Wir sind Magier, denn wir erschaffen unsere Realität

Wusstest Du, dass wir Superkräfte haben? Wir sind Magier, denn wir können aus dem Nichts etwas erschaffen. Wir sind die Schöpfer und Gestalter unseres Lebens.

Wie erschaffen unsere Realität jeden Tag. Wir können gar nicht anders – auch ohne uns dessen bewusst zu sein. Wir haben eine Schöpferkraft, die wir oft unterschätzen.

Aus unseren Gedanken wird Realität

Alles ist Energie, egal ob wir diese Energie als Gegenstand anfassen können oder nicht. Wir sind in der Lage mit der Energie unserer Gedanken gepaart mit unserem Handeln Dinge zu erschaffen: einen Aufsatz, ein Mittagessen oder einen Pullover: Das ist manifestierte Energie.

1. Unsere Aufmerksamkeit fokussiert unsere Energie

Unsere Aufmerksamkeit ist beim Erschaffen unsere wichtigste Ressource. Wir lenken damit unsere Energie.

Leider sind wir im Alltag oft unaufmerksam und senden unsere Energie in zu viele verschiedene Richtungen gleichzeitig. Dadurch schwächen wir unsere Schöpferkraft.

Wenn wir die Gedanken, die uns den ganzen Tag durch den Kopf schießen – es sind tausende von Sätzen – bewusst verfolgen, merken wir wie wir unsere Energie verteilen. Wenn wir aufmerksam sind, wird unsere Energie gebündelt und wirkt viel effizienter.

Unsere Gedanken zeigen uns wo unsere Aufmerksamkeit gerade ist.

Beispiel Gehaltserhöhung:

Ich möchte eine Gehaltserhöhung haben. Beim Gedanken daran schießen mir sofort  etliche Argumente durch den Kopf was alles schief gehen kann. Ich finde 100 Gründe, die Gehaltserhöhung nicht zu bekommen. Wie groß sind meine Erfolgsaussichten?

Einmal zu denken, ich will etwas, reicht nicht. Das geht in der Flut unseres inneren Monologs unter. Wir müssen uns immer wieder unserer Ziele bewusst werden und diese fest positiv in unseren inneren Dialog einbinden. Das geht nur im Hier und Jetzt.

Bewusst erschaffen ist ganz einfach

Wenn wir ins Hier und Jetzt gehen und uns bewusst werden wo unsere Aufmerksamkeit gerade ist, können wir diese dahin lenken wo wir sie haben wollen. Ich nenne diesen Vorgang:

Andocken bei uns selbst

Am Anfang sollte man sich mehrmals täglich an das Andocken erinnern: Z.B. Post Its an prominenten Stellen platzieren oder die Erinnerungsfunktion des Smart Phones nutzen.

Fragen, die helfen bei uns selbst anzudocken:

  • Wo bin ich gerade mit meinen Gedanken?
  • Wie geht es mir?
  • Welche Energie strahle ich aus?
  • Ist das okay so oder will ich meine Aufmerksamkeit woanders hin lenken?

Wichtig: Glaube Deinem inneren Monolog nicht!

Wenn wir darauf achten, was wir den ganzen Tag so vor uns hin denken, dann merken wir was wir da manchmal für einen Murks verzapfen. Laura Seiler nennt das sehr treffend ihr „Bullshit-FM“.

Unser Gehirn liebt das Sichere und Vertraute. Dein innerer Monolog wird deshalb versuchen Dich in gewohnte Bahnen zu lenken und Dich vor neuen Erfahrungen zu bewahren.

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Regenbogen über dem Dettifoss

2. Was hindert uns daran das zu erschaffen, was wir wirklich wollen?

Neben unserem inneren Monolog stehen uns negative Emotionen, die Vergangenheit oder Ausreden im Weg.

1. Unsere Motivation: Was wir tun ist entscheidend

Wir machen uns oft selber etwas vor. Unser innerer Monolog hilft uns gerne dabei. Er sagt z.B. dass wir uns mit einer Freundin treffen wollen. Es kommt aber immer wieder etwas dazwischen.

Was wir tun zeigt uns wohin wir steuern.

Wenn ich merke, dass mein Tun und mein innerer Monolog voneinander abweichen, ist es Zeit meine Motivation kritisch zu hinterfragen: Was will ich wirklich? Was sind meine Prioritäten und warum? Ich hole mir die Situation ins Bewusstsein und merke, dass ich mich aus den verschiedensten Gründen gerade nicht mit dieser Freundin treffen will.

2. Wir haben die Verantwortung für unsere Emotionen

Gefühle haben eine gewaltige Kraft, die wir für uns nutzen können. Wir brauchen dazu aber das Wissen, dass wir nicht Opfer unserer Emotionen sind, sondern wir auch sie erschaffen.

Emotionen sind Energie, die in Bewegung ist. Wir halten sie gerne fest, denn sie machen uns lebendig und das Leben interessant. Wir können unsere Gefühle, genau wie die Gedanken in unserem inneren Monolog, bewusst steuern.

Dazu müssen wir die Verantwortung für sie übernehmen. Auch wenn uns Gefühle weh tun, haben sie etwas mit uns zu tun. Sonst wären sie nicht in unserem Leben.

A. Positive Emotionen verbinden

Positive Emotionen verbinden uns mit unserer Umwelt. Wenn wir Liebe und Dankbarkeit spüren, sind wir offen. Wir erschaffen dann einen Zugang zu uns selbst und zu anderen und können in den Austausch gehen. Positive Emotionen geben uns Energie.

B. Negative Emotionen trennen

Angst, Hass, Eifersucht und Neid schotten uns ab. Sie trennen uns von uns selbst und von unserem Mitmenschen. Wir fühlen uns alleine, verlassen, kraftlos und als Opfer. Negative Emotionen nehmen uns Energie.

C. So transformieren wir Emotionen

Emotionen können wir leicht verändern, wenn wir präsent sind. Wenn ich Angst habe, dann frage ich mich zuerst ob ich akut in Gefahr bin. Dann docke ich bei mir an und vergewissere mich, ob ich noch auf dem richtigen Weg bin. Meist bin ich gerade dabei, mich aus meiner Komfortzone in unbekanntes Gebiet vorzuwagen.

Der Weg zu unserer Berufung ist oft der, vor dem wir am meisten Angst haben.

Anschließend lenke ich meine Aufmerksamkeit bewusst woanders hin: Ich tue etwas, was mir gut tut, am besten etwas, das meinen Körper einbezieht: Ich mache mir eine Tasse Tee oder gehe kurz raus. Schnell verblasst die Angst. Ich könnte mich zwar ganz leicht wieder mit der Angst verbinden, das muss ich aber nicht. Stattdessen verbinde ich mich bewusst mit einer positiven Emotion, z.B. Dankbarkeit.

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 2. Wir haben die Verantwortung für unsere Vergangenheit

Narben und Abhängigkeiten aus unserer Vergangenheit verschwinden leider nicht von alleine.

Um Freiraum für positive Emotionen zu bekommen müssen wir uns irgendwann mit unserer Vergangenheit befassen. Wir tragen sonst die ganze Zeit einen dicken Rucksack mit uns herum, der uns viel Kraft raubt, weil wir uns ständig um ihn kümmern müssen.

Das Loslassen meiner Vergangenheit hat mir viel Energie und Freiheit gegeben.

Ich habe meine Vergangenheit akzeptiert und sie losgelassen. Das war ein langer Prozess, bei dem ich mir auch professionelle Hilfe geholt habe. Heute bin ich dankbar für meine Vergangenheit, denn ohne sie wäre ich nicht da wo ich bin.

Was helfen kann unsere Vergangenheit zu verarbeiten:

  • Information schafft Transparenz: Es half mir zu verstehen, warum meine Eltern vermutlich so waren und dass sie mir nicht absichtlich weh getan haben
  • Es gibt verschiedene Methoden mit seiner Vergangenheit zu arbeiten: Eine Methode ist seine Vergangenheit neu zu schreiben
  • Je nachdem wie groß der Rucksack auf Deinem Rücken ist, hole Dir Hilfe und sorge gut für Dich
  • dieser Prozess kann einige Zeit dauern und Höhen und Tiefen haben; versuche geduldig mit Dir zu sein

Wenn wir Verantwortung für unsere Vergangenheit übernehmen, geben wir uns die Verfügungsgewalt über unser Leben zurück. Wir kommen raus aus der Opferrolle und können unsere Schöpferenergie besser nutzen.

3. Ausreden: Geht nicht gibt es nicht

Wir begrenzen uns viel zu oft selbst mit diesem „Das geht nicht“, das wir so oft als Kinder von unseren Eltern oder in der Schule gehört haben.

Die Glaubensüberzeugung „Das geht nicht“ habe ich im Laufe meines Erschaffens-Trainings größtenteils über Bord geworfen. Bei meinen Klienten, in meinem Freundeskreis und bei mir sehe ich es immer wieder: Da passiert Vieles, das eigentlich gar nicht geht. Da finden sich plötzlich neue Wege, eine Ausnahme oder ein „Zufall“.

Beispiel: Veränderung ist altersunabhängig

Meine Schwiegermutter hat noch mit Mitte 70 grundsätzliche Glaubenssätze in ihrem Leben verändert. Seither ist für mich das Alter nur eine weitere Ausrede dafür sich nicht zu verändern zu wollen.

3. Übung macht den Meister

  • Zuerst müssen wir begriffen haben, dass wir unsere Realität erschaffen
  • Dann brauchen wir das Vertrauen, dass es auch wirklich funktioniert
  • Dazu müssen wir uns immer wieder beweisen, dass wir wirklich die Erschaffer unseres Lebens sind

Ich übe das bewusste Erschaffen schon lange. Mit wachsender Erfahrung werde ich zwar sicherer, bin aber immer noch nicht hundertprozentig firm:

Ich muss mir immer noch ständig beweisen, dass ich der Gestalter meiner Realität bin. Gerne nutze ich dafür Übungen. Am besten eignen sich Übungsfelder, die vergleichsweise unwichtig sind, denn daran hängen nicht so viele Glaubenssätze, die ich loslassen muss.

Wir brauchen möglichst viele kleine Erfolgserlebnisse, um unser Vertrauen in uns nachhaltig aufzubauen.

publicdomainpictures parkplatzDie Parkplatzübung

Wenn ich mit dem Auto in die Stadt fahre, bestelle ich auf der Anreise immer erfolgreich einen Parkplatz.

Vor kurzem hatte mein innerer Monolog mal wieder so viele Gegenargumente, dass ich ganz bewusst ins Vertrauen gehen musste. Ich habe mir genau vorgestellt, wie froh ich bin, einen Parkplatz direkt vor der Haustür bekommen zu haben. Das hat dann auch geklappt.

Wir geben uns Hinweise auf unserem Weg: Folge Deinen Impulsen

Wenn wir aufmerksam im Hier und Jetzt sind können wir die kleinen Impulse wahrnehmen, die uns helfen auf unseren Weg zu bleiben. Diese Impulse sind wie ein innerer Kompass. Sie sind ganz leise und werden im turbulenten Alltag darum oft überhört.

Locker lassen beim Erschaffen

Wir müssen uns nicht allem bewusst und immer im Hier und Jetzt sein. Wir bewegen uns trotzdem in die richtige Richtung. Aber um locker zu lassen brauchen wir genug Vertrauen in uns.

Ich vertraue darauf, dass meine Energie den richtigen Weg findet, das zu erschaffen was ich möchte. Durch immer wieder bei mir andocken vergewissere ich mich, dass ich noch auf dem richtigen Weg bin.

Ich versuche dabei möglichst locker zu bleiben. Mit Druck funktioniert es nicht so gut, denn dann konzentriere ich mich eher auf das Schwere und mögliche Probleme – und erschaffe mehr davon.

Tipp: Den Druck raus nehmen

Ertappt Ihr Euch dabei, dass Ihr zu viel Druck ausübt, dann streckt Euch im nächsten Spiegel einfach mal die Zunge raus. Weg sind der Druck, der Ernst und das Schwere und Ihr seid positiv im Hier und Jetzt angekommen.

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Zum Energiedrehen habe ich eine Clownsnase: Anwendung nur äußerlich, Nebenwirkungen: gute Laune.

In dem Moment, in dem wir uns als Schöpfer unserer Realität erkennen, geben wir uns die Erlaubnis, unsere natürlichen Schöpferkräfte auch zu benutzen. Wir nutzen unsere  große Macht und übernehmen die Verantwortung für unser Leben. Wir helfen uns damit nicht nur selbst, sondern inspirieren auch andere.

Wie steht es mit Deinem Erschaffens-Training?

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Wo hakt es noch bei Dir? Gerne erarbeite ich mit Dir wie Du Deine magische Schöpferkraft optimal einsetzen kannst.

Buchtipps

Joe Dispenza:

  • Schöpfer der Wirklichkeit
  • Ein neues Ich
  • Werde übernatürlich

Laura Seiler:

  • Mögest Du glücklich sein
  • Schön, dass es Dich gibt

What the Bleep do we (K)now – es gibt auch einen bekannten Film darüber (2004)

Laura Seiler´s Podcast: Das Geheimnis des Manifestierens

You tube videos von Joe Dispenza:

 

Bilder: Pixabay und privat

© Inge Schumacher

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15 „geheime“ Fakten über mich

Dieser Artikel gehört zur Blogparade von Birgit Schultz von Marketingzauber. Sie hat uns Blogger dazu aufgefordert einmal andere Einblicke in unser Leben zu geben indem wir einige unbekannte Informationen von uns preisgeben. Gute Idee! Viel Spaß beim Lesen!

 

1. Bloggen hat Nebenwirkungen

Ich bin Heilpraktikerin und habe mich auf Energiearbeit spezialisiert. Ich blogge damit mich meine Klienten besser kennenlernen und um meine Energiearbeit zu erklären.

Ich hätte nicht gedacht, dass ich so viel dabei lerne. Ich habe z.B. festgestellt, dass das Bloggen mich dazu bringt komplexe Themen genau zu durchdenken, um sie gut erklären zu können.

2. Ich schätze die Abwechslung in meiner Arbeit

Wenn ich nach meinem Beruf gefragt werde, stelle ich mich mittlerweile als Expertin für Unsichtbares vor. Durch meine Arbeit verlasse ich gemeinsam mit meinen Klienten ausgetretene Pfade und schaffe so Platz für neue Erkenntnisse und persönliche Weiterentwicklung.

Ich arbeite ganzheitlich. Ich habe viel mit Kindern zu tun und kläre mit meinen Klienten auch oft Zwischenmenschliches. Viele meiner Klienten sind hochsensibel.

Ich darf das schon über 10 Jahre lang machen und finde es immer noch total spannend. Weil jeder Mensch einzigartig ist, ist auch keine Behandlung wie die andere.

3. Ich liebe es Hilfe zur Selbsthilfe zu geben

Ich arbeite mit meinen Klienten zusammen heraus, was ihre Ziele sind und in welche Richtung sie sich entwickeln wollen und dabei unterstütze ich sie. Ein Großteil meiner Arbeit ist also Hilfe zur Selbsthilfe.

Das macht mir sehr viel Spaß, auch wenn es vielleicht schlecht für den Umsatz ist: Mir liegt nicht daran Leute abhängig zu machen, sondern ihnen zu helfen auch ohne meine Unterstützung weiter zu kommen.

4. Sich kennen und akzeptieren zu lernen ist wichtig

Mich selber kennenlernen ist eine Grundvoraussetzung für meinen Beruf. Das ist eine Aufgabe, die mich schon lange begleitet und die zwar oft auch unbequem ist, mich aber ständig weiterbringt.

Meine Klienten können bei mir sehr viel über sich selber lernen. Ich spiegele ihnen oft wie viel sie schon erreicht haben, was alleine oft schwierig festzustellen ist.

5. Ich bin pragmatisch

Wir haben das Glück in einem Land mit guter medizinischer Versorgung zu leben. Diese nutze ich auch. Ich schicke Klienten bei körperlichen Symptomen deshalb zur Abklärung zum Arzt, wenn sie das nicht selber schon erledigt haben.

Wenn ich Kopfschmerzen habe, nehme ich eine Tablette, weil ich weiß, dass sie mir hilft. Es ist oft der einfachste Weg Kopfschmerzen loszuwerden.

Natürlich reflektiere ich auch, wo die Schmerzen herkommen, bin aber der Meinung, dass man nicht alles wissen muss und über dem ständigen Nachbohren und Auseinanderpflücken dann vergisst zu leben.

6. Nieder mit den inneren Begrenzungen

Nach jahrelanger Übung gehe ich viel bewusster durch meinen Alltag. Ich kann Automatismen besser erkennen und fühle mich in meinem Leben viel mehr zu Hause als früher. Ich arbeite immer weiter daran, mir die Erlaubnis zu geben, ich selbst zu sein.

An meinem 50. Geburtstag habe ich mit meinem Mann an der Ostsee gepicknickt – im Februar. Mir wurde klar, dass die innere Stimme, die mich davon abhalten wollte eine eigene Begrenzung war. Deshalb habe ich Nieder mit den inneren Begrenzungen zum Motto dieses Lebensjahrzehnts gemacht.

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Unser Picknick im Februar 2016 an der Ostsee

7. Ich bin nicht neidisch

Es hat eine Weile gedauert bis mir das bewusst wurde. Denn eine Eigenschaft, die einem fehlt, erkennt man nicht so einfach. Es ist ein großartiges Geschenk.

Es hilft sicher, dass für meine Grundbedürfnisse gesorgt ist, dass ich ein Dach über dem Kopf habe und ich gesund bin.

Ich fühle mich deshalb nicht persönlich angegriffen, wenn andere Menschen Sachen erreichen oder haben und ich nicht. Das Schöne daran ist, dass die Freude für jemand anderen auch mich glücklich macht und so mein Leben bereichert. Dadurch fällt es mir leicht, Menschen auf ihrem individuellen Weg zu unterstützen und ihnen Anerkennung und Wertschätzung zu schenken.

8. Humor ist ein wichtiger Grundpfeiler meines Lebens

Was ist Humor? Ich verstehe darunter, das über sich selbst Lachen können.

Neulich sagte jemand, dass man Humor nicht erlernen kann. Ich bin in einer eher ernsten Familie aufgewachsen, denn meine Eltern konnten nicht gut über sich selber lachen. Habe ich trotzdem ein Humor-Gen mitbekommen?

In meiner 5-köpfigen Familie wird viel gelacht und das tut mir gut.

Humor ist in ernsten Lebenssituationen eine wichtige Rettungsleine für mich. Als ich einen schweren Fall mit einem sehr kranken Kind in meiner Praxis hatte, habe ich gemerkt wie ernst mich das gemacht hat. Ich hatte meine Lachen verloren. Irgendwann fiel mir auf wie grau der Alltag geworden war. Konnte ich deswegen besser helfen? Nein, im Gegenteil.

Das Kind ist zum Glück schon lange über den Berg. Ich habe daraus gelernt, dass ich auch in Situationen, die mir unendlich nahe gehen, auf meinen Humor als einen wichtigen Weg mich zu erden und für mich zu sorgen achten muss.

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9. Ich bin sehr neugierig

Hätte ich schon im Schulalter gewusst wie gerne ich lerne wäre mir einiges bestimmt leichter gefallen.

Als Erwachsener darf ich mir meine Lernfelder zum Glück selbst aussuchen. Ich hole mir Anregungen durch mein Netzwerk, aus Büchern und dem Internet, aus Kongressen live und online. Ich interessiere mich für Vieles, und muss manchmal darauf achten, mich nicht zu verzetteln.

Hier Einiges wofür ich mich interessiere:

  • Zeitgeschehen: Ich bin Tagesschau- und Heute-Journal-Fan
  • Geschichte, denn Geschichte erklärt die Gegenwart
  • Persönlichkeitsentwicklung und Psychologie
  • Island und Isländisch lernen
  • Science Fiction

10. Hier einige für mich selbst überraschende Kompetenzen, die ich nebenbei erworben habe:

  • Projektmanagement ist mein 2. Vorname und rettet mich oft im Alltag
  • Adventskränze selber machen
  • Haare schneiden
  • Gartenmanagement
  • Streichen und Malern
  • Stricken
  • Kreative Lösungen für Alltags-Probleme finden
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Letztes Jahr beim Adventskranzbinden

11. Ehrenamtliches Engagement

Ich interessiere mich für Vieles und liebe Abwechslung. Mir liegt z.B. daran zu verstehen wie unser Staat funktioniert und ich finde es wichtig meinen Beitrag für die Allgemeinheit zu leisten. Ich war und bin:

  • 5 Jahre lang Schöffe
  • habe ein Wahllokal geleitet
  • Deutschlehrer für  Flüchtlinge organisiert und habe selber unterrichtet
  • Patin für eine alleinerziehende Flüchtlingsfrau
  • Elternvertreterin
  • Organisatorin für Meetups zur Persönlichkeitsentwicklung

12. Ich liebe die englische Sprache

In einem Austauschjahr in den USA habe ich die englische Sprache schätzen und lieben gelernt. Die Hälfte meines Bücherschranks besteht aus englischen Büchern.

Ich arbeite international, meine Webseite ist zweisprachig, mein Facebook Account läuft auf Englisch und ich schreibe einen englischen Blog über die Märchendimension.

13. Ich habe Schulen an 7 verschiedenen Orten besucht

Mein Vater hat seine Arbeitsstelle öfter gewechselt und meine Familie ist dann mit umgezogen. Als Erwachsene habe ich vermutlich deswegen mehr Kontinuität in meinem Wohnort erschaffen. Ich lebe ich seit 1992 in Hamburg und bin 2002 das letzte Mal umgezogen.

14. Ich mag Sachen, die lange halten

Ich freue mich wenn Dinge, die ich mag mich lange begleiten. Mit der Wegwerfgesellschaft habe ich deshalb Probleme. Ich flicke also Kleidung, nähe Knöpfe an und bringe Schuhe zum Schuhmacher.

Unsere Kaffeemaschine ist 25 Jahre alt. Als mein Mann damals mit einem der ersten Kaffeevollautomaten nach Hause kam, habe ich ihn gefragt ob das Teil auch staubsaugen könne. Heute bin ich froh, dass er uns schon so lange begleitet.

15. Überhaupt kein Sinn für Mode

Das Mode-Gen fehlt mir total und shoppen gehen ist für mich kein Spaß. Ich freue mich daher sehr, wenn ich von meinen Freundinnen Kleidung erbe. In Jeans und Pulli fühle ich mich am wohlsten.

Bilder: Privat

© Inge Schumacher

 

 

Meine 6 Tipps für stressfreie Weihnachtstage

Weihnachten ist nichts für Weicheier.

In keiner anderen Zeit prallen so viele Erwartungen aufeinander wie an Weihnachten. Wochenlang bereiten uns Medien und Werbung auf das Fest des Friedens und des Schenkens vor: In sanftem Kerzenlicht wird im Rahmen der glücklichen Großfamilie gegessen und Geschenke ausgetauscht über die sich alle Beteiligten außerordentlich freuen.

Obwohl ich mir schon lange dieses riesigen Drucks bewusst bin, der jedes Jahr aufgebaut wird, ertappe mich immer wieder dabei in diese Erwartungsfalle zu tappen.

Realitätscheck

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich eine Großfamilie mit vielen verschiedenen Menschen, die alle unterschiedliche Leben führen, blind verstehen?

Hand aufs Herz. Wie sind Eure Erwartungen für dieses Weihnachten?

Meine Erfahrungen

In meiner Kindheit gab es an Weihnachten immer Stress. Meine Mutter war von den ganzen Vorbereitungen, die sie meist alleine gestemmt hat, völlig fertig und entsprechend gereizt. Mein Vater fühlte sich für Weihnachten und Haushalt nicht zuständig.

Als wir vier Kinder klein waren, waren wir total aufgeregt und kaum zu bändigen. Ich habe mich als Älteste verantwortlich für den Familienfrieden gefühlt, was  eine große Überforderung war. Kein Wunder, dass  je älter ich wurde, meine Abneigung vor diesem Fest immer größer wurde. Als ich ausgezogen war, habe ich es vermieden Weihnachten nach Hause zu kommen.

Seitdem versuche ich Weihnachten zu entschärfen

Seit fast 30 Jahren kenne ich meinen Mann und seit 18 Jahren haben wir Kinder. Ich hatte also viel Zeit um mit meiner eigenen Familie Weihnachten zu üben. Mittlerweile ist es für uns alle ein ziemlich entspanntes Fest. Für mich war es ein langer oft nicht einfacher Lernprozess.

Ich verrate Euch hier 6 Tipps, die sich für mich bewährt haben:

1. In der Vorweihnachtszeit den Fuß vom Gas nehmen

Wenn die Vorweihnachtszeit anstrengend ist, dann ist das keine gute Voraussetzung für ein entspanntes Weihnachten. Seit ich mehr arbeite, gibt es weniger Weihnachtskekse und die Wohnung ist auch nicht mehr so ordentlich. Dieses Jahr haben meine Kinder das 1. Mal keinen selbst gebastelten Adventskalender, was mir viel Zeit geschenkt hat.

Bei Kind Nr. 3 fühle ich mich auch nicht mehr dafür zuständig, in der Schule zu backen. Da dürfen jetzt mal andere ran. Zuerst hatte ich ein schlechtes Gewissen, wenn ich meine Aktivitäten beschränkt habe. Jetzt sehe ich das als gute Investition in ein entspanntes Weihnachten.

2. Weniger Geschenke sind mehr

Ich habe gute Erfahrungen mit weniger Geschenke im Familien- und Freundeskreis gemacht. Die Erwachsenen in beiden Familien – mein Mann und ich haben beide 3 Geschwister – verzichten schon lange auf Geschenke. Bevor die ersten Kinder kamen, haben wir uns zusammen über Weihnachten in Dänemark ein Haus gemietet. Das war herrlich entspannend.

Ich gehe nicht gerne einkaufen und habe deswegen eine Liste mit Ideen, die ich im Laufe des Jahres fülle, wenn ich denn daran denke. Geschenke in der letzten Minute sind für mich Stress pur; deswegen vermeide ich das.

Hier ist das individuelle Wohlgefühl entscheidend. Ich habe Freunde, die einen riesengroßen Spaß daran haben in letzter Minute kreative Ideen für Geschenke zu produzieren.

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Letztes Jahr beim Adventskranzbinden. Das macht mir immer viel Spaß.

3. Kommunikation, Kommunikation, Kommunikation

Das allerwichtigste ist das Sprechen über die individuellen Erwartungen. Was wollen alle am Fest Beteiligten? Die Kinder, die Eltern, die Großeltern, die Geschwister und die Freunde.

Welche Erwartungen hat wer ganz genau und welche davon wollen wir umsetzen? Es ist gar nicht einfach, konkrete Erwartungen herauszubekommen, da wir gerade zu Weihnachten oft ziemlich schwammig sind. Dieses unterschwellige „Ihr wisst doch…“ ist nicht zielführend. Aussprechen bringt Klarheit, auch für den Redner.

Wenn Familienmitglieder nicht offen kommunizieren und sagen, dass ihnen alles recht ist, nur weil sie einem einen Gefallen tun wollen, geht das nach hinten los. Meiner Schwiegermutter fiel es z.B. immer schwer zu sich stehen. Das hatte zur Folge, dass sie sich dann nicht immer wohl fühlte.

Die Erwartungsklärung ist ein Prozess, der sich über etliche Jahre hingezogen hat. Wir haben nicht aufgegeben und es hat sich gelohnt: Mit steigender Transparenz der einzelnen Erwartungen ist unser Weihnachtsfest viel entspannter geworden.

4. Reflektion

Besonders als Eltern mit Kindern  sollten wir uns über unsere eigenen Zielvorstellungen möglichst klar sein. Hier einige Fragen, die dazu beitragen können:

  • Was wollen wir auf jeden Fall und was nicht?
  • Welche Werte haben wir und wie wollen wir sie Weihnachten leben?
  • Was war an den letzten Weihnachtsfesten gut und was nicht?
  • Wie sind die familieninternen Rituale? Wie wichtig sind sie den einzelnen Familienmitgliedern und dienen sie allen noch?
  • Prioritäten setzen, was ist für uns Weihnachten am allerwichtigsten? (Bei mir ist es Stressfreiheit.)

Automatismen erkennen und abstellen

Gerade Weihnachten meinen wir, dass wir Traditionen nicht sterben lassen können weil unser Fest dann gleich mitstirbt, was natürlich Unsinn ist. Wie so oft gibt es mehr Möglichkeiten als man denkt.

Nur weil es immer die Gans am 1. Weihnachtstag gab, muss das dieses Jahr nicht genauso sein, wenn das dem Oberziel (z.B. Stressfreiheit) widerspricht. Wenn es ohne Gans nicht geht, kann man bei einigen Restaurants auch Gans to go bestellen.

Die Hauptvoraussetzung für kreative Ideen und andere Lösungen ist, dass wir offen für neue Gedanken sind. Das sind wir aber nur, wenn uns bewusst ist, dass wir an Weihnachten noch mehr im Autopiloten-Modus fahren als sonst.

Wenn ich merke, dass mich etwas stresst, veranstalte ich mit meinem Mann eine Kreativitätssession, wo wir überlegen wie ich ein für mich wichtiges Ziel auf einem stressfreieren Weg erreichen kann.

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Schon ein etliche Jahre her, dieser Kreativitätsschub.

5. Planung

Den Weihnachtstagen tut Struktur gut. Je mehr Personen beteiligt sind zu mehr Planung rate ich. Und zwar meine ich eine Planung, die jede Menge Freiräume beinhaltet, damit erst gar kein Druck oder keine Hektik aufkommt, weil man in einem engen Zeitplan steckt.

Die Freiräume oder das was nicht drin steht sind bei dieser Planung  am wichtigsten.

Wie grob oder wie detailliert Eure Planung ist, kommt auf Eure Präferenzen an. Hier sind ein paar Strukturierungs-Möglichkeiten:

  • Ein ungefährer Zeitplan für die Weihnachtstage (Freiräume nicht vergessen)
  • Eine Übersicht: Wer ist wann wo?
  • Ein Essensplan: Wer ist zuständig für was, was kann wann vorbereitet werden? Unser Essensplan trägt viel zu meiner Entspannung bei.
  • Zeit zum individuellen oder gemeinsamen Pausen, z.B. einen Film ansehen, spazieren gehen, spielen.

Ich habe gelernt, an den Weihnachtstagen möglichst keine Experimente zu machen. Entspannend ist eher das, was man kennt. Brettspiele zu spielen, obwohl man das sonst nie macht ist keine gute Idee.

Kinder brauchen Freiraum

Kleine Kinder haben eine kurze Aufmerksamkeitsspanne und können sich noch nicht lange selbst beschäftigen. Ich rate davon ab, ein großes Essen zu planen, das ihnen wenig Freiraum gibt. Stress ist dann vorprogrammiert. Wenn meine Kinder zufrieden sind, ist es für mich immer viel entspannter.

Größere Kinder können gut in die Vorbereitungen einbezogen werden und Verantwortung für Aufgaben übernehmen. Meine Kinder greifen mir in dieser Zeit gerne unter die Arme. Auch hier gilt für mich als Chefplanerin: Klar zu sein ist das Allerwichtigste!

6. Nur Du bist für dich verantwortlich

Jeder muss die Voraussetzungen dafür schaffen, dass es ihm gut geht. Das gilt auch und besonders an Weihnachten und für alle Familienmitglieder. Diese Verantwortung lässt sich nicht delegieren.

Meine Kinder merken meist vor mir, dass ich gestresst werde und fragen mich, was los ist. Ich bin dankbar für dieses Frühwarnsystem und kann dann sofort reagieren.

Was tut Euch gut?

  • Traut Euch aus alten Strukturen auszubrechen, wenn sie zu sehr belasten!
  • Bindet Eure Familie ein bei den Vorbereitungen und delegiert. Dann müsst Ihr natürlich damit leben, dass andere Menschen etwas anders machen als Ihr es Euch vorstellt. Eine gute Übung in Akzeptanz!
  • Entzieht Euch dem Trubel und fahrt weg, wenn Euch alles zu viel wird. Ja, das darf man!
  • Müssen Verwandte, die nur nerven wirklich eingeladen werden?
  • Ganz wichtig: Ihr seid nicht dafür verantwortlich, was Andere denken.

Wenn es trotzdem einmal eskaliert

  • Hole Dir Hilfe beim Runterfahren des Stresslevels.
  • Nimm wahr, was Stress-Auslöser für Dich sind und merke sie Dir als Hinweis darauf, wo Du nach Weihnachten einmal genauer hinsehen kannst.
  • Erwarte nicht, dass nur, weil Du in diesem Jahr ein paar Sachen änderst, kein Stress mehr entsteht.

Die Weihnachtszeit ist immer wieder ein Test für mich, der mir zeigt, welche Fortschritte ich im letzten Jahr in meiner persönlichen Entwicklung gemacht habe.

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Mein Angebot für ein entspanntes Weihnachtsfest:

Die Themen, an denen Du gerade arbeitest, kommen gerade  in der Weihnachtszeit gerne hoch. Hol Dir Hilfe. Ich biete ein Energiearbeits-Coaching an, um Dir zu helfen das diesjährige Weihnachtsfest stressfreier zu gestalten.

Bilder: privat

© Inge Schumacher

 

Buchempfehlung: Gewaltfreie Kommunikation von Marshall B. Rosenberg

Führung in Zeiten von Transformation

Wir leben in ungewissen Zeiten und keiner weiß wie denn unsere Zukunft aussehen wird. (You can read this article in English here.)

  • Klimawandel und die anderen Anstrengungen der Erde zu einem neuen Gleichgewicht zu finden werden wahrscheinlich die Umsiedlung von Millionen von Menschen zur Folge haben.
  • Die Entwicklung der Weltwirtschaft ist ungewiss: Banken wanken, unsichere Wirtschaftsbeziehungen und die wachsende soziale und ökonomisches Ungleichheit belegen das.
  • Alte Strukturen und Institutionen bröckeln.
  • Autorität, die früher automatisch mit dem Amt mitgeliefert wurde, gibt es nicht mehr: Beispiele dafür sind der jetzige US Präsident oder der CEO von Volkswagen.

Ein Modewort, das diese Situation gut beschreibt ist VUCA. Es ist das Akronym für Volatility (Unbeständigkeit), Uncertainty (Unsicherheit), Complexity (Komplexität) und Ambiguity (Unklarheit). Das ist eine komplizierte Form zu sagen:

Es gibt zu viele sich dauernd verändernde Teile

Um die Herausforderungen, denen wir uns durch die vielen unvorhersehbaren Veränderungen gegenübersehen zu meistern brauchen wir kreative Lösungen. Die Strukturen, die uns bis heute gedient haben, reichen dafür nicht mehr aus. Für besonders wichtig halte ich gut funktionierende internationale Kooperationen.

Wir haben eine gute Basis

Im Falle von Erdbeben oder anderen Umweltkatastrophen kommt internationale Hilfe innerhalb weniger Stunden. Das ist eine großartige Leistung. Informelle Netzwerke in jedem Land und über Landesgrenzen hinweg sollten diese noch ergänzen.

Das digitale Zeitalter gibt uns eine solide Basis für internationale Netzwerke. Wir brauchen nur unseren Einfallsreichtum zu nutzen, um diese turbulenten Zeiten zu meistern. Hört sich einfach an, oder?

Wir können uns nicht oft genug vor Augen halten, dass uns überall großartige menschliche Ressourcen zur Verfügung stehen.

Für flexible Lösungen brauchen wir entsprechende Führungspersönlichkeiten

Als 2015 eine Million Flüchtlinge nach Deutschland strömten, gab es keine Strukturen, die dieser Flut gewachsen gewesen wären. Zum Glück haben Millionen Deutsche einfach angepackt. Ich habe in dieser Zeit viele interessante Menschen kennengelernt. Sie sahen das Problem und fingen einfach an. Sie kamen scheinbar aus dem Nirgendwo und niemand hat ihnen gesagt, was und wie sie es tun sollten.

Ausgeglichene Menschen

Es liegt in unserer Verantwortung, für uns selbst zu sorgen. Nur Menschen, die gut für sich selbst sorgen sind in der Lage auch gut für andere zu sorgen. Ich glaube, dass wir nur ausgewogene Persönlichkeiten entwickeln können, wenn wir auf uns selbst aufpassen. Das wiederum ist die Grundvoraussetzung dafür unserem Planeten zu helfen eine neue Balance zu finden.

Alles hängt zusammen

Ich sehe das deutlich bei meinen Klienten: Sie arbeiten aktiv daran bewusster durch Leben zu gehen und nehmen ihre Vernetzung zu allem dadurch deutlicher wahr.

Viele, besonders junge Menschen, arbeiten lieber in Teams als in starren Hierarchien, sie streben nach mehr Freiheit und persönlicher Zufriedenheit und weniger nach Status und Prestige.

Internationale Kooperation

Wir sind im Zeitalter der Kooperation und der Selbststärkung. Um mit der VUCA Welt zurechtzukommen ist es hilfreich weltweit zu kooperieren. Immer mehr Menschen sehen das und tun auch etwas dafür.

Welche Fähigkeiten brauchen verantwortungsvolle Führungspersönlichkeiten?

Ich vergleiche verantwortungsvolle Führungspersönlichkeiten gerne mit Busfahrern. Viel von dem Fachwissen, das nach gängiger Meinung Führungspersönlichkeiten haben sollten ist für Busfahrer zweitrangig.

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Sie brauchen weder das Abitur noch einen Uniabschluss: Sie müssen sich zuallererst gut mit ihrem Bus auskennen und wissen wo sie hinwollen. Ihre Mitfahrer wollen mit ihrer Hilfe ein bestimmtes Ziel erreichen. Sie suchen sich dafür vertrauenswürdige Fahrer aus. Zusammen bilden beide Gruppen effektive Teams.

Verantwortungsvolle Führung basiert auf hoher Sozialkompetenz

Sozialkompetenz bezeichnet eine Kombination aus Kommunikationsfähigkeit, sozialer Intelligenz und Anpassungsfähigkeit.

Die Busfahrer übernehmen die Verantwortung für eine Fahrt. Um das gut zu machen, brauchen sie diese Sozialkompetenz. Sie haben als verantwortungsbewusste Führungspersönlichkeiten Vorbildfunktion. Ohne jemandem zu befehlen ihnen zu folgen gehen sie voran und die Menschen entscheiden dann ob sie ihnen folgen und sie unterstützen wollen.

Charakteristiken verantwortungsvoller Führung

Viele der verantwortungsvollen Leiter, die ich getroffen habe oder denen ich in den Medien folge haben folgende Charakteristiken.

  • Sie sind unprätentiös: Prestige, Berühmtheit oder Status stehen bei ihnen nicht an erster Stelle.
  • Sie sind interessiert daran etwas Wesentliches beizutragen.
  • Sie sehen die großen Zusammenhänge und ihnen liegen ihre Mitmenschen am Herzen.
  • Sie probieren neue Wege aus und schaffen so neue Möglichkeiten und Chancen für sich und für andere.
  • Sie werden durch das aktuelle Problem oder die Aufgabe motiviert. Wenn sie ihr Ziel erreicht haben, suchen sie sich eine neue Herausforderung oder steigen sogar ganz aus der Leitungsrolle aus.
  • Sie sind authentisch, denn sie tun was sie sagen.

Der Neurobiologe und Autor Gerald Hüther sagt: Der Chef von Morgen ist ein Liebender

  • Sie müssen selbstsicher genug sein, um nicht leicht aus der Bahn geworfen zu werden.
  • Sie respektieren und akzeptieren sich selbst und ihre Mitmenschen.
  • Sie sehen und erkennen die Talente um sie herum und unterstützen deren Nutzung.
  • Sie inspirieren zu Kooperation und Teamwork.

Wie unterstützt man die Entwicklung von verantwortungsvoller Führung?

Das wichtigste, das wir alle lernen sollten, ist dass wir für uns selbst verantwortlich sind und niemand sonst.

Bei meinen Workshops und in meiner Praxis sehe ich Menschen aller Generationen daran arbeiten sich selbst besser kennenzulernen. Das ist super, denn wir brauchen Leute, die ihr eigenes Potential kennen, und die auch wissen, dass sie die Voraussetzungen dafür erfüllen verantwortungsvolle Leitungspositionen zu übernehmen können.

Beispielhafte Führungspersönlichkeiten

  • Jóhannesson, Präsident von Island
  • Papst Franziskus
  • Khan, Gründer der non-profit Weiterbildungs-Organisation Khan Academy
  • Kayango: Das globale Seifenprojekt
  • einige mehr sind bei den TED talks auf Youtube finden

Eine Möglichkeit Führungspersönlichkeiten zu unterstützen ist informelle internationale Beziehungen möglichst auf individueller Ebene zu fördern.

Beispiele erfolgreicher internationaler Vernetzungen:

  • Austauschprogramme für Teenager und Studenten
  • Internationale Workcamps für junge Leute auf der ganzen Welt
  • Konferenzen wie die ICSR in Köln wo ich mein Busfahrer-Konzept vorgestellt habe
  • Die Panama Papers: Eine große Anzahl internationaler Journalisten bereiteten jahrelang vor und publizierten alle gemeinsam: Eine andere Art des investigativen Journalismus.

Das Gute an diesen Initiativen ist, dass Menschen sich so persönlich kennenlernen und im Ernstfall weltweit besser zusammenarbeiten können.

Querschnittskommunikation ist wichtig

In Deutschland wurden in den letzten 3 Jahren viele Netzwerke gebildet, die Freiwilligenorganisationen, staatliche Stellen und die Politik umfassen.

Es brauchte in meiner Heimatstadt Hamburg eine lange Zeit, um Kommunikationswege zwischen verschiedenen Behörden erst einmal zu etablieren. Sie funktionieren immer noch nicht perfekt, aber das Netzwerk besteht und wir werden es auch in Zukunft brauchen.

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Wir sind alle verantwortlich für unsere Zukunft

Das Gewicht der Zukunft liegt nicht alleine auf den Schultern von verantwortungsbewussten Anführern. Im Gegenteil!

Wir sitzen alle in einem Boot. Nur gemeinsam können wir in dieser VUCA Welt eine nachhaltige Zukunft erschaffen.

Wir sollten uns alle selbst akzeptieren und uns gut behandeln

Damit wir eine bessere Zukunft für uns schaffen, müssen wir lernen, uns selbst zu akzeptieren. Dann gehen wir auch positiver miteinander um.

Ihr denkt, dass Ihr bereits gut auf Euch achtet? Wirklich? Versucht Euch einmal einen Tag lang zu beobachten, und festzustellen wie oft Ihr Euch selber sagt, dass Ihr dumm seid weil Ihr etwas vergessen habt oder wie blöd diese oder jene Entscheidung doch war. Na?

Das zeigt natürlich weder Selbst-Akzeptanz noch nett mit sich selbst umgehen. Ich arbeite schon jahrelang daran mich ganz zu akzeptieren. Ich mache zwar Fortschritte, bin aber immer noch nicht am Ziel. Was ich in dieser Zeit festgestellt habe ist, dass ich andere viel leichter akzeptieren kann seit ich mich mehr akzeptiere.

Warum ist es so schwierig sich zu akzeptieren?

Wir sind damit aufgewachsen, immer darauf zu schauen, was uns fehlt und was wir falsch gemacht haben. Die Folge davon ist, dass wir uns ständig kritisieren und fertig machen. Wir merken es schon gar nicht mehr. Erst wenn wir darauf aufmerksam werden, was wir da tun, können wir es ändern.

Nicht alle von uns müssen Führungspersönlichkeiten werden, aber die Welt braucht jeden von uns als für uns selbst-verantwortliche und selbst-ständige Persönlichkeiten. Menschen, die sich selbst gut kennen, sehen sich als Teil des großen Ganzen sind und können ihre Rolle darin einfacher finden und ausfüllen.

Leben in der VUCA Welt

Wir sollten uns immer daran erinnern, dass wir diejenigen sind, die unsere Realität erschaffen. Wir müssen unsere Autorität behalten und mutig sein, Teile von Prozessen zu werden, deren Ausgang wir heute noch nicht erkennen können.

Wir brauchen mehr positive Bilder der Zukunft um Menschen dazu zu motivieren die kommenden Transformationen aktiv zu gestalten.

Unsere Situation wird weiter unsicher bleiben. Zusammen können wir die Wellen der Transformation reiten anstatt von ihnen überspült und untergetaucht zu werden. Verantwortungsvolle Menschen machen dabei den Unterschied.

 

Dieses Lied von Udo Lindenberg drückt unsere Vernetzung sehr gut aus: Wir ziehen in den Frieden. https://www.youtube.com/watch?v=oeFwTPyhY8Y

Songtext: http://www.songtextemania.com/wir_ziehen_in_den_frieden_feat_kids_on_stage_songtext_udo_lindenberg.html

 

Bilder: pixabay and privat

© Inge Schumacher

 

Los geht’s! Acht Loslass-Übungen

Diese Übungen gehören zu meinem Blogartikel über das Loslassen. Er wäre aber viel zu lang geworden, wenn ich die Übungen miteinbezogen hätte. Ich habe sie für meine Klienten zusammengestellt und ich finde praktische Tipps wichtig. Daher bekommen sie einen eigenen Artikel.

Es gibt sehr viele gute Übungen, von denen ich hier acht teile. Ich schätze besonders Übungen, die den Körper mit einbeziehen. Das signalisiert nämlich unserem Gehirn, das gerne Input auf allen Ebenen hat, dass wir es wirklich ernst meinen.

Loslassen ist Aufräumen im Inneren

Wir räumen auf und putzen unser Zuhause, damit wir uns darin wohlfühlen. Wir pflegen unseren Körper, in dem wir regelmäßig duschen. Immer mehr Menschen werden sich bewusst, wie wichtig es für ihr Wohlbefinden ist, sich auch gut um ihr Inneres zu kümmern. Um das, was wir nicht auf den ersten Blick sehen, was aber einen großen Teil von uns ausmacht.

Ich habe festgestellt, dass auch mein Inneres von einer Aufräumrunde profitiert. Es gilt zu hinterfragen, was ich wirklich brauche und was mir nur Platz und Energie raubt, die ich für wichtige Aufgaben viel sinnvoller nutzen kann.

Übungen unterstützen bei Veränderungen

1. Klarheit:

Eine Übung zwingt Dich konkret zu werden, denn das ist oft gar nicht so einfach. Das Aufschreiben mit der Hand sorgt für eine größere Klarheit als das Schreiben am Computer. Es ist uns näher.

Größtmögliche Klarheit ist genau das, was wir brauchen, wenn wir etwas bewusst loslassen wollen. Also formuliere vorher so klar wie möglich, was genau Du loslassen möchtest.

2. Butter bei die Fische (sagt man bei uns im Norden):

Du signalisierst Dir mit einer Übung, dass Du es ernst meinst. Um eine Gewohnheit dauerhaft zu verändern brauchen wir aber mindestens 3 Wochen. So lange dauert es bis sich unser ganzes Sein darauf eingestellt hat, dass wir es wirklich ernst meinen. Wir haben deswegen die Tendenz in alte Gewohnheiten zurückzufallen. Also dranbleiben!

3. Suche Dir eine Übung, die zu Dir passt.

Die Übung, die Du Dir aussuchst sollte Spaß machen. Es braucht nicht die schwerste, längste oder komplizierteste Übung zu sein. Sei kreativ und wandele eine Übung ab, damit sie besser zu Dir passt. Wichtig ist, dass Du mit ihr ein Zeichen für einen Neuanfang setzt.

4. Abschluss

Idealerweise formulierst Du am Anfang ein Ziel, das Du erreichen willst. Am besten legst Du auch fest wie oft Du eine Übung machst. Dann kannst Du Deinen Erfolg besser überprüfen

5. Ganz wichtig: Schenke Dir Anerkennung

Klopfe Dir auf die Schulter! Feiere Dich, wenn Du eine Übung geschafft hast. Du hast eine Belohnung verdient! Damit verstärkst Du die positiven Veränderungen, die Du angestoßen hast.

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 Die acht Übungen

1. Herausfinden was ich loslassen möchte: Gewohnheiten hinterfragen

  1. Das aufschreiben, was mir besonders oft als Wiederholung im Kopf herum geht. Alles was wir oft wiederholen wird immer wichtiger für uns. Worum kreisen also meine Gedanken häufig?
  2. Warum tue ich das (Gedanken, Gefühle, Aktionen)? Welche Glaubenssätze stecken dahinter, die ich damit ständig wiederhole?
  3. Passen sie noch zu mir?

2. Gefühle wahrnehmen und loslassen

Hier geht es um Selbsterkenntnis. Definiere so genau wie möglich, was Du loslassen möchtest: Personen, Konflikte und Glaubenssätze und stelle Dir das Loslassen vor. Diese Übung solltest Du öfter wiederholen.

  1. Nimm eine Beobachterposition ein. Was fühle ich? Halte ich es aus? Welche Gedanken kommen? Schreibe sie auf. Das macht es konkret.
  2. Kann ich die Gefühle zulassen? Welche Impulse und Zwänge habe ich, die Gefühle zu unterdrücken?
  3. Kann ich mir das ruhig anschauen ohne mich zu verurteilen? Wenn nicht, einfach wieder von vorne anfangen.
  4. Wiederholung: Kann ich jetzt die Gefühle ziehen lassen? Wieder die Gefühle die kommen beobachten und wahrnehmen. Du gewöhnst Dich so daran neue Wege zu gehen. Irgendwann lässt Du die Gefühle ziehen.
  5. Lass die Emotionen zu und durch Dich hindurchgehen, wenn Du dafür bereit bist und ohne dass sie Dich überwältigen. Beobachte Dich dabei und achte auf Dich.
  6. Je mehr negative Gefühle Du so gehen lässt, umso mehr Platz hast Du für positive frei.
  7. Sei dankbar für die Hilfe, die Dir das Losgelassene war.

3. Ein Loslass-Ritual: Aufschreiben und den Zettel zu Boden fallen lassen

Das was Du loslassen möchtest, möglichst konkret in einem bis 3 Worten auf einen Zettel schreiben, aufstehen, die Hand öffnen und das Papier loslassen. Sehe zu wie es zu Boden fällt und beobachte Deine Gefühle dabei. Wiederhole das mindestens 3 Mal. Wiederhole die Übung auch in den folgenden Tagen.

4. Die Ballübung macht Loslassen begreifbar

Nimm einen kleinen Gegenstand, z.B. einen Tennisball in Deine Hand und drücke immer fester zu bis es anfängt unangenehm zu werden. Der Ball steht für ein Gefühl, einen Menschen etc., etwas das Du loslassen möchtest. Die Hand symbolisiert Dich.

Öffne die Hand und lass den Ball auf ihr herumrollen. Er klebt nicht an Deiner Hand fest. Er gehört also nicht fest zu Dir. Lass ihn fallen und beobachte Dich und Deine Gefühle dabei. Wiederhole die Übung.

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5. Verbindungen lösen zu Menschen, die Dir nicht gut tun

  • Stell Dir die Verbindung bildlich als ein Band vor.
  • Sei für die gemeinsame Zeit dankbar und verabschiede Dich.
  • Visualisiere wie Du das Band löst, es aufrollst und in die Tasche steckst.
  • Wiederhole diese Übung einige Tage lang.

6. Verzeihen: Sich und anderen

  • Konkret aufschreiben: An was muss ich immer wieder denken. Was genau tut weh?
  • Ich kann andere Menschen nicht ändern, aber meine Reaktion auf einen anderen sehr wohl.
  • Eines ist sicher: Du entscheidest immer so gut wie Du es in dem Moment kannst und der andere auch.
  • Affirmation: Sage laut „Ich vergebe mir und ich vergebe Dir“.
  • Eine symbolische Handlung anschließen: Das Papier verbrennen oder vergraben oder loslassen (Übung 3).

7. Visualisiere das Loslassen

  1. Sieh zu wie sich Altes Loszulassendes auflöst: Stell Dir vor, wie ein Block Eis auftaut und zu Wasser wird und übertrage das auf Deine Situation. Mit dem Wasser kannst Du jetzt eine Pflanze gießen. Wie sieht diese Pflanze aus?
  2. Stell Dir Knoten in einem Seil vor, die Du genau dort aufdröselst, wo Dein Problem sitzt. Du kannst das auch sehr gut an einem realen verknoteten Garnknäuel üben.
  3. So tun also ob: Visualisiere wie befreit Du Dich fühlst, wenn Du schon losgelassen hast. Stelle es Dir in allen Einzelheiten vor. Das ist ein psychologischer Trick, der wirklich hilft.

Wiederholde die Visualisierungen mehrmals.

8. Entrümpeln

Aufräumen im Außen ist ein schönes Symbol für Loslassen im Inneren und kann richtig gut tun und einen erleichtern. Egal ob Auto, Kleiderschrank, Keller, Schreibtisch oder Handtasche entrümpelt werden.

Wenn ich den Impuls verspüre Ordnung zu schaffen, ist es oft so, dass mein Inneres auch eine Aufräumaktion vertragen kann.

Bilder: pixabay

© Inge Schumacher

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Loslassen als Energiesparprogramm

Innehalten, Inventur machen und Bilanz ziehen. Reflektieren wohin ich mich bewege.  Was behindert mich und was ist überflüssig?

In den letzten Jahren habe ich gelernt, dass ich mir das Leben leichter machen kann, wenn ich mir Zeit für eine Inventur und bewusstes Loslassen nehme.

1. Was tragen wir an Ballast mit uns herum?

Wenn wir etwas loslassen, wird Platz und Energie frei. Das gilt für Gegenstände genauso wie für nicht Materielles. Das bedeutet nicht nur, dass wir dann mehr Zeit und Freiraum haben, sondern auch dass wir offen sind für Neues.

Was halten wir fest?

  • Dinge: Kleidung, Erinnerungsstücke
  • Menschen: Eltern, Kinder, Freunde
  • Nicht Materielles: Verhaltensweisen, Verantwortung, Schuldgefühle, Verletzungen, Glaubenssätze

 

2. Voraussetzung für Loslassen ist Achtsamkeit

Um zu identifizieren, was ich an Ballast mit mir herumtrage brauche ich Achtsamkeit und Präsenz. Dann kann ich meinen Autopiloten ausstellen und aus dem Hamsterrad aussteigen.

a. Das Hamsterrad

Wir sausen oft durch unseren Alltag, getrieben von Adrenalin und Kortisol. Unser Körper gibt uns so die benötigte Energie und setzt uns damit unter Spannung. Wir sind dann sozusagen im Überlebensmodus. Das ist dann sinnvoll, wenn wir Höchstleistungen abrufen wollen. Es sollte aber keine Dauereinrichtung sein.

Unser Körper kann nicht unterscheiden, ob die von uns wahrgenommene Notwendigkeit zu Höchstleistungen real ist oder nicht. Er schüttet brav Hormone und Botenstoffe aus, um uns zu unterstützen.

Langfristig hat das Auswirkungen auf unseren Körper und unsere Psyche. Wobei ich mich wundere wie widerstandsfähig wir Menschen sind und wie lange wir das Hamsterrad aushalten bevor wir zusammenbrechen.

Nicht umsonst grassieren Krankheiten wie Burnout und Depressionen. Wir treiben uns oft so stark an bis wir uns buchstäblich selbst stilllegen. Der Körper hat im Überlebensmodus keine Zeit und keine Energie um sich zu regenerieren oder zu heilen.

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b. Der Autopilot

Mit der Zeit sind die Schaltkreise in unserem Gehirn fest verdrahtet. In der Regel sind wir ca. 95% in unserem Alltag im Autopilotenmodus.

Der Autopilot ist eine sehr sinnvolle Einrichtung, denn er erleichtert uns das Leben: Beim Gehen müssen wir nicht darüber nachdenken wie man einen Fuß vor den anderen setzt. Wir sind durch ihn in der Lage Auto zu fahren, auf den Verkehr zu achten und uns gleichzeitig zu unterhalten.

In einigen Bereichen dient der Autopilot uns jedoch nicht: Dann, wenn wir etwas in unserem Leben verändern wollen. Dann müssen wir den Autopiloten ausschalten.

3. Inventur

Inventur mache ich im Ruhemodus. Dann bin ich bewusst im Hier und jetzt. Nur hier kann ich identifizieren was ich loslassen oder freigeben kann.

Wenn ich Konflikte erschaffe oder öfter krank bin, ist es höchste Zeit für eine Inventur: Was ist zu viel, was meine ich tun zu müssen?

a. Gründe loszulassen:

  • Zeitmangel
  • Unzufriedenheit
  • Fehlende Entwicklungsmöglichkeiten
  • Einengende Begrenzungen
  • Sich nach etwas Neuem sehnen
  • Eigene Grenzen sind zu oft überschritten worden und wir werden krank
  • Die Folgen von zu viel Festhalten: Häufung von negativen Gefühlen, Gedankenkreisen, Ängste, Depressionen, Wut und Hass.

Warum halte ich an Vielem so lange fest? Oft ist meiner Umgebung lange vor mir klar, dass es gut für mich wäre etwas loszulassen. Was hindert mich also daran?

b. Gründe nicht loszulassen:

  • Sicherheit und Gewohnheit
  • Überholte Regeln: Treue, das macht man so
  • Eigentlich Positives: Liebe, Sympathie

Das Weihnachtsbeispiel

Eine Klientin erzählte mir im Sommer, dass sie jetzt schon Horror vor dem nächsten Weihnachtsfest hat. Sie ist total fertig danach.

Sie fährt mit ihrer Familie an den Weihnachtstagen hunderte von Kilometern, um erst bei ihren Eltern und dann bei ihren Schwiegereltern und dann noch zu Hause Weihnachten zu feiern. Als sie noch keine Kinder hatte, war das OK. Mit zwei kleinen Kindern graust es ihr schon vor der Packerei und den anstrengenden Fahrten.

Ich fragte sie, warum sie die Weihnachtsroutine nicht ändert, z.B. zu Hause bleibt und die Eltern und die Schwiegereltern an einem Tag einlädt. Das geht nicht sagte sie, es war schon immer so. Sie will es allen recht machen und bleibt dabei selbst auf der Strecke.

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4. Wie kann ein Loslass-Prozess ablaufen?

Ich habe einen idealtypischen Loslass-Prozess als Beispiel aufgeschrieben. Loslassen ist natürlich so individuell wie jeder Mensch einzigartig ist.

Zuerst brauche ich das Bewusstsein, dass ich etwas in meinem Leben ändern möchte. Dann kann ich mir überlegen, wie ich das tue. Wenn ich weiß, was ich loslassen will ist es oft einfach. Wenn ich allein nicht weiterkomme, hole ich mir Ideen bei Freunden oder in der Familie.

Ein Loslassprozess

  1. Bewusst werden: Brauche ich das noch?
  2. Ehrlichkeit zu sich selbst und anderen: Tut es mir gut, wenn nicht warum? Seit wann?
  3. Ausreden erkennen: Reite ich ein totes Pferd?
  4. Halte ich fest, weil ich denke, etwas besseres kommt nicht? Wie ist mein Selbstwertgefühl?
  5. Gedankenspiele: Wie würde es mir ohne… gehen? Gefühle und Ängste beobachten und gehen lassen.
  6. Sich selbst verzeihen: Ich habe damals die beste Entscheidung getroffen, die ich konnte.
  7. Danke sagen, für das, was mir einmal gedient hat.
  8. Ein passendes Ritual zum Loslassen finden: z.B. Loslassendes auf einen Zettel schreiben und verbrennen.
  9. Hilfe holen: Wir müssen nicht mit allem alleine fertig werden.
  10. Sich Zeit geben für die Trauer, die Heilung und das Etablieren von neuen Gewohnheiten.

a. Loslassen kann unangenehm sein

Beim Gedanken etwas Altbekanntes loszulassen spüre ich manchmal so etwas wie Trennungsschmerz. Ich verabschiede mich ja von etwas, das mir einmal gedient hat und das ich gut kenne. Das darf weh tun.

b. Die Gedanken beobachten

Ich versuche meinen Denkapparat nicht allzu ernst zu nehmen, wenn ich etwas loslasse. Das Gehirn klammert sich nämlich an den sicheren Status Quo. Mein Verstand ist also nicht begeistert, wenn ich mich auf Neuland wage. Er signalisiert mir Vorsicht z.B.: Tu das nicht, lass es sein, es ist doch gut so wie es ist.

c. Wie ich Gefühle loslasse

Wir halten Gefühle oft fest, indem wir gegen sie ankämpfen, sie unterdrücken oder sie mit aller Macht zu verändern versuchen. Sich vor Gefühlen zu schützen ist anstrengend.

Gefühle sind Signale, die wir uns selber geben. Wir haben sie aber wir sind sie nicht.

Gefühle fließen, sie dauern 1,5 bis 2 Minuten, dann sind sie weg, wenn wir sie gehen lassen können. Das ist schwer zu glauben, weil wir uns so angewöhnt haben sie zurückzuholen und sie damit immer wieder zu aktivieren.

d. Wie ich Konflikte loslasse

Ich bin empfänglich für Verletzungen und Konflikte, weil ich Glaubenssätze mit mir herumtrage wie: Ich kann das nicht, ich bin nicht gut genug. Diese Glaubenssätze bilden dann eine Brücke, die Verletzungen ermöglicht.

Ich kann andere Menschen nicht ändern, aber bei mir selber kann ich viel tun.

Ich schaue mir meine limitierenden Glaubenssätze an und arbeite daran, diese loszulassen. Gleichzeitig baue ich mein Selbstwertgefühl auf.

Ich merke, dass ich einen Konflikt losgelassen habe, wenn Rumpelstilzchen vor mir herumhopst und mir sonst etwas an den Kopf wirft, was mich nicht mehr berührt, weil keine Brücke mehr zu mir existiert.

Ich behaupte nicht, dass dieser Prozess einfach ist. Es lohnt sich aber!

e. Tipp: So tun als ob

Bei schwierigen Loslass-Aufgaben tue ich einfach so als ob bis ich es bereits geschafft habe. Ich stelle mir vor, ich hätte schon losgelassen. und wie befreit ich mich dann fühle, am besten in allen Einzelheiten. Das ist ein psychologischer Trick, der wirklich hilft.

Das funktioniert so wie das eine Minute lächeln, obwohl einem gar nicht danach ist. Das hellt die Stimmung auf. Warum?

Der Körper weiß nicht was real ist: Der lächelnde Mund zeigt dem Gehirn, dass ich glücklich bin und das sorgt dann brav dafür, dass der Körper Glückshormone ausschüttet.

5. Wie Loslassen mein Leben erleichtert

Ich bin mit dem Spruch groß geworden: „Nur die Harten kommen in den Garten“ Das bedeutet: Wer etwas erreichen will, muss dafür hart arbeiten und sich durchsetzen.

Das hört sich heute schrecklich menschenverachtend für mich an. Damals fand ich das normal. Ich dachte, ich müsste immer schneller, besser und stärker sein. Ich trieb mich an und verlangte von mir und anderen Höchstleistungen, auch in der Erwartung, dass ich dafür von außen Wertschätzung bekommen würde.

Viele von diesen Glaubenssätzen habe ich in den letzten Jahren losgelassen. In der Theorie bin ich aber immer noch deutlich besser als in der Praxis.

Stopp öffnet Wege

Inventur machen und Loslassen gelingt mir am besten im Urlaub. Was ich im letzten Urlaub zum Thema Loslassen erlebt habe ist hier zu lesen.

Ich habe jetzt eine Art Frühwarnsystem

Ich bin heute mehr präsent und achte darauf was mich anstrengt und hinterfrage öfter, ob etwas wirklich sein muss. Signale sind für mich dabei meine Gefühle. Wenn ich merke, dass ich schon beim Gedanken an etwas Abwehr oder Unwohlsein fühle, dann gehe ich dem meist nach. Wenn ich gerade keine Ruhe habe, merke ich mir das für später.

Sei nett zu Dir

Wichtig beim Loslassen ist, sich nicht zu überfordern. Wenn es mir schwerfällt etwas loszulassen, gehe ich vom Gas. Loslassen ist ein Prozess, der manchmal Zeit braucht und die sollten wir uns gönnen. Das ist eine gute Investition in unsere Zukunft.

6. Loslassen ist kein Verlust sondern eine Transformation

Durch bewusstes Loslassen kann ich Ballast loswerden und meine eingefahrenen Gewohnheiten ändern. Das Energiesparprogramm Loslassen erleichtert es mir, mich auf die wirklich wichtigen Dinge zu konzentrieren.

Ich eröffne mir neue Freiräume und gehe weiter auf dem von mir gewählten Weg in eine selbst bestimmte Zukunft.

 

Lesetipps

Bilder: privat und pixabay

Du willst gleich starten? Im nächsten Blogartikel findest Du acht Loslassübungen.

© Inge Schumacher

Aus meinem Freiwilligen-Engagement: Vorurteile, Offenheit und Integration

Letzte Woche durfte ich mit einer Gruppe Studenten vom Verein „Beyond Borders“ im Rahmen ihres Uni-Seminars „Unlock Society“ über Diskriminierung, Offenheit und Integration sprechen. Zur Vorbereitung habe ich mich mit diesen Themen theoretisch auseinandergesetzt und daraus ist dieser Blogartikel entstanden.

1. Was ist ein Vorurteil?

Ein Vorurteil ist eine Vereinfachung. Bei 4 Mrd. Sinneseindrücken in der Sekunde, von denen unser Verstand bewusst nur 7 bis 8 verarbeiten kann, brauchen und nutzen wir schnelle, automatisierte Entscheidungswege.

Unbekanntes wird von uns erst einmal als potentiell gefährlich eingestuft. Dafür ist unser ältestes Hirnteil, das Reptiliengehirn zuständig. Dieser Gehirnteil, der bei allen Säugetieren ähnlich aussieht und bei Reptilien fast das gesamte Gehirn ausmacht, unterscheidet nicht zwischen realer und möglicher Gefahr. Er hatte eine wichtige Funktion für unser Überleben, denn wenn wir jedem Säbelzahntiger freundlich begegnet wären, wären wir bestimmt schon ausgestorben.

Heute gibt es keine Säbelzahntiger mehr. Wir sehen uns trotzdem immer wieder unbekannten Situationen gegenüber, die wir automatisch mit Skepsis betrachten.

Hier einige Beispiele für Vorurteile, die mir in den letzten Wochen über den Weg gelaufen sind:

  1. Eine Freundin hat kürzlich einen neuen Vorgesetzten eingearbeitet. Als sie ihn zum ersten Mal traf und seinen osteuropäischen Akzent hörte, lief zu ihrem Entsetzen ein merkwürdiger Film bei ihr ab. Es kamen einige Vorurteile hoch, auf die sie nicht stolz und denen sie sich bisher nicht bewusst war.

Da sie daraufhin ihre höher entwickelten Gehirnteile benutzt hat, konnte sie ihre Vorurteile als solche identifizieren und sie über Bord werfen. Das wird ihr bestimmt nicht wieder passieren.

  1. Ich wollte einer dunkelhäutigen Passantin anbieten ihr zu helfen ihren Kinderwagen die Treppen runter zur U-Bahn zu tragen. Mein erster Impuls war, sie auf Englisch zu anzusprechen. Da meine höheren Gehirnregionen gerade ausnahmsweise auf Zack waren, habe ich diesen Automatismus unterdrückt und auf Deutsch gefragt. Meine Hilfe wurde dankbar angenommen, in fließendem Deutsch übrigens. Ich hatte also immer noch das Vorurteil, dass fremd aussehende Menschen unserer Sprache nicht mächtig sind! Dabei bin ich selbst so froh, wenn ich mein Isländisch an Einheimischen ausprobieren kann.

Diese Beispiele zeigen, dass wir alle Vorurteile haben. Wir haben aber auch alle höhere Gehirnregionen, mit denen wir unsere Automatismen überprüfen können. Zuerst müssen wir uns unserer Vorurteile bewusst werden, erst dann können wir sie abschaffen.

2. Was ist Diskriminierung?

Diskriminierung kommt aus dem Lateinischen und bedeutet trennen und unterscheiden. Wir verstehen diskriminieren heute eher als herabsetzen und herabwürdigen. Diskriminierung gab es schon immer. Wer anders ist wird und wurde immer schon mit Argwohn betrachtet.

Diskriminierung in den 60ern

Mein Schwiegervater ist Indonesier. Er lernte meine Schwiegermutter Anfang der 1960er Jahre kennen als er seine Doktorarbeit in Holzchemie an der Bundesforschungsanstalt in Bergedorf schrieb.

Meine Schwiegermutter berichtete, dass sie von Menschen, die in ihren Kinderwagen schauten und dort ein braunes Baby sahen, ausgeschimpft und angespuckt wurde. Das würde heutzutage, hoffe ich, nicht mehr passieren.

Diskriminierung heute

Vor ein paar Wochen war auf Facebook ein Post viral: Ein Schwarzer steht im Flughafen irgendwo in den USA am Schalter für die 1. Klasse. Eine Frau spricht ihn an und meint, dass er hier bestimmt falsch sei. Er zeigt ihr sein 1. Klasse Ticket. Sie meint, er gehöre trotzdem nicht hierher, dass er bestimmt vom Militär sei. Er meinte daraufhin zur Belustigung der Umstehenden: Ich bin viel zu dick fürs Militär, ich bin einfach nur ein Schwarzer, der Geld hat.

Mein Angst vor Diskriminierung

Als ich meinen Mann Mitte der 90er Jahre geheiratet habe, habe ich das in dem Bewusstsein getan, dass ich eventuell mit meiner Familie das Land verlassen muss, falls es zu massiven ausländerfeindlichen Stimmungen kommen sollte.

Diese Angst habe ich heute nicht mehr. Meine 3 Kinder sind nicht die Einzigen in ihren Schulklassen, denen man ausländische Gene ansieht.

3. Wie offen sollten wir sein?

Offenheit hört sich grundsätzlich gut an: Offene Türen, offene Arme. Wir verbinden viel Positives damit.

Für mich gibt es keine grenzenlose Offenheit.

In Deutschland führen wir gerade wichtige Diskussionen darüber, wie wir mit der Zuwanderung umgehen sollen. Das ist auch gut so.  Jeder Einzelne von uns muss für sich entscheiden wie offen er wo sein will.

Wenn wir über unsere Grenzen gehen werden wir früher oder später unser Gegenüber für diese Grenzüberschreitungen verantwortlich machen und das schafft Konfliktpotential.

Nach meiner Erfahrung ebnet grundsätzlich offen sein ohne sich selber aus den Augen zu verlieren den Weg für wunderbare Begegnungen.

 

So leben wir Offenheit für Fremde in meiner Familie:

Ich habe bisher viele positive Erfahrungen mit meiner Offenheit gemacht. Nicht alle Mitglieder meiner Familie sind damit immer einverstanden, also haben wir einen Konsens erarbeitet. Sind nicht alle dafür fremde Menschen zu uns einzuladen, lassen wir die Finger davon. Diese Vorgehensweise hat sich bewährt. Natürlich schaue ich mir die Menschen genau an, die ich in unser Haus lasse.

  • Im Rahmen des Kirchentages vor ein paar Jahren haben wir so eine Woche lang eine koreanische Familie bei uns beherbergt.
  • Ab und zu lassen wir Flüchtlinge bei uns übernachten, die auf Besuch bei Familie und Freunden aus der Erstaufnahme sind und dort nicht übernachten dürfen.

Für viele von meinen Freunden wäre das undenkbar und das ist auch OK so. Jeder von uns hat seine individuellen Grenzen und auf diese sollten wir auch hören, sonst erschaffen wir nur Probleme.

4. Integration

2015 haben wir fast eine Million Flüchtlinge aufgenommen. Wir haben das nur geschafft weil viele Deutsche eingesprungen sind und mitgeholfen haben. Mittlerweile werden die Erstaufnahmeeinrichtungen langsam aufgelöst. Die meisten Flüchtlinge besuchen Deutschkurse. Die Intgrationsarbeit fängt aber jetzt erst richtig an.

Wie integrieren wir die Flüchtlinge? Viele Deutsche haben wie ich ihre Berührungsängste überwunden. Ich war am Anfang meiner Lehrertätigkeit unsicher wie traumatisiert meine Gegenüber wohl sind und wie ich darauf reagieren sollte. Mir hat geholfen, gemeinsam mit meinen Mitlehrern einfach loszulegen. Wir haben uns stetig ausgetauscht und sind so immer sicherer geworden.

4.1 Hilfe zur Selbsthilfe

Ich unterstütze gerne Menschen auf ihrem eigenen Weg. In meiner Praxis arbeite ich viel nach dem Motto Hilfe zur Selbsthilfe. Genau so gehe ich auch mit den Flüchtlingen um.

Manche Flüchtlinge zeigen aus den unterschiedlichsten Gründen keinerlei Initiative. Ich überlege dann, inwieweit ich im Einzelfall unterstützen kann und möchte. So habe ich gerade einer Hochschwangeren aus unserer Erstaufnahme einen Kinderwagen über die großartige Hamburger Hilfsorganisation Hanseatic Help bestellt. Die Abholung hat sie dann selber übernommen.

4.2 Integration fördern

Deutsch lernen

Sprache ist für mich der Hauptschlüssel zur Integration, denn unsere Sprache transportiert unsere Kultur. Aus diesem Grund engagiere ich mich seit 2015 als Deutschlehrerin in unserer Erstaufnahme.

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Patenschaften

Die Erstaufnahme schließt Ende des Jahres und ich habe mich deswegen vor kurzem entschieden, eine Patenschaft zu übernehmen. Beim Patenschaftsprogramm der Johanniter, eines der vielen die es in Hamburg gibt, vereinbaren beide Parteien sich für ein halbes Jahr zu treffen. Es wird nicht erwartet, dass ich irgendetwas Besonderes tue. Was mich nach einem Monat am meisten erstaunt ist, dass meine Partnerin mir spiegelt, wie sehr sie mein Interesse schätzt. Das „einfach da sein“ ist anscheinend das Wichtigste an einer Patenschaft.

Für meine Patenrolle habe ich mir eine alleinerziehende Mutter mit Bleiberecht ausgesucht. Sie kommt aus Nigeria und hat eine siebenmonatige Tochter.

Sport

Vor ein paar Tagen unterhielt ich mich mit einigen Verantwortlichen Hamburger Sportvereine. Sie alle haben seit 2015 Programme für Flüchtlinge ins Leben gerufen.

Trotz des riesigen Papierkriegs, der nötig ist, um Fördermittel zu erhalten, quetschen sie weitere Fußballmannschaften auf ihre ohnehin schon vollen Übungsplätze. Fast überall gibt es im Moment Wartelisten und das betrifft nicht nur Flüchtlinge.

Da die Politik sich leider viel mehr für PR-trächtige Großereignisse wie den Hamburg-Marathon oder die Cyclassics interessiert, hat der Hamburger Sportbund mit seinem Engagement für den Breitensport oft einen schweren Stand.

In Hamburg wird ein ganzes Viertel neu gebaut , die Speicherstadt, ohne einen einzigen Sportplatz. Das passt nicht zusammen mit dem Konzept der Active City, das momentan überall propagiert wird. Wir brauchen schnell kreative Lösungen mit mehr Sportmöglichkeiten in unseren Städten.

Sport ist ein wunderbarer Integrator, besonders für Jugendliche und Frauen. Die vielen Freiwilligen, die sich für diese Gruppen in unseren Vereinen engagieren, verdienen meiner Meinung nach viel mehr Unterstützung.

Sehr wichtig ist gegenseitiger Respekt

Um es mit der kürzlich verstorbenen Aretha Franklin zu sagen halte ich gegenseitigen Respekt für ein wichtiges Schmiermittel unserer Gesellschaft. Wir scheinen da auf dem richtigen Weg zu sein: Ein seit 2013 in Deutschland lebender Afghane, den ich in Deutsch unterrichte erzählte mir kürzlich, dass er in Deutschland immer mit sehr viel Respekt behandelt wurde. Das war in anderen Ländern nicht so.

 

5. Wir sind untereinander verbunden

Ich merke immer mehr, wie wir mit allem um uns herum verbunden sind. Durch das Internet bekommen wir viel mehr mit: den Klimawandel, Vulkanausbrüche, Kriege und wachsende soziale Ungerechtigkeiten.

Viele Menschen, auch ich, können diese Verbundenheit richtiggehend fühlen. Mir wird z.B. immer wieder deutlich, dass es negative Auswirkungen auf meine Umgebung hat, wenn ich mich selbst schlecht behandele.

Einzeln fühlen wir uns oft machtlos. Doch wir unterschätzen uns. Das, was wir tun, hat einen viel größeren Einfluss als wir glauben. Es ist an uns zu fragen, in was für einer Welt wir leben wollen und anzufangen, diese selbst zu kreieren.

Mir ist es wichtig einen respektvollen, akzeptierenden Umgang in meinem Umfeld zu pflegen. Außerdem liebe ich kreative Problemlösungen. Das lebe ich und ziehe das somit auch an, sowohl live als auch digital. Erst in letzter Zeit wird mir so richtig klar, wie viel von meinen persönlichen Werten ich schon lebe.

 Beyond Borders

Gemeinsam die Herausforderungen meistern

Wir sind den Herausforderungen der Zukunft, sei es durch Flüchtlinge oder den Klimawandel, nur gemeinsam gewachsen. Mir hat die Erfahrung mit den vielen freiwilligen Helfern gezeigt, was für ein riesiges gemeinschaftliches Potential wir in Deutschland haben.

Ich kann mir noch nicht vorstellen, wie genau wir die Integration hinbekommen sollen. Aber wenn jeder das beiträgt, was er kann, werden wir es hinbekommen. Frei nach Barack Obama: Yes, we can!

 

Über den Verein Beyond Borders

Beyond Borders habe ich letzten Sommer im Rahmen eines Workcamps kennen gelernt. Sie haben in unserem Stadtteil ein Ferienprogramm mit in- und ausländischen Kindern im Grundschulalter auf die Beine gestellt. 10 internationale Studenten haben dabei mitgemacht.

Wie viel Spaß alle Beteiligten hatten, könnt Ihr in diesem Video sehen. Im März 2018 haben sie das Workcamp erfolgreich wiederholt.

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Inzwischen haben die engagierten Studenten einen eingetragenen Verein mit dem Namen Beyond Borders gegründet. Zweck des Vereins ist es, einen nachhaltigen Beitrag zur Überwindung von Grenzen zu leisten, die das gesellschaftliche Miteinander beeinträchtigen. Mit dem Motto: Anpacken funktioniert am besten, wenn man auch nachdenkt. Nachdenken funktioniert am besten, wenn man auch anpackt.

Da ich ihre Arbeit auch in Zukunft aktiv unterstützen möchte, bin ich Fördermitglied geworden. Davon können die Studenten zur Unterstützung ihrer Projekte natürlich noch viel mehr gebrauchen!

Fotos: Privat und Beyond Borders

© Inge Schumacher