Deine Persönlichkeitsentwicklung zeigt (Neben-)Wirkungen

Es ist wieder passiert. Eine Freundin von mir verliert gerade ihren Arbeitsplatz. Sie meint: Wie gut, dass Du mich gewarnt hast, dass das passieren könnte. Dieser Artikel handelt davon warum ich sie darauf vorbereitet habe.

Persönlichkeitsentwicklung wirkt, hat aber auch unerwartete Folgen

Unter Persönlichkeitsentwicklung verstehe ich meinen Weg zu mir selbst. Seit etlichen Jahren lasse ich immer wieder Sachen los, die ich mit mir herumschleppe.

Mein Lebensziel ist, mich gut kennenzulernen. Ich will mich mögen und wohlfühlen in meiner Haut. Ich bin schon seit vielen Jahren unterwegs. Immer wieder stolpere ich, manchmal über Steine, manchmal über Felsbrocken. Ab und zu muss ich auch eine Schlucht auf einer schwankenden Hängebrücke überqueren.

Das hört sich anstrengend an? Ist es auch. Aber ich bin im Training und motiviert weil ich es sich wirklich lohnt.

Mit meiner Persönlichkeitsentwicklung habe ich bisher erreicht

Das motiviert mich immer weiter zu gehen. Ich laufe diesen Weg zu mir selbst zwar alleine, treffe mich aber auch mit anderen Reisenden zum Erfahrungsaustausch. Gemeinsam lässt sich der eigene Weg oft besser verstehen und einschätzen.

Wie sieht meine Persönlichkeitsentwicklung aus?

Der Indikator dafür, dass eine Neuausrichtung meines Weges ansteht ist mein Zufriedenheitsgrad. Mein Körper signalisiert mir mit Gefühlen oder mit körperlichen Symptomen, dass etwas nicht in Ordnung ist. Das ignoriere ich gerne eine Zeitlang und stapfe stur weiter. Im Laufe der Zeit habe ich aber gelernt besser darauf zu achten. Es wird immer unangenehmer, wenn ich dann keine Ursachenforschung betreibe.

Ich hinterfrage und forsche in verschiedensten Bereichen:

  • Bin ich das wirklich?
  • Tut mir das gut?
  • Warum passiert mir Dieses und Jenes immer wieder?

Ich stelle dann zum Beispiel fest, dass ich zu viel Ausrüstung mit mir herumschleppe. Das erklärt meine Rückenschmerzen.

Losgelassen habe ich bisher

  • Meine Karriere als Unternehmensberaterin
  • Zu viele regelmäßige Abendtermine, ich brauche mehr Spontanität
  • Jede Menge Glaubenssätze was und wie eine Mutter zu sein hat

Im Moment bin ich unzufrieden bin mit meinen verschiedenen Rollen als

  • Mutter
  • Hausfrau
  • Ehefrau
  • Gärtnerin
  • Flüchtlingshelferin
  • Freundin
  • Heilerin

Ich fühle mich eingesperrt. Es strengt mich an, meinen Erwartungen an diese Rollen gerecht zu werden.

Mein Mann meinte treffend: Du begrenzt Dich zu sehr. Ich spürte, dass er Recht hatte. Auch wenn es mir anfangs schwergefallen ist diese Grenzen überhaupt wahrzunehmen.

Ich beobachte mich seither mehr und achte auf Störgefühle und Impulse. Durch diese Aufmerksamkeit bekomme ich mit wo was nicht für mich passt. Die Grenzen, die ich so gefunden habe bin ich dabei aufzulösen. Damit werde ich wohl noch eine Zeitlang beschäftigt sein.

Der Weg zu Dir selbst ist oft spannender als erwartet

Im Laufe der Reise hast Du Dir idealerweise eine Grundsicherheit erarbeitet. Du weißt wo Du Hilfe beim Klettern brauchst und was Du alleine schaffst. Du wirst mutiger.

Je genauer Du Deinen Weg kennst umso leichter wird es an den Weggabelungen für Dich. Du entdeckst im Laufe der Zeit viel mehr Weggabelungen. Kleine unscheinbare, die Du am Anfang des Weges übersehen hättest, testest Du heute vielleicht aus. Du weißt, dass Du den Weg zurück zum Hauptweg immer wiederfindest.

Du hältst es aus, wenn sich Dein Ziel ändert und Du eine neue Karte erstellen musst: Entweder hast Du ein Ziel erreicht oder Deine Prioritäten haben sich während der Reise verändert.

Deine Reise ist nicht immer schön. Es gibt Zeiten, da bist Du am Ende Deiner Kraft, müde und ausgelaugt. Manchmal verirrst Du Dich oder Du stehst vor einer Steilwand und musst umkehren.

Überraschungen gehören dazu

Richtig spannend wird es, wenn Du mit Ereignissen konfrontiert bist, die scheinbar aus dem Nichts kommen.

Meiner Freundin ist das gerade passiert. Sie ist eine hochqualifizierte Fach- und Führungsfrau. Mein Mann und ich haben schon vor zwei Jahren das Potential gesehen, dass sie sich aus ihrem Job kickt, wenn sie ihren Weg weitergeht. Ich habe ihr deswegen frühzeitig von einer unerwünschten Nebenwirkung von Persönlichkeitsentwicklung berichtet:

Die natürliche Abstoßungsreaktion

Wir sind Magneten, die Dinge in unser Leben ziehen, die zu der Energie passen, die wir ausstrahlen. (Ich meine damit nicht die Energie, die wir denken die wir haben.) Das bedeutet auch, dass wir Dinge und Situationen abstoßen, die nicht mehr zu uns passen.

Jeder kennt das von Freunden, die sich anders entwickeln. Dann geht man getrennte Wege. Gravierender ist es, wenn es um unsere unsere Existenz geht, um den Job.

Ich habe in der Reisen-zu-sich-selbst Community oft miterlebt, dass scheinbar aus heiterem Himmel gekündigt wurde. Von beiden Seiten: Vom Unternehmen und vom Arbeitnehmer aus.

Je nachdem wie bewusst wir sind, bekommen wir mit ob sich etwas zusammenbraut oder nicht. Sind wir vorgewarnt ist es ein bisschen einfacher. Der Jobverlust die Konsequenz vieler Einzelentscheidungen, die wir auf unserem Lebensweg getroffen haben.

Trotz allem: Jobverlust bedeutet den Ausnahmezustand. Alle Lernerfahrungen, die auf dem Weg gesammelt wurden brauchen wir jetzt, unser Supportsystem auch. Am wichtigsten ist dabei die Sicherheit, dass wir uns auf uns selbst verlassen können. Die haben wir immer dabei, egal was passiert.

Meine Freundin ist froh, dass ich sie mehrmals auf die Nebenwirkungen ihres Weges zu sich selbst hingewiesen habe. Immer wieder habe ich ihr von Beispielen anderer Menschen erzählt. Sie hat lange nicht verstanden was das mit ihr zu tun hat.

So war sie anfangs zwar überrascht, aber nicht geschockt. Sie hatte sich schon eine längerfristige Exit-Strategie überlegt. Jetzt zahlen sich die Erfahrungen aus, die sie bisher gemacht hat. Sie weiß, sie kann sich auf sich und ihr Unterstützungsteam verlassen. Sie staunt selbst wie wenig panisch sie ist.

Sie sagt, dass sie weiß dass alles gut wird, sie aber keine Ahnung hat wie. Das muss sie auch nicht. Mein Tipp an sie ist, dass sie diese Zuversicht pflegt. Dann wird sie sicher an ihr Ziel kommen, dass sie jetzt noch nicht kennt.

Deine Persönlichkeitsentwicklung ist so einzigartig wie Du es bist

Jeder Reise zu sich selbst ist anders. Jede Karte sieht anders aus. Es gibt verschiedenste Details und Beschriftungen. Manche sind liebevoll bemalt, andere zerknittert und abgenutzt. Manche verlassen sich auf ihr inneres GPS, andere bevorzugen eine altmodische Karte aus Papier.

Sie alle erfüllen Ihren Zweck. Du erschaffst sie sowieso ständig neu. In jedem Moment, in jedem neuen Jetzt erschaffst Du Deinen Weg und Deine Ausrichtung .

Es ist nie zu spät loszugehen oder umzukehren. Es ist immer recht-zeitig und Zeit genug.

Trotz unerwarteter Nebenwirkungen empfehle ich jedem diese Reise zu anzutreten und zu genießen. Sie lohnt sich immer und ist nie langweilig.

Möchtest Du mehr über Dich und Deinen Weg zu Dir erfahren? Ich schenke Dir eine halbstündige Kennenlern-Einheit.

Dieser Artikel ist in der #Blognacht meiner Lieblingsblogflüsterin Anna Koschinski entstanden.

Bilder Pixabay und privat

© Inge Schumacher

Warum Authentizität wichtig ist

Ich habe die #Blognacht meiner Lieblingsblogflüsterin Anna Koschinski genutzt um diesen Artikel zu schreiben. Dreizehn Blogger, die zusammen und jeder für sich schreiben. Es hat Spaß gemacht.

Authentizität ist abgelutscht und ausgeleiert. Mit Authentizität werden alle möglichen Produkte verkauft, die kein Mensch braucht. Das waren meine ersten Assoziationen.

Ich hätte nicht darüber geschrieben, wenn Rosa Pessl mich nicht persönlich eingeladen hätte bei ihrer Blogparade mitzumachen.

Authentizität in meinem Beruf

Ich bin Heilpraktikerin und spezialisiert auf Energiearbeit. Ich bin also Expertin für Unsichtbares. Das kann ich richtig gut. Trotzdem habe ich sieben Jahre gebraucht um offen zu meinem Talent zu stehen.

Wenn ich von Authentizität spreche meine ich: Ich selbst sein

Um Du selbst zu sein, musst Du erst einmal Du selbst sein wollen. Wenn Du Dich selbst nicht wertschätzt, hast Du keine Motivation dazu.

Wer will schon mit jemandem zu tun haben, der

  • nicht liebenswert,
  • langweilig und
  • ganz allgemein doof ist?

So jemanden verstecke ich doch lieber hinter irgendeiner Fassade und lasse ihn nicht an die Öffentlichkeit.

Ein wenig Selbstakzeptanz brauchst Du um mit Authentizität zu experimentieren

Seit über 30 Jahren arbeite ich meiner Selbstakzeptanz. Langsam habe ich mich in dieser Zeit von: „Ich bin nicht liebenswert“ zu „Ich bin ganz okay“ hochgearbeitet.

Ich habe zwei Artikel über Selbstakzeptanz geschrieben. Über Selbstliebe könnte ich momentan noch nicht authentisch schreiben. Vorher habe ich noch Einiges zu üben.

Dein Weg zu mehr Authentizität

Du willst Dich mehr dazu stehen wie Du bist? Prima. Hier gibt es ein paar Inspirationen.

Fang langsam an Dich zu zeigen

Authentisch sein musst Du nicht sofort hundertprozentig. Fang einfach klein an.

Zuerst brauchst Du etwas, das Du gut an Dir findest.

  • Etwas das Du gut kannst,
  • ein Thema bei dem Du Dich sicher fühlst

Mit dem wirst Du Dich am ehesten trauen raus zu gehen und Dich zu zeigen.

Zwei Übungsideen

Vielleicht sagst Du im Job Deine fundierte Meinung, was Du Dich früher nicht getraut hättest. Vielleicht nimmst Du es Dir auch nur vor. Auch wenn Du es beim ersten Mal nicht schaffst, wichtig ist: Du hast Dich auf den Weg und den ersten Schritt gemacht.

Vielleicht traust Du Dich beim Einkaufen eher jemanden anzuquatschen, wenn Du den Impuls dazu verspürst. Nur zu. Du wirst denjenigen wahrscheinlich nie wiedersehen. Wegen der Masken, die wir alle momentan tragen, erkennen wir einander sowieso nicht.

Authentizität für Fortgeschrittene:

Schwierige Situationen lassen sich mit Authentizität entspannen

Klienten kommen öfter mit schwierigen familiären Problemen zu mir. Dann klären wir zuerst ihren Eigenanteil und die Historie. Wir versuchen die Situation zu verstehen und so emotionalen Druck herauszunehmen.

Beispiel: Spannungen in der Familie

Eine Klientin hatte Probleme mit ihrer Tochter. Die Tochter war schwanger und meine Klientin hatte die begründete Befürchtung, dass sie nicht viel von ihrem Enkelkind mitbekommen würde, wenn sich die Situation nicht entspannte.

Wir haben viele Informationen über diese beiden besonderen Frauen zusammengetragen. Meine Klienten verstand dadurch viel besser was unterschwellig ablief und warum.

Dann beleuchteten wir ihre Erwartungen. Mutter-Tochter Beziehungen sind überfrachtet mit gegenseitigen Erwartungen. Es gab also viele Erwartungen, die sie sich bewusst gemacht hat.

Meiner Klientin war klar, dass nur ein authentischen Kommunikations-Angebot mit möglichst wenig Erwartungsdruck Chance auf Erfolg haben würde. Sie hat es geschafft, wie sie mir später glücklich berichtete.

Authentisch sein bedeutet sich öffnen

Wenn ich authentisch bin, eröffne ich meinem Gegenüber die Möglichkeit mit in meine Welt zu kommen. Ob dieser die Einladung annimmt oder nicht ist seine Entscheidung.

Unzulänglichkeiten zugeben

Ein Idealbeispiel

Das erste Mal als ich als Unternehmensberaterin meinem Kunden gegenüber zugegeben habe nicht weiterzuwissen habe ich Blut und Wasser geschwitzt. Ich habe erwartet in Grund und Boden gestampft zu werden.

Aber o Wunder: Das Gegenteil ist passiert. Ich bekam Unterstützung und als Folge davon eine wunderbar offene konstruktive Arbeitsatmosphäre.

Es muss nicht immer so positiv laufen, wenn wir uns schwach zeigen. Zum Üben ist es hilfreich, wenn man sich gegenseitig sympathisch ist und ein gemeinsames Ziel, z. B. ein Projekt, hat.

Authentisch sein in der Familie

Mein Mann hat mir beigebracht, dass ich als Mutter von drei Kindern auch einmal schlecht drauf sein darf. Heute zeige ich offen, wenn nicht mein Tag ist. Meine Familie ist vorgewarnt. Wenn sie die sprichwörtliche Rauchwolke über meinem Kopf wahrnehmen, wissen sie, dass das nicht ihre Schuld ist. 

Ich schätze den Input meiner erwachsenen Kinder. Früher habe ich mich damit gestresst, viele Dinge unter einen Hut zu bekommen, von denen ich glaubte, sie wären wichtig.

Oft hat sich später herausgestellt, dass der ganze Aufwand unnötig war. Wenn ich jetzt merke, es wird mir zu viel sage ich Bescheid. Oft ergibt sich eine ganz einfache Lösung.

Auf diese Weise habe ich viel mehr Ruhe in meinem Leben. Denn keiner erwartet von mir alles schaffen zu müssen außer mir! Meine Familie möchte einfach, dass es mir gut geht. Es hat lange gedauert bis ich das wirklich begriffen habe.

Schwäche mir selbst zuzugeben ist schwer

Erst im letzten Jahr habe ich begriffen, wie wichtig es ist, auch vor mir selbst zuzugeben schwach zu sein. Irgendwie habe ich geglaubt, meine Welt bricht dann zusammen.

Das Gegenteil ist der Fall. Ich kann jetzt den Teil von mir, der in die Knie geht oder Heilung braucht viel besser akzeptieren.

Authentizität ist erfolgreich

Mein Gegenüber, meine Klienten und meine Blogleser merken, wenn ich authentisch bin. Sie spüren, dass ich echt bin und das lebe was ich predige.

Offenheit lädt zu Offenheit ein. Oft darf ich wichtige Geschichten von anderen Menschen mitnehmen, weil ich zuerst offen und authentisch bin. Viele eigene Fehler habe ich mir schon durch dieses aktive Zuhören erspart.

Authentizität als Magnet

Ich nutze Authentizität, um die Klienten anzuziehen, die zu mir passen. Ich achte deswegen auf meiner Webseite darauf mich und meine Arbeit so echt wie möglich darzustellen.

Mit Erfolg: Die Leute, die den Weg zu mir finden passen auch zu mir.

Dieser Artikel hat Dich angesprochen? Ruf mich unverbindlich an, wenn ich Dich unterstützen kann.

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Innere Sicherheit

Nicht nur für Staaten ist innere Sicherheit wichtig. Wir alle benötigen Sicherheit um verantwortungsvoll und effizient handeln zu können. In diesem Artikel findest Du Ideen und Übungen für diese Sicherheit.

Corona schüttelt uns durch

Wir erleben seit einem Jahr eine weltweite Pandemie. Strukturen, auf die wir uns lange verlassen haben, lösen sich auf. Das macht es schwieriger für uns im Außen Halt zu finden. Wir werden unsicher und geraten leichter aus der Balance.

Diese Unsicherheit sorgt dafür, dass Traumata und Ängste, die bisher ein Randdasein geführt haben lautstark auf sich aufmerksam machen. Ich habe deutlich mehr Klienten, die deswegen zu mir kommen.

Sicherheit in uns selbst finden

Wir sind es gewohnt Bestätigung und Ermutigung aus dem Außen zu bekommen und einzufordern. Im Lockdown fällt davon Vieles weg. Wir werden dadurch auf uns selbst zurückgeworfen. Dauerhafte Sicherheit können wir nur in uns selbst finden. Dann haben wir sie praktischerweise immer dabei.

In der Theorie hört sich das einfach an: Wir legen einen Schalter um: von Sicherheit aus dem Außen zu Sicherheit von Innen. Leider brauchen wir dafür viel Energie und Durchhaltevermögen, denn wir müssen unsere Gewohnheiten ändern.

Wir müssen das Vertrauen in uns erst aufbauen. Das geht nicht von heute auf morgen.

Mein Sohn hat eine Naturbrücke in den Kirschbaum gebaut

Wie lassen wir unsere innere Sicherheit wachsen?

1. Erfahrung hilft

Je mehr Probleme wir in unserem Leben überwinden umso mehr vertrauen wir uns. Wir entwickeln dadurch Zuversicht in Situationen, die neu für uns sind.

Beispiel:

Wenn wir in Corona Angst um unseren Job haben hilft es, wenn wir auf positive Erfahrungen bei der Arbeitssuche zurückgreifen können. Das lässt uns die unsichere Situation besser ertragen.

2. Sich selbst kennen und akzeptieren

In unsicheren Situationen ist es hilfreich, sich auf seine Ressourcen zu konzentrieren. Das gibt Halt.

Deine Ressourcen kannst Du beispielsweise durch diese Fragen finden

  • Was hast Du für Fähigkeiten?
  • Was für Ziele hast Du schon erreicht?
  • Worauf bist Du stolz?
  • Was zaubert ein Lächeln auf Dein Gesicht?

Je besser wir uns kennen, umso mehr Ankerpunkte haben wir, auf denen wir unsere innere Sicherheit aufbauen können. Schau Dir die folgende Liste an. Hier findest Du Inspirationen um mehr Ankerpunkte zu finden.

2. Mehr Bewusstsein im Hier und Jetzt entwickeln

Nur im Hier und Jetzt erschaffen wir unsere Zukunft. Außerdem erschaffen wir mehr von dem auf das wir unsere Aufmerksamkeit richten.

Es ist daher sinnvoll sich folgende Fragen zu stellen:

  • Wo ist meine Aufmerksamkeit gerade?
  • Wie bin ich drauf und welche Energie strahle ich so aus?

Entscheidend ist, wo unsere Aufmerksamkeit im Hier und Jetzt ist. Sie ist der Lichtstrahl, der aus den vielen Möglichkeiten die aussucht, die wir Realität werden lassen.

Haben wir Angst, konzentrieren wir unsere Erschaffens-Energie genau darauf.

Beispiel:

Ich trage ein Tablett mit Geschirr in den Garten. Ich denke dabei ständig: Nicht stolpern! Was passiert? Natürlich stolpere ich. Ich habe dem ja auch viel Aufmerksamkeit gegeben.

Es wäre besser gewesen, wenn ich mich auf den schön gedeckten Tisch draußen konzentriert hätte.

Wie selbst-bewusst bin ich im Hier und Jetzt?

Ich übe seit über 10 Jahren bewusst im Hier und Jetzt zu sein. Schaffe ich das immer? Nein! Aber es wird immer natürlicher für mich. Ich erschaffe dadurch mehr von dem was ich will und brauche.

a. Übung: Erkenne wo Deine Aufmerksamkeit ist

Um festzustellen wo Deine sich Deine Aufmerksamkeit herumtreibt, docke einen Tag lang immer wieder bei Dir an und schau nach.

Dafür kannst Du eine Erinnerungs-App nutzen. Oder befestige einen Zettel an prominenter Stelle, z. B. am Badezimmerspiegel. So erinnerst Du Dich daran Dich immer wieder zu fragen, wo Deine Aufmerksamkeit gerade ist.

Du wirst Dich wundern wohin Deine Gedanken Dich im Laufe eines Tages entführen.

b. Übung: Andere beobachten

Kennst Du Leute, die sich wundern warum ihnen manche Dinge passieren? Versuche zu imaginieren worauf sie sich dabei konzentriert haben könnten. Das ist einfacher als bei einem selbst zu forschen.

3. Schaffe Dir einen sicheren inneren Raum

In einen sicheren inneren Raum können wir uns zurückziehen, um Abstand zu gewinnen und zu heilen. Gerade bei den Ängsten die gerade herumschwirren kann ein innerer Raum eine gute Unterstützung auf dem Weg zu mehr innerer Sicherheit sein.

Mein innerer Raum

Ich habe als Kind einen inneren Raum genutzt, um ohne Angst einschlafen zu können.

Heute weiß ich, dass ich als sensibles Kind viel Zeit brauchte um Erlebtes zu verarbeiten. Dazu brauchte ich Ruhe. Die hatte ich tagsüber in meinem Zimmer und nachts in meinem inneren Raum.

Mein innerer Raum war klein, kuschelig und autark. Ich hatte alles zum Überleben, mein Bett, meine Bücher und Kuscheltiere. Wenn ich es mir dort gemütlich gemacht habe konnte ich gut einschlafen.

Ich nutze sichere innere Räume auch bei der Arbeit mit meinen Klienten. Viele haben einen inneren Raum, den wir bei der Arbeit nutzen können. Andere unterstütze ich dabei einen aufzubauen.

Gestaltung innerer Räume

Die Einrichtung kann sehr unterschiedlich sein:

  • Manchmal sind andere Menschen oder Wesen da, manchmal nicht
  • Viele Räume liegen in der Natur
  • Manche sind aufwändig eingerichtet und bunt
  • Andere einfach
Beispiele für innere Räume
  • Eine Höhle in einem Bergmassiv
  • Ein Zelt am Strand
  • Ein Haus im Dschungel
  • Eine Lichtung im Wald
Innere Räume sind flexibel

Innere Räume sind individuell und passen sich unseren Bedürfnissen an. Ich erlebe wie sie sich während der Arbeit mit meinen Klienten verändern.

Auch mein bevorzugter innerer Raum verändert sich. Wenn es mir gut geht sitze ich auf einer offenen Wiese mit viel Platz um mich herum, dessen Grenzen ich nicht sehen kann. Wenn ich nicht gut drauf bin, bevorzuge ich einen Raum mit klaren Grenzen.

Innere Sicherheit kann uns keiner nehmen

In der Corona-Pandemie werden wir mit Informationen zugeschüttet. Viele davon machen uns Angst. Sie werden verbreitet weil starke Emotionen sich gut verkaufen. Wenn wir uns sicher fühlen, sind wir wenigsten teilweise immun dagegen.

Beispiel zu Informationen:

Eine Klientin kam wegen Schlafstörungen zu mir. Wir haben herausgearbeitet, dass ihr inneres Prüfsystem einige Informationen von außen für nicht zutreffend hielt. Sie war es gewohnt, Radio- und Fernsehnachrichten hundertprozentig zu vertrauen. Dieser Widerspruch brachte sie total durcheinander.

Wenn ich jetzt ein Störgefühl beim Nachrichtenschauen habe, nehme ich das wahr und ordne diese Information als potentiell verzerrt ein. Ich verlasse mich dann eher auf meine innere Stimme.

Ich unterstelle niemandem Desinformation oder vermute Verschwörungstheorien. Corona und Co. scheinen tendenziöse Berichterstattung irgendwie einzuladen. Viele spüren das.

Innere Sicherheit ermöglicht die Übernahme von Verantwortung

In unsicheren Zeiten brauchen wir so viel innere Sicherheit wie möglich. Je sicherer wir uns fühlen umso weniger sind wir manipulierbar. Je besser wir uns kennen umso effizientere Entscheidungen können wir für uns und unsere Familien treffen.

Ich schreibe diesen Blog um meinen Lesern zu helfen sich besser kennenzulernen und bewusster zu leben. Wenn Du Fragen dazu hast, ruf mich gerne unverbindlich an.

Buchtipp

Andreas Knuf: Ruhe da oben! (2010) Der Weg zu einem gelassenen Geist

Dieses schmale Buch erklärt anhand vieler Beispiele wie wir von unseren Gedanken immer wieder in den Autopiloten-Modus und aus dem Hier und Jetzt gelockt werden. Außerdem gibt es viele Tipps und Übungen zum Aussteigen aus diesem Automatismus.

Bilder: Privat

© Inge Schumacher

Verantwortung

Mit Verantwortung beschäftige ich mich immer wieder. Ich frage mich: Was genau ist Verantwortung? Wie viel Verantwortung soll und will ich tragen? (I wrote this article in English here.)

Was bedeutet Verantwortung?

„Verantwortung ist die Übertragung bzw. Übernahme einer willentlichen Pflichterfüllung in Form von Handlungen inklusive deren Konsequenzen“.(Quelle: Wertesysteme.de)

Für mich ist Verantwortung eine Antwort auf das Geschenk des Lebens.

Als ältestes von vier Kindern habe ich gelernt Verantwortung zu übernehmen. Vielleicht habe ich deswegen die Tendenz, mich für Vieles verantwortlich zu fühlen.

Ich übernehme gerne Verantwortung

Für mich ist es natürlich, das Große und Ganze im Blick zu behalten. Ich bin oft die erste, die sich meldet, um Menschen zu unterstützen. Das liegt mir und hat mit meiner Berufung zu tun.

Als Freiwillige habe ich schon viele wertvolle Erfahrungen gesammelt: Ich war

  • Betreuerin von Behinderten
  • Im internationalen Studentenaustausch
  • Elternvertreterin
  • Wahlvorstand
  • Schöffin
  • Flüchtlingshelferin

Verantwortung für unsere Kinder

Früher habe ich gedacht, dass wir als Eltern die alleinige Verantwortung für unsere Kinder tragen.

5 Monate, was für eine Ausstrahlung!

Mittlerweile weiß ich, dass schon ein Baby Verantwortung für sein Dasein hat.

Ich erwische mich oft dabei schnell eingreifen zu wollen, wenn meine Kinder Sachen nicht so machen, wie ich das für richtig halte. Mein Mann sieht das lockerer; was unseren Kindern zugute kommt. Ich kämpfe oft mit mir, was ich zu akzeptieren bereit bin und inwieweit ich die Entscheidungen meiner Kinder unterstütze.

Gleichzeitig will ich auch meinen Anspruch an Fürsorge und meinem Elternbild gerecht werden. Das bedeutet ein ständiges Abwägen, das ich wohl mit allen Eltern teile.

Beispiel: Wie viele Regeln sind nötig?

Das kommt auf die Kinder an. Unsere Mädchen hielten sich an die wenigen Regeln, die wir aufstellten. Wie anders das sein kann habe ich erfahren als wir drei Monate lang eine französische Austauschschülerin hatten. Sie brauchte klare Regeln für Internetnutzung, nach Hause kommen etc.

Außerdem habe ich folgende Erfahrung gemacht: Spätestens in der Pubertät ist die Erziehung vorbei.

Wir Eltern können dann nur da sein, Hilfe anbieten und Vorbild sein. Mehr nicht.

Mein Sohn hatte schon mit 10 Jahren ein ausgeprägtes Autonomiebestreben. Er braucht eine ganz andere Begleitung als unsere Mädchen. Mir bleibt nichts anderes übrig als Ausprobieren, was funktioniert und was nicht.

Meine Intuition sagt mir, dass meine Kinder ihren Weg machen werden. Das geschieht oft anders als ich mir das vorstelle. Daran muss ich mich gewöhnen.

Verantwortung in meiner Praxis

Ich darf Menschen in schwierigen Lebenssituationen begleiten. Ich helfe meinen Klienten den für sie passenden Weg zu finden und ihn zu gehen. Ich sehe sie als einzigartige Individuen und gebe ihnen Rückenwind. Ich ihnen nehme ihnen nicht die Verantwortung ab.

Meine Klienten sind immer für sich alleine verantwortlich. Ich bin so lange als verlässliche Stütze für sie da wie sie mich brauchen, auch zwischen unseren Sitzungen.

Dass ich das richtig mache sehe ich daran, dass meine Klienten nicht abhängig von mir werden.

Verantwortung uns selbst gegenüber

Ich musste erst lernen, dass ich andere nur dann gut unterstützen kann, wenn ich auf mich achte.

Beispiel:

Ich helfe gerne – auch ohne Honorar: Momentan begleite ich eine Freundin aus den USA, die an Krebs erkrankt ist.

Ich habe sehr genau geschaut, wie diese Unterstützung aussahen kann, damit ich mich nicht überfordere. Wir probieren gerade aus wie wir am besten zusammenarbeiten.

Warum ist Verantwortung für mich selbst zu übernehmen so wichtig?

Ich habe gelernt, dass ich

  • zuerst für mich sorgen muss bevor ich für andere da sein kann
  • ich mir selbst schade wenn ich mich nicht (be)-achte
  • ich schneller an meine Ziele komme, wenn es mir gut geht

Das Innen ist genauso wichtig wie das Außen

Ich habe das erst mit Mitte 30 verstanden als ich aus Mangel an Selbstfürsorge in eine Depression rutschte. Dadurch wurde ich gezwungen meine Aufmerksamkeit vom Außen auf das Innere zu lenken.

Ich versuche seither im Blick zu behalten:

  • meine eigene persönliche Entwicklung
  • mein seelisches Gleichgewicht
  • was ich tue und warum

So lerne ich mich besser kennen und akzeptieren. Ich bin in den letzten 20 Jahren dadurch viel bewusster geworden. Ich kenne mein Lebensthema und meine Lebensziele und richte mein Leben danach aus. Das bringt mir Zufriedenheit und Balance.

Leider bin ich in der Theorie oft noch besser als in der Praxis. Da hilft nur weiter zu üben:

Wir alle brauchen den Mut immer wieder dahin zu schauen wo es wehtut. In der Corona Pandemie tun sich reichliche Übungsfelder auf.

Trauma und Corona

Bei vielen Menschen machen sich momentan Traumen bemerkbar, auch ausgelöst durch die Corona-Pandemie. Diese Traumen wollen unsere Aufmerksamkeit, weil sie unsere Entwicklung behindern.

Hinweise auf ein Trauma kann Folgendes sein:

  • Das Gefühl: Ich komme nicht weiter
  • Schon wieder diese Situation!
  • Ständige Unzufriedenheit
  • Ich fühle mich hilflos

Woher ich das weiß? Ich arbeite nicht nur zusammen mit meinen Klienten an deren Traumen. Ich habe im letzten Jahr selbst einige Traumen bearbeitet und dafür auch Hilfe in Anspruch genommen.

Verantwortung für das Ganze

Neben der Verantwortung für uns und unsere Kinder haben wir auch eine Verantwortung für die Allgemeinheit. Sonst könnte unsere Gesellschaft nicht funktionieren.

Beispiel: Flüchtlingswelle in Deutschland

Wir Deutschen sind kollektiv über uns hinausgewachsen als wir 2015 eine Million Flüchtlinge aufgenommen haben. Ohne die vielen Freiwilligen, die Verantwortung übernommen haben, wäre unser Sozialsystem zusammengebrochen.

Ich habe das bewusst miterlebt: Ich habe drei Jahre lang Flüchtlinge in einem Camp unterstützt. Jetzt bin ich Mentorin einer alleinerziehenden Mutter. Meiner Erfahrung nach hört Integration niemals auf.

Ich war überrascht von der Hilfsbereitschaft und der Kreativität meiner Mitbürger. Ich habe daraus gelernt: Wenn viele von uns gemeinsam Verantwortung übernehmen und uns die Arbeit teilen, sind wir in der Lage die Welt aus den Angeln zu heben.

Verantwortung für den Planeten

Wir realisieren, dass unsere Verweildauer auf diesem Planeten dabei ist abzulaufen. Es liegt in unserer Verantwortung, der Erde zu helfen ein neues Gleichgewicht zu finden. Idealerweise eines, in dem wir Menschen auch einen Platz haben.

Veränderungen anzugehen ist nicht angenehm. Aber Veränderungen scheinen nur dann zu geschehen, wenn es unbequem genug wird.

Fazit: Vom Einzelnen zum Ganzen

Viele bewerten den Egoismus sich an erster Stelle zu stellen negativ.

Für mich ist diese Art des Egoismus eine unabdingbare Voraussetzung dafür glücklich und ein produktiver Teil des großen Ganzen zu werden. Sonst bleibt unser volles Potential ungenutzt. Wir können nur dann global denken und handeln wenn wir uns auch als Einzelne schätzen lernen.

Veränderung bringt Unsicherheit

Wir wissen nicht wie es weitergeht und was wir genau tun sollen. Wie denn auch? Wir haben keine Erfahrungen mit der Situation: Klimawandel, Artensterben, Naturkatastrophen.

Wir haben auch die Verantwortung dazu zu stehen, dass wir uns manchmal hilflos fühlen.

Wir werden Vieles ausprobieren müssen. Das bedeutet auch immer wieder zu scheitern. Wie sonst sollen wir herausfinden was funktioniert? Wichtig ist, trotz allem nicht aufzugeben.

Ich erlebe immer wieder wie resilient wir Menschen sind. Als Individuen und als Gruppe. Deswegen bin ich optimistisch. Wir besitzen alle Voraussetzungen um die Herausforderungen zu meistern.

Wenn Du achtsame Unterstützung auf deinem Weg brauchst, sprich mich unverbindlich an.

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Erwartung erschafft Enttäuschung

„Ich habe keine Erwartungen“, höre ich oft: Von meinen Klienten, meinen Kindern und von mir selbst.

Erwartungen haben wir täglich. Wir sind uns dessen nur nicht bewusst.

Erwartungen sind überall

Drösele ich eine Situation, die schief gelaufen ist, auf, dann finde ich Erwartungen von allen Seiten, die enttäuscht wurden.

Was sind Erwartungen?

Wir alle haben Vorstellungen davon wie etwas laufen soll. Probleme gibt es dann, wenn andere diesen Vorstellungen nicht entsprechen. Dann sind wir enttäuscht und frustriert. Und das führt zu Konflikten.

Wenn wir uns bewusster werden, wo überall Erwartungen versteckt sind, können wir viel für unsere Zufriedenheit tun.

Wo gibt es Erwartungen?

Erwartungen haben wir in allen Lebensbereichen. Dort finden sich genauso viele Erwartungen an uns. Das birgt viele Möglichkeiten für Konflikte.

  • Privatleben
    • Familie
    • Freunde
  • Berufsleben
    • Kollegen
    • Vorgesetzte
  • Öffentlichkeit
    • Verkehrsmittel
    • Sport

Erwartungen identifizieren und loszulassen ist schwierig

  • Wir haben von unseren Eltern gelernt, auf Erwartungen, die oft unausgesprochen sind, automatisch zu reagieren.
  • Wir haben uns daran gewöhnt zu erwarten, dass unseren Erwartungen entsprochen wird.
  • Wir lernen durch die vielen Enttäuschungen nicht und geben einfach anderen die Schuld.

Signalwörter für das Aufdecken von Erwartungen

Wenn Du diese Wörter vehement sagst oder hörst, das heißt mit einem Ausrufezeichen (!), dann sind bestimmt Erwartungen im Spiel, die hinterfragt werden können.

  • Sollen (Du sollst doch nur….!)
  • Müssen (Du musst doch verstehen, dass…!)
  • Aber (Aber, man muss doch…!)
  • Doch (Es ist doch klar, dass….!)

Das verallgemeinernde „man“ versuche ich wegen der vielen damit verbundenen Erwartungen ganz aus meinem Wortschatz zu streichen.

1. Beispiel: Mülltrennung

Ich habe die Erwartung, dass meine Familie den Müll trennt. Ich mache es ihnen seit Jahrzehnten vor und trotzdem wird diese Erwartung oft enttäuscht:

  • Wenn der beste aller Ehemänner keine Lust hat, dann wandert eine Verpackung in den Restmüll
  • Meine Kinder schützen Unwissenheit vor und schmeißen alles durcheinander

Das macht mich wahnsinnig!

Ich habe es mit Erklärungen versucht und mit Schimpfen. Das hat überhaupt nichts gebracht außer, dass wir alle total genervt waren.

Irgendwann habe ich mich mit meinem Mann hingesetzt und das Thema seziert. Rausgekommen ist:

  • Ich hätte den Müll gerne ordentlich getrennt.
  • Meine Familie hat keinen Bock sich gängeln zu lassen.

Jetzt sortiere ich den Müll hinterher, wenn es mich stört. So herrscht in Sachen Mülltrennung bei uns endlich Ruhe. Das ist angenehm.

2. Beispiel: Verlässllichkeit

Wenn ich etwas verspreche versuche ich das auch zu tun. Wenn ich es nicht schaffe, dann sage ich Bescheid. Verlässlichkeit ist ein wichtiger Wert für mich. Ich erwarte automatisch, dass mein Umfeld das genauso sieht.

Oft sagt meine Familie mir Sachen zu, die sie nicht einhalten. Das tut mir weh, weil meine Erwartungen enttäuscht werden. Ich stelle dann meinen Wert in Frage: Warum bin ich ihnen nicht wichtig genug, dass sie das tun was sie mir versprochen haben?

Sie verknüpfen diese beiden Punkte aber nicht. Ich bin für sie wichtig, egal ob sie sich an meinen Wert halten oder nicht.

Eine Zeitlang habe ich vermieden, dass meine Erwartungen enttäuscht werden indem ich Vieles alleine gemacht. Das war aber keine Dauerlösung. Ich übe, mir meiner Erwartungen bewusster zu sein und diese so gut wie möglich loszulassen.

Die eigenen Werte leben           

Das Beispiel zeigt, dass ich automatisch von meiner Familie erwarte, dass sie meine Werte lebt. Ich bin enttäuscht, wenn sie das nicht tun. Dabei weiß ich sehr gut, dass jeder eigene Werte hat und diese auch leben darf.

Strategien um mit Erwartungen umzugehen:

1. Bewusst-werden welche Erwartungen eine Rolle spielen

Auch heute noch fällt es mir oft schwer herauszufinden welche offenen und verborgenen Erwartungen in einer Situation eine Rolle spielen. Da helfen nur Aufmerksamkeit und Übung.

2. Kommunikation

Beispiel Wahlmöglichkeiten offen halten:

Ich will den Plastikmüll unserer Großfamilie reduzieren. Ich beziehe alle mit ein: Wir starten ein Experiment ohne Zwang. Ich übe also keinen Druck aus. Das finden die Familienmitglieder mehr oder weniger spannend. Zumindest stört es keinen.

Wir haben mittlerweile festes Shampoo, Spülung und Körperseife ausprobiert und eingeführt. Nur ein Mitglied meiner Familie ist noch nicht überzeugt. Das ist ein gutes Ergebnis. Ich hatte keine Erwartungen und bin positiv überrascht wie leicht das war.

3. Ruhig bleiben

Ich versuche ruhig auf meine Anliegen aufmerksam zu machen.  Ich benutze dann Ausdrücke wie: „Mir ist wichtig, dass…“.

Selbst wenn sie es nicht nachvollziehen können, sind meine Lieben so eher geneigt, mich zu unterstützen. Umgekehrt ist das genauso.

Was passiert, wenn wir meckern?

Wir senden aus: Unser Gegenüber ist nicht richtig und nicht genug.

Wer reagiert schon positiv auf eine Herabsetzung? Warum erwarten wir eigentlich, dass wir damit etwas erreichen?

Und trotzdem versuche ich immer wieder meine Erwartungen mit Meckern durchzusetzen. Ohne Erfolg natürlich.

Umgehen mit Erwartungen, die an mich herangetragen werden

Wenn ich merke, dass Erwartungen mitschwingen, die mir nicht klar sind oder denen ich nicht entsprechen möchte frage ich nach.

1. Kinder

Ich frage jetzt häufiger: Was erwartest Du genau von mir? Oft wissen sie es selber nicht. Sie haben nur das diffuse Gefühl, dass Mama alles gut machen soll.

2. Erwartungen in der Partnerschaft

Mein Mann reagiert bei Druck von Erwartungen schnell mit Ablehnung. So hat er unseren 20-jährigen Hochzeitstag  ignoriert, was mir sehr wehgetan hat.

Als ich mit ihm ohne Aggressionen darüber sprechen konnte, erklärte er mir, dass er keinen Bock auf dieses geplante Feiern hat. Leider hatte er das nicht kommuniziert, denn das kann ich verstehen.

Seitdem habe ich unsere Hochzeitstage alleine gefeiert. Und das ging richtig gut. Ich begehe den Tag alleine für mich und denke an die Jahre zurück, die wir gemeinsam verbracht haben. Das ist mir wichtig und das kann ich gut alleine. Ich musste nur die Glaubensüberzeugung über Bord werfen, man könne Hochzeitstage ausschließlich als Paar feiern.

Unser Picknick im Februar 2016 an der Ostsee

3. Erwartungen an mich selbst

Probleme habe ich immer noch mit den Erwartungen an mich selbst. Ich habe schon viel Arbeit geleistet. Leider gibt noch jede Menge zu tun. Woher ich das weiß? Ich bin immer noch zu oft unzufrieden mit mir selbst.

Was ich in Bezug auf enttäuschte Erwartungen gelernt habe

Die wenigsten Menschen wollen mir vorsätzlich wehtun. Sie haben nur andere Prioritäten oder Werte.

Sind wir auf dieser Erde, damit anderen unseren Erwartungen zu entsprechen?

Wir sind hier um uns kennenzulernen, damit wir täglich unsere Realität optimal erschaffen können.

Warum ich Experimente liebe:

Mit Experimenten trickse ich meinen Erwartungen aus und habe auch noch Spaß. Denn: Experimente haben kein vorher festgelegtes Ergebnis.

Frei von Erwartungen macht offen für Überraschungen

Je mehr ich es schaffe, meine einengenden Erwartungen loszulassen, umso öfter werde ich positiv überrascht.

Wie das geht? Ich formuliere ein Ziel und starte erste Aktionen. Meist sind irgendwann andere Menschen involviert. Die festen Erwartungen an sie fahre ich deutlich herunter.

Sie bringen sich auf ihre eigene Art und Weise ein und helfen mir mein Ziel zu erreichen. Manchmal geschieht das ganz anders als ich es mir hätte vorstellen können. Ich habe Spaß und bin im Flow.

Mein Kalender im Februar 2021 ist geprägt von den Video-Terminen meines Sohnes und seinen Hausaufgaben. Noch vor einem Jahr war dies undenkbar. Das Homeschooling ist ein gutes Beispiel, wie wenig Sinn Erwartungen machen.

Was sind Deine Erfahrungen mit Erwartungen?

Bilder: Privat und Pixabay

©Inge Schumacher

Corona: Das neue Normal

Seit dem Frühling 2020 ist Vieles anders. Nicht nur, dass wir uns ans Masken-Tragen gewöhnen mussten. Wir holen uns gerade kollektiv aus der Komfortzone. In diesem Artikel untersuche ich die Herausforderungen des neuen Normals.

Das neue Normal der Corona-Krise bedeutet Unruhe

Die weltweiten Ängste und Unsicherheiten bekommen wir alle mit. Sie beeinträchtigen unser Wohlbefinden, egal ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht. Die Unruhe in der Corona-Krise steckt uns leicht an.

Wir sitzen in einem Boot

Da wir mit allem verbunden sind, bekommen wir turbulente Energien auch aus weit entfernten Teilen der Erde mit. Egal ob es Überflutungen in China oder Brände in den USA sind. Auch das Leid der Flüchtlinge merken wir alle, auch wenn wir nicht direkt betroffen sind.

Die Unruhe fing schon vor Corona an

Anfang 2019 hatte ich die ersten Klienten, die mit unerklärbarer Unruhe und Niedergeschlagenheit zu mir kamen. Diese Menschen waren besonders sensibel gegenüber den Veränderungen unseres Planeten. Sie fühlten das Leid in unserer Welt und reagierten darauf.

Das neue Normal hat mich überrascht

Ich habe im März einen Artikel darüber geschrieben wie wir während der Corona Krise in unserer Mitte bleiben. Ich praktiziere die Tipps, die ich dort gebe. Trotzdem hat das neue Normal mich voll erwischt: Im August war ich müde und angespannt gleichzeitig.

Meine Symptome:

  • Es fiel mir schwer mich zu entspannen und zu meditieren
  • Ich war niedergeschlagen
  • Ich habe viel weniger gelacht
  • Ich fühlte mich antriebslos
  • Ich fiel in alte Gewohnheiten zurück

Ich merkte: Etwas ist nicht in Ordnung und ging auf die Suche nach der Ursache.

Ich bin langsam in die Anspannung reingerutscht. Ich habe mich an die Unruhe um mich herum gewöhnt und sie übernommen. Das war ein langsamer Prozess und darum kaum zu merken.

Das neue Normal ist anstrengend weil es andauert

Raus aus der Anspannung: Meine Strategie

Ich habe ein paar Tage lange eine Freundin an der Ostsee besucht um Abstand zu bekommen. Das Meer half mir zu mir selbst zu finden und ich kam deutlich ruhiger zurück.

Ich wende die Techniken und mein Wissen an, das ich hier im Blog teile: Ich versuche noch besser für mich zu sorgen und mir meiner Gefühle bewusster zu sein.

Das neue Normal: Wir fahren auf der Überholspur

Die Geschwindigkeit, in der wir unsere Realität erschaffen nimmt zu: Nicht nur Unternehmen müssen ihre Planungen laufend anpassen weil sie überholt sind.

Wir sollten uns den Grundregeln des Erschaffens unserer Realität mehr denn je bewusst sein und sie für uns arbeiten lassen.

Wir erschaffen mehr von dem, auf das wir uns konzentrieren

Das gilt für Positives wie für Negatives:

Wenn wir uns darauf konzentrieren, dass wir

  • keine Wahlmöglichkeiten haben
  • Angst haben
  • Jemand anderer Macht über uns hat und wir Opfer sind
  • wir nicht genug haben

Dann erschaffen wir mehr davon genauso schnell wie wenn wir uns auf positive Dinge konzentrieren wie:

  • Dankbarkeit
  • Zufriedenheit
  • Im Flow sein
  • Das tun was wir lieben
  • Unsere Ziele erreichen

Ich habe mich noch nicht an die neue Geschwindigkeit gewöhnt. Ich merke, wie mich die turbulenten Energien immer wieder zu Angst und Unsicherheit hin drängen.

Ich teste die Möglichkeiten des neuen Normals aus. Die meiste Energie brauche ich momentan, um „einfach nur“ in der Balance zu bleiben und handlungsfähig zu sein. Das ist mir am wichtigsten.

Meine Tochter Katharina hat eine passende Collage erschaffen.

Warum ich vorsichtig bin

Wenn ich einmal auf der Überholspur bin, ist es momentan schwieriger anzuhalten und umzukehren als früher.

Anpassung an das neue Normal

Ich brauche Zeit um zu überlegen wo ich wirklich hinwill und welche Alternativen es gibt. Auch wenn es mich frustriert, wenn ich das Gefühl habe nicht vorwärts zu kommen.

Positive Beispiele für den Rückenwind im neuen Normal

  • Eine Freundin hat in Rekordzeit ein Sabbatjahr organisiert.
  • Viele Klienten machen Durchbrüche bei Themen, die sie lange mit sich herumgeschleppt haben.
  • Ich habe mir neue Klienten gewünscht und 2 Stunden später kam der Anruf.
  • Meine Tochter hat sich vorgenommen aktiver im Unterricht zu sein. Ihr fällt das leichter als früher.

Vorsicht: Die automatischen Reaktion auf Gefühle

Gefährlich ist momentan unsere automatische Reaktion auf Gefühle. Auf der automatischen Gefühlsautobahn erschaffen wir schnell mehr von dem auf das wir uns konzentrieren, zum Beispiel was fühlen, und nicht von dem, was wir eigentlich wollen.

Gefühle sind Signale unseres Körpers und unserer Seele

Sie sind dazu da uns aufmerksam zu machen und daher eine wichtige Informationsquelle. Aber mehr auch nicht.

Menschen in meiner Umgebung erschaffen im neuen Normal Extreme:

Beispiel: Ein schlimmer Unfall

Ein Klassenkamerad meiner Tochter hat sich mit Schwarzpulver zu 30% verbrannt und lag lange schwer verletzt im Krankenhaus.

Es fing damit an, dass er sein Mofa verliehen hatte und es dabei kaputt ging. Er musste sich einen Job suchen, um die teure Reparatur zu bezahlen. Kurz darauf wurde sein Fahrrad aus dem heimischen Garten gestohlen…

Seine Irritation war die Ursache für diese Ereigniskette. Er kam aus diesem Gefühl nicht mehr heraus und war sich nicht bewusst, was er in Gang gesetzt hatte.

Beispiel: Mein Sohn weigert sich zur Schule zu gehen

Er fühlt sich in seiner Klasse und mit den Lehrern wohl. Es gibt also keinen Anlass, außer dass er sensibel auf die turbulente Energie reagiert und einen ausgeprägten Dickkopf hat. Je länger es dauert, um so mehr steigert er sich in seine Gefühle hinein und umso schwerer fällt es ihm in die Schule zu gehen.

Er ist 11 Jahre alt und kann oft selbst nicht verstehen, warum und was er fühlt. Wir probieren alles, um ihm zu helfen mit seinen starken Gefühlen umzugehen. Oft leider vergeblich.

Manchmal bin ich deswegen am Ende meiner Kräfte. Es ist nicht einfach auch in dieser Situation in der Balance zu bleiben. Mein Mann und ich geben uns zum Glück gegenseitig Halt. Wir haben frühzeitig die Schule mit ins Boot geholt, so dass alle an einem Strang ziehen.

Dieses Thema wird uns wohl noch eine Weile begleiten und ist für mich ein Gradmesser für meine seelische Verfassung.

Die Flutsch-Energie des neuen Normals

Ich empfehle Dir Deine Resilienz zu pflegen, um mit der gesteigerten Geschwindigkeit besser fertig zu werden:

  • Beobachte Dich aufmerksam
  • Nimm Deine Gefühle wahr und lass sie gehen. Das Unterdrücken negativer Gefühle verstärkt diese
  • Starte den Tag mit positiven Gefühlen
  • Tausche dich aus und hole dir Unterstützung

Das neue Normal bedeutet viel Input

Hochsensible kennen das: Sie kämpfen ständig mit einem Zuviel an Reizen. Sie müssen lernen ihre Wahrnehmung so zu managen, dass sie nicht ständig überfordert sind. In turbulenten Zeiten können wir alle diese Fähigkeit gebrauchen.

Katzen wissen wie man chillt.

Wenn das neue Normal zu viel wird: Abgrenzung hilft

  • Schaff Dir Rückzugsräume, in Dir und in Deiner Umgebung
  • Energie puffern: Ich baue eine Schutzblase um mich herum auf, wenn es mir zu viel wird
  • Nutze Strukturen, die Dir helfen wie Natur: Spaziergänge, Garten
  • Schaffe positive Erlebnisse in der Familie
  • Austausch mit Gleichgesinnten gibt mir Kraft
  • Setze immer wieder klare Prioritäten um Überforderungen zu vermeiden

Das neue Normal – Wie lange noch?

Meiner Meinung nach ist die Corona-Krise nur der Anfang. Wir wollen unsere Welt verändern und das schaffen wir nur wenn es wirklich ungemütlich wird; noch ungemütlicher als jetzt. Je mehr wir inmitten der ganzen Veränderungen in unserer Balance sind desto weniger Extreme werden wir dabei erschaffen.

Brauchst Du Unterstützung im neuen Normal?

Fühlst Du Dich momentan wie im Schleudergang oder bist Du in einer Abwärtsspirale? Sprich mich gerne für ein kostenloses Erstgespräch an.

Mehr Artikel zum Corona-Komplex von mir findest Du hier:

Fotos: Privat

© Inge Schumacher

Tun was Du liebst: Eine Utopie?

Inspiriert zu diesem Artikel hat mich ein Lied, das auf den Punkt bringt, was ich zum Thema: Tue das, was Du liebst schon immer sagen wollte. Es drückt genau das aus, wofür ich nicht die richtigen Worte gefunden habe. Wie schön, dass sie ein anderer für mich gefunden hat!

Der Klavierkabarettist Bodo Wartke  ist der Worte-Finder. Er arbeitet in Versform und in Reimen. Ein kluger Kopf mit flinken Fingern. Sein Lied heißt:

Das falsche Pferd

Er beschreibt darin wie eine Welt aussieht, in der jeder das tut, was er liebt.

Ich wünsche viel Spaß beim Lesen und Zuhören. Den Liedtext findest Du unterm Bild. Hier geht es zum Video.

Bodo Wartke - Portrait - Motiv 1 - Querformat
Fotograf: Sebastian Niehoff. Quelle Pressebereich http://www.bodowartke.de

Liedtext Das falsche Pferd

Stell dir vor wir Menschen würden von nun
An nur noch Dinge tun, die wir wirklich gerne tun,
Sprich aus Liebe handeln und fortan
All das lassen, was wir hassen.Was wäre dann?
Dann gäbe es in unserem Land endlich gutes Fernsehen.
Weil die Fernsehmacher Fernsehen machten, das sie selber gern sehn.
Statt um die Quote um die sich dort alles dreht
Ginge es auf einmal nur um pure Qualität.
Des Weiteren fehlte dann hierzulande jede Spur
Von lieblos hingerotzter Zweckarchitektur.
Plötzlich wären unsere Städte Stätten der schieren Freude
Statt Ansammlung kalter deprimierender Gebäude.
Es gäbe keine Nerv tötende Werbung mehr
Weil sie ohnehin komplett überflüssig wär.
Denn ausnahmslos jedes Produkt das existiert
Wäre dann mit Hingabe und Liebe produziert.
Die Werber würden nicht mehr ihr Talent verschwenden
Sondern sich fortan der guten Sache zuwenden.
Einer Sache, die sie künstlerisch und inhaltlich erfüllt.
Und eben nicht mehr Werbung machen für Nestle oder die Bild.
Plötzlich handelten wir alle aus authentischem Gefühl
Und nicht mehr aus Angst und marktwirtschaftlichem Kalkül.
Wir folgten unserem Herzen und unseren Gelüsten.
Statt das zu tun von dem wir glauben, dass wir es tun müssten.
Wir würden uns entfalten und neu gestalten
Und nicht mehr tun was unsere Alten für richtig halten.
Die sich klammern an vermeintliche Tugenden und Sitten
Unter denen sie absurderweise selber früher litten.
Wir trauten uns wir selbst zu sein und unkonventionell.
Und studierten kaum noch Jura oder BWL.
Oder, sagen wir so, Betriebswirt oder Jurist
Wird dann nur noch der, wer es wirklich gerne ist.
inge herz
Wir alle würden einen Beruf ausüben,
Den wir wirklich gern tun und von ganzen Herzen lieben.
Die gute Laune würde steigen ganz egal wohin man guckt
Und ganz nebenbei auch das Bruttosozialprodukt.
Die richtigen Leute wären Ärzte oder Richter
Lehrer und Beamter, und die Falschen wären nicht da.
Die richtigen Leute wären Bäcker oder Bänker,
Krankenschwestern oder Staatenlenker.
Erst die Arbeit dann das Vergnügen.
Diesem Dogma bräuchten wir uns nicht mehr fügen.
Denn das Vergnügen finge ja dann
Schon für uns direkt schon bei der Arbeit an.
Und wie schön ist es, wenn man bei einem Menschen erkennt:
Er brennt für was er tut und ist in seinem Element.
Und wie schön ist es sich mit solchen Menschen zu umgeben,
Die für das was sie tun leben.
Ich glaube, dass ist echt das Schönste was es gibt
Wenn man das was man tut, leidenschaftlich liebt.
Man tut damit sich nicht nur selbst einen Gefallen
Sondern, letzten Endes, allen.
Vermutlich sagen Sie, dass funktioniert doch nie.
Na, ihre Hirngespinste, reine Utopie.
Wenn alle täten was sie lieben, wo kämen wir denn da hin?
Das hat doch alles überhaupt gar keinen Sinn.
Wir unterwerfen uns lieber weiterhin dem Joch,
Denn das kann ja gar nicht klappen…
…was wenn doch?
…was wenn doch?
Quelle: Bodo Wartke

Tun was Du liebst: Eine Utopie?

Erst wenn wir uns etwas vorstellen können haben wir die Möglichkeit es zu erschaffen. Unsere Imagination ist die magische Kraft ohne die Veränderung nicht passieren kann.

Bodo Wartke vermittelt die passenden Bilder. Er hilft uns eine Welt vorzustellen, in der jeder das tut was er liebt.

Ich liebe es Leute zu treffen, die für ihren Job brennen:

  • Den Optiker, der meiner Tochter die perfekte Brille verpasst.
  • Die Schuhverkäuferin, die für die andere Tochter trotz schwieriger Füße ein schönes Paar Schuhe findet.
  • Mein Zahnarzt, der sich um jeden Zahn bemüht.
  • Meine Osteopathin, die mich einfühlsam behandelt und berät.

Diese Menschen zu treffen bedeutet:

  • Wir arbeiten zusammen an einem Ziel und es fühlt sich leicht an.
  • Die Wertschätzung auf beiden Seiten ist mit Händen zu greifen.
  • Die Beteiligten haben Spaß und sind glücklich.

Du hast sicher auch schon solche Menschen getroffen und deren Energie wahrgenommen: Sie ist positiv und wirkt ansteckend.

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Diese Energie kann die Welt verändern – zum Positiven. Weil wir aus den Erlebnissen, die wir mit Menschen haben, die das tun was sie lieben, Zuversicht schöpfen dürfen.

Schreib mir doch bitte, von Deinen Erlebnissen mit Menschen, die tun was sie lieben. Wer hat Dich besonders beeindruckt und warum?

Viel von dem, was ich tue liebe ich

Als Unternehmensberaterin habe ich mir oft die Sinnfrage gestellt. Das habe ich jahrelang nicht mehr getan.

Ich habe das Glück zu tun, wofür ich brenne und worin ich gut bin: Ich helfe Menschen mit meiner Energiearbeit stark zu werden.

Bei Dingen, die ich hasse überlege ich warum ich sie tue. Pflichten können auch Spaß machen. Dafür tue ich aktiv etwas.

Die leidige Hausarbeit ist ein gutes Beispiel:

Ich konzentriere mich heute mehr auf das Ergebnis. Ich überlege mir kreative Lösungen und bitte um Hilfe, wenn es mir zu viel wird. So fühle ich mich nicht mehr als Opfer sondern als Gestalter. Das fühlt sich besser an und macht mich zufriedener. Ich liebe Hausarbeit noch immer nicht, hadere aber nicht mehr damit.

Eine Übung, die ich täglich mache, ist mir selbst mehr Anerkennung für die tägliche unsichtbare Arbeit, die ich leiste, zu geben.

Wofür brennst Du?

Ich wünsche uns allen, dass wir immer mehr von dem tun was wir lieben. Dazu sollten wir uns gut kennen, denn wir müssen erst herausfinden, was das ist. Es braucht Arbeit und Durchhaltevermögen um das ausbuddeln, was aus den verschiedensten Gründen tief verschüttet ist.

Meine Klienten bekommen bei mir Rückmeldungen, was sie besonders gut können. Oft finden wir während der gemeinsamen Arbeit vergessene Talente und Vorlieben. Wenn Du mehr über Dich herausfinden möchtest, sprech mich unverbindlich an.

Tue mehr von dem, was Du liebst

Hand aufs Herz: Es fällt uns schwer zu glauben, dass es eine Welt geben kann, in der jeder das tut was er liebt. Zu fremd ist dieser Gedanke. Zweifel sind okay, solange wir uns davon nicht abhalten lassen uns Dinge vorzustellen, die sichmomentan noch unrealistisch anfühlen. Denn Veränderung fängt in unseren Köpfen an.

Tu was Du liebst: Wie kann das gehen?

Bodo Wartke spricht mir aus der Seele. Ich weiß, dass wir eine heilere, gesündere Welt erschaffen, wenn wir alle mehr von dem tun, was uns Spaß macht. Ich habe keine Ahnung wie wir das erreichen können. Jeder muss erst einmal selbst anfangen.

Außerdem ist experimentieren angesagt. Durch die Corona Situation sind wir eher offen für Neues. Das ist eine gute Gelegenheit zum Auszuprobieren. Ich habe mir fest vorgenommen, mehr zu experimentieren und Menschen, die das auch tun noch mehr zu unterstützen.

Respekt statt Kritik

Ich habe mir auch vorgenommen, Experimente anderer nicht vorschnell zu kritisieren, sondern mehr Anerkennung und Respekt fürs Losgehen zu zeigen. Meckern ist einfach, aber nicht konstruktiv. Vieles wird nicht klappen weil wir Neuland betreten und Erfahrungen sammeln müssen.

Wir müssen uns gegenseitig Halt geben, um diese turbulenten Zeiten zu meistern und die kreativen Lösungen zu finden, die wir so dringend brauchen.

Ich helfe Dir gerne dabei, Deinen Weg zu Deinen Zielen zu finden.

Links zu Bodo Wartke

Photos: Sebastian Niehoff, Pixabay, Privat

© Inge Schumacher

Corona: Leben mit der Angst

Gefühle sind ein integraler Bestandteil unseres Daseins. Sie machen unser Leben bunt und abwechslungsreich. Gefühle müssen wir nicht lernen. Wir haben sie von Geburt an. Zum Beispiel Angst davor, dass uns unsere Mutter verlässt.

Angst hat eine wichtige Schutzfunktion

Angst sorgt dafür, dass wir in unbekannten Situationen vorsichtig sind. Ohne Angst wären wir vermutlich ausgestorben.

Die Corona Pandemie erzeugt bei uns eine unkontrollierbare Stressreaktion

Angst resultiert aus Stress. Nach Gerald Hüther gibt es zwei Sorten von Stress:

1. Die kontrollierbare Stressreaktion

Wir überwinden sie schnell. Aus einer Bedrohung machen wir eine Herausforderung. Aus Angst wird Zuversicht. Unser Selbstvertrauen wird dadurch gestärkt.

Beispiel:

Ich jogge. Plötzlich kommt ein großer Hund aus dem Gebüsch und bellt. Ich bleibe erschreckt stehen. Mein Herz fängt an zu hämmern. Die Nebennieren schütten Adrenalin aus. Ich versuche ruhig zu bleiben und atme tief und kontrolliert. Als das zugehörige Herrchen um die Ecke kommt habe ich die Situation überstanden.

2. Corona erzeugt eine unkontrollierbare Stressreaktion

Haben wir keine Strategie – wie das Weglaufen oder Tot stellen läuft eine tiefergehende Angstreaktion ab. Wir sind dann dauernd im Ausnahmezustand. In unserem Gehirn ist der Teufel los. Die Situation scheint unkontrollierbar für uns.

Wir fühlen uns dann ohnmächtig und ratlos; unruhig und gelähmt. Unsere Angst schlägt um in Wut oder Verzweiflung. Wir sind überfordert. Die Stresshormone wie Kortisol fahren Achterbahn.

Wir sind fähig eine schwere Stressreaktion alleine durch unsere Vorstellungskraft auszulösen:

  • Wenn wir einen Film sehen
  • einen Alptraum haben
  • Angst vor einem Unglück haben

Dauerstress macht krank

Stress, der länger anhält ist schädlich. Wenn wir keine Strategien entwickeln können, die uns aus der bedrohlichen Situation helfen schwächen die Stresshormone unser Immunsystem dauerhaft. Dann werden wir krank.

Momentan sind wir weltweit in einer solchen Situation. Wir leben mit einer Gefahr, die wir nicht sehen können und der wir uns so noch nie stellen mussten. Es herrscht große Unsicherheit. Wir wissen alle nicht wie es weitergeht.

Das lässt sich schwer aushalten. Wie lange dauert dieser Ausnahmezustand noch? Wir brauchen dringend eine neue Balance: Das neue Normal.

Die gute Nachricht:

Wenn unsere bewährten Strategien versagen brauchen wir neue. Stresshormone unterstützen uns dann, wenn wir nicht weiter wissen.

Die durch die unkontrollierbare Stressreaktion ausgeschütteten Hormone wie Kortisol bewirken, dass sich alte Bahnen im Gehirn auflösen. So schaffen wir Platz für Neues.

Gerade in Corona Zeiten werden wir auf uns selbst zurückgeworfen. Wir alleine

  • Müssen unseren Tag strukturieren und priorisieren
  • Für unsere Ausgeglichenheit sorgen,
  • Die dann hoffentlich auf die Familie abfärbt

Das schaffen wir nur wenn wir uns bewusst sind, was wir gerade tun. Wenn wir unsere Automatismen kennen, können wir uns dafür entscheiden nicht die ausgetretenen Pfade zu benutzen, sondern neue zu beschreiten.

So kann uns diese Pandemie dienen. Wir sind jetzt gezwungen Dinge des Alltags anders zu erledigen. Das ist genau das, was wir brauchen, um die vielen uns noch bevorstehenden Veränderungen besser zu meistern.

Dinge funktionieren jetzt, die keiner für möglich gehalten hätte

Es scheint ein kollektiver Abbau von Hemmschwellen stattzufinden: Firmen, die das Wort Homeoffice früher nicht hören wollten, stellen nun fest, dass das doch ganz gut klappt.

Schulen gehen gezwungenermaßen neue Wege

Die Lehrerin meines Grundschulkindes hat das erste Mal in ihrem Leben etwas gescannt. Sie macht einmal die Woche ein Zoom-Gespräch mit ihrer Klasse. Etwas, das auch völlig neu für sie war.

Ich hoffe schon lange, dass unsere Schulbehörden auf die Idee kommen sture Wissensvermittlung mehr elektronischen Hilfsmitteln zu überlassen. Dann können die Lehrer das tun, was sinnvoll ist: Dort unterstützen wo es hakt.

Mein Ideengeber ist Salman Khan. Seit seinem berühmten Ted Talk 2011 (Englisch mit deutschen Untertiteln) folge ich ihm und seiner Khan Academy.

Abstand halten

Jeder hat eine andere Angstschwelle

Wie viel Angst wir empfinden hängt von unseren Vorerfahrungen ab. Was für den einen eine unkontrollierbare Bedrohung ist, empfindet der nächste als eine machbare Herausforderung.

Das trügerische Gefühl von Angstfreiheit

Die erste Reaktion auf meine Einladung zum Workshop mit dem Thema Angst auf Meetup im Februar war: „Ich habe mit Angst gar nichts mehr zu tun.“

Das höre ich immer wieder von Klienten. Das stimmt so nicht: Wenn die bewährten Strategien nicht mehr wirken, kommen unsere Ängste erst zum Vorschein. Die Corona Pandemie ist der beste Beweis dafür.

Ängste unterdrücken wirkt nur begrenzt

Irgendwann bricht der Damm und unsere Ängste überschwemmen uns. Wir bekommen dann vielleicht sogar Angst vor der Angst.

Es gibt nicht den einen richtigen Weg aus der Angst

Meine Angststörung

Ich habe erst gemerkt, dass ich eine Angststörung hatte als sie vorbei war.

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1992 im Yosemite Nationalpark

Als ich mit 25 Jahren mit meinem Mann im Yosemite Nationalpark campte, merkte ich, dass etwas anders war. Ich hatte keine Angst vor dem nächsten Tag mehr! Ich bin jeden Morgen mit der Angst es könnte etwas Schreckliches passieren aufgewacht und damit eingeschlafen.

Diese Angst war mein ständiger Begleiter und für mich normal. Ich glaubte es würde allen so gehen. Ich werde diesen Tag nie vergessen.

Bewältigungs-Strategien für Angst

Natürlich habe ich auch heute noch Angst. Durch meine Arbeit an mir selbst habe ich mir eine Grundsicherheit geschaffen, die mich leichter durchs Leben trägt. Meine Bewältigungs-Strategie ist: Ich identifiziere die Angst und wo sie herkommt. Wenn sie nicht weggeht spreche ich darüber.

Wir lernen Stress-Situationen zu bewältigen indem wir

  • Mit unseren Gefühlen offen umgehen und
  • Unsere persönliche Situation aktiv verändern

1. Sich der Angst stellen

Es ist wichtig zu evaluieren: Warum habe ich Angst? Ist meine Reaktion angemessen? Ich merke meist daran, dass ich überreagiere, dass mehr an einer Situation dran ist als an der Oberfläche zu sehen ist. Dann lohnt es sich genauer hinzuschauen.

Um mich meiner Angst zu stellen brauche ich genug innere Sicherheit. Ich brauche das Wissen, dass mir nichts passiert, wenn ich meiner Angst Raum gebe. Diese Sicherheit bekomme ich, indem ich mich mehr kennenlerne und akzeptiere.

Wir können immer nur ein Gefühl gleichzeitig haben

Gefühle sind dynamisch. Sie dauern ein bis zwei Minuten an, dann sind sie weg, wenn wir sie gehen lassen. Das ist schwer zu glauben, weil wir uns so daran gewöhnt haben negative Gefühle immer wieder zurückzuholen und sie damit immer wieder zu aktivieren. Wir halten Gefühle auch fest, wenn wir gegen sie ankämpfen oder sie unterdrücken.

Dass wir nur ein Gefühl gleichzeitig haben können wir gut für die Angstbewältigung nutzen indem wir die Aufmerksamkeit auf andere Dinge lenken.

2. Mein Lieblingsgefühl: Dankbarkeit

Seit ich jeden Tag mit Dankbarkeit beginne schätze ich meine Mitmenschen viel mehr: Den Kassierern in unserem Supermarkt habe ich schon lange vor Corona meine Dankbarkeit für ihre Arbeit gezeigt.

Langsam hat das auch Auswirkungen auf meine Selbstwahrnehmung. Ich weiß mich mehr zu schätzen und bin dankbar dafür, dass ich da bin. Ich fühle deutlich weniger Mangel und Nicht-genug sein. Das entspannt.

3. Soziale Unterstützung

Freunde und Familie sind wichtige Unterstützungsfaktoren. Sie müssen noch nicht einmal im selben Zimmer sein wie wir. Allein das Gefühl, dass jemand für uns da ist, reicht oft aus.

4. Gehen ins Hier und Jetzt

  • Bewegung
  • Meditation
  • Natur

5. Neue soziale Kontakte in Corona Zeiten

Social Distancing heißt nicht, dass wir keine neuen Leute kennenlernen: Meine Workshops gebe ich im Moment über Skype in Kleingruppen. Hier bin ich über meinen Schatten gesprungen und biete sie zum ersten Mal online an.

Ein junger Teilnehmer, halb so alt wie ich vermisste schmerzlich soziale Kontakte. Er meinte, seine Generation chattet lieber als sich am Telefon oder über Video zu unterhalten. Nachdem ich ihn ein paarmal erlebt habe, habe ich ihn spontan Ostern zu uns nach Hause eingeladen. Hauptsache meine Familie war einverstanden.

Ich ließ meine Familie ihn per Skype kennenlernen und bekam das ok. Wir haben zusammen gegessen und sind lange spazieren gegangen. Eine sehr interessante Begegnung für alle Seiten.

6. Das wertschätzende Miteinander hilft weiter

Beispiel: Meine erste Über mich Seite

Mit meiner Energiearbeit sichtbar zu werden war sehr schwierig für mich. An meiner Über mich Seite für meine Webseite bin ich fast verzweifelt. Ich habe mich auf die Suche nach Hilfe gemacht und sie in einer Meetup-Gruppe gefunden. Dort haben wir uns gegenseitig unterstützt bei Dingen, bei denen wir alleine nicht weiterkamen. Ich habe dort zum ersten Mal wildfremden Menschen erzählt was ich tue und sie sind nicht schreiend davon gelaufen.

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Dauerhaft mit Angst umgehen bedeutet flexible neurologische Wege anlegen

Wir können besser mit unseren Ängsten umgehen, wenn wir dafür sorgen, dass wir ein weit verzweigtes Wegenetz mit Bewältigungs-Strategien anlegen und pflegen.

Diese verzweigten Wege brauchen wir um mit den vielen Veränderungen fertig zu werden, die auf uns warten. Der Klimawandel hat wegen der Pandemie nicht aufgehört zu exisitieren.

Flexible Denkweisen bedeuten Offenheit und Akzeptanz

Wir alle kennen Menschen, die wir für engstirnig halten. Sie reagieren vorhersehbar und immer nach dem gleichen Muster. In Ausnahmesituationen ist das nicht hilfreich. Wir sollten so viele Lösungsmöglichkeiten wie möglich sehen können.

Wir haben nicht erst seit Corona Angst. Wir erleben aber zum ersten Mal kollektive Angst über den gesamten Erdball.

Keiner kann sich dem entziehen, weil die allgemeine Unruhe überall ist. Sie verdeutlicht: Wir sind alle miteinander verbunden. Wir haben das gemeinsam erschaffen. Ob wir das wollten oder nicht, ob wir uns dessen bewusst waren oder nicht.

Schauen wir uns die Informationen genau an, die wir uns jetzt präsentieren:

  • Was können wir über uns persönlich lernen?
  • Warum sind wir Teil dieses Events?
  • Was motiviert uns jetzt?
  • Was ist und bleibt wichtig für uns?
  • Wie verändern sich unsere Glaubensüberzeugungen?

Mundschutz Inge selbstgemacht

Die Pandemie ist unbequem und anstrengend. Es hilft nicht über eine unsichere Zukunft zu spekulieren. Sie gibt uns aber die Chance nötige Veränderungen, die wir dringend brauchen, zu beschleunigen. Wir leben in spannenden Zeiten, lasst sie uns nutzen!

Momentan haben es besonders Hochsensible schwer. Ich begleite Dich gerne und helfe Dir dabei, Dich abzugrenzen. Wenn Du Unterstützung brauchst, kannst Du live mit mir  oder per Videokonferenz arbeiten.

Infos:

Mehr Artikel von mir zum Corona-Komplex findest Du hier:

Bilder: Privat und Pixabay

© Inge Schumacher

Deine Vergangenheit ist der Schlüssel zum Jetzt

Unsere Vergangenheit gibt uns idealerweise Sicherheit. Sie kann uns aber auch behindern:

Wenn wir rückwärts gehen weil wir die Vergangenheit im Blick haben stolpern wir im Jetzt.

Wie Vergangenheit blockiert

Ein 90-jähriger Bekannter verurteilt sich für Entscheidungen aus seiner Jugend. Er leidet sehr unter seinen Schuldgefühlen. Das zieht sich durch sein ganzes Leben. An ihm sehe ich, dass wir oft unsere schlimmsten Richter sind.

Aufräumen in der Vergangenheit macht den Weg frei für das Jetzt

Eine Klientin hat versucht, Dinge im Jetzt zu verändern und ist dabei immer wieder über ihre Altlasten gestolpert.

Jetzt räumt sie sukzessive ihren Weg frei von den Dingen an denen sie noch festhängt. Sie hat an den ersten positiven Auswirkungen gemerkt, dass sie auf dem richtigen Weg war: Sie konnte Situationen bewältigen, denen sie vorher nicht gewachsen war.

Wir erschaffen immer wieder das Gleiche wenn wir das Gleiche fühlen und tun

Unsere Gedanken sind durch unsere Vergangenheit fest mit Gefühlen verbunden und erschaffen so einen Fokus, der uns automatisch immer wieder in ähnliche Situationen bringt.

Beispiel: Männer mit Bart sind Dir unsympathisch

  • Dein Vater hatte einen Bart
  • Er hat Dich als Kind misshandelt
  • Diese Assoziation hat sich festgesetzt
  • Immer wenn Du einen Mann mit Bart siehst reagierst Du deswegen mit Abwehr

Erst wenn Du Dir bewusst wirst, was abläuft, kannst Du es verändern.

Verletzungen gehören zum Leben dazu

Unsere Vergangenheit lässt sich nicht ausradieren. Sie ist ein Teil von uns und eine Ressource, die wir nutzen sollten.

Verdrängung ist keine Lösung

Unsere Vergangenheit zu verdrängen ist eine verständliche Schutzreaktion, hilft aber nicht weiter. Es gibt Ausnahmen: Ich habe eine Klientin, für die es momentan besser ist ihre Kindheit außen vor zu lassen. Das haben wir gemeinsam herausgearbeitet.

Bei vielen von uns gärt das Ungelöste im Untergrund und das kann langfristig zu körperlichen und psychischen Problemen führen.

Früher oder später präsentieren wir uns Themen aus unserer Vergangenheit. Dann ist es Zeit sich mit ihnen auseinandersetzen. Sie bitten um Heilung.

Vergangenheitsbewältigung, aber wie?

Professionelle Hilfe ist angeraten, wenn wir starke körperliche und seelische Verletzungen davongetragen haben. Uns dem alleine zu stellen ist keine gute Idee.

Psychische Erkrankungen nehmen zu

Vielen psychischen Problemen liegen Traumata aus der Vergangenheit zugrunde.

Jedes Jahr sind 27% aller Deutschen von einer psychischen Erkrankung betroffen. Das sind 17,8 Millionen: In Deutschland erleben 25% in ihrem Leben eine Depression und 26% eine Angststörung.

Die Betroffenen müssen viel mehr Verantwortung für ihre Heilung übernehmen als Menschen mit einer körperlichen Verletzung: Bei einem Beinbruch wird der Knochen dabei unterstützt wieder zusammenzuwachsen. Die Heilung können wir durch ein Röntgenbild dokumentieren.

bear-vargasz Verletzung

Bei einer seelischen Erkrankung müssen wir selbst entscheiden was für unsere Heilung nötig ist. Das kann ein schwerer aber lohnender Weg sein. Ich bin ein gutes Beispiel dafür.

1. Meine Depression

Sie zwang mich dazu mich mit mir selbst zu beschäftigen. Ich habe ein Jahr lang mit einer Psychiaterin gearbeitet. Ich hatte keine schwere Kindheit und habe doch etliche Verletzungen mitgebracht. Wie so viele von uns.

Ich habe meine Familie gewählt. Ich sehe auch, dass meine Eltern uns so gut aufgezogen haben wie sie nur konnten. Mit meiner Familiengeschichte habe ich Frieden geschlossen. Heute bin ich dankbar für meine Vergangenheit. Was ich heute leben darf verdanke ich ihr.

2. Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)

Ich habe die Posttraumatische Belastungsstörung aufgenommen weil viele Menschen darunter leiden, die nicht wissen, dass dies eine Ursache für ihre Probleme sein könnte.

Eine Posttraumatische Belastungsstörung entsteht durch schwere Unfälle, Gewaltverbrechen, Naturkatastrophen oder Kriege. Die Betroffenen haben so große Angst und Schutzlosigkeit erlebt, dass sie sie nicht bewältigen konnten.

Die Wahrscheinlichkeit nach einem traumatischen Erlebnis an einer PTBS zu erkranken ist unterschiedlich. Das Risiko ist bei von Menschen hervorgerufenen Traumata hoch: Nach Vergewaltigung und Gewaltverbrechen erkranken bis zu einem Drittel der Betroffenen.

Naturkatastrophen, Brände oder Verkehrsunfälle und schwere körperliche Erkrankungen können auch eine Posttraumatische Belastungsstörung auslösen. Das Risiko liegt dort bei 10%.

Die typischen Symptome einer PTSD treten manchmal erst lange nach dem Trauma auf:

  • Tagsüber leiden die Betroffenen an Erinnerungen durch Tagträume oder Flashbacks, nachts haben sie Angstträume
  • Vermeidung von Situationen, die Erinnerungen an das Trauma wachrufen
  • Emotionale Stumpfheit und Teilnahmslosigkeit
  • Allgemeine Schlafstörungen

Wenn jemand unter derartigen Symptomen leidet, dann sollte er auf jeden Fall professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.

Methoden der Vergangenheitsbewältigung

Wir stellen uns unserem Schmerz, wenn wir uns mit unserer Vergangenheit auseinandersetzen. Wir sollten das am besten tun ohne uns zu überfordern.

1. Die Perspektive wechseln

Gerade für die Aufarbeitung von Beziehungen mit nahen Menschen – Familie, Kindern und Partnern – ist es wichtig Abstand zu den eigenen starken Gefühlen zu bekommen

In meiner Therapie konnte ich aus einer übergeordneten Perspektive auf meine Vergangenheit blicken, meine Verletzungen sehen und anfangen sie zu verstehen und zu heilen.

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2. Therapeuten und Selbsthilfegruppen

Wenn ich merke, dass ich alleine nicht weiterkomme hole ich mir externe Hilfe.

Beispiel: Achtung unbezahlte Werbung

Als ich auf der Suche nach einer Möglichkeit war mich mit meiner Weiblichkeit auseinanderzusetzen, habe ich im Internet Hanna Krohn gefunden. Es stellte sich heraus, dass sie nur 20 Minuten von mir entfernt arbeitet.

Hanna unterstützt Frauen einfühlsam als Gesundheitspraktikerin für weibliche Sexualität. Ich habe mit ihr Einzel-Gespräche gehabt und in ihrer 6-teiligen Seminarreihe Zeit für Veränderung viel gelernt.

3. Selbstdistanzierung

Es gibt Methoden, die wir auch alleine nutzen können um Abstand zu gewinnen:

  • Die Vergangenheit aus der Perspektive einer Fliege an der Wand oder eines Teppichs auf dem Boden beobachten.
  • Den Standpunkt von anderen Personen einnehmen: Zum Beispiel von den Eltern oder Geschwistern.
  • Kontrolliert Erinnerungen zulassen: Eine Play- und Stopptaste so wie bei einem DVD-Player benutzen: Ich sehe mir eine Szene an und kann sie so oft abspielen wie ich will.
  • Papier ist geduldig und das Aufschreiben mit der Hand bringt Klarheit. Das Geschriebene kann danach einfacher analysiert werden.
  • Verhaltensbeobachtung im Alltag gibt wertvolle Hinweise: Wann reagiere ich über? Welche Situationen vermeide ich? Woran kann das liegen?

Es geht darum die eigenen Emotionen und den Schmerz begrenzt zuzulassen. Aus Verletzungen der Vergangenheit resultierende Verhaltens- und Denkmuster können so erkannt und damit auch verändert werden.

4. Akzeptiere Deine Vergangenheit

Unsere natürliche Reaktion auf Verletzungen ist Schmerzvermeidung: Auf die heiße Herdplatte fassen wir nur einmal. Wenn wir uns mit den schmerzhaften Seiten unserer Vergangenheit beschäftigen, laden wir Wut und Kummer ein und das ist eine Herausforderung.

Mein Akzeptanz-Prozess läuft so ab:

  • Wahrnehmen, dass ein Problem aus der Vergangenheit anklopft
  • Sich den Gefühlen und Assoziationen stellen
  • Für Unterstützung durch Personen oder Methoden sorgen
  • Die emotionale Aufladung wird mit der Zeit immer geringer
  • Es setzt eine Entspannung ein, die sich in den Alltag überträgt

Je nach Thema dauert dieser ganze Prozess unterschiedlich lang. Das Wahrnehmen von etwas Unangenehmem ist nicht unbedingt meine Stärke.

Zum Akzeptieren Deiner Vergangenheit brauchst Du nur Dich selbst

Du brauchst nicht das Gegenüber, das die Verletzungen verursacht hat, um Deine Verletzungen zu heilen. Es geht hierbei in erster Linie um Dich. Deswegen kannst Du an Deiner Vergangenheit auch arbeiten, wenn Menschen gestorben sind oder mit ihnen momentan keine Kommunikation möglich ist.

So nicht!

Letztens meinte eine Klientin sie wollte mit ihrem Vater darüber sprechen, was er alles falsch gemacht hat. Das ist keine gute Idee. Schuldzuweisungen ernten nur Widerspruch und verhindern echte Kommunikation.

Klärungs-Gespräche mit den Eltern sind sehr heikel weil auf beiden Seiten so viele Gefühle im Spiel sind.

Wichtig dafür ist eine klare Zielsetzung um nicht in gegenseitige Vorwürfe abzugleiten. Das hat noch mehr Verletzungen auf beiden Seiten zur Folge. Um dahinzukommen muss viel Vorarbeit geleistet werden.

Ziel solcher Gespräche sind Informationen, die uns weiterbringen. Dabei ist zu beachten:

  • In der Ich-Form bleiben
  • Leistungen des Gegenüber anerkennen
  • Hintergrundinformationen erfragen zum Beispiel über die Kindheit der Eltern
  • Werte der Eltern nachvollziehen

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5. Eigene Entscheidungen aus der Vergangenheit akzeptieren

Im Nachhinein bin ich immer schlauer. Wenn ich mich mal wieder im „Hätte und Wäre“ verstricke hilft mir folgender Satz: Damals habe ich mit den mir zugänglichen Informationen die beste Entscheidung getroffen. Das entlastet mich sehr.

6. Die Vergangenheit bewusst verändern

Unbewusst verändern wir unsere Vergangenheit mit jedem Erinnern und jeder Erzählung: Wir benutzen andere Worte oder beschreiben andere Details. Das können wir nutzen.

Unsere Wirklichkeit wird durch unsere Wahrnehmung erschaffen. Wenn wir mit unserer Vergangenheit Frieden schließen und sie akzeptieren verändern wir unsere Wirklichkeit.

7. Sich Kennenlernen

Je mehr wir uns mit unserer Vergangenheit auseinandersetzen umso besser lernen wir uns kennen.

Beispiel:

Eltern und Lehrer prägen unser Bild von uns. Zum Beispiel die berühmte Aussage: Das kannst Du nicht. Sie kann ein ganzes Leben beeinflussen.

Es ist wichtig festzustellen welche Glaubensüberzeugungen wir aus der Kindheit mitgenommen haben und welche davon uns nicht entsprechen.

Wir sind die Schöpfer unserer Realität.  Wir dürfen uns selbst definieren. Dafür brauchen wir den Frieden mit unserer Vergangenheit. Dann verliert sie ihre Macht über uns.

8. Unsere Stärken motivieren zum Weitermachen

Auf das zu achten, wo wir Probleme haben, wird uns von klein auf beigebracht. Das bedeutet Konzentration auf den Mangel. Aber wer möchte im Mangel leben?

Wir wären heute nicht da wo wir sind, wenn wir nicht diverse Schwierigkeiten gemeistert hätten. Darauf können wir stolz sein. Sich das immer wieder klar zu machen öffnet den Blick nach vorne.

Wir wollen und sollen die Fülle unserer Möglichkeiten nutzen und uns nicht durch Altlasten unserer Vergangenheit ausbremsen.

Momentan geht es ans Eingemachte

Ich beobachte in letzter Zeit, dass bei vielen Klienten dicke Themen aus der Vergangenheit hochkommen. Die Themen, um die sie bisher erfolgreich einen Bogen gemacht haben, scheinen jetzt dran zu sein.

Warum ist das so?

Wir brauchen unsere ganze Kraft, um mit den aktuellen Herausforderungen fertigzuwerden. An unserer Vergangenheit festzukleben ist da reine Energieverschwendung.

Um in unsere Kraft zu kommen müssen wir uns als Ganzes akzeptieren

Deswegen zeigen wir uns jetzt die Bereiche, die unterbelichtet sind und die noch unsere Aufmerksamkeit brauchen. Also die Teile von uns, die wir am liebsten verstecken würden.

Ich weiß wovon ich spreche, denn ich bin gerade dabei meine vermeintlich dunklen Ecken gründlich auszukehren. Das ist nicht einfach, lohnt sich aber sehr.

Erstens sind wir nicht so furchtbar wie wir denken. Und zweitens mobilisiert die daraus resultierende Selbstakzeptanz unglaublich viel Energie.

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Schaut also lieber nach vorne. Dann werdet Ihr weniger stolpern auf Eurem Weg. Ihr könnt Euch darauf verlassen, dass das, was aus Eurer Vergangenheit noch zu klären ist im Jetzt auftaucht.

Geht behutsam mit Euch um und holt Euch Hilfe, wenn ihr an die heißen Themen aus Eurer Vergangenheit geht.

Ich unterstütze Euch gerne dabei.

Links

  • Posttraumatischet Belastungsstörung: Symptome und Infos für Angehörige
  • Laura Seiler Podcast Nr.41 : Wie Du Deine Vergangenheit loslassen kannst.

Buch

Franz Ruppert: Wer bin ich in einer traumatisierten Gesellschaft? Wie Täter-Opfer-Dynamiken unser Leben bestimmen und wie wir uns daraus befreien.

Bilder: Pixabay und Privat

© Inge Schumacher

Dein Alter ist eine Zahl

Egal wie alt Du gerade bist. Bist Du Dir bewusst wie Du Dir Dein Alter vorstellst? Wie sehen die Bilder in Deinem Kopf aus?

Ich bin 1966 geboren. Ja, das Bild oben zeigt mich. Viele meiner gleichaltrigen Freunde und Bekannte denken schon an die Rente oder fangen an ihre Wehwehchen zu zählen.

Mir wird dann immer wieder klar: Wir programmieren uns auf das Altern mit allen negativen Begleiterscheinungen. Das geschieht unbewusst. Wir setzen einfach eine jahrtausendelange Tradition fort.

Mit diesem Artikel möchte ich zum Nachdenken anregen: Wie wir altern ist nicht in Stein gemeißelt, sondern wir haben großen Einfluss darauf. Dazu brauchen wir aber das Bewusstsein, wie wir in Bezug auf unser Alter denken und welche Erwartungen wir haben. Erst dann können wir etwas verändern.

Bewusst das Alter gestalten ist für Fortgeschrittene

Warum? Weil am Altern soooo viele Glaubenssätze hängen. Deswegen ist es schwer diesen Automatismus zu stoppen. Wir müssen erst mühsam aus einem reißenden Fluss von tradierten und von uns akzeptierten Glaubensüberzeugungen ausbrechen. Das braucht Energie und Entschlossenheit.

Die gute Nachricht ist: Je mehr Menschen ihre Glaubenssätze in Bezug auf ihr Alter verändern umso einfacher wird es für alle: Dem Fluss wird die Energie entzogen.

Wie programmieren wir uns aufs Alter?

Wir erschaffen mit unseren Gedanken unsere Wirklichkeit, also auch unseren Körper. Unser innerer Monolog spiegelt unsere Überzeugungen wider und spielt sie in einer Endlosschleife. Je bewusster wir uns sind, was wir glauben umso genauer verstehen wir was für eine Realität wir erschaffen.

Wenn wir etwas ständig wiederholen, dann wird es Realität

Beispiel:

Mein Vater (82) hat Polyneuropathie in den Beinen. Warum bei ihm die sensiblen Nerven geschädigt werden ist unklar. Er hat weder Diabetes noch ist er alkoholkrank. Er ist Arzt und weiß daher viel zu gut Bescheid. Er erzählt uns seit vielen Jahren, dass diese Polyneuropathie sehr schmerzhaft werden wird.

Ich konnte ihm das Konzept, dass er Einfluss auf seine Krankheit hat, nicht vermitteln. Das war zu fremd für ihn. Die Frage, die ich mir nun stelle ist: Hätte er heute weniger Schmerzen, wenn er die Energie, die er in seine Programmierung gesteckt hat, in einen anderen Krankheitsverlauf investiert hätte?

Das ist reine Spekulation. Aber warum sollen wir nicht versuchen bewusst Einfluss auf unseren Körper und das Altern zu nehmen?

Taufe Inge Oma und Opa
Meine Mutter ist bei meiner Taufe 26 und ihre Mutter 56 Jahre alt.

Das Alter verändert sich

Wir sehen heute viel jünger als noch vor zwei Generationen: Meine Großmütter sahen mit Mitte 50 so aus:

Oma Paula und Inge

Sie haben zwei Kriege erlebt. Beide haben ein Kind durch Krankheit verloren. Besonders meiner Oma mütterlicherseits (unten) sieht alt aus. Sie wurde nur 66 Jahre alt. Die andere 77 Jahre.

Oma und ich

Die allgemeine Lebenserwartung steigt. Meine Mutter sieht mit fast 80 Jahren so aus wie die Generation davor mit Mitte 60. Auch ihre Ausstrahlung ist anders als ich sie von der Oma-Generation in Erinnerung habe.

Wir können noch fitter und jünger sein als die Generationen vor uns. Von diesem langen Leben haben wir mehr, wenn wir möglichst gesund sind.

Glaubensüberzeugungen zum Alter, die ich um mich herum höre

  • Alles geht langsamer
  • Der Körper ist verbraucht
  • Falten gehören dazu
  • Die Sinne lassen nach
  • Chronische Krankheiten sind normal
  • Degeneration zeigt sich überall: Von Gliedersteifigkeit bis Haarausfall

Wie kommen wir raus aus dieser Programmierung?

1. Innere Begrenzungen aufdecken

Glaubenssätze erschaffen innere Grenzen, die uns in einen unsichtbaren Käfig sperren. Wie vertrackt das ist, habe ich erst begriffen als mir meine eigenen aufgefallen sind.

Beispiel:

Mein Mann fragte mich kurz vor meinem 50. Geburtstag, was ich am liebsten tun würde. Am Meer picknicken, antwortete ich. Im selben Moment sagte meine innere Stimme: Das geht nicht. Im Februar ist es viel zu kalt an der Ostsee.

Wer sagt denn, dass das nicht geht? Nur ich. Ich war auf eine total überflüssige innere Begrenzung gestoßen. Ich war erschrocken darüber, dass ich mich immer noch ständig selbst begrenze, obwohl ich schon so lange daran arbeite bewusster zu werden.

Ostsee
Unser Picknick im Februar 2016 an der Ostsee

Frage Deinen inneren Monolog, was Du über das Altern denkst und reflektiere das:

Manche von uns ekeln sich regelrecht vor alten Menschen. Sie lehnen das Altwerden ab und packen damit umso mehr Energie in den traditionellen Weg des Alterns.

2. Ein unterstützender Freundeskreis

Ich habe Freunde und Bekannte aus allen Altersgruppen. Ich bekomme dadurch mit, was sie bewegt und bleibe flexibler. Mein Horizont erweitert sich und ich schaue über den eigenen Tellerrand. Damit banne ich die Gefahr zu sehr in meinem eigenen Saft zu schmoren.

Einsamkeit ist eine wichtige Ursache vieler Krankheiten, besonders im Alter. Ein unterstützender Freundeskreis ist für unsere Lebensqualität sehr wichtig. Deswegen investiere ich darin Zeit und Energie.

3. Regeneration

Statt dem ausgetretenen Pfad der Degeneration zu folgen und sich darauf zu konzentrieren was alles verloren geht stecke ich meine Energie lieber in Regeneration.

Regeneration ist natürlich: Wir erneuern unsere Hautzellen alle 7 Tage und alle 7 Jahre haben wir uns fast vollständig runderneuert.

Setze eine Intention zur Regeneration:

Unser Körper kennt den Zustand der Ganzheit aus der Kindheit. Wir können ihn als Ankerpunkt für unsere Intention zur Regeneration nutzen, die zum Beispiel heißen kann: Orientiere Dich am Ursprungszustand.

Worauf konzentrierst Du Dich?

Du erschaffst automatisch mehr von dem auf das wir uns konzentrieren.

Beispiel:

Einer meiner Glaubensüberzeugungen ist, dass Falten zum Altwerden dazu gehören. Ich habe seit meiner Jungend daran gearbeitet, dass ich wenn ich schon Falten bekomme, es wenigstens Lachfalten sind. Das hat geklappt. Jetzt versuche ich mich nicht auf die Falten zu konzentrieren, sondern auf die glatte Haut.

Ich konzentriere mich so nicht auf den Mangel sondern auf die Fülle und erschaffe davon mehr.

Such Dir einen Regenerations-Buddy

Mein Mann und ich bilden ein Regenerations-Team. Wir motivieren uns gegenseitig dranzubleiben.

Inge Elphi
September 2019

Was ich bisher an Regeneration erreicht habe ist gemischt:

  • Ich wollte keine Alterssichtigkeitsbrille und habe folgendes erschaffen: Das eine Auge sieht gut in der Weite und das andere in der Nähe. Gegen Ermüdungserscheinungen trage ich bei langen Autofahrten und wenn ich viel lese eine Brille.
  • In meinem Unterkiefer habe ich die Zahnstellung verändert. Ein Zahn war gefährlich aus der Reihe getanzt.
  • Mein Haar ist noch fast dunkel.
  • Ich bin gesund.
  • Ich habe „normale“ Falten im Gesicht.

4. Durchhalten

Wenn ich mit Regeneration arbeite, nutze ich das Unterbewusstsein. Ich setze eine Intention und lasse meinen Körper machen. Denn ich kann nicht kontrollieren welche Zellen was tun sollen.

Es gibt leider keine objektive Anzeige, die den Erfolg meiner Regenerations-Bemühungen dokumentiert. Deswegen ist es so einfach sich entmutigen zu lassen und zu schnell aufzugeben.

Ich mache mir immer wieder klar: Ich habe nichts zu verlieren und viel zu gewinnen.

5. Ich achte (auf) mich

Was ist mit Cremes und Co? Den vielen Ernährungsratschlägen: Kein Zucker, kein Mehl, kein Fleisch?

Alles Quatsch?

Um im Alter gesund zu bleiben sollten wir das tun, was zu uns passt und nicht das, was uns Medien und Konzerne suggerieren. Auch hier ist das Sich-selbst-kennen das Allerwichtigste und unsere Richtschnur.

Allem was schwarz-weiß dargestellt wird stehe ich skeptisch gegenüber. Strikte Regeln sind nicht mein Ding. Wenn Dir Regeln helfen, nutze sie!

Alles was uns unterstützt und nicht arm macht ist erlaubt.

So achte ich auf mich:

  • Ich gehe bewusst mit Ernährung um und versuche meinem Körper zu achten. Alte Automatismen, wie Frust mit Schokolade zu bekämpfen, kommen immer wieder durch. Ich werde mir aber bewusster, warum ich das tue.
  • Ich meditiere.
  • Ich habe mich gegen einen Sportverein und für das Isländisch lernen entschieden weil ich nicht mehr als einen festen Termin die Woche haben will.
  • Ich bin Optimistin. Optimisten leben länger und bleiben gesünder. Zum Glück ist Optimismus erlernbar.

Stress hat Auswirkungen

Zum Beispiel auf die Knochendichte und die Hautelastizität: Wir sehen es Menschen an, wenn sie ein hartes Leben haben.

Wie sieht es bei Dir aus mit:

  • Lebenseinstellung
  • Ernährung
  • Lebensstil
  • Was findest Du schwierig und könntest Du vereinfachen?

6. Mein Alter ist dynamisch

Ich sehe nicht immer gleich jung aus. Das hängt mit meiner Ausstrahlung zusammen, die jeden Tag anders ist.

  • Als meine Augenärztin feststellte, dass wir fast gleich alt sind, hat sie die Augen  aufgerissen vor Staunen. Da hatte ich wohl einen jungen Tag.
  • Manchmal schaue ich in den Spiegel und denke: Oh je, meine Regenerations-Experimente bringen gar nichts.

Ist unser Ich zeitlos?

Meinen Eltern sagen sie fühlen sich innerlich wie mit 16. Das kann ich nicht bestätigen. Ich fühle mich zwar nicht wie 53 – keine Ahnung wie man sich da fühlen soll – aber viel weniger unsicher als vor 30 Jahren. Ich fühle mich auch wohler in meiner Haut und schätze das Leben mehr.

Alter als Ausrede

Viele von uns benutzen das Alter als Ausrede dafür sich nicht mehr ändern zu müssen.

Als ob es dafür eine klare Grenze gibt: Ab hier kann ich nichts mehr ändern

Dass alte Menschen nicht in der Lage sind sich zu ändern habe ich lange geglaubt. Bis meine Schwiegermutter mir das Gegenteil bewiesen hat: Mit Mitte 70 hat sie erfolgreich grundsätzliche Lebenseinstellungen geändert.

Viele meiner älteren Klienten denken auch, sie wären zu alt für Veränderungen. Wenn sie dafür offen sind, spiegele ich ihnen dass es sich hierbei um einen Glaubenssatz und nicht um eine Tatsache handelt.

Wir sind nie zu alt um etwas zu ändern

Beispiel:

Marius Kursawe interviewt in seinem Buch: Berge versetzen für Anfänger (S. 68ff) eine 70-jährige, die im Rentenalter angefangen hat Klavier zu spielen. Sie erzählt, durch wie viele Glaubensüberzeugungen sie sich kämpfen musste bis sie sich getraut hat an der Tür der Klavierlehrerin zu klingeln.

Unsere Zeit ist begrenzt

Wir sterben alle. Zeit ist integraler Bestandteil unserer Realität. Sie ist begrenzt und wir sind auf der Durchreise. Die einzige Konstante der Zeit ist die Veränderung. Lasst uns das nutzen und das Beste aus unserem Leben zu machen.

Das Alter ist eine Zahl

Das Alter steht in unserem Pass. Es gibt die Zeitspanne an, die wir hier waren. Es diktiert aber nicht wie wir uns fühlen und wie wir leben sollen. Du bist nicht Dein Alter. Du bleibst Du, Dein ganzes Leben lang.

Es gibt keine allgemeingültigen Vorschriften fürs Altern

Wir können uns nur an uns selbst orientieren. Wir gehen aber keine großen Risiken ein, wenn wir unsere Glaubenssätze ab und zu gründlich ausmisten.

Füll Dein Leben mit dem was Dir  wichtig ist.

Wenn ich als weise alte Frau im Schaukelstuhl sitze, möchte ich mich nicht mit meinen Zipperlein, sondern mit meinem erfüllten Leben beschäftigen.

Ich will mit diesem Artikel das Denken über das Altern etwas durchschütteln. Ich hoffe, das ist mir gelungen. Danke, dass Ihr mit mir hinterfragt habt, was Ihr über das Altern glaubt.

Du möchtest mehr über Deine tiefsitzenden Glaubenssätze herausfinden? Kontaktiere mich für eine Energiearbeits-Sitzung.

Links:

Bücher:

  • Marius Kursawe: Berge versetzen für Anfänger
  • Patricia Tudor-Sandahl: Das Leben ist ein langer Fluss
  • Klaus Möllering (Hrsg.): Die Kunst des Alterns
  • Lissa Rankin: Warum Gedanken stärker sind als Medizin
  • Dr. Joe Dispensa: Werde Übernatürlich
  • Rüdiger Dahlke: Krankheit als Weg
  • Martin Seligman: Learned Optimism

Bilder: Privat

© Inge Schumacher