Nutze Deine Intuition!

Unsere Intuition wird immer wichtiger. In einer Welt, die uns ständig fordert brauchen wir alle Informationen, die wir kriegen können.

Wir nutzen unterschiedliche Informationswege

Jeder setzt dabei eigene Schwerpunkte:

  • Durch unsere Sinne bekommen wir so viele Informationen, dass wir sie filtern müssen
  • Unsere Imagination kann sich in alle Informationen einklinken, die existieren
  • Empathie ist die Fähigkeit sich in andere hineinzuversetzen und so sehr persönliche Informationen zu erhalten
  • Gefühle sind Kommunikation mit uns selbst; sie machen uns aufmerksam
  • Träume sind Informationen aus unserem subjektiven Bewusstsein
  • Impulse sind die kleinen Hinweise, die wir uns ständig selber geben
  • Intuition beantwortet Fragen

Deine Intuition kannst Du nutzen, um „weiche“ Informationen aufzunehmen, die nirgendwo schwarz auf weiß zu lesen sind.

Intuition beantwortet Fragen

Wir stellen uns laufend Fragen und sind uns dessen nicht bewusst:

Beispiel:

Wenn wir wissen wollen, wie es jemandem geht, dann reicht das, um eine Verbindung herzustellen durch die wir Informationen bekommen.

Was ist Intuition?

Es gibt viele Erklärungsversuche für Intuition: Von instinktivem Erfassen bis zum Hellsehen. Für mich ist Intuition ein Weg von vielen uns mit Informationen zu versorgen.

Ohne Denken geht es nicht

Ohne unser Gehirn können wir die Informationen, die wir laufend erhalten nicht nutzen.

Was ist Denken?

Mit unserem Denken interpretieren wir Informationen, die wir durch verschiedene Kanäle bekommen. Unser Verstand macht sie erst greifbar und verständlich: Denken ist unser Übersetzungsinstrument.

Übung für den Zusammenhang zwischen Sinnen und Denken:

Setz Dich für diese Übung an einen ruhigen Ort und konzentriere Dich eine Minute lang abwechselnd auf jeden Deiner Sinne und erfasse damit Deine Umgebung. Spannend ist es diese Übung zu zweit zu machen.

  • Sehen
  • Riechen
  • Geschmack
  • Tasten
  • Hören

Du bist während der Übung ganz auf Empfang. Denkst Du? Nein. Erst wenn Du Dich fragst was Du wahrnimmst fängst Du an zu denken: Durch das Denken findest Du Wörter um auszudrücken, was Du wahrgenommen hast. Jetzt erst kannst Du das kommunizieren.

Noch ein Beispiel:

Wenn Du isst, denkst Du nicht automatisch darüber nach was Du isst, du nutzt nur Deine Sinne. Du fängst dann an zu denken, wenn Du definierst, was Du isst oder überlegst ob Du es magst oder nicht.

Dem Denkprozess selbst liegt kein Erkenntnisgewinn zugrunde. Er ist jedoch unersetzlich, denn ohne die Übersetzung nützt aller Input nichts.

Intuition ist lernbar

Ich bin ein gutes Beispiel dafür, dass man Intuition (wieder) lernen kann. Als ich aufwuchs wurde mir gespiegelt, dass meine Intuition falsch war. Also habe ich sie schlafen gelegt.

Als ich mit Mitte dreißig eine Depression hatte, hat meine Therapeutin mir geholfen meine Intuition wieder aufzuwecken.

Ich habe festgestellt, dass ich eine natürliche Begabung dafür habe. Ich bin immer noch dabei, meine Intuition als wichtigen Informationsweg zu etablieren.

Bei meinen Kindern sehe ich wie natürlich Intuition für sie ist. Wir haben sie von Anfang an in ihren Wahrnehmungen bestärkt, auch wenn wir diese selbst nicht nachvollziehen konnten.

Eltern sind Intuitionswunder

Ich höre immer wieder, wie Eltern in einem Krankenhaus Himmel und Hölle in Bewegung setzen, weil sie sicher sind, dass etwas nicht in Ordnung ist mit ihrem Kind. Diese Eltern sind keine Mediziner. Trotzdem nehmen sie etwas wahr und handeln danach.

Auch in meiner Praxis sehe ich wie intuitiv Eltern sind. Sie kommen zu mir, wenn sie nicht weiter kommen. Sie wissen genau, dass etwas nicht stimmt.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich Menschen, die sich an mich wenden oft gut helfen kann. Meine Klienten spüren intuitiv, dass sie mit meiner Hilfe weiterkommen, auch wenn sie keine Erfahrung mit meiner Energiearbeit haben.

Fehleinschätzung: Intuition ist weiblich

In den letzten Generationen wurden Frauen eher dazu erzogen auf Zwischentöne zu achten als Männer. Deswegen hatten sie einen Lernvorsprung. Männer haben meiner Meinung nach die gleiche intuitive Grundausstattung.

Bei Männern wird eher von Instinkt als von Intuition gesprochen.

Erfolgreiche Unternehmer(-innen) sind gut darin verfügbare Informationen zu nutzen. Viele haben eine „Nase“ fürs Geschäft. Sie haben gelernt ihre Intuition mit logischen Fakten zu unterlegen und damit nachvollziehbar zu machen.

Hochsensible Intuition

Viele Hochsensible haben eine starke Intuition. Für sie besteht die Herausforderung darin zu lernen sich vor der großen Informationsflut zu schützen. Das fällt vielen, gerade im Moment, schwer.

Unsere Intuition lässt uns hinter Fassaden schauen

Wenn wir sie bewusst aktivieren können Äußerlichkeiten wie Charme und Attraktivität uns nichts anhaben. Wir spüren ob jemand authentisch ist oder nicht.

Beispiel Autokauf

Wenn wir ein schlechtes Gefühl haben ist es eine gute Idee weitere Informationen einzuholen, sich über den Verkäufer zu informieren oder Experten zu befragen. So bekommen wir ein besseres Bild der Situation und können unser Intuition untermauern.

Liegt unsere Intuition immer richtig?

Wir sollten unserer Intuition – genauso wie den anderen Informationswegen – nicht blind vertrauen. Aber je besser wir uns und sie kennen umso effizienter kann sie für uns arbeiten.

Unsere Intuition hat keine eingebaute Garantie.

Kein Mensch kann objektiv sein. Wir verarbeiten Informationen mit unserer individuellen Software: Jeder nutzt andere Filter. Wir filtern Informationen durch unser Denken, unsere Werte und unsere Glaubenssätze.

September 2019

Mir hilft es mich nicht allzu ernst zu nehmen. Das gibt mir die Möglichkeit mich öfter von außen zu betrachten um besser zu verstehen wie ich ticke.

Wenn ich falsch liege mit meiner Intuition dann lerne ich aus den Fehlern. So schule ich sie und kann sie besser für die Entscheidungsfindung nutzen.

Vorsicht bei Gefühlen!

Je stärker meine Gefühle sind umso weniger traue ich meiner Intuition: Wenn es um

  • Familie und Freunde geht
  • Schwere Krankheiten oder
  • Umweltkatastrophen

bin ich sehr vorsichtig. Ich brauche emotionalen Abstand, um verlässliche Informationen von meiner Intuition zu bekommen und diese von Wunschdenken zu unterscheiden.

Intuition üben macht Spaß!

Unsere Intuition und das Übersetzungsinstrument, der Verstand, müssen ständig geschult werden.

Zum Üben eignen sich am besten leicht nachprüfbare Dinge. Ich suche mir gerne Übungsfelder, die Spaß machen.

Ich nutze meine Intuition um Antworten auf konkrete Fragen zu bekommen.

  • wie das Wetter wird
  • wie ein Konflikt ausgeht
  • wann meine Tochter nachts nach Hause kommt
  • ob ein Termin stattfindet oder nicht

Die Antworten auf solche Fragen sind leicht zu überprüfen. Je mehr ich übe umso mehr schärfe ich meine Intuition. Erfolgserlebnisse motivieren mich dazu weiterzumachen.

Vorsicht beim Teilen von Einsichten

Ich hinterfrage die Informationen, die meine Intuition mir liefert. Ich bin mir bewusst, dass das sehr subjektive Infos sind, mit denen ich verantwortungsbewusst umgehe. Ich nutze daher bei der Kommunikation Ausdrücke wie:

  • Ich habe das Gefühl, dass…
  • Könnte es sein, dass…
  • Würde Dir helfen, wenn…

Ich mache also Angebote und bestehe nicht darauf richtig zu liegen.

Beispiel:

Mein Sohn hatte den Garagenschlüssel draußen verloren. Ich habe meine Intuition immer wieder befragt und hatte das klare Gefühl, dass wir ihn ohne Probleme wiederfinden. Wir haben ihn nach 3 Tagen ohne große Suchaktion gefunden.

War ich mir 100-prozentig sicher, dass wir ihn wiederfinden? Nein! Wir erschaffen alle unserer Realität und ich kann nie mit Sicherheit wissen was passiert. Gut war, dass ich ruhig geblieben bin und mich nicht unnötig aufgeregt oder in Aktionen gestürzt habe.

Intuition besser wahrnehmen

Leider gehe ich im Alltag immer noch zu oft über das kurze Aufblitzen meiner Intuition hinweg.

Wenn ich mich ich in einer Situation frage was ich tun könnte kommen schnell Antworten. Leider schiebt mein Verstand sie meist im selben Moment beiseite; oft bevor ich sie mit meinen Gedanken erfassen kann. Das ist schade.

Nutze Deine Intuition im Alltag

Beispiel:

Im Januar habe ich einige Workshops für das Frühjahr nicht gebucht oder mich abgemeldet. Meine Intuition sagte mir, dass es nicht passt. Ich habe das nicht verstanden. Nach einige Wochen habe ich meiner Intuition vertraut und danach gehandelt. Das war vor der Corona Krise. Im Nachhinein habe ich genau die richtigen Entscheidungen getroffen.

Ich versuche immer öfter auf die kleine Stimme meiner Intuition zu hören, die mir blitzschnell Informationen zur Verfügung stellt. Ich prüfe diese Informationen mit meinem Verstand. Dann entscheide ich welchen Input ich noch aus anderen Quellen brauche.

Es lohnt sich Deine Intuition aus dem stillen Kämmerlein zu holen, sie abzustauben und zu benutzen. Spiele mit ihr, um sich mit ihr anzufreunden und sie besser kennenzulernen.

Lass Dich überraschen von den vielen Informationen, die Dir jederzeit zur Verfügung stehen.

Du willst mehr über Deine Intuition wissen? Vereinbare ein kostenloses Kennenlern-Gespräch mit mir.

Bilder: Privat und Pixabay

© Inge Schumacher

Hochsensibilität für alle?

Hochsensibilität ist in aller Munde. Was ist das genau? Anhand meiner persönlichen Geschichte bin ich dieser Frage nachgegangen.

Auch stelle ich fest, dass viele Menschen sensibler werden. Das habe ich in einer nicht wissenschaftlichen Facebookumfrage untersucht.

Falls Sie Fragen rund um Hochsensibilität haben, wenden Sie sich gerne an mich.

Es ist kein Zufall, dass in Büchern, Zeitungen und Zeitschriften momentan viel über Hochsensibilität berichtet wird. In letzter Zeit ist mir aufgefallen, dass in meinem persönlichen Umfeld viele Menschen sensibler werden. You can read this article in English here.

Um diesen subjektiven Eindruck etwas zu objektivieren, habe ich Umfragen zur Entwicklung der persönlichen Sensitivität in mehreren Facebook-Gruppen erstellt. Das Ergebnis sehen Sie am Ende dieses Artikels.

Ich möchte hier anhand meines Beispiels zeigen wie Hochsensibilität aussehen kann. Vor dem Hintergrund meiner Lebensgeschichte beschreibe ich meine persönlichen Ausprägungen hochsensibler Merkmale und Sinne. Für meinen Beruf als Heilpraktikerin spielt diese Sensibilität eine wichtige Rolle.

Im ausführlichen Anhang ganz unten findest Du Buchtipps und Links für Onlinetests, Webseiten und Blogs zur Hochsensibilität.

Auch wenn ich mich in diesem Artikel mit Hochsensibilität beschäftige, möchte ich darauf hinweisen, dass wir alle zarte Saiten in uns haben. Diese wollen auch gehört werden. Ich möchte dafür sensibilisieren, auch unseren leisen Wahrnehmungen mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

Etwas Statistik zur Hochsensibilität

Hochsensibilität ist keine Krankheit sondern ein Persönlichkeitsmerkmal. Sie ist, nach Elaine Aron, auch bei allen höheren Tierarten nachweisbar. Es scheint evolutionsmäßig ein Vorteil zu sein, wenn ein Teil einer Population hochsensibel ist.

Jeder Fünfte, das sind 20% der Bevölkerung, egal ob männlich oder weiblich, ist hochsensibel. Aron, die Pionierin der Hochsensibilitätsforschung, geht davon aus, dass diese Sensibilität zumindest teilweise vererbt wird. 70% der Hochsensiblen sind introvertiert und 30% extrovertiert.

Wie das Wort Hochsensibilität zum ersten Mal meinen Weg kreuzte

Vor drei Jahren lernte ich bei einem Treffen der mompreneurs in Hamburg, das ist eine Vereinigung selbstständiger Mütter, eine interessante Frau kennen. Sie erzählte mir, dass sie gerade dabei war, ein Buch über Hochsensibilität zu schreiben. Von ihr erfuhr ich, was Hochsensibilität ist und wie es ist hochsensibel zu sein. Kathrin Sohsts Buch Zart im Nehmen kam 2016 heraus und ist mittlerweile in etliche Sprachen übersetzt worden. Ich bin stolz, dass ich eine Seite zu den vielen Erfahrungsberichten in diesem wunderbaren Buch beisteuern konnte.

Bei diesem Gespräch mit Kathrin habe ich das Wort Hochsensibilität das erste Mal gehört. Ich war danach sensibilisiert für dieses Thema, las Bücher und nahm an Workshops teil.

Meine persönliche Geschichte

Aufgewachsen bin ich als ältestes von vier Kindern. Meine Eltern sind Kriegskinder und für einen Großteil dieser Generation stand das Funktionieren an erster Stelle. Wie es im eigenen Inneren aussah interessierte weniger und man teilte es auch nicht unbedingt mit.

Viele Kinder meiner Generation wurden nicht als eigenständige Persönlichkeiten behandelt. Wir durften oft nicht für uns selber entscheiden und wurden auch nicht nach unserer Meinung gefragt. Das war ganz normal. Hier hat sich seither sehr viel verändert.

Über die Hochsensibilität…

Heute weiß ich, dass ich in meiner Kindheit meine Intuition und Empfindsamkeit unterdrückt habe, um mich an meine Umwelt anzupassen und weniger Reibung zu erzeugen. Meine Eltern konnten wahrscheinlich mit vielen der von mir geäußerten hochsensiblen Wahrnehmungen nichts anfangen und haben mir deshalb gespiegelt, dass sie falsch waren. So habe ich meine empfindliche Seite verkümmern lassen.

Hinweise dafür, dass ich einiges an Ballast mit mir herumschleppte entdeckte ich im jungen Erwachsenenalter, nach meinem BWL Studium.

Als ich mit meinem jetzigen Ehemann 5 Monate auf Weltreise war hatte ich ein Schlüsselerlebnis. Wir lagen abends in unserem Zelt im Yosemite Nationalpark. Ich war dabei einzuschlafen als mir auffiel, dass etwas fehlte: Dies war das erste Mal, dass ich keine Angst vor dem nächsten Tag hatte! Für mich war das bis dahin etwas so Normales gewesen, dass ich es weder je hinterfragt noch jemanden erzählt habe. Ich dachte, jedem ginge es so.

Es hat mich sehr erschreckt, dass ich die Welt lange als so bedrohlich wahrgenommen habe, obwohl ich behütet aufgewachsen bin.

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…und einer Depression…

Mit Mitte 30 entwickelte ich nach einer Eileiterschwangerschaft eine Depression. Ich machte eine Therapie, nahm Medikamente und betrieb Ursachenforschung.

Warum hatte ich diese Depression? Nachdem meine Eltern von meiner Depression hörten, erzählten sie mir, dass meine Großmütter auch Depressionen hatten. Eine Depressionsneigung kann vererbbar sein.

Meine Hochsensibilität war wahrscheinlich neben der genetischen Disposition ein Grund für meine Depression. Während der Therapie hat mir die Psychiaterin geholfen meine unterdrückte Intuition wiederzufinden indem Sie mit mir regelrecht geübt hat. Mir ist erst später klar geworden, wie abgeschnitten ich vorher von einem großen Teil von mir selbst gewesen war.

…zur Heilpraktikerin

Mit Hilfe der Therapie fing ich an meine natürliche Intuition wieder in den Alltag zu integrieren. Erst langsam wurde ich mir meiner außerordentlichen Wahrnehmungsfähigkeiten bewusst. Einige Jahre nach der Therapie machte ich eine Ausbildung in Energiearbeit und wurde anschließend Heilpraktikerin.

Wie sieht meine Hochsensibilität konkret aus?

Ich beschäftige mich seit 30 Jahren mit Persönlichkeitsentwicklung und habe in dieser Zeit viel über mich gelernt. Die Erkenntnis, dass ich zur Gruppe der Hochsensiblen gehöre erklärt einige meiner persönlichen Eigenheiten und ermöglicht es mir mich aus einem anderen Blickwinkel wahrzunehmen.

In Anlehnung an Kathrin Sohsts Buch, Zart im Nehmen ab S. 33, beschreibe ich meine persönlichen Ausprägungen von Merkmalen hochsensibler Menschen: Die Wahrnehmung, die Sinne und das Sozialverhalten

1. Besondere Wahrnehmung und Verarbeitung von Informationen

Wir alle nehmen täglich über unsere Sinne viele Reize wahr. Als Hochsensible nehme ich diese in manchen Bereichen nicht nur intensiver wahr sondern verarbeite sie auch tiefer. Dies kann schnell zu Überlastungen führen. Mir hilft das Wissen darüber, dass ich natürlicherweise mehr aufnehme, Ermüdungserscheinungen rechtzeitig zu bemerken und darauf zu reagieren.

2. Geschärfte Sinne
2a. Sehen

Ich gehe ungerne shoppen. Die grellen Farben, Dinge und Angebote werden mir schnell zu viel. Den Lebensmitteleinkauf organisiere ich daher möglichst effizient. So muss ich weniger häufig einkaufen. Mir hilft es genau zu wissen, was ich will und dann einzukaufen, wenn in den Läden weniger los ist.

2b. Hören

Mein Gehör ist in den letzten Jahren in den hohen Frequenzbereichen viel empfindlicher geworden. Ansonsten reagiere ich auf Geräusche sehr unterschiedlich: Feuerwerke tun meinen Ohren weh underschrecken mich. Laute Musik in der Oper und im klassischen Konzert empfinde ich dagegen als angenehm. Das heißt nicht, dass ich auf Popkonzerte verzichte. Ich genieße sie auch – mit Ohrstöpseln in den Ohren. 

2c. Riechen

Meine Nase scheint nicht sehr empfindlich zu sein. Ich kann mit schlechten Gerüchen gut umgehen. Ich reagiere zwar mit Unwohlsein, wenn in der U-Bahn jemand eine Wolke aus After-Shave oder Parfüm mit sich herumträgt, das geht aber vielen meiner Mitpassagiere genauso.

2d. Schmecken

Ich esse sehr gerne und genieße gutes Essen. Hausmannskost im Winter, die den ganzen Körper wärmt, ist für mich z.B. ein Hochgenuss.

Ich hasse aber den Geschmack eines Apfels, der mit einem Messer geschnitten wurde, das vorher Kontakt mit Zwiebeln hatte. Meine Geschmacksknospen kräuseln sich dann vor Abscheu.

2e. Tasten und Körperwahrnehmung

Ich bin nicht sehr sensibel, was meinen Tastsinn angeht. Mich stört Schafwolle auf der Haut nicht, was meine Kinder gar nicht verstehen können. Ich reagiere auch nicht empfindlich auf Temperaturschwankungen. Allerdings heizen wir seit einigen Jahren im Winter deutlich höher als früher.

Trotzdem kann ich mittlerweile mit meinen Händen Blockaden und feine Energien erspüren. Diese Wahrnehmungen gehören aber eher zum 6. Sinn.

2f. 6. Sinn

Hierunter fasse ich alle Sinneswahrnehmungen, die nicht unter die 5 oben genannten fallen also außersinnliche Wahrnehmungen, z.B. Das Erspüren von Energien jeglicher Art wie das Aufnehmen von Informationen, die nicht ausgesprochen wurden.

Meine Stärken in diesem Bereich nutze ich beruflich. Ich darf mir als Expertin für das Unsichtbare die Menschen mit ihrem Energiekörper in 4D ansehen.

3. Werte

Kathrin Sohst (S. 40f) spricht vom starken inneren Wertesystem von Hochsensiblen und dem Sinnsuchen. Das kann ich für mich bestätigen. In meiner Tätigkeit im Controlling und der Unternehmensberatung hat mir nach einiger Zeit der Sinn gefehlt. Heute wäre ich in einer Festanstellung wohl nicht mehr glücklich. Ich kann als selbstständige Heilpraktikerin die Werte leben, die ich in meinem Leben brauche. Ich habe eine Familie, ich engagiere mich ehrenamtlich und ich habe Gelegenheit Neues zu entdecken.

4. Sozialverhalten

Ich gehöre zu den 30% extrovertierter Hochsensibler. Ich liebe Menschen und treffe mich gerne mit Freunden. Ich brauche nach diesen Treffen einfach etwas mehr Verarbeitungszeit als andere Menschen. Wie viele andere Hochsensible führe ich gerne tiefgehende authentische Gespräche. Meine Freunde kennen und schätzen das an mir.

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Hochsensibilität in meiner Praxis

Mein jetziger Beruf ist ideal für mich. Ich kann meine außerordentliche Sensibilität im feinstofflichen Bereich nutzen. Ausgehend vom Anliegen meiner Klienten arbeite ich mit dem Energiekörper, also mit den Chakren und Energiebahnen. Ziel ist, den Menschen zu helfen wieder in ihr Gleichgewicht zu kommen. Ich arbeite ausschließlich mit den Selbstheilungskräften und stelle nur zusätzliche Energien für die Heilung zur Verfügung. Wie diese genutzt werden bestimmen alleine meine Klienten. Dadurch entsteht eine wunderbare Zusammenarbeit.

Zuhören und mich in Menschen einfühlen sind Stärken von mir, denen ich mir lange nicht bewusst war. Heute erleichtert sie mir meine Arbeit.

Je länger ich in meiner Praxis arbeite, desto mehr werde ich zum Coach. Oft hilft schon eine einmalige Behandlung, um Schmerzen oder Allergien zu bessern. Bei einigen Themen dauert es aber länger deren Ursachen zu bearbeiten. Dann ist es hilfreich nicht wieder in altbekannte Gewohnheiten zu verfallen. Im gemeinsamen Gespräch erarbeiten meine Klienten und ich Möglichkeiten wie das verhindert werden kann.

Ein hoher Prozentsatz meiner Klienten ist sehr sensibel. Sie haben erfahren müssen, dass für sie  viele Therapieangebote der Schulmedizin nicht passen. Sie sind vielleicht darum eher bereit außerhalb ausgetretener Pfade nach Alternativen zu suchen.

Ergebnisse der Facebook-Umfragen

In den Umfragen habe ich nach der sensitiven Entwicklung der Teilnehmer gefragt. Mehrfachnennungen waren möglich. Hier sind die Ergebnisse:

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Bei den Umfragen in den drei Gruppen haben insgesamt ca. 100 Teilnehmer 322 Einschätzungen abgegeben. Ich habe zwei englischsprachige und eine deutsche Gruppe ausgewählt. Die Mitglieder dieser Gruppen beschäftigen sich im weitesten Sinne mit Persönlichkeitsentwicklung. Das hat den Vorteil, dass sie gewohnt sind, sich selber einzuschätzen und zu reflektieren. Andererseits sind dies auch Menschen, die wahrscheinlich sensibler sind als andere. So haben nur knapp 3 Teilnehmer in den letzten Jahren keine Veränderungen ihrer Sensitivität bemerkt.

Die meisten Veränderungen sind bei Empathie und Energien spüren festgestellt worden. Empathie ist das Vermögen, sich in Eigenarten eines Gegenübers einfühlen zu können. Unter Energien spüren verstehe ich die Wahrnehmung von unterschwelligen Eindrücken und Informationen, wie z.B. die Identifizierung von Kraftorten in der Natur.

Jeder 5. Teilnehmer gibt an, in diesem Bereich sensibler geworden zu sein. Aus den Kommentaren dazu geht hervor, dass insgesamt eine größere Verbundenheit mit der Umwelt gespürt wird.

Der 6. Sinn steht an 3. Stelle. Fast 15% der Antworten beziehen sich auf diese außersinnlichen Wahrnehmungen. Die Teilnehmer stellten fest, dass sie z.B. Dinge wissen bevor sie informiert wurden, sei es durch Träume oder durch Intuition.

Außerdem wird vermehrt Synchronizität erlebt. Damit bezeichnet man zeitlich korrelierende Ereignisse, die nicht über eine Kausalbeziehung verknüpft sind. Ist man z.B. für ein Thema sensibilisiert, dann begegnet es einem plötzlich überall. Ein bekanntes Beispiel dafür ist, dass Schwangere plötzlich überall andere Schwangere sehen.

Unter den 5 normalen Sinnen ist die Veränderung beim Hören Spitzenreiter. Hier haben mehrere Teilnehmer beschrieben, dass sie etwas hören lange bevor sie es eigentlich hören können dürften.

Verändert sich das allgemeine Sensibilitätsniveau?

Meine persönliche Sensibilität hat sich in den letzten Jahren deutlich verstärkt. Dies deutet darauf hin, dass Sensibilität eine dynamische Komponente hat. Mit meiner nicht wissenschaftlichen Umfrage kann ich nicht beweisen, dass wir alle dabei sind sensibel zu werden. Es ergeben sich jedoch für mich Anhaltspunkte, dass sich grundsätzlich etwas verändert.

Wir sind es gewohnt unsere Sinne als absolut zu sehen. Was sie nicht sind, denn ihr Input wird durch unsere ganz persönliche Wahrnehmung subjektiv selektiert. Ändert sich diese Wahrnehmung, verändert sich auch das, was unsere Sinne an uns weitergeben.

Sollte meine These zutreffen, dass sich das durchschnittliche Sensibilitätsniveau langsam steigert, wäre das also auf eine Wahrnehmungsänderung zurückzuführen und weniger auf eine Veränderung der Sinnesorgane. Ich halte es für unwahrscheinlich, dass sich die Organe, also die „Hardware“,  sehr verändern. Meiner Meinung nach bekommt die „Software“, die Wahrnehmung, ein Update.

Es ist gut möglich, das wir jetzt die Anfänge einer Entwicklung erleben, die unsere Gesellschaft grundsätzlich verändern könnte. Wie würde eine Welt mit nach heutigem Maßstab hochsensiblen Menschen aussehen?

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You can read this article in English here.

ANHANG: Weitergehende Informationen

I Onlinetests

Bist Du oder Menschen in Deinem Umfeld hochsensibel? Online gibt es viele Tests, die  gute Checklisten haben. Hier einige Beispiele:

Tests sind immer mit Vorsicht zu betrachten. Manche der Fragen finde ich schwierig, z.B. die nach einem reichen vielschichtigen Innenleben. Wie soll man wissen, was das genau ist geschweige denn ob es auf einen zutrifft? Du wirst mit einem Test jedoch ein wenig einschätzen können, ob Du hochsensible Seiten hast.

II Buchtipps

 Elaine Aron

  • Sind Sie hochsensibel? Übersetzung der englischen Originalausgabe 1996
  • Es gibt auch ein Arbeitsbuch (1999) mit diesem Titel
  • Das hochsensible Kind (2002)
  • Hochsensibilität in der Liebe (2006)

Oliver Domröse

  • Der sanfte Krieger: Ein Mutgeber für hochsensible Männer (2016)

Ulrike Hensel

  • Hochsensible Menschen im Coaching (2015)
  • Hochsensible Mitmenschen besser verstehen (2018)

Kathrin Sohst

  • Zart im Nehmen (2016) Wie Sensibilität zur Stärke wird
  • Hochsensibilität im Beruf (2017) aus der Serie 30 Minuten

III Webseiten für Hochsensible

IV Blogs

Bilder: privat

aktualisiert am 11.2.2020

© Inge Schumacher