keine vollständige Liste. Manche Menschen brauchen auch Druck, z.B. den Druck eines Abgabetermins, um in einen Flow zu kommen.

Was funktioniert gut bei Dir?

Beispiele für im Flow sein

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Im Flow in Bewegung

Als ich letztens an der Ostsee war, habe ich meine Inliner mitgenommen. Es war Vorsaison und noch kalt, da hatte ich die Strandpromenade ganz für mich. Es war ein tolles Gefühl dahinzugleiten. Meine Bewegungen waren weich und effizient.

Im Flow im Team

Auch in Gruppen habe ich im Flow sein erlebt. Wenn ich mit meinen Kindern gemeinsam kochen oder backe fließen wir oft gemeinsam mit unseren Aufgaben.

Mit meinen Klienten bin ich regelmäßig im Flow. Wir gehen dann gemeinsam auf eine spannende Entdeckungsreise. Ich bin sehr präsent und alle meine Sinne sind online. Gemeinsam erforschen wir die Wirklichkeit meiner Klienten und sehen nach wo und warum es hakt und arbeiten daran.

Was genau ist Flow 2.0?

Unter Flow 2.0 verstehe ich einen ganzen Tag und nicht nur eine Aufgabe lang im Flow zu sein. Ich habe das Ziel, möglichst leicht durch mein Leben zu fließen.

Vor ein paar Wochen machte ich einen Selbstversuch: Ich wollte versuchen einen ganzen Tag bewusst im Flow zu verbringen. Ist das überhaupt möglich?

Ein Tag im Flow: Der Selbstversuch

An einem schönen Samstag war ich richtig gut drauf. Die Familie schlief noch. Ich hatte keine festen Termine, aber jede Menge Dinge, die ich erledigen wollte.

Ich beschloss diesen Tag zu meinem Flow-Testtag zu machen. Wer mich und meinen Blog kennt, weiß, dass mir solche Experimente viel Spaß machen. Ich hole dann meinen „Indiana Jones“ der Persönlichkeitsentwicklung heraus und bin gespannt welche Schätze ich finde.

Ich dockte den ganzen Tag lang immer wieder bei mir an und folgte meinen Impulsen

Zuerst beendete ich einen Blogartikel für meinen englischen Blog. Dann wollte mein Sohn American Pancakes zum Frühstück. Wir einigten uns auf Waffeln, die wir gemeinsam zubereiteten, was die restliche Familie klasse fand.

Danach recherchierte und schrieb ich noch eine Stunde an einem deutschen Blogartikel und las anschließend ein Fachbuch auf der Terrasse fertig. Mein Mann war für das Mittagessen zuständig, wie schön!

Was jetzt? Eine Freundin zog 2 Tage später um und ich hatte ihr versprochen, einige Möbel für meine Flüchtlingsmentee Evelyn abzuholen. Wir verabredeten uns per WhatsApp und packten die Möbel in mein Flugzeugmutterschiff. So nenne ich unseren Ford S-Max, der einen schier unerschöpflichen Kofferraum hat.

Ich versuchte Evelyn zu erreichen, um zu klären wann ich ihr die Möbel vorbeibringe. Ich erwischte sie nicht und ich war mir auch nicht sicher, ob das in meinen Flowtag passte also ließ ich das los.

Gemeinsam mit meiner Tochter verbrachte ich 2 ruhige Stunden auf der sonnigen Terrasse. Dann meldete sich Evelyn, dass ich die Möbel vorbeibringen konnte. Ich entschloss mich zu fahren. Mein Sohn wollte mit. Prima, der Beifahrersitz war noch frei. Er spielt gerne mit Evelyns einjähriger Tochter.

Wir fuhren los. Meine gewohnte Strecke war gesperrt. Erst war ich genervt, dann erinnerte ich mich an meinen Flowtag und fand eine Alternativroute unter Bäumen. Hamburgs Alleen sind besonders im Frühling wunderschön.

Evelyn sucht eine Wohnung. Das ist nicht einfach. Sie spricht zwar Englisch aber noch kaum Deutsch. Deswegen unterstütze ich sie bei der Wohnungssuche. Als wir uns trafen sagte ich ihr: „Ich habe ein gutes Gefühl, dass Du eine finden wirst ohne dass ich Dir sagen kann, wo das herkommt.“

Meine Umzugs-Freundin hatte ich mit ihrer Familie am nächsten Tag zum Mittagessen eingeladen. Spontan wollte ihre Schwester mit Tochter dazu kommen. Als hätte ich das geahnt hatte ich am Tag vorher 500g Hackfleisch zu viel für das Chilli con Carne gekauft. So würde es auch für 10 Leute reichen.

Als wir zurück waren, war es sieben Uhr abends. Ich rührte im Chili, das mein Mann vorbereitet hatte, als das Telefon klingelte. Es war die Vermieterin einer Sozialwohnung für Evelyn. Wir hatten vor einer Woche ein sehr nettes Telefongespräch geführt. Sie bot uns für morgen einen Besichtigungstermin an, denn jemand war abgesprungen. Super! Ich überbrachte Evelyn die gute Nachricht.

Was für ein Tag!

Die kleinen Aufgaben in Haushalt und Garten fügten sich nahtlos in meinen Flow-Tag ein. Ich hatte nicht das Gefühl, dass der Tag knallvoll war, habe aber viel erledigt.

Am Abend hüpfte ich vor Freude durch die Wohnung. Ich war durch den Tag geflossen und meine Familie und Freunde mit mir. Der Tag war einfach, effizient und überraschend verlaufen.

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Fazit des Selbstversuchs Flow 2.0:

Der Selbstversuch ist gelungen. Ich war den ganzen Tag sehr präsent und lauschte auf meine Impulse.  Es war gerade deswegen anstrengend, denn ich lief selten im Autopiloten: Ich war sehr aufmerksam und habe genau beobachtet wie meine Energie floss.

Mache ich das nochmal?

Dieser Tag war keineswegs Alltag für mich. Er hatte keine Fixpunkte, also Dinge, die zu einem bestimmten Zeitpunkt passieren mussten. Deswegen hat er sich so gut für mein Experiment geeignet.

Da es für mich ungewohnt war, den ganzen Tag im Fluss zu bleiben und ich viel Energie in das Präsent sein gesteckt habe, war ich am nächsten Tag müde. Es hat mir trotzdem viel Spaß gemacht und ich habe wertvolle Erfahrungen auf Impulse zu hören und danach zu handeln gesammelt.

Ich hoffe ich kann nun öfter durch Teile meines Tages schwimmen und sich vieles ergeben lassen. Das fühlt sich für mich aber noch nicht natürlich an und ich muss mich bewusst daran erinnern, Druck rauszunehmen.

Wie übertrage ich Flow 2.0 in den Alltag?

Da ich selbstständig bin, habe ich viele Freiheiten. Ich arbeite daran, sie auch zu nutzen und mit meinen Aufgaben immer lockerer durch meinen Alltag zu fließen.

Was könnt Ihr tun, wenn Ihr angestellt und nicht in einer Arbeitsumgebung seid, in der Ihr leicht in euren Flow kommt?

Sei es im Großraumbüro oder ganz ohne festen Arbeitsraum, wichtig ist zu wissen, was Euch gut tut und wann Ihr Euch wohl fühlt. Wie viel Struktur braucht Ihr, wie frei möchtet Ihr arbeiten? Es gibt oft mehr Möglichkeiten als wir denken, unseren Arbeitsalltag zu gestalten. Im Zuge von New Work sind einige Vorgesetzte bestimmt eher für Experimente zu begeistern als früher.

Im Flow sind wir effizient und fühlen uns wohl. Das ergibt ein Win win: Für Euch und den Arbeitgeber.

Ein wichtiger Hinweis, den ich immer wieder gebe, wenn es um präsent sein geht und darum unsere Realität bewusst zu gestalten ist:

Folge Deinen Impulsen

Impulse sind die kleinen Stupser, die man spüren kann, wenn man aufmerksam im Jetzt ist. Ich übe schon lange, sie wahrzunehmen, überhöre sie im Alltag aber auch noch manchmal. Vielleicht kennt Ihr das:  Euch fällt auf: Genau diesen Impuls hatte ich gestern schon, warum bin ich ihm nicht gefolgt?

Impulse helfen uns, den optimalen Weg für uns zu finden. Wenn wir offen sind, können wir auf diese Weise jede Menge Anregungen und Ideen einsammeln. Impulse helfen uns, unseren natürlichen Flow zu finden und damit effizienter unseren Weg zu gehen.

Wie kommt Ihr in den Flow?

Was macht euch daran am meisten Freude?

 

Links

Wikipedia zu Flow (Psychologie)

Buch von Mihaly Csiksentmihalyi, des „Flow Erfinders“: Das Geheimnis des Glücks . Sein TED Talk (in Englisch) und eine unterhaltsame animierte Version in einfachem Englisch.

Bilder: Privat

© Inge Schumacher

Die Metta Meditation und die Brücke der Sympathie

Anknüpfend an meine Artikel über Partnerschaft und Meditation stelle ich hier Möglichkeiten vor, schwierige zwischenmenschliche Situationen zu entspannen.

Wenn wir auf jemanden nicht gut zu sprechen sind, dann schicken wir ihm alles andere als positive Energie. Wir können gar nicht anders: Wir sind verletzt, schlagen um uns und verteilen Schuldzuweisungen und Vorwürfe.

Auch wenn unser Gegenüber am anderen Ende der Welt ist wird er darauf reagieren und ähnlich negative Energie zurückschicken. Das kann sich ewig so fortsetzen.

Wir sind aber nicht unsere Gefühle, wir haben sie nur. Sie sind nicht in Stein gemeißelt, denn wir haben die Möglichkeit sie jederzeit zu verändern.

Ich zeige hier, wie wir auch ohne dass unser Gegenüber mitarbeitet, mit schwierigen zwischenmenschlichen Situationen umgehen können. Wie das geht? Mit Akzeptanz und Wertschätzung, also mit positiver Energie.

1. Die Brücke der Sympathie

In einer angespannten Situation konzentrieren wir uns bewusst auf die Seiten, die wir an unserem Gegenüber schätzen und drücken diese Wertschätzung in Gedanken aus. Für ein Gespräch ist die Situation oft viel zu verfahren. So durchbrechen wir den Automatismus der gegenseitigen Vorwürfe und die Situation kann sich verändern. Wir bauen eine Brücke der Sympathie.

a. Die Brücke der Sympathie in der Partnerschaft

Eine Klientin rief mich aufgeregt wegen eines Konfliktes an: Ihr Mann hatte gedroht, sie zu verlassen, weil er eifersüchtig war. Sie hatte sich nichts vorzuwerfen, hatte aber große Angst und machte sich und ihrem Mann Vorwürfe.

Ich habe sie unterstützt, in dem ich ihr geraten habe, ihren Mann wüten zu lassen und nicht darauf einzusteigen. Seine Eifersucht ist zuallererst sein Thema. Ich riet ihr sich auf das zu konzentrieren, was sie an ihm schätzt und das bewusst auszustrahlen. Ich wusste, dass sie dazu in der Lage ist. Wenn sie wieder ruhiger war, konnte sie sich ihren Anteil an dem Drama ansehen.

Es hat geklappt. Sie ist aus dem Teufelskreis der gegenseitigen Beschuldigungen ausgestiegen und hat damit der Situation die Brisanz genommen und die Stimmung hat sich wieder beruhigt. Sie war in der Lage eine Brücke der Sympathie zu bauen.

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b. Die Brücke der Sympathie im Büro

Vor Jahren hatte eine Freundin von mir Probleme mit einer objektiv doofen Chefin. Sie hat jeden Tag ausgestrahlt wie unmöglich sie diese Frau fand. Die Chefin reagierte darauf mit Mikromanagement: Sie kontrollierte sie minutiös. Meine Freundin wollte nicht ihren Job wechseln, aber ihre Freiheit zurück haben.

Ich rat ihr zu folgendem: Sie sollte ich etwas suchen, dass sie an dieser Frau wirklich gut fand und das täglich ausstrahlen. Es hat funktioniert. Sie musste das zwar täglich wiederholen und das Mikromanagement hörte auf. Die beiden kamen die eineinhalb Jahre, die sie noch zusammen gearbeitet haben gut miteinander aus.

Ich habe damit Klienten auch schon sehr erfolgreich bei Gehaltsverhandlungen unterstützt.

2. Die Metta Meditation

Metta kommt aus dem Sanskrit und bedeutet Freundlichkeit, Güte, aktives Interesse an Anderen, Liebe, Freundschaft und Sympathie. Mit der Metta Meditation transportieren wir positive akzeptierende Gefühle.

Akzeptanz  ausdrücken

Metta bedeutet bedingungsloses Wohlwollen. Die Bedingungslosigkeit hat dabei eine zentrale Bedeutung. Solange wir Mitmenschen nur annehmen, wenn sie bestimmte Bedingungen erfüllen ist Metta als innere Haltung nicht möglich.

Wir üben mit dieser Meditation uns selbst und andere Menschen mit ihren Fehlern, Unzulänglichkeiten und Schwächen anzunehmen.

Die Metta Meditation fängt bei der Wertschätzung von uns selber an.

Denn erst wenn wir uns wertschätzen können, haben wir die Voraussetzungen dafür anderen auch offen zu begegnen. Es ist deswegen sehr wichtig zuerst uns selber genügend Zeit in dieser Meditation zu widmen.

Dann können wir den Kreis erweitern und uns über Familienmitglieder und neutrale Personen bis zu Gegnern vorarbeiten.

Die 5 Schritte der klassischen Metta Meditation

Eine klassische Metta Meditation ist in fünf Schritte gegliedert. Am Anfang empfehle ich nur den ersten Schritt praktizieren, der bringt Euch in die eigene Mitte. Auf ihm baut dann alles andere auf.

Vorbereitung

Zunächst sucht Euch einen entspannten Platz an einem ruhigen Ort, an dem Ihr es über einen längeren Zeitraum bequem habt. Macht es Euch wirklich gemütlich. Es ist egal, ob Ihr liegt oder sitzt oder Euch bewegt. Wie wollt Ihr positive Gedanken denken, wenn es Euch nicht gutgeht?

Atmet einige Male tief ein und aus und konzentriert Euch auf Euren Atem. Um ruhig zu werden, könnet Ihr z.B. die Worte „einatmen“ und „ausatmen“ denken und auf diese Weise verhindern, dass die Gedanken abschweifen. Behaltet das bei bis ihr eine körperliche Entspannung fühlt. Setzt Euch nicht unter Druck. Bleibt einfach beim ruhigen Atmen.

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1. Schritt: Die Arbeit mit uns selbst

Zu Beginn geht es darum Wohlwollen und Freundlichkeit gegenüber uns selbst zu spüren. Das kann sich ungewohnt anfühlen, gehen wir doch mit uns oft nicht sehr liebevoll um. Erinnert Euch an Situationen, in denen Ihr entspannt und glücklich wart und wiederholt folgende Sätze.

Ich schicke mir Frieden und Akzeptanz:

  • Es möge mir gut gehen.
  • Ich möge glücklich sein.
  • Ich schätze mich selbst.
  • Gesund möge ich sein und frei von Ärger.
  • Zufrieden und entspannt möge ich sein.

Ob Ihr einen dieser Sätze mehrmals wiederholt oder sie der Reihe nach sagt, ist egal. Sie können auch abgewandelt und ergänzt werden. Ihr findet schnell heraus welche Satzkombinationen am besten passen.

2. Schritt: Die Arbeit mit Euch nahestehenden Menschen

Stellt Euch nun jemanden vor, der Euch sehr nah ist: Das kann ein Freund oder ein Familienmitglied sein. Visualisiert den Menschen so genau wie möglich vor. Jetzt schickt Ihr dieser Person Wohlwollen, Freundlichkeit und Liebe:

  • Es möge Dir gut gehen und Du mögest gesund sein.
  • Du mögest glücklich und frei von Ärger sein.
  • Du mögest entspannt und zufrieden sein.

Schickt dieser Person außer diesen guten Wünschen und vielleicht auch etwas, was sie gerade besonders braucht. Auch diese Sätze können abgewandelt werden.

3. Schritt: Die Arbeit mit neutralen Personen

Denkt nun an eine Person, zu der Ihr ein neutrales Verhältnis habt. Ihr empfindet weder Abneigung noch Zuneigung für diesen Menschen. Welche Gemeinsamkeiten gibt es? Stellt über einen gemeinsamen Anknüpfungspunkt mit dieser Person eine Verbindung her. Auch ihr schickt Ihr Freundlichkeit und Wohlwollen.

  • Es möge Dir gut gehen.
  • Du mögest dich entspannen und zufrieden sein.
  • Mögest Du gesund sein.

Im 3. Schritt der Meditation könnt Ihr die Liebe und Freundlichkeit vielleicht schon tiefer spüren. Dieser Teil der Meditation kann Euch helfen, die Personen aus unserem Umfeld genauer wahrzunehmen.

Schritt 4: Die Arbeit mit einer Person, mit der Ihr Probleme habt

Das ist eine Herausforderung. Nachdem wir Wohlwollen gegenüber uns selbst, einem nahestehenden Menschen und einer neutralen Person geübt haben, versuchen wir jetzt mit unserem Ärger und unserer Wut umzugehen.

Wenn Ihr diese Person visualisiert, versucht Eure negativen Gefühle außen vor zu lassen. Lasst sie ziehen. Versucht stattdessen eine Verbindung aus einem neuen Blickwinkel herzustellen:

Sucht Euch ein Umfeld aus, das es Euch ermöglicht diesen Menschen möglichst neutral zu betrachten. Seht diese Person als Mensch mit Sehnsüchten, Ängsten und Problemen, genau wie Euch.

Ihr könnt Euch auch etwas vorstellen, was ihr an dieser Person aufrichtig schätzt, dann werden die automatischen negativen Gefühle ausgebremst.

Durch diesen neuen Blickwinkel können die Konflikte in den Hintergrund treten. Weil wir unsere innere Haltung verändern, werden wir dieser Person vielleicht auch im realen Leben bald entspannter gegenüber treten können.

Ihr sendet nun diesem Menschen Wohlwollen:

  • Mögest Du Ruhe und inneren Frieden finden.
  • Mögest Du entspannt und zufrieden sein.
  • Mögest Du gesund und kraftvoll sein.
  • Möge es Dir gut gehen.

Schritt 5: Alle bisherigen Personen einschließen

Jetzt habt Ihr Euch so auf positive Gefühle eingeschossen, dass Ihr Eure liebevollen Gedanken und Gefühle über alle Personen hinweg strömen lassen könnt. Lasst Euch dabei von Eurer Vorstellungskraft leiten. Jede Person, die in Eure Gedanken tritt, bekommt wohlwollende Freundlichkeit mit auf den Weg. Jedem Wesen begegnen wir beispielsweise mit den Sätzen:

  • Möge es dir gut gehen
  • Schön, dass Du da bist

Bleibt während der gesamten Meditation in dem ruhigen, gleichmäßigen Atemrhythmus. Mit jeder Einatmung nehmt Ihr neue Lebensenergie auf und mit jeder Ausatmung könnt Ihr etwas loslassen, das Ihr nicht mehr braucht.

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Ergänzung zur Metta Meditation: Einbeziehen von allem was ist

Vielleicht wollt Ihr den Bogen zum Abschluss noch weiter spannen und Euer Herz ganz weit machen. Ihr könnt Eure Meditation auf die gesamte Erde und das gesamte Universum ausdehnen.

  • Möge es allen gut gehen und mögen alle Zufriedenheit empfinden.
  • Möget Ihr gesund sein und inneren Frieden finden.
  • Ich wünsche Euch allen Glück und Erfüllung.

Beendet die Meditation, wenn Ihr das Gefühl habt zur Ruhe gekommen zu sein und all das gesagt zu haben was Euch wichtig war. Atmet dazu noch einige Male tief ein und aus und kommt langsam wieder zurück.

3. Es gibt mehr Wege zum Ziel

Wenn Euch eine feste Struktur zu sehr einschränkt, dann sucht Euch einen anderen Weg, positive Gedanken für Euch und Eure Mitmenschen auszudrücken. (Z.B. Fürbitten.)

Egal, wie es passiert, eine Veränderung Eurer Energie wird Eure Realität verändern! Ich staune immer wieder darüber, wie machtvoll die Energie, die wir aussenden ist und wie viel Positives  und Negatives wir damit bewirken können.

Wichtig in akuten Krisensituationen ist, die positive Energie immer wieder loszuschicken. Das tun wir ja auch, wenn wir uns aufregen. Dabei kommt es nicht auf die Zeitdauer an, sondern darauf, dass die positiven Gefühle, die von Euch ausgehen, echt sind und aus tiefstem Herzen kommen.

 

Bücher

Man kann überall meditieren: Wie das geht wird sehr gut in diesem 2 Minuten Video erklärt (Englisch).

Bilder: Pixabay und Privat

© Inge Schumacher

 

Das Geheimnis einer wundervollen Partnerschaft II

Partnerschaften sind die großen Herausforderungen unseres Lebens. Wir haben durch sie die Chance gemeinsam den Weg zu uns zu finden.

Dies ist die Fortsetzung des letzten Blogartikels. Ihr lest hier was passiert, wenn wir uns auf die Stärken des Anderen konzentrieren und warum Vergebung so wichtig ist. Außerdem schauen wir uns an warum Trennung eine Chance ist und wie verfahrene Partner-Situationen entspannt werden können.

1. Das Geheimnis der Anziehung

Wir fühlen uns beim Kennenlernen oft angezogen von Eigenschaften, die wir selbst brauchen.

Interessanterweise sind das oft genau die Eigenschaften, die uns später beim Anderen stören. Warum? Weil sie uns immer noch fehlen. Leider ist uns das meist nicht bewusst. Wir merken nur, dass uns etwas fehlt und machen dann unseren Partner dafür verantwortlich. Schaut Euch die Punkte an, die Euch bei Eurem Partner echt nerven und dann überlegt in welcher Form Euch eine Prise davon gut täte!

Beispiel

Ich werfe meinem Mann immer noch ab und zu seine Abgrenzungsfähigkeit vor; seine Leichtigkeit, den eigenen Weg zu verfolgen. Dann fühle ich mich als Opfer, weil ich gerade den ganzen Kleinkram organisiere und die Familie am Laufen halte, aber viel lieber etwas Anderes täte. Eine meiner Lernaufgaben war das bewusste Wahrnehmen dieser Bedürfnisse. Jetzt bitte ich frühzeitig um Hilfe, damit ich die nötige Zeit bekomme für die Dinge, die mir wichtig sind.

2. Ich kenne meine Werte

und damit auch meine Bedürfnisse. Ich lebe meine Werte: Meine Familie ist mir wichtig. Ich schätze es, die Kleinigkeiten des Alltags mit ihr zu teilen.

Außerdem liebe ich es in meiner Praxis Menschen auf Ihrem Weg zu unterstützen. Ich brauche Ansprechpartner außerhalb der Familie und bekomme dadurch wertvollen Input: Dazulernen macht mir viel Freude. Ich engagiere mich als Mentorin, weil ich ein Zeichen für Integration setzen möchte. Das alles balanciere ich aus, indem ich so bewusst und achtsam wie möglich durch meinen Alltag gehe.

Partnerschaft ist keine Einbahnstraße

Mein Mann unterstützt mich sehr auf meinen eigenen Weg. Für ihn ist das selbstverständlich. Als ich das endlich verstanden hatte, war ich überrascht. Ich hatte lange den Glaubenssatz, dass ich es nicht wert bin unterstützt zu werden. Ohne einander wären wir beide heute nicht da wo wir sind.

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3. Die Stärken des Anderen wahrnehmen

Ich hatte viel höhere Ansprüche an meinen Mann als an andere Menschen. Er machte mich vor langer Zeit darauf aufmerksam. Das war mir bis dahin nicht bewusst. Das kam daher, dass er mir so nahe war und daher bitte auch perfekt zu sein hatte. Schwächen waren nicht erlaubt.

Meine Stärke

Ich kann mir unendlich viele Kleinigkeiten merken. Das scheint eine Folge meiner Hochsensibilität zu sein. Für meine Arbeit ist das ein großes Plus. Meine Klienten staunen oft, was ich nach Jahren noch alles an Details weiß.

Ich ging leider davon aus, dass mein Mann das auch kann. Ich wurde früher sehr ungeduldig, wenn ich dasselbe mehrmals erzählen musste, weil ich sein Desinteresse  dafür verantwortlich machte. Seine vermeintliche Schwäche hat sich also als meine Stärke entpuppt.

Seine Stärke

Mittlerweile habe ich von meinem Mann viel über das Abgrenzen gelernt. Er ist auf seine Art zugänglich für unsere Kinder. Er kann z.B. viel besser mit extremen Emotionen wie Heulkrämpfen und Wutausbrüchen umgehen als ich. Das ist eine Stärke von ihm, die mich entlastet.

Ich schicke ihn oft zu Lehrergesprächen, denn er hat ein sehr feines Gefühl für Menschen entwickelt und kann gut schwierige Situationen klären.

Beispiel Lernentwicklungsgespräch:

Die Klassenlehrerin meiner Großen hat sie sehr ungerecht behandelt. Sie bekam viel schlechtere Noten für die gleichen Leistungen als ihre Mitschüler. Meine Tochter entwickelte einen Hass auf diese Frau.

Mein Mann kam von diesem Lernentwicklungsgespräch mit einer interessanten Erkenntnis nach Hause. Er meinte, dass die Lehrerin meine Tochter sehr schätzte. Ihr großer Gerechtigkeitssinn machte leider Überstunden und sie beurteilte sie deswegen deutlich schlechter als andere Schüler, um sie ja nicht zu bevorzugen. Der Lehrerin war das sicher nicht bewusst. Meine Tochter konnte aufgrund dieser Info viel besser mit der Lehrerin umgehen und gab nicht mehr so viel Kontra, so dass sich ihre Noten besserten.

Überraschung: Ich entdecke immer mehr Stärken

Seit ich mich mehr auf die Stärken meines Partners konzentriere entdecke ich immer mehr davon. Das hat natürlich mit meiner Wahrnehmung zu tun. Ich finde, wir brauchen alle eine „Stärken-Brille“ im Umgang miteinander, dann fällt uns das Zusammenleben viel leichter.

4. Lernaufgabe: Mit Gefühlen umgehen

Ich war früher ein unberechenbarer Vulkan. Wenn ich explodierte verletzte ich mich auch selbst, was ich lange nicht verstanden habe. Ich musste lernen zu fühlen was ausgedrückt werden wollte; und das bitte sozialverträglich.

Für mich war das vor 30 Jahren unmöglich. Ich hatte so viel von mir verbuddelt, dass ich außer dem Gefühl: Das tut so weh, das will ich nicht! keine Ahnung hatte was wirklich mit mir los war, wenn es aus mir herausbrach.

Der Lernprozess hat lange gedauert. Zuerst habe ich gelernt, dass es sich lohnt hinzusehen, wenn ich explodiere. Meist ging es um Kleinigkeiten, die sich langsam anstauten und der äußere Anlass rechtfertigte dann die heftige Reaktion nicht. Ich lernte hinzusehen, was wirklich dahinter steckte und fand viele alte Verletzungen und Glaubenssätze über die ich immer wieder stolperte bis ich sie endlich wahrnahm.

Mein Mann sagt, er hat durch mich gelernt seine Gefühle deutlich eher auszudrücken und leichter loszulassen.

5. Klar kommunizieren: Was brauche ich von Dir?

Partner reden durchschnittlich 10 Minuten pro Tag miteinander. Diese 10 Minuten sind meist mit Organisatorischem gefüllt: Einkauf , Essen, Termine. Das reicht nicht für die Beziehungspflege. Sie braucht einen ehrlichen offenen Austausch und der kostet Zeit. Hier gilt es Prioritäten zu setzen.

Früher glaubte ich: Du bist doch mein Partner. Du musst das doch wissen! Wissenstransfer per Telepathie funktionierte leider nicht.

Meine Prioritäten sind oft andere als die meines Mannes. Erst wenn ich ihm mitteile, was mir wichtig ist, gebe ich ihm die Möglichkeit zu reagieren und mich zu unterstützen.

Butter bei die Fische: Was will ich?

Klare Ansagen zu machen ist immer noch eine Herausforderung für mich. Erstens muss ich mir klar darüber werden was genau ich brauche und zweitens macht mich das verwundbar: Meine Bitte könnte abgelehnt werden.

Heute bitte ich viel schneller um Unterstützung und beziehe auch die Kinder mit ein. Ein Indikator für mich ist, wenn ich anfange mich gestresst zu fühlen. Dann erkläre ich die Situation und bitte um Ideen. Ich habe gelernt, dass ich ernst genommen werde und wir oft kreative Lösungsmöglichkeiten finden, die allen Spaß machen.

6. Vergebung

In jeder Partnerschaft gibt es Machtkämpfe, Verurteilungen und Schmerz. Im Laufe der Zeit kann sich so ein großer Berg von Verletzungen ansammeln. Ohne Vergebung verstellt dieser Müllberg irgendwann den Blick auf einander. Dann hat die Beziehung keine Zukunft mehr.

Muss das sein?

Leider scheinen wir eine masochistische Ader zu haben und alten Schmerz immer wieder gerne hervorzuholen, um in diesen starken miesen Gefühlen zu baden. Wir haben ein Recht auf unseren Zorn, aber haben wir wirklich Lust dazu, uns immer wieder schlecht zu fühlen? Wir haben auch das Recht uns nicht mehr mit der Vergangenheit zu quälen.

Schmerz, den wir dauerhaft empfinden macht uns krank

Wir finden ihn dann in unseren Körpern wieder: Z.B. als Stresssymptome wie Rückenschmerzen oder Schlaflosigkeit. Durch Vergebung können wir uns heilen. Das bedeutet nichts anderes als Loslassen und das ist manchmal leichter gesagt als getan:

  1. Trauer: Emotionale Schmerzen müssen erst einmal wahrgenommen und angemessen betrauert werden. Verdrängung ist nicht gut, dann gären die Verletzungen im Untergrund weiter.
  2. Vergeben braucht einen Wechsel des Standpunkts: Wir bleiben nicht im Außen beim Anderen, sondern schauen auf uns und räumen bei uns auf: Wir sind dann keine Opfer mehr.

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Echte Vergebung hat nichts mit Großzügigkeit oder hoher Moral zu tun. Es ist eine großangelegte Entrümpelungsaktion in unseren Herzen, die sich für alle Beteiligten lohnt.

7. Trennung

Eine Freundin von mir hat sich vor kurzem nach über 20 Ehejahren getrennt. Ihr Mann hatte die Beziehungspflege ihr alleine überlassen und irgendwann war das Ungleichgewicht so groß, dass es nicht mehr passte. Die Beiden sind im Guten auseinander gegangen, auch weil meine Freundin ihn nie schlecht gemacht hat und dankbar für die gemeinsame Zeit sein kann.

Eine Trennung ist eine große Lern-Chance

Wir tun plötzlich Dinge, die wir uns vorher nicht erlaubt haben und entwickeln uns so weiter. Auch haben wir mehr Raum und Zeit für unsere eigene Heilung. Die Trennung sorgt eine Zeitlang dafür, dass wir bekommen, was uns fehlte bevor uns das Leben unsere Themen wieder vorsetzt.

Viele Trennungen kosten unendlich viel Energie

weil bis aufs Messer gekämpft wird. Es ist dann wegen des Schmerzes fast unmöglich den eigenen inneren Frieden wiederzufinden und dem Ex-Partner zu vergeben.

Wir sind dann in einem Teufelskreis gefangen: Der Ex-Partner verhält sich rücksichtslos. Unser Schmerz wächst und wir verurteilen und verachten ihn immer mehr. Wir können ihn aber nicht ändern. Das macht es schwer, die Chance der Trennung zu nutzen und die eigenen Unzulänglichkeiten, die uns der Partner spiegelt, lieben zu lernen.

Das Problem ist, dass wir etwas von dem wir uns lösen wollen zuerst annehmen müssen. Nur, wenn wir nichts mehr von unserem Ex-Partner brauchen sind wir frei für neue Beziehungen.

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8. Wie wir blockierte Partner-Situationen entspannen können

Als Expertin für Unsichtbares empfehle ich in festgefahrenen Situationen die Energie zu verändern, um den Teufelskreis zu unterbrechen. Das Geniale daran ist, dass wir dazu nur uns selbst brauchen.

Es geht darum unser Herz sprechen zu lassen, denn das setzt große positive Kräfte frei. Wir erreichen auf diese Weise uns und andere Menschen über die Energieebene und allen Beteiligten geht es danach besser. Das ist dasselbe Prinzip wie bei der Brücke der Sympathie.

Übung: Metta Meditation

Eine gute Möglichkeit für die Entspannung von zwischenmenschlichen Situationen ist die bekannte Metta Meditation. Hier habe ich die Metta Meditation genau erklärt.

  • Mögest Du glücklich sein.
  • Mögest Du Dich sicher und geborgen fühlen.
  • Mögest Du gesund sein.
  • Mögest Du unbeschwert leben.

Schicke täglich zuerst für Dir und dann Deinem (Ex)Partner diese guten Wünsche. Halte das 3 Wochen lang durch. Schicke Dir und dem Anderen so aus tiefstem Herzen positive Energie. Beobachte, wie gut Dir selbst diese Fürsorge tut. Statt Schmerz und Vorwürfen sendest Du nun Akzeptanz und Frieden in die Welt. Das wirkt auch beim Anderen Wunder!

Übung: Fürbitten

Die Fürbitten, die in vielen Gottesdiensten ihren festen Platz haben, wirken genauso kraftvoll, wenn sie von Herzen kommen. Ich ermutige meine Klienten oft dazu für andere zu bitten, wenn sie sich in schwierigen zwischenmenschlichen Situationen machtlos fühlen.

9. Unsere Partnerschaften brauchen dringend Entlastung!

Sie können nicht für unser gesamtes persönliches Glück verantwortlich sein. Das ist nicht ihre Aufgabe. Sie können aber der Dünger für unsere eigene Entwicklung sein.

Arbeit an uns selbst heilt auch die Partnerschaft

Zum Glück haben mein Mann und ich uns von Anfang an mit unserer persönlichen Entwicklung beschäftigt. Ich weiß noch, wie mein Mann 1992 sagte: Dieses Seminar sollten wir gemeinsam besuchen, damit wir auf dem gleichen Stand sind.

Wir haben uns in den 30 Jahren sehr verändert und damit auch unsere Partnerschaft: Wir arbeiten mittlerweile in anderen Berufen und sind beide selbstständig. Wir haben etliche Schwierigkeiten gemeistert und uns eint immer noch der Wille, gemeinsam durch das Leben zu gehen.

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Unser Picknick im Februar 2016 an der Ostsee

Wir brauchen die Freiheit uns immer wieder neu füreinander zu entscheiden.

10. Balance in der Partnerschaft

Leider können wir uns nicht auf unseren Lorbeeren ausruhen, denn eine Partnerschaft  verändert sich genauso wie die daran Beteiligten. Funktionierende Strategien müssen deshalb ständig angepasst werden.

Du brauchst nicht alles für mich zu sein

In einer erfüllten Beziehung machen wir uns sehr verletzlich, aber wir geben uns damit auch die einzigartige Chance zu uns zu finden und eine wundervolle Partnerschaft aufzubauen.

 

Literatur:

  • „Halt mich fest“ von Susan M. Johnson: Bindung als integraler Bestandteil unseres Lebens
  • Eva-Maria Zurhorst: Liebe dich selbst und es ist egal, wen du heiratest
  • Chuck Spezzano hat viele gute Bücher über Partnerschaft geschrieben. Ich lese gerade Partnerschaft und spirituelles Leben.

 

Links

Geheimnis der idealen Beziehung: You tube Interview von Veit Linau und seiner Frau, in dem sie über Probleme sprechen.

Anleitung zur Metta Meditation

 

Bilder: Privat

© Inge Schumacher

 

Das Geheimnis einer wundervollen Partnerschaft

Partnerschaft ist für uns alle ein wichtiges Thema. Wir kennen die damit verbundenen Höhen und Tiefen. Es ist ein spannendes Abenteuer.

ist die Arbeit an uns selbst.

Mein eigener Weg, meine 30-jährige Beziehungserfahrung und intensives Literaturstudium kommen zu diesem Schluss. Ihr könnt jetzt also aufhören zu lesen.

Wer weiter liest, bekommt fundierte Anregungen zum Nachdenken über sich und seine Beziehungserfahrungen – praktische Beispiele inklusive.

1. Tiefe emotionale Bindungen sind wichtige  Grundlagen unseres Lebens

Wir alle sind mit wenigen Menschen eng verbunden. Der Drang enge emotionale Bindungen herzustellen ist in unseren Genen verankert. Genauso wie Babys und Kinder brauchen auch wir Erwachsene mindestens eine gute Bindung um uns wohlzufühlen. Die sichere Verbundenheit in einer gesunden Partnerschaft kann eine große Kraftquelle für beide Partner sein.

Eine gute Partnerschaft hält gesund

Menschen in einer guten Paarbeziehung haben weniger Herzinfarkte, niedrigeren Blutdruck und weniger Stresshormone im Blut. Ihre Immun- und Hormonsysteme funktionieren besser und sie sind ausgeglichener als andere. Es lohnt sich also in vieler Hinsicht in seine Partnerschaft zu investieren.

Unser Partner ist unsere Zuflucht. Wenn wir keinen emotionalen Zugang zu ihm bekommen, fühlen wir uns einsam und hilflos. Wir können sogar existenzielle Angst bekommen, wenn dieses Sicherheitsgefühl wegfällt. Das erklärt auch, warum Krisen und Konflikte so starke Emotionen bei uns hervorrufen. Das ist eine ganz normale Reaktion. Seit mir das klar ist, kann ich viel besser damit umgehen.

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1992 im Yosemite Nationalpark

2. Meine persönliche Paar-Geschichte

Ich kenne meinen Mann seit 30 Jahren. Ich war 23 und er 25 als wir uns kennenlernten. Ich wusste weder wer ich war noch, was ich vom Leben wollte. Ich kannte weder meine Stärken noch den Sinn meines Lebens. Ich hatte kaum über mich selbst nachgedacht. Im Gegensatz zu ihm. Er hatte schon deutlich mehr über sich reflektiert und das faszinierte mich.

Wir sind sehr verschieden: Mein Mann ist eher introvertiert, ich extrovertiert. Ich interessiere mich für alles um mich herum. Er ist fokussiert auf weniger Interessen. Struktur ist mein 2. Vorname; seiner ist Otto-Heinz (wirklich!). Unsere Basis sind unsere Wertvorstellungen.

Der gemeinsame Weg war und ist nicht einfach. Wir haben 3 Kinder und schon etliche brenzlige Situationen überstanden. Wie haben wir es bis heute miteinander ausgehalten? Wir haben uns nach und nach ein Instrumentarium zur Pflege unserer Partnerschaft erarbeitet. Es war hilfreich, dass jeder von uns an sich selbst arbeitet.

3. Das Märchen vom idealen Partner

In den Medien, in Romanen und Filmen wird uns vorgegaukelt, dass der ideale Lebenspartner das ewige Glück auf Wolke 7 bedeutet. Der ideale Partner ist der tollste Mensch: Er sieht aus wie ein Model, ist hochintelligent und wohlhabend. Er gibt einem alles, was einem fehlt.

Wir fühlen uns beim Kennenlernen oft angezogen von Eigenschaften, die wir gerne hätten und deswegen bewundern.

Nach der Verliebtheit

wird es spannend. Die Masken fallen und da wo Annahme und Heilung stattfinden könnte beginnt leider oft eine wortlose Leere. Wir bemerken, dass wir nicht bekommen was wir wollen und verstummen dann enttäuscht.

Wir haben nur dann Liebe und Akzeptanz für den Anderen wenn er genau das tut, was wir brauchen. Sonst fühlen wir uns als arme Opfer.

Was für eine verrückte Idee!

Weil wir unsere eigenen Verletzungen nicht erkennen geben wir unserem Partner die Schuld an einem Defizit, das nur wir selbst beseitigen können: Wir geben dem Anderen die Verantwortung dafür unsere Mängel zu beseitigen.

4. Wir bringen alle Verletzungen mit

Wir alle gehen auf irgendeine Art und Weise traumatisiert in eine Partnerschaft. Das Leben hat uns kleine und große Verletzungen mitgegeben. Viele von uns schleppen Traumata aufgrund von Ablehnung mit sich herum. Das sind unsere wunden Punkte, auf die wir sehr sensibel reagieren.

Beispiel: Mein automatischer Rückzug

Wenn es mir emotional sehr schlecht ging, habe ich total zugemacht. Das habe ich als Überlebensstrategie aus meiner Ursprungsfamilie mitgenommen: Ich habe gelernt, mich nicht verletzlich zu zeigen, wenn ich schwach war. Denn dann wurde ich noch mehr verletzt.

Es dauerte lange bis ich verstanden hatte, was für einen Mechanismus ich da etabliert hatte und warum. Mein Mann hat mich zwar immer wieder darauf aufmerksam gemacht aber ich habe es nicht verstanden. In meiner Wirklichkeit habe ich ihn vor mir geschützt. Ihm tat es weh, wenn ich ihn ausschloss. Meine Reaktion trennte uns und wir waren dann beide einsam.

Erst als mir wirklich bewusst war, was ich tat und warum, konnte ich dieses Verhalten ändern. Ich habe so langsam gelernt, dass ich bei ihm sicher bin.

Besonders schwierig haben es Menschen, die sich von Anfang an nicht gewollt fühlen, weil sie schlimmstenfalls bereits im Mutterleib einen Abtreibungsversuch überlebt haben. Wachsen sie dann noch nicht geliebt und nicht beschützt auf, haben sie es besonders schwer:

 

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Diese Menschen mussten ihre Identität aufgegeben um möglichst unauffällig zu sein. Sie waren gewohnt alle Gefühle bei sich zu behalten. Sie hatten keine Möglichkeit zu lernen wie man mit Gefühlen umgeht, außer sie auf keinen Fall rauszulassen, um nicht verlassen zu werden.

Diese Menschen brauchen viel Resilienz, um solche schwierigen Familienverhältnisse zu überstehen. Sie bringen denkbar schwierige Voraussetzungen dafür mit eine erfüllende Partnerschaft aufzubauen.

5. Partnerschaft ist kein Tauschhandel

Viele Partnerschaften starten mit Tauschhandel, meine auch. Ich erwartete, meine Bedürfnisse von meinem Partner erfüllt zu bekommen. Das Problem ist: Wenn beide etwas brauchen und es nicht bekommen, dann fühlen sich beide betrogen und enttäuscht.

Ich hatte die Erwartung, das Liebesdefizit aus meiner Kindheit von meinem Partner ausgeglichen zu bekommen und mich dann nicht mehr so einsam zu fühlen. Es war ein langer Lernprozess bis ich begriffen habe, dass dafür nicht mein Mann, sondern ich selbst zuständig bin.

Die Theorie ist einfach: Wie kann ich erwarten, dass ein Anderer mich versteht und liebt, wenn ich es selbst nicht tue?

Was in unseren Beziehungen vor sich geht ist Ausdruck unserer Beziehung zu uns selbst.

Leider gibt es niemanden auf der Welt außer uns selbst, der uns Zufriedenheit geben und uns von unserem Schmerz befreien kann.  Eine liebevolle Beziehung gibt den Rückhalt für diese wichtige Arbeit an uns selbst.

Eine schwierige Lernaufgabe:

Der Schmerz, den wir in der Partnerschaft spüren ist die Einladung an uns genau hinzusehen. So lange ein Thema nicht von uns bearbeitet ist, erinnert uns unsere Umgebung immer wieder daran. So lange bis wir etwas tun.

Sei Du das von dem Du im Leben mehr haben möchtest. Möchtest Du mehr Liebe, Freiheit und Vertrauen, dann gehe in Vorlage, denn Mangeldenken erzeugt mehr Mangel.

6. Der ideale Partner

unterstützt Dich auf Deinem Weg zu Dir selbst: Er bringt Dich aus Deiner Komfortzone, indem er Dich auffordert zu wachsen. Er ist Dein Spiegel. Nutze ihn! Der ideale Partner

  • Sieht Dich und Dein Potential
  • Bringt Dich dazu hinzuschauen
  • Fordert Dich auf zu wachsen
  • Triggert Dich da wo Du an Dir zweifelst und Heilung brauchst
  • Macht Dich auf alte Muster aufmerksam
  • Will, dass du du selbst bist

Das bedeutet nicht, dass Dein Partner Dein Coach ist. Im Gegenteil, Du musst Dein eigener Coach sein. Du hast immer allein die Verantwortung für Dich. Das bedeutet nicht, dass Du den Weg immer alleine gehen musst. Sich Hilfe holen ist erwünscht. Das war ein großer Teil meiner persönlichen Lernaufgabe.

Kinder sind Bonus-Spiegel

Die Erfahrung mit meinen Kindern ist, dass auch sie mir gerne einen Spiegel vorhalten. Meine Kinder pieken oft genau dahin wo meine wunden Punkte sind. Wenn es bei mir Aua macht, denke ich: Bingo: Voll ins Schwarze getroffen! Und ja, natürlich verdrehe ich dabei manchmal die Augen!

7. Der Weg zu uns selbst ist auch der Weg zum Partner

Bedeutet das, dass ich nicht fähig bin, eine gute Beziehung zu haben, wenn ich noch nicht bei mir angekommen bin?

Nein! Ich bin ein gutes Beispiel dafür, den langen Weg zu sich selbst in einer Partnerschaft zu gehen.

Wenn wir unser Beziehungsglück finden wollen brauchen wir den Willen

  • uns selbst besser kennenzulernen
  • uns zu öffnen für Entwicklung und Erweiterung
  • uns unsere Schmerzen anzusehen
  • die Einsamkeit zu ertragen, die mit innerem Wachstum verbunden sein kann

Denn: Dein wichtigster Lebenspartner bist Du selbst. Das ist die engste Beziehung in Deinem Leben. Pflege sie. Es lohnt sich!

Ziel Deiner persönlichen Entwicklung sollte sein

  • Dich selber zu spüren
  • Immer wieder Kontakt zu Dir aufzunehmen
  • Deinen Körper zu fühlen und mit ihm eins zu werden
  • Eigene Gefühle zuzulassen
  • Gesunde Autonomie aufzubauen

Keine Garantien

Es gibt leider keine Garantien, ob eine Partnerschaft klappt. Die gibt es auch nicht, wenn ich an mir und für sie arbeite. Es war sehr befreiend für mich, das Bild vom „Es muss ewig halten“ loszulassen.

Jeder muss seine eigene Wurzeln bilden, die ihm Halt geben und ihn mit Nährstoffen versorgen.

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8. Konflikte in Partnerschaften

Zwischenmenschliche Begegnungen sind immer auch energetische Prozesse. Wir hören etwas und reagieren auf die dahinterliegenden Botschaften, also die Art und Weise wie etwas gesagt wird. Da wir uns als Partner nahe sind, entwickeln wir sehr feine Antennen füreinander.

Ein vorwurfsvoller Tonfall treibt den Partner z. B. schnell in eine Verteidigungshaltung und kann einen Streit provozieren:

Wenn sich zwei verwundete Kinder streiten, die beide Recht haben wollen, dann können Konflikte nicht zu Lösungen führen. Wir drehen uns dann in einem Teufelskreis aus Vorwürfen und Entgegnungen, Angriff und Rückzug und fügen uns gegenseitig Verletzungen zu.

Ein Beispiel für kreative Konfliktlösung: Mein 21. Hochzeitstag

Ein halbes Jahr vor unserem 20. Hochzeitstag fragte ich meinen Mann, ob wir etwas Schönes zu zweit unternehmen wollten. Ich bekam einsilbige Antworten. An anderen Jahrestagen sind wir essen gegangen oder haben gar nichts gemacht und das war OK. Nach 3 Monaten gab ich genervt auf und er hat den Hochzeitstag dann auch tatsächlich vergessen. Ich war tief verletzt.

Ich war so verletzt, dass ich ihn erst Monate später in einem ruhigen Moment fragen konnte, was bei ihm los war. Er erklärte mir, dass er es hasst, etwas tun zu müssen nur weil das von ihm erwartet wird. Das weiß ich natürlich. Er hat sich so sehr über die Erwartung geärgert, den 20. Hochzeitstag besonders zu begehen, dass er erst recht keine Lust hatte. Leider hat er versäumt, das zu kommunizieren.

Mein Experiment: Ich feierte allein

Für mich war klar: Das möchte ich nicht noch einmal erleben. So habe ich beschlossen, den nächsten Hochzeitstag von jeglicher Erwartung meinerseits zu befreien. Ich habe ihn sehr bewusst von der ersten bis zur letzten Minute begangen – alleine. Den ganzen Tag habe ich die Zeit mit meinem Liebsten Revue passieren lassen und es kamen sehr viele positive Gefühle hoch. Das Experiment war ein voller Erfolg, was mich sehr überrascht hat.

Was ist passiert?

Ich habe eine Win-Win Situation geschaffen. Ich habe mich befreit von den Erwartungen an meinen Mann. Ich war dadurch kein Opfer mehr, sondern Erschafferin. Mein Mann hat auch profitiert, denn er bekam von mir nur positives Feedback.

Mein Glaubenssatz besagte bis dahin, dass man einen Hochzeitstag nur zu zweit feiern kann. Wie falsch das war habe ich mir bewiesen. Diese Erfahrung hat mich darin bestärkt, weiter kreative Problemlösungen zu suchen und auszuprobieren.

9. Kommunikation ist das Allerwichtigste

Egal was passiert, wenn wir offene Kommunikationskanäle haben, dann finden wir immer wieder zueinander. Wichtig ist, dass beide Partner im Konfliktfall ihr Gesicht wahren können.

Unterschiedliche Streitkulturen

Ich war von zu Hause das Herumschreien bei Konflikten gewöhnt. Wirkliche Konfliktlösung, die zu mir passt, habe ich nicht gelernt.

Früher wurde ich in Konflikten laut und mein Mann verstummte – oft für etliche Tage oder sogar Wochen. Diese Reaktion hatte er aus seiner Ursprungsfamilie mitgebracht. Unsere unausgegorene Streitkultur hat es uns in der Anfangszeit unserer Beziehung schwer gemacht.

Beziehungs-Meetings

Mit der Zeit haben wir eine akzeptierende Gesprächskultur entwickelt. Wenn wir richtig große Probleme bearbeiten vereinbaren wir einmal die Woche einen Termin von einer Stunde. Wir reden auf Augenhöhe und jeder darf ausreden.

Ohne die jahrelange Arbeit an uns selbst hätten wir es nicht bis hierhin gebracht. Dafür sind wir beide dankbar.

Habt Ihr Tipps, die sich in Eurer Beziehung bewährt haben? Bitte in die Kommentare, denn wir können alle voneinander lernen.

Im nächsten Blogartikel könnt Ihr mehr über die Geheimnisse einer wunderbaren Partnerschaft lesen.

Literatur:

  • „Halt mich fest“ von Susan M. Johnson: Bindung als integraler Bestandteil unseres Lebens
  • Eva-Maria Zurhorst: Liebe dich selbst und es ist egal, wen du heiratest
  • Marshall B. Rosenberg: Gewaltfreie Kommunikation
  • Franz Ruppert: Wir in einer traumatisierten Gesellschaft

 

Bilder: Privat

© Inge Schumacher