Wir sind Magier, denn wir erschaffen unsere Realität

Wusstest Du, dass wir Superkräfte haben? Wir sind Magier, denn wir können aus dem Nichts etwas erschaffen. Wir sind die Schöpfer und Gestalter unseres Lebens.

Wie erschaffen unsere Realität jeden Tag. Wir können gar nicht anders – auch ohne uns dessen bewusst zu sein. Wir haben eine Schöpferkraft, die wir oft unterschätzen.

Aus unseren Gedanken wird Realität

Alles ist Energie, egal ob wir diese Energie als Gegenstand anfassen können oder nicht. Wir sind in der Lage mit der Energie unserer Gedanken gepaart mit unserem Handeln Dinge zu erschaffen: einen Aufsatz, ein Mittagessen oder einen Pullover: Das ist manifestierte Energie.

1. Unsere Aufmerksamkeit fokussiert unsere Energie

Unsere Aufmerksamkeit ist beim Erschaffen unsere wichtigste Ressource. Wir lenken damit unsere Energie.

Leider sind wir im Alltag oft unaufmerksam und senden unsere Energie in zu viele verschiedene Richtungen gleichzeitig. Dadurch schwächen wir unsere Schöpferkraft.

Wenn wir die Gedanken, die uns den ganzen Tag durch den Kopf schießen – es sind tausende von Sätzen – bewusst verfolgen, merken wir wie wir unsere Energie verteilen. Wenn wir aufmerksam sind, wird unsere Energie gebündelt und wirkt viel effizienter.

Unsere Gedanken zeigen uns wo unsere Aufmerksamkeit gerade ist.

Beispiel Gehaltserhöhung:

Ich möchte eine Gehaltserhöhung haben. Beim Gedanken daran schießen mir sofort  etliche Argumente durch den Kopf was alles schief gehen kann. Ich finde 100 Gründe, die Gehaltserhöhung nicht zu bekommen. Wie groß sind meine Erfolgsaussichten?

Einmal zu denken, ich will etwas, reicht nicht. Das geht in der Flut unseres inneren Monologs unter. Wir müssen uns immer wieder unserer Ziele bewusst werden und diese fest positiv in unseren inneren Dialog einbinden. Das geht nur im Hier und Jetzt.

Bewusst erschaffen ist ganz einfach

Wenn wir ins Hier und Jetzt gehen und uns bewusst werden wo unsere Aufmerksamkeit gerade ist, können wir diese dahin lenken wo wir sie haben wollen. Ich nenne diesen Vorgang:

Andocken bei uns selbst

Am Anfang sollte man sich mehrmals täglich an das Andocken erinnern: Z.B. Post Its an prominenten Stellen platzieren oder die Erinnerungsfunktion des Smart Phones nutzen.

Fragen, die helfen bei uns selbst anzudocken:

  • Wo bin ich gerade mit meinen Gedanken?
  • Wie geht es mir?
  • Welche Energie strahle ich aus?
  • Ist das okay so oder will ich meine Aufmerksamkeit woanders hin lenken?

Wichtig: Glaube Deinem inneren Monolog nicht!

Wenn wir darauf achten, was wir den ganzen Tag so vor uns hin denken, dann merken wir was wir da manchmal für einen Murks verzapfen. Laura Seiler nennt das sehr treffend ihr „Bullshit-FM“.

Unser Gehirn liebt das Sichere und Vertraute. Dein innerer Monolog wird deshalb versuchen Dich in gewohnte Bahnen zu lenken und Dich vor neuen Erfahrungen zu bewahren.

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Regenbogen über dem Dettifoss

2. Was hindert uns daran das zu erschaffen, was wir wirklich wollen?

Neben unserem inneren Monolog stehen uns negative Emotionen, die Vergangenheit oder Ausreden im Weg.

1. Unsere Motivation: Was wir tun ist entscheidend

Wir machen uns oft selber etwas vor. Unser innerer Monolog hilft uns gerne dabei. Er sagt z.B. dass wir uns mit einer Freundin treffen wollen. Es kommt aber immer wieder etwas dazwischen.

Was wir tun zeigt uns wohin wir steuern.

Wenn ich merke, dass mein Tun und mein innerer Monolog voneinander abweichen, ist es Zeit meine Motivation kritisch zu hinterfragen: Was will ich wirklich? Was sind meine Prioritäten und warum? Ich hole mir die Situation ins Bewusstsein und merke, dass ich mich aus den verschiedensten Gründen gerade nicht mit dieser Freundin treffen will.

2. Wir haben die Verantwortung für unsere Emotionen

Gefühle haben eine gewaltige Kraft, die wir für uns nutzen können. Wir brauchen dazu aber das Wissen, dass wir nicht Opfer unserer Emotionen sind, sondern wir auch sie erschaffen.

Emotionen sind Energie, die in Bewegung ist. Wir halten sie gerne fest, denn sie machen uns lebendig und das Leben interessant. Wir können unsere Gefühle, genau wie die Gedanken in unserem inneren Monolog, bewusst steuern.

Dazu müssen wir die Verantwortung für sie übernehmen. Auch wenn uns Gefühle weh tun, haben sie etwas mit uns zu tun. Sonst wären sie nicht in unserem Leben.

A. Positive Emotionen verbinden

Positive Emotionen verbinden uns mit unserer Umwelt. Wenn wir Liebe und Dankbarkeit spüren, sind wir offen. Wir erschaffen dann einen Zugang zu uns selbst und zu anderen und können in den Austausch gehen. Positive Emotionen geben uns Energie.

B. Negative Emotionen trennen

Angst, Hass, Eifersucht und Neid schotten uns ab. Sie trennen uns von uns selbst und von unserem Mitmenschen. Wir fühlen uns alleine, verlassen, kraftlos und als Opfer. Negative Emotionen nehmen uns Energie.

C. So transformieren wir Emotionen

Emotionen können wir leicht verändern, wenn wir präsent sind. Wenn ich Angst habe, dann frage ich mich zuerst ob ich akut in Gefahr bin. Dann docke ich bei mir an und vergewissere mich, ob ich noch auf dem richtigen Weg bin. Meist bin ich gerade dabei, mich aus meiner Komfortzone in unbekanntes Gebiet vorzuwagen.

Der Weg zu unserer Berufung ist oft der, vor dem wir am meisten Angst haben.

Anschließend lenke ich meine Aufmerksamkeit bewusst woanders hin: Ich tue etwas, was mir gut tut, am besten etwas, das meinen Körper einbezieht: Ich mache mir eine Tasse Tee oder gehe kurz raus. Schnell verblasst die Angst. Ich könnte mich zwar ganz leicht wieder mit der Angst verbinden, das muss ich aber nicht. Stattdessen verbinde ich mich bewusst mit einer positiven Emotion, z.B. Dankbarkeit.

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 2. Wir haben die Verantwortung für unsere Vergangenheit

Narben und Abhängigkeiten aus unserer Vergangenheit verschwinden leider nicht von alleine.

Um Freiraum für positive Emotionen zu bekommen müssen wir uns irgendwann mit unserer Vergangenheit befassen. Wir tragen sonst die ganze Zeit einen dicken Rucksack mit uns herum, der uns viel Kraft raubt, weil wir uns ständig um ihn kümmern müssen.

Das Loslassen meiner Vergangenheit hat mir viel Energie und Freiheit gegeben.

Ich habe meine Vergangenheit akzeptiert und sie losgelassen. Das war ein langer Prozess, bei dem ich mir auch professionelle Hilfe geholt habe. Heute bin ich dankbar für meine Vergangenheit, denn ohne sie wäre ich nicht da wo ich bin.

Was helfen kann unsere Vergangenheit zu verarbeiten:

  • Information schafft Transparenz: Es half mir zu verstehen, warum meine Eltern vermutlich so waren und dass sie mir nicht absichtlich weh getan haben
  • Es gibt verschiedene Methoden mit seiner Vergangenheit zu arbeiten: Eine Methode ist seine Vergangenheit neu zu schreiben
  • Je nachdem wie groß der Rucksack auf Deinem Rücken ist, hole Dir Hilfe und sorge gut für Dich
  • dieser Prozess kann einige Zeit dauern und Höhen und Tiefen haben; versuche geduldig mit Dir zu sein

Wenn wir Verantwortung für unsere Vergangenheit übernehmen, geben wir uns die Verfügungsgewalt über unser Leben zurück. Wir kommen raus aus der Opferrolle und können unsere Schöpferenergie besser nutzen.

3. Ausreden: Geht nicht gibt es nicht

Wir begrenzen uns viel zu oft selbst mit diesem „Das geht nicht“, das wir so oft als Kinder von unseren Eltern oder in der Schule gehört haben.

Die Glaubensüberzeugung „Das geht nicht“ habe ich im Laufe meines Erschaffens-Trainings größtenteils über Bord geworfen. Bei meinen Klienten, in meinem Freundeskreis und bei mir sehe ich es immer wieder: Da passiert Vieles, das eigentlich gar nicht geht. Da finden sich plötzlich neue Wege, eine Ausnahme oder ein „Zufall“.

Beispiel: Veränderung ist altersunabhängig

Meine Schwiegermutter hat noch mit Mitte 70 grundsätzliche Glaubenssätze in ihrem Leben verändert. Seither ist für mich das Alter nur eine weitere Ausrede dafür sich nicht zu verändern zu wollen.

3. Übung macht den Meister

  • Zuerst müssen wir begriffen haben, dass wir unsere Realität erschaffen
  • Dann brauchen wir das Vertrauen, dass es auch wirklich funktioniert
  • Dazu müssen wir uns immer wieder beweisen, dass wir wirklich die Erschaffer unseres Lebens sind

Ich übe das bewusste Erschaffen schon lange. Mit wachsender Erfahrung werde ich zwar sicherer, bin aber immer noch nicht hundertprozentig firm:

Ich muss mir immer noch ständig beweisen, dass ich der Gestalter meiner Realität bin. Gerne nutze ich dafür Übungen. Am besten eignen sich Übungsfelder, die vergleichsweise unwichtig sind, denn daran hängen nicht so viele Glaubenssätze, die ich loslassen muss.

Wir brauchen möglichst viele kleine Erfolgserlebnisse, um unser Vertrauen in uns nachhaltig aufzubauen.

publicdomainpictures parkplatzDie Parkplatzübung

Wenn ich mit dem Auto in die Stadt fahre, bestelle ich auf der Anreise immer erfolgreich einen Parkplatz.

Vor kurzem hatte mein innerer Monolog mal wieder so viele Gegenargumente, dass ich ganz bewusst ins Vertrauen gehen musste. Ich habe mir genau vorgestellt, wie froh ich bin, einen Parkplatz direkt vor der Haustür bekommen zu haben. Das hat dann auch geklappt.

Wir geben uns Hinweise auf unserem Weg: Folge Deinen Impulsen

Wenn wir aufmerksam im Hier und Jetzt sind können wir die kleinen Impulse wahrnehmen, die uns helfen auf unseren Weg zu bleiben. Diese Impulse sind wie ein innerer Kompass. Sie sind ganz leise und werden im turbulenten Alltag darum oft überhört.

Locker lassen beim Erschaffen

Wir müssen uns nicht allem bewusst und immer im Hier und Jetzt sein. Wir bewegen uns trotzdem in die richtige Richtung. Aber um locker zu lassen brauchen wir genug Vertrauen in uns.

Ich vertraue darauf, dass meine Energie den richtigen Weg findet, das zu erschaffen was ich möchte. Durch immer wieder bei mir andocken vergewissere ich mich, dass ich noch auf dem richtigen Weg bin.

Ich versuche dabei möglichst locker zu bleiben. Mit Druck funktioniert es nicht so gut, denn dann konzentriere ich mich eher auf das Schwere und mögliche Probleme – und erschaffe mehr davon.

Tipp: Den Druck raus nehmen

Ertappt Ihr Euch dabei, dass Ihr zu viel Druck ausübt, dann streckt Euch im nächsten Spiegel einfach mal die Zunge raus. Weg sind der Druck, der Ernst und das Schwere und Ihr seid positiv im Hier und Jetzt angekommen.

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Zum Energiedrehen habe ich eine Clownsnase: Anwendung nur äußerlich, Nebenwirkungen: gute Laune.

In dem Moment, in dem wir uns als Schöpfer unserer Realität erkennen, geben wir uns die Erlaubnis, unsere natürlichen Schöpferkräfte auch zu benutzen. Wir nutzen unsere  große Macht und übernehmen die Verantwortung für unser Leben. Wir helfen uns damit nicht nur selbst, sondern inspirieren auch andere.

Wie steht es mit Deinem Erschaffens-Training?

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Wo hakt es noch bei Dir? Gerne erarbeite ich mit Dir wie Du Deine magische Schöpferkraft optimal einsetzen kannst.

Buchtipps

Joe Dispenza:

  • Schöpfer der Wirklichkeit
  • Ein neues Ich
  • Werde übernatürlich

Laura Seiler:

  • Mögest Du glücklich sein
  • Schön, dass es Dich gibt

What the Bleep do we (K)now – es gibt auch einen bekannten Film darüber (2004)

Laura Seiler´s Podcast: Das Geheimnis des Manifestierens

You tube videos von Joe Dispenza:

 

Bilder: Pixabay und privat

© Inge Schumacher

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Meine 6 Tipps für stressfreie Weihnachtstage

Weihnachten ist nichts für Weicheier.

In keiner anderen Zeit prallen so viele Erwartungen aufeinander wie an Weihnachten. Wochenlang bereiten uns Medien und Werbung auf das Fest des Friedens und des Schenkens vor: In sanftem Kerzenlicht wird im Rahmen der glücklichen Großfamilie gegessen und Geschenke ausgetauscht über die sich alle Beteiligten außerordentlich freuen.

Obwohl ich mir schon lange dieses riesigen Drucks bewusst bin, der jedes Jahr aufgebaut wird, ertappe mich immer wieder dabei in diese Erwartungsfalle zu tappen.

Realitätscheck

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich eine Großfamilie mit vielen verschiedenen Menschen, die alle unterschiedliche Leben führen, blind verstehen?

Hand aufs Herz. Wie sind Eure Erwartungen für dieses Weihnachten?

Meine Erfahrungen

In meiner Kindheit gab es an Weihnachten immer Stress. Meine Mutter war von den ganzen Vorbereitungen, die sie meist alleine gestemmt hat, völlig fertig und entsprechend gereizt. Mein Vater fühlte sich für Weihnachten und Haushalt nicht zuständig.

Als wir vier Kinder klein waren, waren wir total aufgeregt und kaum zu bändigen. Ich habe mich als Älteste verantwortlich für den Familienfrieden gefühlt, was  eine große Überforderung war. Kein Wunder, dass  je älter ich wurde, meine Abneigung vor diesem Fest immer größer wurde. Als ich ausgezogen war, habe ich es vermieden Weihnachten nach Hause zu kommen.

Seitdem versuche ich Weihnachten zu entschärfen

Seit fast 30 Jahren kenne ich meinen Mann und seit 18 Jahren haben wir Kinder. Ich hatte also viel Zeit um mit meiner eigenen Familie Weihnachten zu üben. Mittlerweile ist es für uns alle ein ziemlich entspanntes Fest. Für mich war es ein langer oft nicht einfacher Lernprozess.

Ich verrate Euch hier 6 Tipps, die sich für mich bewährt haben:

1. In der Vorweihnachtszeit den Fuß vom Gas nehmen

Wenn die Vorweihnachtszeit anstrengend ist, dann ist das keine gute Voraussetzung für ein entspanntes Weihnachten. Seit ich mehr arbeite, gibt es weniger Weihnachtskekse und die Wohnung ist auch nicht mehr so ordentlich. Dieses Jahr haben meine Kinder das 1. Mal keinen selbst gebastelten Adventskalender, was mir viel Zeit geschenkt hat.

Bei Kind Nr. 3 fühle ich mich auch nicht mehr dafür zuständig, in der Schule zu backen. Da dürfen jetzt mal andere ran. Zuerst hatte ich ein schlechtes Gewissen, wenn ich meine Aktivitäten beschränkt habe. Jetzt sehe ich das als gute Investition in ein entspanntes Weihnachten.

2. Weniger Geschenke sind mehr

Ich habe gute Erfahrungen mit weniger Geschenke im Familien- und Freundeskreis gemacht. Die Erwachsenen in beiden Familien – mein Mann und ich haben beide 3 Geschwister – verzichten schon lange auf Geschenke. Bevor die ersten Kinder kamen, haben wir uns zusammen über Weihnachten in Dänemark ein Haus gemietet. Das war herrlich entspannend.

Ich gehe nicht gerne einkaufen und habe deswegen eine Liste mit Ideen, die ich im Laufe des Jahres fülle, wenn ich denn daran denke. Geschenke in der letzten Minute sind für mich Stress pur; deswegen vermeide ich das.

Hier ist das individuelle Wohlgefühl entscheidend. Ich habe Freunde, die einen riesengroßen Spaß daran haben in letzter Minute kreative Ideen für Geschenke zu produzieren.

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Letztes Jahr beim Adventskranzbinden. Das macht mir immer viel Spaß.

3. Kommunikation, Kommunikation, Kommunikation

Das allerwichtigste ist das Sprechen über die individuellen Erwartungen. Was wollen alle am Fest Beteiligten? Die Kinder, die Eltern, die Großeltern, die Geschwister und die Freunde.

Welche Erwartungen hat wer ganz genau und welche davon wollen wir umsetzen? Es ist gar nicht einfach, konkrete Erwartungen herauszubekommen, da wir gerade zu Weihnachten oft ziemlich schwammig sind. Dieses unterschwellige „Ihr wisst doch…“ ist nicht zielführend. Aussprechen bringt Klarheit, auch für den Redner.

Wenn Familienmitglieder nicht offen kommunizieren und sagen, dass ihnen alles recht ist, nur weil sie einem einen Gefallen tun wollen, geht das nach hinten los. Meiner Schwiegermutter fiel es z.B. immer schwer zu sich stehen. Das hatte zur Folge, dass sie sich dann nicht immer wohl fühlte.

Die Erwartungsklärung ist ein Prozess, der sich über etliche Jahre hingezogen hat. Wir haben nicht aufgegeben und es hat sich gelohnt: Mit steigender Transparenz der einzelnen Erwartungen ist unser Weihnachtsfest viel entspannter geworden.

4. Reflektion

Besonders als Eltern mit Kindern  sollten wir uns über unsere eigenen Zielvorstellungen möglichst klar sein. Hier einige Fragen, die dazu beitragen können:

  • Was wollen wir auf jeden Fall und was nicht?
  • Welche Werte haben wir und wie wollen wir sie Weihnachten leben?
  • Was war an den letzten Weihnachtsfesten gut und was nicht?
  • Wie sind die familieninternen Rituale? Wie wichtig sind sie den einzelnen Familienmitgliedern und dienen sie allen noch?
  • Prioritäten setzen, was ist für uns Weihnachten am allerwichtigsten? (Bei mir ist es Stressfreiheit.)

Automatismen erkennen und abstellen

Gerade Weihnachten meinen wir, dass wir Traditionen nicht sterben lassen können weil unser Fest dann gleich mitstirbt, was natürlich Unsinn ist. Wie so oft gibt es mehr Möglichkeiten als man denkt.

Nur weil es immer die Gans am 1. Weihnachtstag gab, muss das dieses Jahr nicht genauso sein, wenn das dem Oberziel (z.B. Stressfreiheit) widerspricht. Wenn es ohne Gans nicht geht, kann man bei einigen Restaurants auch Gans to go bestellen.

Die Hauptvoraussetzung für kreative Ideen und andere Lösungen ist, dass wir offen für neue Gedanken sind. Das sind wir aber nur, wenn uns bewusst ist, dass wir an Weihnachten noch mehr im Autopiloten-Modus fahren als sonst.

Wenn ich merke, dass mich etwas stresst, veranstalte ich mit meinem Mann eine Kreativitätssession, wo wir überlegen wie ich ein für mich wichtiges Ziel auf einem stressfreieren Weg erreichen kann.

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Schon ein etliche Jahre her, dieser Kreativitätsschub.

5. Planung

Den Weihnachtstagen tut Struktur gut. Je mehr Personen beteiligt sind zu mehr Planung rate ich. Und zwar meine ich eine Planung, die jede Menge Freiräume beinhaltet, damit erst gar kein Druck oder keine Hektik aufkommt, weil man in einem engen Zeitplan steckt.

Die Freiräume oder das was nicht drin steht sind bei dieser Planung  am wichtigsten.

Wie grob oder wie detailliert Eure Planung ist, kommt auf Eure Präferenzen an. Hier sind ein paar Strukturierungs-Möglichkeiten:

  • Ein ungefährer Zeitplan für die Weihnachtstage (Freiräume nicht vergessen)
  • Eine Übersicht: Wer ist wann wo?
  • Ein Essensplan: Wer ist zuständig für was, was kann wann vorbereitet werden? Unser Essensplan trägt viel zu meiner Entspannung bei.
  • Zeit zum individuellen oder gemeinsamen Pausen, z.B. einen Film ansehen, spazieren gehen, spielen.

Ich habe gelernt, an den Weihnachtstagen möglichst keine Experimente zu machen. Entspannend ist eher das, was man kennt. Brettspiele zu spielen, obwohl man das sonst nie macht ist keine gute Idee.

Kinder brauchen Freiraum

Kleine Kinder haben eine kurze Aufmerksamkeitsspanne und können sich noch nicht lange selbst beschäftigen. Ich rate davon ab, ein großes Essen zu planen, das ihnen wenig Freiraum gibt. Stress ist dann vorprogrammiert. Wenn meine Kinder zufrieden sind, ist es für mich immer viel entspannter.

Größere Kinder können gut in die Vorbereitungen einbezogen werden und Verantwortung für Aufgaben übernehmen. Meine Kinder greifen mir in dieser Zeit gerne unter die Arme. Auch hier gilt für mich als Chefplanerin: Klar zu sein ist das Allerwichtigste!

6. Nur Du bist für dich verantwortlich

Jeder muss die Voraussetzungen dafür schaffen, dass es ihm gut geht. Das gilt auch und besonders an Weihnachten und für alle Familienmitglieder. Diese Verantwortung lässt sich nicht delegieren.

Meine Kinder merken meist vor mir, dass ich gestresst werde und fragen mich, was los ist. Ich bin dankbar für dieses Frühwarnsystem und kann dann sofort reagieren.

Was tut Euch gut?

  • Traut Euch aus alten Strukturen auszubrechen, wenn sie zu sehr belasten!
  • Bindet Eure Familie ein bei den Vorbereitungen und delegiert. Dann müsst Ihr natürlich damit leben, dass andere Menschen etwas anders machen als Ihr es Euch vorstellt. Eine gute Übung in Akzeptanz!
  • Entzieht Euch dem Trubel und fahrt weg, wenn Euch alles zu viel wird. Ja, das darf man!
  • Müssen Verwandte, die nur nerven wirklich eingeladen werden?
  • Ganz wichtig: Ihr seid nicht dafür verantwortlich, was Andere denken.

Wenn es trotzdem einmal eskaliert

  • Hole Dir Hilfe beim Runterfahren des Stresslevels.
  • Nimm wahr, was Stress-Auslöser für Dich sind und merke sie Dir als Hinweis darauf, wo Du nach Weihnachten einmal genauer hinsehen kannst.
  • Erwarte nicht, dass nur, weil Du in diesem Jahr ein paar Sachen änderst, kein Stress mehr entsteht.

Die Weihnachtszeit ist immer wieder ein Test für mich, der mir zeigt, welche Fortschritte ich im letzten Jahr in meiner persönlichen Entwicklung gemacht habe.

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Mein Angebot für ein entspanntes Weihnachtsfest:

Die Themen, an denen Du gerade arbeitest, kommen gerade  in der Weihnachtszeit gerne hoch. Hol Dir Hilfe. Ich biete ein Energiearbeits-Coaching an, um Dir zu helfen das diesjährige Weihnachtsfest stressfreier zu gestalten.

Bilder: privat

© Inge Schumacher

 

Buchempfehlung: Gewaltfreie Kommunikation von Marshall B. Rosenberg

Führung in Zeiten von Transformation

Wir leben in ungewissen Zeiten und keiner weiß wie denn unsere Zukunft aussehen wird. (You can read this article in English here.)

  • Klimawandel und die anderen Anstrengungen der Erde zu einem neuen Gleichgewicht zu finden werden wahrscheinlich die Umsiedlung von Millionen von Menschen zur Folge haben.
  • Die Entwicklung der Weltwirtschaft ist ungewiss: Banken wanken, unsichere Wirtschaftsbeziehungen und die wachsende soziale und ökonomisches Ungleichheit belegen das.
  • Alte Strukturen und Institutionen bröckeln.
  • Autorität, die früher automatisch mit dem Amt mitgeliefert wurde, gibt es nicht mehr: Beispiele dafür sind der jetzige US Präsident oder der CEO von Volkswagen.

Ein Modewort, das diese Situation gut beschreibt ist VUCA. Es ist das Akronym für Volatility (Unbeständigkeit), Uncertainty (Unsicherheit), Complexity (Komplexität) und Ambiguity (Unklarheit). Das ist eine komplizierte Form zu sagen:

Es gibt zu viele sich dauernd verändernde Teile

Um die Herausforderungen, denen wir uns durch die vielen unvorhersehbaren Veränderungen gegenübersehen zu meistern brauchen wir kreative Lösungen. Die Strukturen, die uns bis heute gedient haben, reichen dafür nicht mehr aus. Für besonders wichtig halte ich gut funktionierende internationale Kooperationen.

Wir haben eine gute Basis

Im Falle von Erdbeben oder anderen Umweltkatastrophen kommt internationale Hilfe innerhalb weniger Stunden. Das ist eine großartige Leistung. Informelle Netzwerke in jedem Land und über Landesgrenzen hinweg sollten diese noch ergänzen.

Das digitale Zeitalter gibt uns eine solide Basis für internationale Netzwerke. Wir brauchen nur unseren Einfallsreichtum zu nutzen, um diese turbulenten Zeiten zu meistern. Hört sich einfach an, oder?

Wir können uns nicht oft genug vor Augen halten, dass uns überall großartige menschliche Ressourcen zur Verfügung stehen.

Für flexible Lösungen brauchen wir entsprechende Führungspersönlichkeiten

Als 2015 eine Million Flüchtlinge nach Deutschland strömten, gab es keine Strukturen, die dieser Flut gewachsen gewesen wären. Zum Glück haben Millionen Deutsche einfach angepackt. Ich habe in dieser Zeit viele interessante Menschen kennengelernt. Sie sahen das Problem und fingen einfach an. Sie kamen scheinbar aus dem Nirgendwo und niemand hat ihnen gesagt, was und wie sie es tun sollten.

Ausgeglichene Menschen

Es liegt in unserer Verantwortung, für uns selbst zu sorgen. Nur Menschen, die gut für sich selbst sorgen sind in der Lage auch gut für andere zu sorgen. Ich glaube, dass wir nur ausgewogene Persönlichkeiten entwickeln können, wenn wir auf uns selbst aufpassen. Das wiederum ist die Grundvoraussetzung dafür unserem Planeten zu helfen eine neue Balance zu finden.

Alles hängt zusammen

Ich sehe das deutlich bei meinen Klienten: Sie arbeiten aktiv daran bewusster durch Leben zu gehen und nehmen ihre Vernetzung zu allem dadurch deutlicher wahr.

Viele, besonders junge Menschen, arbeiten lieber in Teams als in starren Hierarchien, sie streben nach mehr Freiheit und persönlicher Zufriedenheit und weniger nach Status und Prestige.

Internationale Kooperation

Wir sind im Zeitalter der Kooperation und der Selbststärkung. Um mit der VUCA Welt zurechtzukommen ist es hilfreich weltweit zu kooperieren. Immer mehr Menschen sehen das und tun auch etwas dafür.

Welche Fähigkeiten brauchen verantwortungsvolle Führungspersönlichkeiten?

Ich vergleiche verantwortungsvolle Führungspersönlichkeiten gerne mit Busfahrern. Viel von dem Fachwissen, das nach gängiger Meinung Führungspersönlichkeiten haben sollten ist für Busfahrer zweitrangig.

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Sie brauchen weder das Abitur noch einen Uniabschluss: Sie müssen sich zuallererst gut mit ihrem Bus auskennen und wissen wo sie hinwollen. Ihre Mitfahrer wollen mit ihrer Hilfe ein bestimmtes Ziel erreichen. Sie suchen sich dafür vertrauenswürdige Fahrer aus. Zusammen bilden beide Gruppen effektive Teams.

Verantwortungsvolle Führung basiert auf hoher Sozialkompetenz

Sozialkompetenz bezeichnet eine Kombination aus Kommunikationsfähigkeit, sozialer Intelligenz und Anpassungsfähigkeit.

Die Busfahrer übernehmen die Verantwortung für eine Fahrt. Um das gut zu machen, brauchen sie diese Sozialkompetenz. Sie haben als verantwortungsbewusste Führungspersönlichkeiten Vorbildfunktion. Ohne jemandem zu befehlen ihnen zu folgen gehen sie voran und die Menschen entscheiden dann ob sie ihnen folgen und sie unterstützen wollen.

Charakteristiken verantwortungsvoller Führung

Viele der verantwortungsvollen Leiter, die ich getroffen habe oder denen ich in den Medien folge haben folgende Charakteristiken.

  • Sie sind unprätentiös: Prestige, Berühmtheit oder Status stehen bei ihnen nicht an erster Stelle.
  • Sie sind interessiert daran etwas Wesentliches beizutragen.
  • Sie sehen die großen Zusammenhänge und ihnen liegen ihre Mitmenschen am Herzen.
  • Sie probieren neue Wege aus und schaffen so neue Möglichkeiten und Chancen für sich und für andere.
  • Sie werden durch das aktuelle Problem oder die Aufgabe motiviert. Wenn sie ihr Ziel erreicht haben, suchen sie sich eine neue Herausforderung oder steigen sogar ganz aus der Leitungsrolle aus.
  • Sie sind authentisch, denn sie tun was sie sagen.

Der Neurobiologe und Autor Gerald Hüther sagt: Der Chef von Morgen ist ein Liebender

  • Sie müssen selbstsicher genug sein, um nicht leicht aus der Bahn geworfen zu werden.
  • Sie respektieren und akzeptieren sich selbst und ihre Mitmenschen.
  • Sie sehen und erkennen die Talente um sie herum und unterstützen deren Nutzung.
  • Sie inspirieren zu Kooperation und Teamwork.

Wie unterstützt man die Entwicklung von verantwortungsvoller Führung?

Das wichtigste, das wir alle lernen sollten, ist dass wir für uns selbst verantwortlich sind und niemand sonst.

Bei meinen Workshops und in meiner Praxis sehe ich Menschen aller Generationen daran arbeiten sich selbst besser kennenzulernen. Das ist super, denn wir brauchen Leute, die ihr eigenes Potential kennen, und die auch wissen, dass sie die Voraussetzungen dafür erfüllen verantwortungsvolle Leitungspositionen zu übernehmen können.

Beispielhafte Führungspersönlichkeiten

  • Jóhannesson, Präsident von Island
  • Papst Franziskus
  • Khan, Gründer der non-profit Weiterbildungs-Organisation Khan Academy
  • Kayango: Das globale Seifenprojekt
  • einige mehr sind bei den TED talks auf Youtube finden

Eine Möglichkeit Führungspersönlichkeiten zu unterstützen ist informelle internationale Beziehungen möglichst auf individueller Ebene zu fördern.

Beispiele erfolgreicher internationaler Vernetzungen:

  • Austauschprogramme für Teenager und Studenten
  • Internationale Workcamps für junge Leute auf der ganzen Welt
  • Konferenzen wie die ICSR in Köln wo ich mein Busfahrer-Konzept vorgestellt habe
  • Die Panama Papers: Eine große Anzahl internationaler Journalisten bereiteten jahrelang vor und publizierten alle gemeinsam: Eine andere Art des investigativen Journalismus.

Das Gute an diesen Initiativen ist, dass Menschen sich so persönlich kennenlernen und im Ernstfall weltweit besser zusammenarbeiten können.

Querschnittskommunikation ist wichtig

In Deutschland wurden in den letzten 3 Jahren viele Netzwerke gebildet, die Freiwilligenorganisationen, staatliche Stellen und die Politik umfassen.

Es brauchte in meiner Heimatstadt Hamburg eine lange Zeit, um Kommunikationswege zwischen verschiedenen Behörden erst einmal zu etablieren. Sie funktionieren immer noch nicht perfekt, aber das Netzwerk besteht und wir werden es auch in Zukunft brauchen.

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Wir sind alle verantwortlich für unsere Zukunft

Das Gewicht der Zukunft liegt nicht alleine auf den Schultern von verantwortungsbewussten Anführern. Im Gegenteil!

Wir sitzen alle in einem Boot. Nur gemeinsam können wir in dieser VUCA Welt eine nachhaltige Zukunft erschaffen.

Wir sollten uns alle selbst akzeptieren und uns gut behandeln

Damit wir eine bessere Zukunft für uns schaffen, müssen wir lernen, uns selbst zu akzeptieren. Dann gehen wir auch positiver miteinander um.

Ihr denkt, dass Ihr bereits gut auf Euch achtet? Wirklich? Versucht Euch einmal einen Tag lang zu beobachten, und festzustellen wie oft Ihr Euch selber sagt, dass Ihr dumm seid weil Ihr etwas vergessen habt oder wie blöd diese oder jene Entscheidung doch war. Na?

Das zeigt natürlich weder Selbst-Akzeptanz noch nett mit sich selbst umgehen. Ich arbeite schon jahrelang daran mich ganz zu akzeptieren. Ich mache zwar Fortschritte, bin aber immer noch nicht am Ziel. Was ich in dieser Zeit festgestellt habe ist, dass ich andere viel leichter akzeptieren kann seit ich mich mehr akzeptiere.

Warum ist es so schwierig sich zu akzeptieren?

Wir sind damit aufgewachsen, immer darauf zu schauen, was uns fehlt und was wir falsch gemacht haben. Die Folge davon ist, dass wir uns ständig kritisieren und fertig machen. Wir merken es schon gar nicht mehr. Erst wenn wir darauf aufmerksam werden, was wir da tun, können wir es ändern.

Nicht alle von uns müssen Führungspersönlichkeiten werden, aber die Welt braucht jeden von uns als für uns selbst-verantwortliche und selbst-ständige Persönlichkeiten. Menschen, die sich selbst gut kennen, sehen sich als Teil des großen Ganzen sind und können ihre Rolle darin einfacher finden und ausfüllen.

Leben in der VUCA Welt

Wir sollten uns immer daran erinnern, dass wir diejenigen sind, die unsere Realität erschaffen. Wir müssen unsere Autorität behalten und mutig sein, Teile von Prozessen zu werden, deren Ausgang wir heute noch nicht erkennen können.

Wir brauchen mehr positive Bilder der Zukunft um Menschen dazu zu motivieren die kommenden Transformationen aktiv zu gestalten.

Unsere Situation wird weiter unsicher bleiben. Zusammen können wir die Wellen der Transformation reiten anstatt von ihnen überspült und untergetaucht zu werden. Verantwortungsvolle Menschen machen dabei den Unterschied.

 

Dieses Lied von Udo Lindenberg drückt unsere Vernetzung sehr gut aus: Wir ziehen in den Frieden. https://www.youtube.com/watch?v=oeFwTPyhY8Y

Songtext: http://www.songtextemania.com/wir_ziehen_in_den_frieden_feat_kids_on_stage_songtext_udo_lindenberg.html

 

Bilder: pixabay and privat

© Inge Schumacher

 

Loslassen als Energiesparprogramm

Innehalten, Inventur machen und Bilanz ziehen. Reflektieren wohin ich mich bewege.  Was behindert mich und was ist überflüssig?

In den letzten Jahren habe ich gelernt, dass ich mir das Leben leichter machen kann, wenn ich mir Zeit für eine Inventur und bewusstes Loslassen nehme.

1. Was tragen wir an Ballast mit uns herum?

Wenn wir etwas loslassen, wird Platz und Energie frei. Das gilt für Gegenstände genauso wie für nicht Materielles. Das bedeutet nicht nur, dass wir dann mehr Zeit und Freiraum haben, sondern auch dass wir offen sind für Neues.

Was halten wir fest?

  • Dinge: Kleidung, Erinnerungsstücke
  • Menschen: Eltern, Kinder, Freunde
  • Nicht Materielles: Verhaltensweisen, Verantwortung, Schuldgefühle, Verletzungen, Glaubenssätze

 

2. Voraussetzung für Loslassen ist Achtsamkeit

Um zu identifizieren, was ich an Ballast mit mir herumtrage brauche ich Achtsamkeit und Präsenz. Dann kann ich meinen Autopiloten ausstellen und aus dem Hamsterrad aussteigen.

a. Das Hamsterrad

Wir sausen oft durch unseren Alltag, getrieben von Adrenalin und Kortisol. Unser Körper gibt uns so die benötigte Energie und setzt uns damit unter Spannung. Wir sind dann sozusagen im Überlebensmodus. Das ist dann sinnvoll, wenn wir Höchstleistungen abrufen wollen. Es sollte aber keine Dauereinrichtung sein.

Unser Körper kann nicht unterscheiden, ob die von uns wahrgenommene Notwendigkeit zu Höchstleistungen real ist oder nicht. Er schüttet brav Hormone und Botenstoffe aus, um uns zu unterstützen.

Langfristig hat das Auswirkungen auf unseren Körper und unsere Psyche. Wobei ich mich wundere wie widerstandsfähig wir Menschen sind und wie lange wir das Hamsterrad aushalten bevor wir zusammenbrechen.

Nicht umsonst grassieren Krankheiten wie Burnout und Depressionen. Wir treiben uns oft so stark an bis wir uns buchstäblich selbst stilllegen. Der Körper hat im Überlebensmodus keine Zeit und keine Energie um sich zu regenerieren oder zu heilen.

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b. Der Autopilot

Mit der Zeit sind die Schaltkreise in unserem Gehirn fest verdrahtet. In der Regel sind wir ca. 95% in unserem Alltag im Autopilotenmodus.

Der Autopilot ist eine sehr sinnvolle Einrichtung, denn er erleichtert uns das Leben: Beim Gehen müssen wir nicht darüber nachdenken wie man einen Fuß vor den anderen setzt. Wir sind durch ihn in der Lage Auto zu fahren, auf den Verkehr zu achten und uns gleichzeitig zu unterhalten.

In einigen Bereichen dient der Autopilot uns jedoch nicht: Dann, wenn wir etwas in unserem Leben verändern wollen. Dann müssen wir den Autopiloten ausschalten.

3. Inventur

Inventur mache ich im Ruhemodus. Dann bin ich bewusst im Hier und jetzt. Nur hier kann ich identifizieren was ich loslassen oder freigeben kann.

Wenn ich Konflikte erschaffe oder öfter krank bin, ist es höchste Zeit für eine Inventur: Was ist zu viel, was meine ich tun zu müssen?

a. Gründe loszulassen:

  • Zeitmangel
  • Unzufriedenheit
  • Fehlende Entwicklungsmöglichkeiten
  • Einengende Begrenzungen
  • Sich nach etwas Neuem sehnen
  • Eigene Grenzen sind zu oft überschritten worden und wir werden krank
  • Die Folgen von zu viel Festhalten: Häufung von negativen Gefühlen, Gedankenkreisen, Ängste, Depressionen, Wut und Hass.

Warum halte ich an Vielem so lange fest? Oft ist meiner Umgebung lange vor mir klar, dass es gut für mich wäre etwas loszulassen. Was hindert mich also daran?

b. Gründe nicht loszulassen:

  • Sicherheit und Gewohnheit
  • Überholte Regeln: Treue, das macht man so
  • Eigentlich Positives: Liebe, Sympathie

Das Weihnachtsbeispiel

Eine Klientin erzählte mir im Sommer, dass sie jetzt schon Horror vor dem nächsten Weihnachtsfest hat. Sie ist total fertig danach.

Sie fährt mit ihrer Familie an den Weihnachtstagen hunderte von Kilometern, um erst bei ihren Eltern und dann bei ihren Schwiegereltern und dann noch zu Hause Weihnachten zu feiern. Als sie noch keine Kinder hatte, war das OK. Mit zwei kleinen Kindern graust es ihr schon vor der Packerei und den anstrengenden Fahrten.

Ich fragte sie, warum sie die Weihnachtsroutine nicht ändert, z.B. zu Hause bleibt und die Eltern und die Schwiegereltern an einem Tag einlädt. Das geht nicht sagte sie, es war schon immer so. Sie will es allen recht machen und bleibt dabei selbst auf der Strecke.

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4. Wie kann ein Loslass-Prozess ablaufen?

Ich habe einen idealtypischen Loslass-Prozess als Beispiel aufgeschrieben. Loslassen ist natürlich so individuell wie jeder Mensch einzigartig ist.

Zuerst brauche ich das Bewusstsein, dass ich etwas in meinem Leben ändern möchte. Dann kann ich mir überlegen, wie ich das tue. Wenn ich weiß, was ich loslassen will ist es oft einfach. Wenn ich allein nicht weiterkomme, hole ich mir Ideen bei Freunden oder in der Familie.

Ein Loslassprozess

  1. Bewusst werden: Brauche ich das noch?
  2. Ehrlichkeit zu sich selbst und anderen: Tut es mir gut, wenn nicht warum? Seit wann?
  3. Ausreden erkennen: Reite ich ein totes Pferd?
  4. Halte ich fest, weil ich denke, etwas besseres kommt nicht? Wie ist mein Selbstwertgefühl?
  5. Gedankenspiele: Wie würde es mir ohne… gehen? Gefühle und Ängste beobachten und gehen lassen.
  6. Sich selbst verzeihen: Ich habe damals die beste Entscheidung getroffen, die ich konnte.
  7. Danke sagen, für das, was mir einmal gedient hat.
  8. Ein passendes Ritual zum Loslassen finden: z.B. Loslassendes auf einen Zettel schreiben und verbrennen.
  9. Hilfe holen: Wir müssen nicht mit allem alleine fertig werden.
  10. Sich Zeit geben für die Trauer, die Heilung und das Etablieren von neuen Gewohnheiten.

a. Loslassen kann unangenehm sein

Beim Gedanken etwas Altbekanntes loszulassen spüre ich manchmal so etwas wie Trennungsschmerz. Ich verabschiede mich ja von etwas, das mir einmal gedient hat und das ich gut kenne. Das darf weh tun.

b. Die Gedanken beobachten

Ich versuche meinen Denkapparat nicht allzu ernst zu nehmen, wenn ich etwas loslasse. Das Gehirn klammert sich nämlich an den sicheren Status Quo. Mein Verstand ist also nicht begeistert, wenn ich mich auf Neuland wage. Er signalisiert mir Vorsicht z.B.: Tu das nicht, lass es sein, es ist doch gut so wie es ist.

c. Wie ich Gefühle loslasse

Wir halten Gefühle oft fest, indem wir gegen sie ankämpfen, sie unterdrücken oder sie mit aller Macht zu verändern versuchen. Sich vor Gefühlen zu schützen ist anstrengend.

Gefühle sind Signale, die wir uns selber geben. Wir haben sie aber wir sind sie nicht.

Gefühle fließen, sie dauern 1,5 bis 2 Minuten, dann sind sie weg, wenn wir sie gehen lassen können. Das ist schwer zu glauben, weil wir uns so angewöhnt haben sie zurückzuholen und sie damit immer wieder zu aktivieren.

d. Wie ich Konflikte loslasse

Ich bin empfänglich für Verletzungen und Konflikte, weil ich Glaubenssätze mit mir herumtrage wie: Ich kann das nicht, ich bin nicht gut genug. Diese Glaubenssätze bilden dann eine Brücke, die Verletzungen ermöglicht.

Ich kann andere Menschen nicht ändern, aber bei mir selber kann ich viel tun.

Ich schaue mir meine limitierenden Glaubenssätze an und arbeite daran, diese loszulassen. Gleichzeitig baue ich mein Selbstwertgefühl auf.

Ich merke, dass ich einen Konflikt losgelassen habe, wenn Rumpelstilzchen vor mir herumhopst und mir sonst etwas an den Kopf wirft, was mich nicht mehr berührt, weil keine Brücke mehr zu mir existiert.

Ich behaupte nicht, dass dieser Prozess einfach ist. Es lohnt sich aber!

e. Tipp: So tun als ob

Bei schwierigen Loslass-Aufgaben tue ich einfach so als ob bis ich es bereits geschafft habe. Ich stelle mir vor, ich hätte schon losgelassen. und wie befreit ich mich dann fühle, am besten in allen Einzelheiten. Das ist ein psychologischer Trick, der wirklich hilft.

Das funktioniert so wie das eine Minute lächeln, obwohl einem gar nicht danach ist. Das hellt die Stimmung auf. Warum?

Der Körper weiß nicht was real ist: Der lächelnde Mund zeigt dem Gehirn, dass ich glücklich bin und das sorgt dann brav dafür, dass der Körper Glückshormone ausschüttet.

5. Wie Loslassen mein Leben erleichtert

Ich bin mit dem Spruch groß geworden: „Nur die Harten kommen in den Garten“ Das bedeutet: Wer etwas erreichen will, muss dafür hart arbeiten und sich durchsetzen.

Das hört sich heute schrecklich menschenverachtend für mich an. Damals fand ich das normal. Ich dachte, ich müsste immer schneller, besser und stärker sein. Ich trieb mich an und verlangte von mir und anderen Höchstleistungen, auch in der Erwartung, dass ich dafür von außen Wertschätzung bekommen würde.

Viele von diesen Glaubenssätzen habe ich in den letzten Jahren losgelassen. In der Theorie bin ich aber immer noch deutlich besser als in der Praxis.

Stopp öffnet Wege

Inventur machen und Loslassen gelingt mir am besten im Urlaub. Was ich im letzten Urlaub zum Thema Loslassen erlebt habe ist hier zu lesen.

Ich habe jetzt eine Art Frühwarnsystem

Ich bin heute mehr präsent und achte darauf was mich anstrengt und hinterfrage öfter, ob etwas wirklich sein muss. Signale sind für mich dabei meine Gefühle. Wenn ich merke, dass ich schon beim Gedanken an etwas Abwehr oder Unwohlsein fühle, dann gehe ich dem meist nach. Wenn ich gerade keine Ruhe habe, merke ich mir das für später.

Sei nett zu Dir

Wichtig beim Loslassen ist, sich nicht zu überfordern. Wenn es mir schwerfällt etwas loszulassen, gehe ich vom Gas. Loslassen ist ein Prozess, der manchmal Zeit braucht und die sollten wir uns gönnen. Das ist eine gute Investition in unsere Zukunft.

6. Loslassen ist kein Verlust sondern eine Transformation

Durch bewusstes Loslassen kann ich Ballast loswerden und meine eingefahrenen Gewohnheiten ändern. Das Energiesparprogramm Loslassen erleichtert es mir, mich auf die wirklich wichtigen Dinge zu konzentrieren.

Ich eröffne mir neue Freiräume und gehe weiter auf dem von mir gewählten Weg in eine selbst bestimmte Zukunft.

 

Lesetipps

Bilder: privat und pixabay

Du willst gleich starten? Im nächsten Blogartikel findest Du acht Loslassübungen.

© Inge Schumacher

Aus meinem Freiwilligen-Engagement: Vorurteile, Offenheit und Integration

Letzte Woche durfte ich mit einer Gruppe Studenten vom Verein „Beyond Borders“ im Rahmen ihres Uni-Seminars „Unlock Society“ über Diskriminierung, Offenheit und Integration sprechen. Zur Vorbereitung habe ich mich mit diesen Themen theoretisch auseinandergesetzt und daraus ist dieser Blogartikel entstanden.

1. Was ist ein Vorurteil?

Ein Vorurteil ist eine Vereinfachung. Bei 4 Mrd. Sinneseindrücken in der Sekunde, von denen unser Verstand bewusst nur 7 bis 8 verarbeiten kann, brauchen und nutzen wir schnelle, automatisierte Entscheidungswege.

Unbekanntes wird von uns erst einmal als potentiell gefährlich eingestuft. Dafür ist unser ältestes Hirnteil, das Reptiliengehirn zuständig. Dieser Gehirnteil, der bei allen Säugetieren ähnlich aussieht und bei Reptilien fast das gesamte Gehirn ausmacht, unterscheidet nicht zwischen realer und möglicher Gefahr. Er hatte eine wichtige Funktion für unser Überleben, denn wenn wir jedem Säbelzahntiger freundlich begegnet wären, wären wir bestimmt schon ausgestorben.

Heute gibt es keine Säbelzahntiger mehr. Wir sehen uns trotzdem immer wieder unbekannten Situationen gegenüber, die wir automatisch mit Skepsis betrachten.

Hier einige Beispiele für Vorurteile, die mir in den letzten Wochen über den Weg gelaufen sind:

  1. Eine Freundin hat kürzlich einen neuen Vorgesetzten eingearbeitet. Als sie ihn zum ersten Mal traf und seinen osteuropäischen Akzent hörte, lief zu ihrem Entsetzen ein merkwürdiger Film bei ihr ab. Es kamen einige Vorurteile hoch, auf die sie nicht stolz und denen sie sich bisher nicht bewusst war.

Da sie daraufhin ihre höher entwickelten Gehirnteile benutzt hat, konnte sie ihre Vorurteile als solche identifizieren und sie über Bord werfen. Das wird ihr bestimmt nicht wieder passieren.

  1. Ich wollte einer dunkelhäutigen Passantin anbieten ihr zu helfen ihren Kinderwagen die Treppen runter zur U-Bahn zu tragen. Mein erster Impuls war, sie auf Englisch zu anzusprechen. Da meine höheren Gehirnregionen gerade ausnahmsweise auf Zack waren, habe ich diesen Automatismus unterdrückt und auf Deutsch gefragt. Meine Hilfe wurde dankbar angenommen, in fließendem Deutsch übrigens. Ich hatte also immer noch das Vorurteil, dass fremd aussehende Menschen unserer Sprache nicht mächtig sind! Dabei bin ich selbst so froh, wenn ich mein Isländisch an Einheimischen ausprobieren kann.

Diese Beispiele zeigen, dass wir alle Vorurteile haben. Wir haben aber auch alle höhere Gehirnregionen, mit denen wir unsere Automatismen überprüfen können. Zuerst müssen wir uns unserer Vorurteile bewusst werden, erst dann können wir sie abschaffen.

2. Was ist Diskriminierung?

Diskriminierung kommt aus dem Lateinischen und bedeutet trennen und unterscheiden. Wir verstehen diskriminieren heute eher als herabsetzen und herabwürdigen. Diskriminierung gab es schon immer. Wer anders ist wird und wurde immer schon mit Argwohn betrachtet.

Diskriminierung in den 60ern

Mein Schwiegervater ist Indonesier. Er lernte meine Schwiegermutter Anfang der 1960er Jahre kennen als er seine Doktorarbeit in Holzchemie an der Bundesforschungsanstalt in Bergedorf schrieb.

Meine Schwiegermutter berichtete, dass sie von Menschen, die in ihren Kinderwagen schauten und dort ein braunes Baby sahen, ausgeschimpft und angespuckt wurde. Das würde heutzutage, hoffe ich, nicht mehr passieren.

Diskriminierung heute

Vor ein paar Wochen war auf Facebook ein Post viral: Ein Schwarzer steht im Flughafen irgendwo in den USA am Schalter für die 1. Klasse. Eine Frau spricht ihn an und meint, dass er hier bestimmt falsch sei. Er zeigt ihr sein 1. Klasse Ticket. Sie meint, er gehöre trotzdem nicht hierher, dass er bestimmt vom Militär sei. Er meinte daraufhin zur Belustigung der Umstehenden: Ich bin viel zu dick fürs Militär, ich bin einfach nur ein Schwarzer, der Geld hat.

Mein Angst vor Diskriminierung

Als ich meinen Mann Mitte der 90er Jahre geheiratet habe, habe ich das in dem Bewusstsein getan, dass ich eventuell mit meiner Familie das Land verlassen muss, falls es zu massiven ausländerfeindlichen Stimmungen kommen sollte.

Diese Angst habe ich heute nicht mehr. Meine 3 Kinder sind nicht die Einzigen in ihren Schulklassen, denen man ausländische Gene ansieht.

3. Wie offen sollten wir sein?

Offenheit hört sich grundsätzlich gut an: Offene Türen, offene Arme. Wir verbinden viel Positives damit.

Für mich gibt es keine grenzenlose Offenheit.

In Deutschland führen wir gerade wichtige Diskussionen darüber, wie wir mit der Zuwanderung umgehen sollen. Das ist auch gut so.  Jeder Einzelne von uns muss für sich entscheiden wie offen er wo sein will.

Wenn wir über unsere Grenzen gehen werden wir früher oder später unser Gegenüber für diese Grenzüberschreitungen verantwortlich machen und das schafft Konfliktpotential.

Nach meiner Erfahrung ebnet grundsätzlich offen sein ohne sich selber aus den Augen zu verlieren den Weg für wunderbare Begegnungen.

 

So leben wir Offenheit für Fremde in meiner Familie:

Ich habe bisher viele positive Erfahrungen mit meiner Offenheit gemacht. Nicht alle Mitglieder meiner Familie sind damit immer einverstanden, also haben wir einen Konsens erarbeitet. Sind nicht alle dafür fremde Menschen zu uns einzuladen, lassen wir die Finger davon. Diese Vorgehensweise hat sich bewährt. Natürlich schaue ich mir die Menschen genau an, die ich in unser Haus lasse.

  • Im Rahmen des Kirchentages vor ein paar Jahren haben wir so eine Woche lang eine koreanische Familie bei uns beherbergt.
  • Ab und zu lassen wir Flüchtlinge bei uns übernachten, die auf Besuch bei Familie und Freunden aus der Erstaufnahme sind und dort nicht übernachten dürfen.

Für viele von meinen Freunden wäre das undenkbar und das ist auch OK so. Jeder von uns hat seine individuellen Grenzen und auf diese sollten wir auch hören, sonst erschaffen wir nur Probleme.

4. Integration

2015 haben wir fast eine Million Flüchtlinge aufgenommen. Wir haben das nur geschafft weil viele Deutsche eingesprungen sind und mitgeholfen haben. Mittlerweile werden die Erstaufnahmeeinrichtungen langsam aufgelöst. Die meisten Flüchtlinge besuchen Deutschkurse. Die Intgrationsarbeit fängt aber jetzt erst richtig an.

Wie integrieren wir die Flüchtlinge? Viele Deutsche haben wie ich ihre Berührungsängste überwunden. Ich war am Anfang meiner Lehrertätigkeit unsicher wie traumatisiert meine Gegenüber wohl sind und wie ich darauf reagieren sollte. Mir hat geholfen, gemeinsam mit meinen Mitlehrern einfach loszulegen. Wir haben uns stetig ausgetauscht und sind so immer sicherer geworden.

4.1 Hilfe zur Selbsthilfe

Ich unterstütze gerne Menschen auf ihrem eigenen Weg. In meiner Praxis arbeite ich viel nach dem Motto Hilfe zur Selbsthilfe. Genau so gehe ich auch mit den Flüchtlingen um.

Manche Flüchtlinge zeigen aus den unterschiedlichsten Gründen keinerlei Initiative. Ich überlege dann, inwieweit ich im Einzelfall unterstützen kann und möchte. So habe ich gerade einer Hochschwangeren aus unserer Erstaufnahme einen Kinderwagen über die großartige Hamburger Hilfsorganisation Hanseatic Help bestellt. Die Abholung hat sie dann selber übernommen.

4.2 Integration fördern

Deutsch lernen

Sprache ist für mich der Hauptschlüssel zur Integration, denn unsere Sprache transportiert unsere Kultur. Aus diesem Grund engagiere ich mich seit 2015 als Deutschlehrerin in unserer Erstaufnahme.

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Patenschaften

Die Erstaufnahme schließt Ende des Jahres und ich habe mich deswegen vor kurzem entschieden, eine Patenschaft zu übernehmen. Beim Patenschaftsprogramm der Johanniter, eines der vielen die es in Hamburg gibt, vereinbaren beide Parteien sich für ein halbes Jahr zu treffen. Es wird nicht erwartet, dass ich irgendetwas Besonderes tue. Was mich nach einem Monat am meisten erstaunt ist, dass meine Partnerin mir spiegelt, wie sehr sie mein Interesse schätzt. Das „einfach da sein“ ist anscheinend das Wichtigste an einer Patenschaft.

Für meine Patenrolle habe ich mir eine alleinerziehende Mutter mit Bleiberecht ausgesucht. Sie kommt aus Nigeria und hat eine siebenmonatige Tochter.

Sport

Vor ein paar Tagen unterhielt ich mich mit einigen Verantwortlichen Hamburger Sportvereine. Sie alle haben seit 2015 Programme für Flüchtlinge ins Leben gerufen.

Trotz des riesigen Papierkriegs, der nötig ist, um Fördermittel zu erhalten, quetschen sie weitere Fußballmannschaften auf ihre ohnehin schon vollen Übungsplätze. Fast überall gibt es im Moment Wartelisten und das betrifft nicht nur Flüchtlinge.

Da die Politik sich leider viel mehr für PR-trächtige Großereignisse wie den Hamburg-Marathon oder die Cyclassics interessiert, hat der Hamburger Sportbund mit seinem Engagement für den Breitensport oft einen schweren Stand.

In Hamburg wird ein ganzes Viertel neu gebaut , die Speicherstadt, ohne einen einzigen Sportplatz. Das passt nicht zusammen mit dem Konzept der Active City, das momentan überall propagiert wird. Wir brauchen schnell kreative Lösungen mit mehr Sportmöglichkeiten in unseren Städten.

Sport ist ein wunderbarer Integrator, besonders für Jugendliche und Frauen. Die vielen Freiwilligen, die sich für diese Gruppen in unseren Vereinen engagieren, verdienen meiner Meinung nach viel mehr Unterstützung.

Sehr wichtig ist gegenseitiger Respekt

Um es mit der kürzlich verstorbenen Aretha Franklin zu sagen halte ich gegenseitigen Respekt für ein wichtiges Schmiermittel unserer Gesellschaft. Wir scheinen da auf dem richtigen Weg zu sein: Ein seit 2013 in Deutschland lebender Afghane, den ich in Deutsch unterrichte erzählte mir kürzlich, dass er in Deutschland immer mit sehr viel Respekt behandelt wurde. Das war in anderen Ländern nicht so.

 

5. Wir sind untereinander verbunden

Ich merke immer mehr, wie wir mit allem um uns herum verbunden sind. Durch das Internet bekommen wir viel mehr mit: den Klimawandel, Vulkanausbrüche, Kriege und wachsende soziale Ungerechtigkeiten.

Viele Menschen, auch ich, können diese Verbundenheit richtiggehend fühlen. Mir wird z.B. immer wieder deutlich, dass es negative Auswirkungen auf meine Umgebung hat, wenn ich mich selbst schlecht behandele.

Einzeln fühlen wir uns oft machtlos. Doch wir unterschätzen uns. Das, was wir tun, hat einen viel größeren Einfluss als wir glauben. Es ist an uns zu fragen, in was für einer Welt wir leben wollen und anzufangen, diese selbst zu kreieren.

Mir ist es wichtig einen respektvollen, akzeptierenden Umgang in meinem Umfeld zu pflegen. Außerdem liebe ich kreative Problemlösungen. Das lebe ich und ziehe das somit auch an, sowohl live als auch digital. Erst in letzter Zeit wird mir so richtig klar, wie viel von meinen persönlichen Werten ich schon lebe.

 Beyond Borders

Gemeinsam die Herausforderungen meistern

Wir sind den Herausforderungen der Zukunft, sei es durch Flüchtlinge oder den Klimawandel, nur gemeinsam gewachsen. Mir hat die Erfahrung mit den vielen freiwilligen Helfern gezeigt, was für ein riesiges gemeinschaftliches Potential wir in Deutschland haben.

Ich kann mir noch nicht vorstellen, wie genau wir die Integration hinbekommen sollen. Aber wenn jeder das beiträgt, was er kann, werden wir es hinbekommen. Frei nach Barack Obama: Yes, we can!

 

Über den Verein Beyond Borders

Beyond Borders habe ich letzten Sommer im Rahmen eines Workcamps kennen gelernt. Sie haben in unserem Stadtteil ein Ferienprogramm mit in- und ausländischen Kindern im Grundschulalter auf die Beine gestellt. 10 internationale Studenten haben dabei mitgemacht.

Wie viel Spaß alle Beteiligten hatten, könnt Ihr in diesem Video sehen. Im März 2018 haben sie das Workcamp erfolgreich wiederholt.

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Inzwischen haben die engagierten Studenten einen eingetragenen Verein mit dem Namen Beyond Borders gegründet. Zweck des Vereins ist es, einen nachhaltigen Beitrag zur Überwindung von Grenzen zu leisten, die das gesellschaftliche Miteinander beeinträchtigen. Mit dem Motto: Anpacken funktioniert am besten, wenn man auch nachdenkt. Nachdenken funktioniert am besten, wenn man auch anpackt.

Da ich ihre Arbeit auch in Zukunft aktiv unterstützen möchte, bin ich Fördermitglied geworden. Davon können die Studenten zur Unterstützung ihrer Projekte natürlich noch viel mehr gebrauchen!

Fotos: Privat und Beyond Borders

© Inge Schumacher

Lass uns Rabeneltern sein

Dieser Artikel gehört zur Blogparade „Und täglich grüßt die Rabenmutter“ von Marianne Rott, der Mama- und Kindflüsterin von Mia Anima. Danke, dass ich Dich bei diesem wichtigen Thema unterstützen darf.

Logo Blogparade Rabenmütter 

Das Wort Rabenmutter beziehe ich ausdrücklich auf beide Elternteile. Die Zeiten, in denen daheim bleibende Mütter allein die Erziehungsaufgaben schulterten sind zum Glück schon lange vorbei. In immer mehr Familien werden die anstehenden Aufgaben so verteilt, wie es am besten passt ohne auf althergebrachte Geschlechterrollen zu achten. Viele Alleinerziehende beiderlei Geschlechts meistern außerdem ihren Alltag mit Kindern ohne Partner.

Ich möchte hiermit allen Eltern Mut machen erstens das zu tun, was sie zufrieden macht und zweitens gut auf sich zu achten. Ich nehme Dich dabei mit auf meine persönliche Reise durch das unendliche Lernpotential des Elterndaseins. Ich habe drei Kinder, die 17, 14 und 8 Jahre alt sind. Ich arbeite als Heilpraktikerin und Life-Coach.

 

Den Ausdruck Rabenmutter gibt es immer noch!

Erstaunlich, dass dieser uralte Ausdruck heute noch verwendet wird. Nach Wikipedia ist das eine deutsche Tiermetapher, die als Schmäh- oder Schimpfwort Eltern herabwürdigt, die ihre Kinder vernachlässigen. Der Begriff wird besonders für berufstätige Menschen verwendet, die sich angeblich ungenügend um ihre Kinder kümmern.

Wie so oft sieht die Realität anders aus: Junge Raben verlassen das Nest zwar aus eigenem Antrieb bevor sie fliegen können, werden aber weiterhin von ihren Eltern beschützt und gefüttert. Rabeneltern vernachlässigen ihre Jungen also keineswegs.

Wann werden wir Rabeneltern genannt oder fühlen uns so?

Meine Erfahrung ist, dass ich dann kritisiert werde, wenn ich unsicher bin. Diese Unsicherheit strahle ich aus und lade damit sozusagen Kritik ein: Die Außenwelt spiegelt meine innere Unsicherheit wider.

In solchen Situationen ruhe ich nicht in mir selbst. Vielleicht war ich müde und kaputt, weil die Nacht schlecht war. Oder ich arbeite eine lange Liste an Aufgaben ausgerechnet dann ab, wenn es mir nicht gut geht. Das hat dann zur Folge, dass alle Beteiligten gestresst sind und ich ein schlechtes Gewissen habe.

Wenn Du mit dem Begriff Rabenmutter oder -vater belegt wirst, dann versuche herauszufinden welchen Anteil Du selbst daran hast. Warst Du unsicher und wenn ja warum? Oder hattest Du das Pech gerade da zu sein als jemand Dampf ablassen wollte? Meine Erfahrung zeigt: Je mehr Du hinter dem stehst was Du tust, desto weniger wirst Du unaufgeforderte externe Kritik hören.

 

A: Mangelnde Zufriedenheit: Warum fällt es uns manchmal so schwer zu uns zu stehen?

Dazu greife ich drei mögliche Ursachen auf:

  • Unsere Rollenvorstellungen
  • Kennen wir uns und unsere Wünsche wirklich?
  • Die Macht der Ausstrahlung

1. Alte Rollenbilder

a. Trenne Dich von unpassenden Idealbildern

Ich hatte früher sehr rigide Idealbilder vom Mutter sein, Ehefrau sein, berufstätig sein, Freundin sein, Tochter sein, etc. Viele davon habe ich im Laufe der Zeit über Bord geworfen: Denn den Idealbildern und Werten zu entsprechen, die ich vielleicht schon das ganze Leben mit mir herum getragen habe und die mir nicht entsprachen verursachte viel unnötigen Druck.

b. Mehr Eigenverantwortlichkeit bedeutet für mich mehr Freiheit

Seit ich diesen unpassenden Idealen den Rücken gekehrt habe, bin ich deutlich lockerer in Bezug auf meine Familie und auch mit mir geworden. Das macht mich im Alltag offener für neue Wege, die ich früher gar nicht gesehen hätte. Mir ist nach und nach bewusst geworden wie sehr ich mich selbst begrenzt habe.

Mit der Zeit habe ich herausgefunden was mir entspricht: Es liegt mir mehrere Standbeine zu haben: Heilpraktikerin mit eigener Praxis zu sein und Menschen auf ihrem Weg zu unterstützen, 3 Kinder und ein erfülltes Familienleben zu haben und mich auch noch freiwillig in unserer Erstaufnahmeeinrichtung als Deutschlehrerin zu engagieren. Mein persönliches Wellnessprogramm ist Isländisch-Unterricht.

2. Was will ich?

Jeder muss seinen eigenen Weg finden und feststellen was ihn begeistert. Wenn wir uns dessen bewusst sind was uns liegt und was nicht, haben wir es einfacher den Alltag nach unseren Vorlieben zu gestalten und damit stressfreier zu machen.

Meine Erfahrung zeigt: Ist mein Alltag gut auf mich zugeschnitten, dann bin ich in meinem Flow und damit sehr effizient und schaffe mir Freiräume. Das macht mich zufrieden und meine Familie auch.

3. Was macht Dich zufrieden?

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Mein unzufriedener Sohn mit 6 Wochen

Um herauszubekommen was Dich wirklich zufrieden macht, solltest Du Dich gut kennen und regelmäßig mit Dir selber kommunizieren. Dann bekommst Du einfacher heraus, was Du wirklich willst. Hier ein paar Tipps:

a. Was läuft gut?

Hilfreich ist es, ab und zu eine Bestandsaufnahme Deiner jetzigen Situation zu machen. Wie viel von dem was Dich zufrieden macht, hast Du jetzt schon in Deinem Leben? Die Kinder, der Partner, die Wohnung…Für uns ist das alles meist so selbstverständlich, dass wir es nicht genug würdigen.

Ich versuche mir jeden Tag klar zu machen, wie viel von dem was ich liebe ich bereits leben darf und wie viele Menschen, die mir gut tun, um mich sind.

b. Was fehlt Dir momentan?

Auf diese Frage reagieren wir oft automatisch: Mehr Zeit, mehr Geld… dann schauen wir auf unsere Situation und fühlen uns hilflos. Wir brauchen Geld, um ein Dach über dem Kopf und Essen auf dem Tisch zu haben, das stimmt. Wir tauschen unsere Zeit gegen Geld. Wir vergessen aber, dass es für jeden von uns viele verschiedene Möglichkeiten gibt, das zu erreichen. Dafür müssen wir aber raus aus der Opferrolle und unser Leben aktiv in die Hand nehmen.

Es ist wichtig zu hinterfragen warum wir etwas tun und was unsere Motivation dabei ist.

c. Gefühle weisen Dir den Weg

Um herauszufinden, was wirklich zufrieden macht, geben Deine Gefühle Dir wichtige Hinweise. So kannst Du beliebige Teile Deines Alltags unter die Lupe nehmen:

  • Stell Dir vor, etwas nicht mehr oder anders zu tun und achte dabei auf Deine Gefühle.
  • Schau Dir eine Situation in Deiner Arbeit, bei der Kinderbetreuung oder in einer Freundschaft an.

Wenn Du negative Gefühle wahrnimmst, merke Dir wo diese auftauchen und geh diesen nach. Stell Dir Alternativen vor und fühle in sie hinein. Warum fühle ich mich unwohl und was kann ich an der Situation ändern? Besprich das auch mit Freunden oder dem Partner.

Ich habe auf diese Weise schon einige kreative Lösungen für meinen Alltag gefunden.

 

4. Die Macht Deiner Ausstrahlung:

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Eine ganz andere Ausstrahlung als oben!

a. Wenn Du überzeugt von etwas bist, strahlst Du das aus und das hat Folgen

Meine Kinder haben mir die wichtigsten Lektionen zum Thema Ausstrahlung erteilt. Eines wollte weder Brei noch etwas anderes essen, so dass sich das Abstillen hinzog. Nach 15 Monaten konnte und wollte ich nicht mehr. Ich besprach mit meinem Mann, dass das Stillen für mich endgültig vorbei war. Wir scheinen das sehr klar ausgestrahlt zu haben, denn innerhalb von 2 Wochen wollte dieses Kind nicht mehr gestillt werden! Ich war sehr überrascht, hatte ich doch mit viel mehr Problemen gerechnet.

Diese Erkenntnis lässt sich auf viele Lebensbereiche übertragen. Hier ein Beispiel aus meiner Praxis:

b. Der Weglass-Test

Eine Klientin von mir war unglücklich damit, sich als Lehrerin von Zeitvertrag zu Zeitvertrag zu hangeln. Sie fragte mich, was sie tun sollte um einen unbefristeten Arbeitsvertrag zu bekommen. Ich habe sie gefragt, ob sie wirklich liebt, was sie macht. Um da ganz sicher zu gehen sollte sie sich vor ihre Klasse stellen und sich ausmalen wie es für sie wäre sie nicht mehr zu unterrichten. Dabei sollte sie genau auf ihre Gefühle achten.

Nach diesem Test war sie ganz sicher, dass sie dort weiter unterrichten wollte. Ich riet ihr diese Sicherheit bewusst jeden Tag auszustrahlen: „Ich will hier bleiben“. Neun Monate danach hatte sie ihre Festanstellung.

c. Du hast Priorität

Spätestens wenn Chaos droht, was in Familien nicht zu vermeiden ist, bist Du gezwungen Prioritäten zu setzen.

Ich möchte Dir sehr ans Herz legen, dass Du die oberste Priorität hast. Nicht die Kinder oder der Partner sind das Wichtigste in Deinem Leben sondern Du. Nur Du bist in der Lage Dir selbst die Macht über Dein Leben zu geben.

Wie lebst Du dieses „Ich bin wichtig“ im Alltag? Mit Hilfe Deiner Ausstrahlung! Das klappt leider nur, wenn Du selbst voll davon überzeugt bist, dass Du Priorität hast und das braucht Übung.

 

B. Achte bitte gut auf Dich!

1. Überforderung macht krank

Ich habe sehr lange gebraucht bis ich gelernt habe, dass ich an erster Stelle stehen muss. Auch die Erkenntnis dass ich nur dann genug Kraft habe, um meiner Familie gerecht zu werden hat sich erst langsam durchgesetzt. Wenn ich zu oft über meine Grenzen gehe, werde ich krank. Der Körper verordnet mir dann sozusagen eine Zwangspause. Heute merke ich Überforderungsanzeichen viel früher und nehme Druck raus. Dadurch bin ich viel weniger krank.

Wer dauernd über seine Grenzen geht, landet im Burn-out und kann für niemanden mehr da sein. Das sehe ich oft genug in meiner Praxis.

2. Keine faulen Kompromisse sondern Kooperationen

Ich versuche im Alltag immer weniger Kompromisse zu machen und gehe dafür lieber Kooperationen ein: Bei Kompromissen verlieren beide Seiten, bei Kooperationen gewinnen beide. Das bedeutet keineswegs, dass ich egoistischer geworden bin. Ich bin mir nur bewusster warum ich etwas tue.

Ich engagiere mich immer noch freiwillig und tue viel für andere. Ich weiß aber, dass ich das tue weil es mich zufrieden macht. Ich versuche auch hier auf meine Grenzen zu achten.

Kurze individuelle Auszeiten von Familie und Beruf je nach Bedarf sollten Bestandteil jeden Alltags sein und sind ein gutes Feld um Kooperationen zu üben. Der Papa, der nach dem Fußballspiel locker und voller Energie nach Hause kommt, kann viel mehr Trotzgeheule oder Chaos ertragen als der gestresste. Das gilt natürlich genauso für die Mama, die sich eine kurze Auszeit gegönnt hat.

3. Ein positives Umfeld

Wir Eltern, egal ob berufstätig oder nicht brauchen Unterstützung. Wenn Du Dich in Deinem Alltag umsiehst, wirst Du hoffentlich schon viel Positives in dieser Hinsicht finden:

Die Tagesmütter, Kindergartenerzieher und Lehrer, die mit Dir an einem Strang ziehen und sich mit Dir über die Entwicklung Eurer Kinder freuen. Oder die Freunde, die auch mal kurzfristig für Dich da sind.

4. Unterstützung finden und nutzen

Das Umfeld ist das Sicherheitsnetz das uns im Ernstfall trägt und uns ermöglicht das zu machen wofür wir brennen. Dieses Netz basiert idealerweise auf Kooperationen und nicht auf faulen Kompromissen. Besonders Alleinerziehende brauchen viel Unterstützung. Die Organisation des Netzes verschlingt erst einmal viel Zeit und Energie. Das lohnt sich aber für alle Beteiligten, wie ich aus meinem persönlichen Umfeld weiß.

Die Kinderbetreuung hat sich in den letzten Jahren in Deutschland zum Glück sehr verbessert. In unserer Grundschule gibt es seit einigen Jahren Mittagessen und Hortbetreuung. Mein Jüngster besucht an 3 Tagen in der Woche den Hort. Das genieße ich sehr. Ich würde meine Arbeit auch ohne diese Hortunterstützung schaffen. Das würde aber auf Kosten meiner Energie und meines persönlichen Freiraums gehen. Bin ich deswegen eine Rabenmutter? Gerne!

 

Rabeneltern-Fazit

Wir unterstützen unsere Kinder beim Flügge werden. Unsere Kinder müssen uns dazu nicht dauernd um sich haben. Was sie brauchen ist die Sicherheit, dass wir für sie da sind, wenn sie uns brauchen und dass wir sie ernst nehmen. Das können wir prima auch als aktive berufstätige Eltern. Ich finde sogar, dass unsere Kinder von uns als Vorbildern profitieren.

Wir haben als Eltern aber die Verantwortung auch gut für uns zu sorgen, damit wir für unsere Familien da sein können.

Wir brauchen viel mehr Rabeneltern die ihren Kindern vormachen, wie man ein erfülltes zufriedenes Leben führt. Lasst uns alle Rabeneltern sein!

 

Zur Blogparade:

Den Beitrag meiner Vorgängerin ist hier zu finden: Nicole Bailer. Nach mir schreibt Katja Kohlstedt einen Gastbeitrag auf Mia Anima.

Fotos: privat, Mia Anima

© Inge Schumacher

 

 

Was Island mit Loslassen zu tun hat

Kurz vor dem Islandurlaub mit meiner Familie sah ich die Blogparade von tellyventure  zum Thema Loslassen. Das passte gut, denn Loslassen fällt mir in Island besonders leicht.

Beruflich  – ich bin Heilpraktikerin und auf geistiges Heilen spezialisiert – wie privat ist Loslassen für mich ein zentrales Thema. You can read this article in English here.

 

 

In Island weht der Wind Überflüssiges einfach weg

Jeder Mensch hat Orte an denen er sich besonders wohl fühlt. Der eine fühlt sich zu einer Insel im Mittelmeer hingezogen und der nächste ist ein totaler Südamerikafan. Zum kurzen Wiederaufladen fahren mein Mann und ich gerne von Hamburg aus an die Ostsee. 3 bis 4 Stunden am Meer sind für uns wie eine Woche Urlaub.

Island ist für meine Familie und mich ein besonderer Wohlfühlort. Hier können wir alle gut loslassen und auftanken. Die Klarheit und Weite der Landschaft unterstützt uns dabei: Einfach da sein genügt. Dieses Mal waren wir zwei Wochen im Norden von Island unterwegs.

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Wind am Eyjarfjörður

Loslassen ist eine andauernde Aufgabe für mich

Wie aktuell das Thema Loslassen ist, zeigte sich schon bei unserer Abreise am Flughafen.

Wir waren spät dran und suchten den Schalter zum Einchecken. Ich schaute meine große Tochter an, die in ihrer leichten Übergangsjacke hinter uns her rannte und mir entgleisten die Gesichtszüge. Sie hatte ihre Winterjacke nicht mit. O je! Es ist Ende April und wir fahren in ein Land, in dem es um diese Zeit noch schneit.

Schon war ich mittendrin im „Mama Worry Modus“. Zuerst habe ich mir die Schuld gegeben, nicht zum 3. Mal gecheckt zu haben, ob sie auch wirklich die richtige Jacke dabei hat. Bei allen anderen Familienmitgliedern habe ich das getan und sogar mit meinem Mann lange über die Vorzüge regenabweisender Kleidung verhandelt.

Erst im Flugzeug habe ich mich wieder beruhigt. Theoretisch weiß ich, dass ich nicht immer für alles in meiner 5-köpfigen Familie die Verantwortung übernehmen kann oder will. Wie man sieht arbeite ich noch an der praktischen Umsetzung.

Als wir am nächsten Tag feststellten, dass die mittlere Tochter die zu kleinen Winterschuhe vom Vorjahr eingepackt hatte, habe ich nur noch gelacht.

Das Jackenproblem der einen Tochter haben wir mit mehreren Schichten Pullovern gelöst. Zum Glück spielte das Wetter mit, so dass die Füße der zweiten Tochter zwar kalt, aber nicht durchweicht wurden.

Hier passt der oft zitierte isländische Spruch Þetta reddast! Das wird schon gut gehen!

Die Isländer sind ein ziemlich entspanntes Volk. Sie sind spontan und sehen Termine eher als lockere Verabredungen. Das sorgt manchmal für Schwierigkeiten z. B. in der Tourismusbranche. Ich weiß, dass deutsche Reiseunternehmen froh sind, wenn sie es auf der isländischen Seite mit zuverlässigen deutschen Auswanderern zu tun haben.

Wir durften in diesem Urlaub auch die positiven Auswirkungen dieser Lockerheit erleben als die Hilfe für unseren platten Reifen schon am selben Abend kam anstatt erst am nächsten Morgen, wie angekündigt. Unser freundlicher Retter meinte, ihm wäre gerade langweilig gewesen.

Die Isländer kochen zwar leckeren Kaffee und ein wenig Lockerheit schaue ich mir gerne bei ihnen ab. Ich halte sie aber nicht für die idealen Vorbilder für das Loslassen, denn die isländische Mentalität ist nicht wirklich kompatibel mit unserer.

 

Loslassen setzt Energien frei

Wenn wir Dinge loslassen, wird der Platz frei, den diese beanspruchen. Das gilt für Gegenstände genauso wie für nicht Materielles. Das bedeutet nicht nur, dass wir dann mehr Zeit haben, sondern dass wir wieder offen sind für Neues.

Ende 2016 habe ich die Zusammenarbeit mit meiner isländischen Freundin losgelassen. Wir haben seit 2013 zusammen Seminare für Frauen in den Westfjorden von Island angeboten. Als ich mit ihr darüber sprach, war sie froh, dass ich den ersten Schritt gemacht habe. Sie ist jetzt Mitte 60 und möchte es ruhiger angehen lassen.

Ich freue mich schon auf künftige Projekte in Island und lerne weiter Isländisch. In diesem Urlaub konnte ich schon kleine Gespräche mit Einheimischen führen.

Das Joint Venture hat mich anscheinend viel mehr Energie gekostet als mir bewusst war, denn plötzlich kam ich mit meinen Projekten viel schneller voran. 2017 habe ich zwei Blogs gestartet, den englischen über die Märchendimension und diesen hier über meine Arbeit als Heilpraktikerin und Themen aus der Persönlichkeitsentwicklung. Auch habe ich seitdem deutlich mehr nationale und internationale Klienten.

Der Islandurlaub ist für mich ein guter Anlass für eine gründliche Inventur. Abseits vom Alltag nehme ich mir die Zeit anzuschauen was ich momentan so mit mir herumtrage und was ich davon loslassen möchte. Im Alltag bin ich mir oft nicht bewusst was ich so alles festhalte.

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Mein 8-Jähriger mit Islandcap

Meine Kinder loszulassen fällt mir oft schwer

Meine älteste Tochter war sehr ängstlich. Beim ersten Gespräch im Kindergarten stellte ich zu meiner großen Erleichterung fest, dass die Erzieher mit mir am gleichen Strang zogen. Wir arbeiteten zusammen daran sie sanft an ihre Grenzen zu führen. So habe ich gelernt, wie hilfreich es ist, einen Teil der elterlichen Verantwortung abzugeben.

Eine andauernde Lernaufgabe ist für mich die Klassensituation meines Jüngsten. Er kam in eine chaotische 1. Klasse mit vielen schwierigen Kindern. Die Schulleitung war nicht in der Lage Abhilfe zu schaffen und ich hatte Sorge, dass mein ruhiges sensibles Kind unter die Räder kam. Zum Glück ging es meinem Sohn in dieser Klasse trotz allem gut, denn die Lehrerin hat es geschafft, ihm ein Gefühl von Sicherheit zu vermitteln. Sie konnte sich wegen der Klassensituation jedoch nicht so um seine Leseprobleme kümmern, deshalb unterstütze ich ihn, in Absprache mit ihr, so gut es geht zu Hause.

Mein Sohn hat in seiner Klasse wundervolle Freunde gefunden. Ich übe trotzdem immer noch meine Sorgen um ihn loszulassen.

 

Weg mit den inneren Begrenzungen!

Nur, wenn wir sehr aufmerksam sind gelingt es uns Dinge zu identifizieren, mit denen wir uns unbemerkt selbst begrenzen. Erst wenn wir sie kennen können wir sie loslassen.

Mir wurde das kurz vor meinem 50. Geburtstag klar. Mein Mann fragte mich, was ich am liebsten tun würde, denn ich hatte keine Lust auf eine große Feier. Am liebsten würde ich am Meer picknicken, antwortete ich. Im selben Moment als ich das sagte war da eine innere Stimme, die meinte, das ginge nicht. Im Februar sei es doch viel zu kalt an der Ostsee. Da spürte ich, dass ich auf eine total überflüssige innere Begrenzung gestoßen war. Ich war erschrocken über die Erkenntnis, dass ich mich anscheinend immer noch ständig selbst begrenze.

 

Ostsee
Picknick an der Ostsee im Februar 2016

Mein Mann und ich haben also an meinem Geburtstag bei 4°C am Ostseestrand gepicknickt. Dieses Erlebnis habe ich zum Anlass genommen mein nächstes Lebensjahrzent unter das Motto „Weg mit meinen inneren Begrenzungen“ zu stellen. Seither achte ich viel mehr auf diese leise Stimme und überlege, ob und wann ich ihr folge. Ich habe seitdem schon viele kleinere und größere innere Begrenzungen identifiziert.

 

Loslassen in meiner Heilpraktiker-Praxis

Bei meiner Arbeit als geistige Heilerin ist Loslassen ein zentrales Thema. Ich helfe meinen Klienten zu verstehen was sie gerade festhalten und warum, damit sie es anschließend  loslassen können. Danach überlegen wir oft gemeinsam, wie alte Muster verändert werden können.

Kurz vor meinem Urlaub bekam ich einen Anruf von einer Klientin, die seit ihrer Behandlung bei mir sehr müde war. Ich konnte feststellen, dass nach der Behandlung   viele Dinge losgelassen hat, die ihr nicht mehr dienten. Warum machte sie das so müde?

Wenn wir Dinge loslassen auf die wir uns lange gestützt haben, fehlen sie uns erst einmal. Es ist so als ob wir aus dem Fundament unseres Hauses einige tragende Steine herausnehmen: Die ganze Konstruktion kann dann vorübergehend etwas instabil werden. Wir brauchen dann mehr Energie, um sowohl das Gleichgewicht zu halten als auch neue Steine einzufügen. Ich habe das schon selbst oft erlebt und man sollte dann gut auf sich aufzupassen und sich nicht überfordern.

Meine Klientin war also so müde, weil sie dabei war, Grundsätzliches loszulassen. Ich habe mich sehr über ihren Anruf gefreut, denn er zeigte mir, dass sie alleine weiter arbeitete. Sie ist auf dem Weg mehr zu dem Menschen zu werden, der sie sein möchte. Für mich gibt es nichts Schöneres als sie dabei zu begleiten.

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Regenbogen über dem Dettifoss

 

Unseren Autopiloten erkennen

Eingefahrene Gewohnheiten bewirken, dass wir nicht selbst steuern, sondern auf dem Beifahrersitz durch unser Leben gefahren werden. Dieser Autopilotenmodus bringt uns aber nicht unbedingt dahin wo wir hinwollen, sondern dahin wo wir früher hingefahren sind. Ein wenig mehr Bewusstsein im Alltag bringt sehr viel, um die alten eingefahrenen Spuren zu erkennen und neue Wege einzuschlagen. Ich finde dieses Thema so wichtig, dass ich hierzu einen eigenen Blogbeitrag geschrieben habe.

 

Humor hilft mir beim Loslassen

Was passiert, wenn wir lachen? Heftiges Lachen lockert unseren gesamten Körper. Nicht nur die Gesichtsmuskeln geraten in Bewegung sondern Verspannungen im Bauch und der Muskulatur lösen sich. Ärger und Verkrampfungen haben dann keine Chance mehr sich festzusetzen und wir können sie viel einfacher loslassen.

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Gerade in meinem Beruf ist Humor äußerst hilfreich. Mich selbst nicht allzu ernst zu nehmen erdet mich. Mein Humor hilft mir auch dabei, die subjektiven Eindrücke, die ich durch meine Energiearbeit bekomme kritisch zu hinterfragen. In meiner Praxis soll und darf also gerne gelacht werden.

 

Weniger Struktur gibt mir mehr Freiheit

Seit ich das erste Mal in Island war habe ich viel Grundsätzliches in meinem Leben verändert. Früher hat es mir Sicherheit gegeben viel zu planen; ich war die Königin der Listen. Mir ist nach und nach bewusst geworden, dass ich diese Strukturen nicht mehr so brauchte und wie sehr sie mich eingeschränkt haben. Ich sehnte mich nach mehr Kreativität und Spontanität in meinem Leben.

Heute nutze ich Listen und Strukturen bewusst, um meinen Alltag effizient zu gestalten und mir damit Freiräume zu schaffen, die ich mit Kreativität und Überraschungen füllen kann. Seitdem ich meine festen Strukturen gelockert habe, vergesse ich auch mal etwas, was früher sehr selten vorgekommen ist. Es fällt mir heute noch manchmal schwer das zu akzeptieren.

Ich lege meine Ziele jetzt nicht mehr detailliert fest und überlege auch nicht mehr dauernd wie ich sie am besten erreiche. Ich lebe viel mehr im Hier und Jetzt und überprüfe anhand meiner inneren Kompassnadel regelmäßig ob ich noch auf dem richtigen Weg bin.

Das bringt zwar mehr Unsicherheit mit sich, aber meine Lebensqualität hat sich dadurch deutlich erhöht. Ich mache heute auch im Alltag viel mehr das, was mir Spaß macht. Die Dinge, die meiner Meinung nach erledigt werden müssen mache ich auf eine Art und Weise, die mir mehr entspricht. Meine Familie unterstützt mich dabei.

Bevor ich ein aufwendiges Zeitmanagement implementiere ist es doch viel effizienter, die Prioritäten zu sortieren und Überflüssiges einfach wegzulassen.

Loslassen ist sehr befreiend und ich bin immer wieder erstaunt, wie viel Energie das freisetzen kann. Eine regelmäßige Inventur und Bewertung der persönlichen Prioritäten empfehle ich daher jedem, idealerweise an einem Wohlfühlort.

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Fotos: privat

© Inge Schumacher